E-Book, Deutsch, 448 Seiten
Cube / Wendt Johann Wolfgang v. Cube
3. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-4929-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
"Irgendwie trieb es uns immer aufs Wasser"
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-7526-4929-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Johann Wolfgang v. Cube, geb. am 9. Dezember 1924 in Wenden als jüngster von vier Söhnen. Vater: Emil Theodor v. Cube, Mutter: Anna Gertrud v. Cube, geb. v. Blanckenhagen. April 1923 - April 1929 Wohnen auf dem gepachteten Hof Kallenhof, am Stadtrand von Wenden. April 1929: Umzug in die Palaststr. 25 in Wenden. Kurz vor Weihnachten 1929: Umzug der Familie nach Riga. Dort Besuch der 9. Deutschen Städtischen Grundschule. 1935: Umzug der Familie nach Goldingen. Besuch der Deutschen Volksschule bis Herbst 1935. Während eines Schuljahres im Gymnasium in Riga - von Herbst 1935 bis Sommer 1936 - Pflegekind in der Familie Meyer. Umsiedelung der Deutsch-Balten im Herbst 1939: Umzug der Familie auf den Hof Worau in Gnesen (Warthegau), Besuch der Schule in Mogilno. Nov. 1939 - Jan. 1940 Umzug nach Freienwalde in Pommern. Dadurch Verlust eines dreiviertel Schuljahres (Okt.1939 - März 1940). Fortsetzung des Schulbesuches am 4. April 1940 an der Staatl. Oberschule für Jungen in Gnesen. Im Frühsommer 1942 Versetzung in die Oberprima. Einberufung zur Wehrmacht. Statt eines Abiturzeugnisses gibt es ein "Abgangszeugnis" der Staatl. Oberschule für Jungen in Gnesen nach 12 Schuljahren. Ab 20. Juli 1942: Grundausbildung in Hamburg-Harburg. Seit Dez. 1942 Reserve-Offiziersbewerber. Von Juli bis August 1943 beim Katastropheneinsatz in Hamburg ("Feuersturm"). Im September 1943 zur "Frontbewährung" an die Ostfront. Am 1. Februar 1944 erste Verwundung, am 4. August 1944 die zweite Verwundung, die eine acht Monate lange Behandlung im Lazarett nach sich zieht. Im April 1945 erneuter Einsatz an der Ostfront, dieses Mal in Mecklenburg-Vorpommern. Es gelingt Wolfgang v. Cube, sich nach Westen durchzuschlagen. Am 3. Mai 1945 engl. Gefangenschaft, am 15. August 1945 Entlassung mit Ziel Hamburg. Er kommt dort bei einem Verwandten unter. Im Herbst 1945 ein Studium an der Universität Hamburg aufzunehmen, scheitert am fehlenden Abitur. Es folgen ein Jahr als Arbeiter im Gemüsebau, ein Jahr als Gärtnerlehrling im Blumen- und Zierpflanzenbau, ein Jahr Blumenbinder-Lehrling. Der Versuch,1952 nach Kanada auszuwandern, scheitert an den Kriegsververwundungen. Tätigkeiten in mehreren Gärtnereien, immer die Selbständigkeit im Blick. Inzwischen ist er verheiratet (1948) und hat zwei Kinder, Wolfgang, geb. 1950 und Angelika, geb. 1954. Meisterbrief, das Einkommen steigt. Umzug nach Hamburg-Langenhorn. Arbeit bis zur Rente. Hobby u. a. Forschung zur Familie v. Cube in Lettland...
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Der Familien-Stammbaum der v. Cubes
Den Stammbaum habe ich ja selber geschrieben. Die Farben bezeichnen die einzelnen Linien. Und ich sehe das jetzt als eine Zeichnung mit einem Krebsgeschwür und zwei, drei Metastasen. Ich hatte ja angefangen, mir das ausgerechnet, deswegen habe ich das alles auf einheitliche Kärtchen geschrieben, das auf dem Bogen eingetragen und dann nachher auseinander geschnitten und dann eine Schablone entwickelt, so dass sie alle gleich sind. Und dann kam ich mit den Kreisen hin. Nur, in dem Kreis, das war nach der Öffnung der Sowjetunion, da kam dann plötzlich ein Schwall von Verwandten mit auf den Plan, die ich einfach sonst nicht unterbringen konnte, ich musste dann die Stellung ändern, um das Doppelte. Das war dort, dort und dort [zeigt], so an sich, die Stammlinie, die erste Linie, das sind hier die Blauen. Und das alles, was zur so genannten ersten Linie gehört. Maximilian Emil August, das ist der Stammvater von der ersten Linie. Alles, was hier jetzt so hellblau ist. Hier sind wir vier Brüder und dann die Nachkommen. Und das ist, was später dazugekommen ist, und da – von hier bis dort –, die sind zum Teil in Russland geblieben. Und die haben so viele Nachkommen gezeugt, dass ich sie praktisch in der alten Stellung nicht unterbringen konnte. Deswegen habe ich auch den Standpunkt, den Urvater, etwas aus dem Grund raus gezogen, um die Kreise größer zu gestalten. Aber so ganz ist mir das nicht geglückt. Und natürlich mit diesen Ergänzungen, die jetzt erforderlich sind, kommt der Stammbaum auch durchaus an seine Grenzen. Deswegen sage ich – da kam dann die Öffnung zur Sowjetunion dazu, und dann kamen die ganzen v. Cubes, die in der Sowjetunion geblieben sind, und schon brachten sie die ganze Ordnung durcheinander.Ja, aber irgendwie dadurch, dass jetzt Verbindungslinien gezogen werden müssen, hat es an Übersichtsqualität verloren. Das ist die dritte Fassung. Ich habe jedes Mal drei Jahre Zeit. Alle drei Jahre findet in Höhnscheid das Familientreffen statt.
Schloss Höhnscheid. eine Aufnahme aus dem Jahre 2012. Foto: Uwe Horn-von Cube.
Der Stammbaum wird jetzt wieder auf die Reise gehen, denn im Oktober 2018 findet das Familientreffen wieder statt. Das ist ja auch Unterrichtsmittelpunkt. Dann heißt es: „Ja, Du heißt so und so. Du weißt, wer Deine Eltern sind. Such‘ mir das mal heraus! Und jetzt sagst Du mir, wie Du mit dem und mit dem zweiten, dritten Grades verwandt bist, und ob Du Vetter, Tante, Onkel bist.“
Johann Wolfgang v. Cube in seinem Wohnhaus in Hamburg-Langenhorn bei der Erläuterung der einzelnen Familienlinien während unseres Gespräches am 15.07.2018. Foto: Thomas Wendt
Es gibt noch einen zweiten Stammbaum, den ein anderes Familienmitglied angefertigt hat. Und dieser andere Stammbaum ist ja, sagen wir mal, so ein bisschen romantischer, so ein alter, knochiger Baum, so groß wie die Wand ist er auch. Der Nils hat einen regelrechten Baum gezeichnet, einen schönen, grünen Baum, und hat in das Blätterwerk dann die Personenkarten eingezeichnet. Aber sein Stammbaum ist ja mindestens neun Jahre alt. Der hat das gezeichnet, frei aus der Lameng. Die „Neuen“ hat er noch gar nicht aufgenommen. Er hat einen Ist-Zustand. Der Mann ist mittlerweile verstorben. Und da müsste man jetzt einen adäquaten Nachfolger finden, der dieselbe zeichnerische Begabung hat, um das stilgerecht weiterzuführen. Aber, wie gesagt, nach dem alten, nach Nils‘ Schema. Ich plädiere nicht dafür (lacht). Der alte, der gezeichnete Stammbaum, ist auch auf Schloss Höhnscheid dabei. Ich weiß aber nicht, wer den verwaltet. Aber da sind Nachkommen.
Der andere Stammbaum, der als Baum gezeichnet ist, ist nicht meiner. Der ist auch nicht hier. Der taucht zu den Treffen wieder auf, was mich ein bisschen stört, weil er nach meiner Sicht die Ordnung nicht beachtet, dass der Älteste links steht und dann die Jüngeren auf derselben Ebene. Bei mir steht es umgekehrt. Es ist ein Architekt, der das handschriftlich alles gezeichnet hat. Ich hatte mich aufgeregt - ist zu viel gesagt - , aber abgelehnt, diesen gestalterisch gelungenen Stammbaum von meinem Onkel, den hatte Nils gezeichnet, Nils der Ältere, und das ist ja alles handschriftlich, hat aber nach meiner Ansicht die Anordnung der einzelnen Teilnehmer in der verkehrten Reihenfolge darauf. Er hatte von rechts nach links geschrieben, während normalerweise von links nach rechts geschrieben wird. Und das hat mich irgendwo abgestoßen und da habe ich gesagt: „Das musst Du ändern und musst einen anderen zeichnen.“ Und die erste Zeit sind beide nebeneinander gezeigt worden und ich habe den Eindruck, dass die Jugendlichen dann etwas verwirrt waren, weil sie umdenken mussten, je nachdem, vor welchem Stammbaum sie stehen.
Stammbaum von 2003, gezeichnet von Wolfgang v. Cube.
In der Buchform, im Genealogischen Handbuch, sind die Enkelkinder von Angelika schon mit drin.
Aufgehängt habe ich den Familienstammbaum im Keller. Der Transport nach oben war mir zu beschwerlich. Aber die Lage im Keller bekommt dem Stammbaum nicht ganz gut.
Ein Keller ist nie trocken. Und ich wollte mit dem Stammbaum nicht die Wohnung vermüllen. Es ist ja Tapete. Normalerweise wird der im Keller gelagert, und zwar in einem Plastiksack, den ich extra dafür geklebt habe. Denn ich muss damit rechnen, dass, wenn wir nach Höhnscheid fahren, im Fahrgastraum kein Platz ist, sondern als Dachfracht. Und das muss Regen abkönnen.
Ja, aber er ist – durch meine Kinder – auch wieder ergänzungsbedürftig. Es müsste jetzt genau bearbeitet werden, denn das werden ja nicht die einzigen Kinder sein, die geboren sind, sondern es wird auch in anderen Bereichen ergänzt werden müssen. Es ist so, dass ich hier die Zonen einarbeiten musste, wo ich mit dem Platz einfach nicht mehr auskam, weil der Andrang an Aufzunehmenden zu groß war.
Ja, das ist die alte Adelsordnung. Die weiblichen Mitglieder der Familie können den Namen nicht weiterführen. Aber die Gesetzgebung in Deutschland lautet ja so, dass die Bürger in Deutschland freie Namenswahl haben. Und nach der Adelsordnung kann eine Frau das Adelsprädikat nicht weiter vererben. Da war die neue Rechtsprechung noch nicht da.
In der letzten Ausgabe des Genealogischen Handbuches, da sind auch die Enkelkinder meiner Tochter mit drin. Das entspricht wohl der aktuellen Weise, wie ein Name weiter vergeben wird. Die Kinder hätten sich auch einen ganz anderen Namen zulegen können, aber selbst dann würde er wohl mit aufgenommen. Ja, ich muss das so sehen. Ich unterliege dem Gesetz (lacht). Na ja, es ist so: welchen Wert hat heute das „von“ noch? Was der Adelsbrief für Forderungen stellt, die sind so minimal, da fragt man sich, was macht dann den Adel aus?
Es gibt Randgebiete, und da gehören Deine Kinder mit dazu, weil sie den ständigen Umgang mit dem beschriebenen Milieu nicht haben. Das war früher auch eine andere Zeit.




