Curbach | Die Corporate-Social-Responsibility-Bewegung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 276 Seiten, Web PDF

Reihe: Wirtschaft + Gesellschaft

Curbach Die Corporate-Social-Responsibility-Bewegung


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-531-91862-4
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

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Reihe: Wirtschaft + Gesellschaft

ISBN: 978-3-531-91862-4
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
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Der vorliegende Band untersucht aus soziologischer Sicht die Modeerscheinung „Corporate Social Responsibility“ (CSR) und identifiziert CSR als Trägerkonzept für die gesellschaftliche Konstruktion einer postnationalen Rolle für Unternehmen. Mit Fokus auf ökologische Unternehmensverantwortung wird gezeigt, dass sich in den letzten Dekaden zahlreiche CSR-Normen und -Initiativen etabliert haben, die Unternehmensverantwortung im globalen Kontext als „freiwilligen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung“ definieren. Diese Neudefinition gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung lässt sich weder allein durch managementstrategische Einzelentscheidungen noch durch makrostrukturelle Prozesse der Institutionalisierung erklären: Die Autorin argumentiert, dass dieser beobachtete Prozess vielmehr von einer konfliktreichen Dynamik zwischen Bewegungen und Gegenbewegungen vorangetrieben wird, in der nichtstaatliche Akteure – vor allem NGOs und Unternehmen selbst – um eine globale Legitimationsgrundlage für Unternehmen ringen.

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Einleitung: Die Rolle von CSR für transnationale Unternehmen.- Konzeptuelle Annäherungen an “Corporate Citizenship” (CC), “Corporate Social Responsibility“ (CSR) und „Nachhaltigkeit”.- Das Feld Transnationaler nicht-staatlicher Akteure.- Globale Regulierung und gesellschaftliche Einbettung von TNCs.- Historische Entwicklung einer globalen gesellschaftlichen Rolle von TNCs.- Handlungsspielräume von NGOs und Unternehmen.- Erklärungen für den Wandel der Rolle von Unternehmen.- Fazit und Ausblick: Unternehmensverantwortung als „CSR?”.


1 Einleitung: Die Rolle von CSR für transnationale Unternehmen (S. 9)

Eine weltweite Umfrage hat schon im Jahr 2005 ergeben, dass zu “Corporate Social Responsibility” (CSR) bereits ausreichend Studien und Umfragen vorliegen: “Information Overkill: Companies and professional stakeholders have increasingly less time and/or no interest in CSR research. There has been a great increase in CSR surveys and research publications of all kinds all over the globe in the past few years – so much that many working professionally in this field are getting tired of reading studies or participating in surveys” (Pleon 2005: 7, Hervorhebung J. C.).

Warum also die Welt mit noch einer Arbeit behelligen, die sich das Thema der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung bzw. “Corporate Social Responsibility” (CSR) vorknöpft? Diese Frage hat durchaus ihre Berechtigung. Sie kann schlicht und einfach damit beantwortet werden, dass es zwar in den letzten Jahren eine unüberschaubare, ja geradezu explosionsartige Flutwelle an Veröffentlichungen zum Thema CSR gegeben hat – die einen zuweilen auch im Forschungsprozess zu diesem Buch zu überrollen drohte.

Es haben sich bisher aber noch vergleichsweise wenige Forschungsarbeiten mit „CSR“ als gesellschaftlichem Phänomen auseinandergesetzt.1 Mit anderen Worten: Gerade dieses plötzlich angestiegene Interesse am Thema CSR, das durch die Flut von Studien und Veröffentlichungen zum Ausdruck kommt, ist für die vorliegende Arbeit nicht nur Wissensquelle, sondern gleichzeitig Teil ihres Forschungsgegenstands.

CSR wird in erster Linie als normative Frage in der Wirtschafts- und Unternehmensethik verhandelt, als Management- und PR-Trend in den Wirtschaftswissenschaften untersucht, und zunehmend beschäftigen sich auch die Politikwissenschaften mit CSR im Zusammenhang mit der Frage nach innovativen politischen Instrumenten der postnationalen Regulierung. Die Soziologie hat dem CSR-Konzept hingegen noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Um das besondere Erkenntnisinteresse des vorliegenden Buches einzugrenzen, soll an dieser Stelle zunächst in Abgrenzung zu anderen Disziplinen und Fragestellungen deutlich gemacht werden, welche Ziele nicht verfolgt werden: Im Gegensatz zu den meisten wirtschafts- und unternehmensethischen Ansätzen ist eine soziologische Analyse nicht vordergründig an der Entwicklung einer normativen Theorie der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen interessiert.

Es geht im vorliegenden Buch also nicht um den Entwurf einer normativ wünschenswerten Konzeption von Unter-nehmensverantwortung im globalen Raum. Diese Aufgabestellung bleibt einer moralphilosophischen bzw. ethischen Herangehensweise an das Thema vorbehalten – oder auch den gesellschaftlichen und politischen Prozessen, die in diesem Buch untersucht werden.

Vielmehr ist es eine soziologische Aufgabe, zu beobachten und zu analysieren, welche sozialen, politischen und kulturellen Prozesse zur Herausbildung und Verwerfung von kollektiv geteilten, gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen zu Unternehmensverantwortung führen – und welche gesellschaftlichen Folgen dies hat.

Zweitens stehen in diesem Band auch keine managementwissenschaftlichen Fragen im Vordergrund: es wird demnach nicht nach Erfolg versprechenden CSR-Managementpraktiken, CSR-Standards und CSR-Strategien, oder aber nach effizienten Prozessen und Kriterien ihrer Implementierung in Unternehmen gefragt.

Dies ist eher Aufgabe der praxisbezogenen Managementwissenschaften und der Praxis selbst – zumal derartige Kriterienkataloge und Managementstandards derzeit zu Genüge von Beratungs-, Auditing- und Rating-Agenturen und anderen Institutionen entwickelt und gehandelt werden. Es liegt dementsprechend auch nicht im Erkenntnisinteresse dieser Arbeit, einen Beweis für die Profitabilität bzw. den „Business Case“ von spezifischen CSR-Unternehmenspolitiken und CSR-Managementpraktiken im Sozial- und Umweltbereich zu suchen.

Ebenso wenig wird versucht, Unternehmen und ihre CSR-Performanz im Vergleich zu beurteilen. Das CSR-Engagement von Unternehmen zu messen und gegen gesetzte Kriterien zu bewerten, ist auch nicht unbedingt eine genuin soziologische Aufgabe.


Dr. Janina Curbach ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg.



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