Cussler / Burcell | Jäger des gestohlenen Goldes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 9, 544 Seiten

Reihe: Die Fargo-Abenteuer

Cussler / Burcell Jäger des gestohlenen Goldes

Ein Fargo-Roman
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-641-22678-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Fargo-Roman

E-Book, Deutsch, Band 9, 544 Seiten

Reihe: Die Fargo-Abenteuer

ISBN: 978-3-641-22678-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie suchen den größten Schatz des 20. Jahrhunderts – und die Spur führt nach Deutschland!

Im Juli 1918 sollte ein riesiges Lösegeld für die russische Zarenfamilie gezahlt werden. Dieser Schatz erreichte aber nie sein Ziel und ist bis heute verschollen. Doch nun haben die Schatzjäger Sam und Remi Fargo eine Spur. Schnell wird ihnen klar, dass sie nicht die einzigen sind, die diesen Schatz suchen. Skrupellos und mit vernichtender Brutalität steht ihnen ein altes Übel gegenüber, von dem die Menschheit dachte, es sei längst besiegt. Plötzlich geht es um mehr als nur ein unermessliches Vermögen. Es geht um das Schicksal der Welt.

Archäologie, Action und Humor für Indiana-Jones-Fans! Verpassen Sie kein Abenteuer des Schatzjäger-Ehepaars Sam und Remi Fargo. Alle Romane sind einzeln lesbar.

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

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3


Sam nahm die Verfolgung auf. Remi blieb dicht hinter ihm und ignorierte die seltsamen Blicke der anderen Gäste. Sam wandte sich nach rechts und überquerte die gepflasterte Auffahrt. Der Mann bog um die Ecke, dann rannte er eine Seitenstraße hinunter. Sein Ziel war ein roter Renault. Noch im Laufen holte er den Zündschlüssel aus der Tasche. Er richtete ihn auf den Wagen, und ein gedämpfter Piepton erklang, als die Türen entriegelt wurden. Er hatte die Fahrertür noch nicht vollständig geöffnet, als Sam ihn einholte, die Hand in sein Hemd krallte, ihn herumriss und mit dem Rücken gegen den Wagen rammte.

»«, sagte der Mann. »« Wie die meisten Einheimischen beherrschte er offenbar neben der marokkanischen auch die französische Sprache.

Sams Hand schoss hoch zum Hals des Mannes und packte ihn. »Sprechen Sie Englisch?«

Der Mann nickte heftig. »Ein wenig.«

»Ihr Name?«

»Z-Zakaria Koury.«

»Zakaria. Wir sind auf der Suche nach Karl und Bernd Hoffler.«

»Ich … ich kenne sie nur vom Telefon. Getroffen haben wir uns nicht.«

»Seltsam. Wir haben ein Foto gesehen, das etwas vollkommen anderes erzählt.«

»Es muss ein sehr altes Bild sein. Ich schwöre, ich weiß überhaupt nichts.«

Remi ging zu dem Renault, dessen roter Lack schon leicht verblichen war. Sie blickte durch ein Seitenfenster hinein, während Sam sein Verhör fortsetzte. »Sie behaupten, dass sie nur mit ihnen telefoniert haben, aber Sie haben sich während der Fahrt niemals mit einem von ihnen getroffen, oder?«

»Ich glaube, sie entschieden sich für einen anderen Führer. Sie haben mir nicht verraten, für wen. Vielleicht wollten sie meinen Stolz nicht verletzen. Ich weiß es nicht.«

Sam betrachtete das verschlungene Kabelgewirr auf dem Rücksitz des Renaults und fixierte Zakaria drohend. »Kennen Sie sich in audiovisueller Technik aus? Besitzen Sie solche Geräte?«, fragte er.

»Nur die Kamera und mein Mobiltelefon.«

»Warum liegt dann ein Bündel AV-Kabel auf dem Rücksitz Ihres Wagens?«

Ein dünner Schweißfilm glänzte plötzlich auf Zakarias Stirn, und er schüttelte den Kopf. »Ich … ich weiß es nicht.«

Sam schob sich ganz dicht an den Mann heran und verstärkte den Druck seiner Hand um dessen Hals. »Vielleicht muss man Ihrem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen. Wo sind die beiden?«

In den Augen des Mannes, der sich Zakaria nannte, flackerte die nackte Angst. »Ich weiß es wirklich nicht! Ich schwöre!«

»Wir mögen es gar nicht, wenn man uns Lügen auftischt«, sagte Sam. »Erst recht nicht, wenn jemand von unserer Familie in Gefahr ist.« Er blickte zu Remi hinüber. »Bitte das Ganze auf Französisch, falls er mich nicht verstanden haben sollte.«

Der Blick des jungen Mannes wanderte zu Remi, während sie übersetzte. Als sie fertig war, fügte Sam hinzu: »Außerdem arbeiten sie zurzeit an einem Film, den wir finanzieren. Falls ihnen irgendetwas zustoßen sollte …«

»Einen Moment, bitte. Sind die Fargos?«

Sam lockerte den Griff um Zakarias Hals. »Sie wissen, wer wir sind?«

Der dunkelhaarige Mann nickte, dann wanderte sein Blick zu Albert Hoffler. »Wer ist das?«

»Der Onkel der beiden.«

Der junge Mann schloss die Augen und entspannte sich, wobei seine Knie ein wenig nachgaben, als ob er plötzlich zutiefst erleichtert wäre. »Bitte. Sie müssen mich verstehen. Ich wollte sie nur beschützen.«

»Vor wem?«, fragte Sam, ließ den Mann schließlich los und trat zurück.

Zakaria Koury massierte sich den Hals und schluckte mehrmals krampfhaft. »Das weiß ich nicht. Sie haben mich angerufen und berichtet, dass sie verfolgt würden. Jemand habe auf sie geschossen, aber sie hätten flüchten können. Sie glaubten, es hinge mit ihrer Suche nach dem Flugzeug zusammen.«

»Wie lange ist das her?«

»Etwa vier Tage.«

»Sind sie nicht zurückgekommen?«

»Um das herauszufinden, bin ich hier. Ich hatte gehofft, dass sie mittlerweile wieder aufgetaucht sind. Oder sich zumindest gemeldet haben. Wir rechnen jeden Moment mit ihrem Erscheinen.«

»Wir?«

»Durin Kahrs. Ein Schulfreund aus Deutschland. Er begleitete sie, als sie aufbrachen, um das Flugzeug zu suchen. Aber er kehrte früher als sie zurück. Als ich ihm erzählte, was ihnen zugestoßen war – dass jemand auf sie geschossen hatte –, warnte er mich, auf keinen Fall mit jemandem darüber zu reden, weil er befürchtete, dass sie verfolgt würden. Er glaubt offenbar, dass irgendjemand zu verhindern versucht, dass sie das Flugzeugwrack finden.«

»Geht es ihnen gut? Sind sie wohlauf?«, fragte Albert Hoffler, Selmas Cousin.

»Als ich mit ihnen sprach, hatte ich den Eindruck, als sei alles in Ordnung.«

»Ich finde«, sagte Sam Fargo, »Sie sollten ganz von vorne anfangen.«

Koury nickte und ließ den Blick zwischen ihnen hin- und herwandern, als wollte er sich vergewissern, dass sie nicht die Absicht hatten, ihn weiter in die Mangel zu nehmen. »Sie kamen direkt zu mir und engagierten mich als Führer. Ich sollte sie zu einigen der abgelegenen Dörfer begleiten, wo sie der Geschichte von diesem Flugzeugpiloten aus dem Zweiten Weltkrieg nachgehen wollten, der angeblich aus seiner Maschine abgesprungen war und seinen Fallschirm durch die Wüste geschleift hatte.«

»Wie ist er ausgerechnet auf Sie gekommen?«, wollte Sam wissen.

»Ich habe als Student an einem Forschungsprojekt über das Schicksal ranghoher NS-Offiziere nach dem Krieg einen Artikel über den Piloten geschrieben. Und der wurde in der Universitätszeitung veröffentlicht. Sie fanden im Internet einen Verweis auf diesen Text und nahmen Verbindung mit mir auf.«

»Nach dem Krieg müssen eine Menge ehemaliger Soldaten auf dem Kontinent herumgeirrt sein«, sagte Sam. »Was ist gerade an dieser Geschichte so besonders?«

»Es wurde erzählt, dass der Pilot andeutete, demjenigen eine hohe Belohnung zu zahlen, der sein abgestürztes Flugzeug findet und ihn dorthin führt. Aber er starb, und das Flugzeug wurde nie gefunden. Natürlich wurde allgemein angenommen, dass sich in der Maschine eine Ladung Gold befand, das während des Kriegs gestohlen worden war. Aber wie sich in einigen Gesprächen mit den Dorfbewohnern herausstellte, entwickelte die Legende im Laufe der Jahre ein Eigenleben und gehört wohl eher in die Kategorie Folklore. Jedenfalls hat keiner der Dorfbewohner den angeblichen Goldschatz erwähnt.«

»Und hat sich seitdem jemand dafür interessiert und danach gesucht?«

»Natürlich gab es immer wieder Schatzsucher. Mittlerweile werben sogar Reisegesellschaften damit und bieten Ausflüge zur vermuteten Absturzstelle als Attraktion ihrer jeweiligen Abenteuer-Programme an.«

»Ich habe eine Frage«, ergriff Remi das Wort. »Wie kommt es, dass Karl und Bernd das Flugzeug finden konnten, während alle anderen vor ihnen offenbar daran vorbeiliefen?«

»Ich denke, der Grund ist, dass sie andere Interessen verfolgten als ihre Vorgänger«, sagte Zakaria. »Diese träumten nämlich ohne Ausnahme davon, dass in dem Flugzeugwrack ein Goldschatz versteckt war, der nur darauf wartete, gefunden zu werden. Und die Dorfbewohner hatten natürlich nichts Eiligeres zu tun, als sie auf den richtigen Weg zu schicken. Freilich veränderte sich die Position des Wracks ständig, je nachdem, welcher Dorfbewohner gefragt wurde. Was all diese Schatzsucher entweder nicht begriffen oder vollständig verdrängt hatten, war, dass niemand mehr am Leben sein konnte, der den Piloten tatsächlich mit eigenen Augen gesehen hatte, und daher auch niemand wissen konnte, aus welcher Richtung er ins Dorf gekommen war. Das dürfte der Grund für die differierenden Ortsangaben gewesen sein.« Er sah Albert Hoffler und dann wieder Sam an und fuhr fort: »Im Gegensatz zu allen anderen, die hierherkamen, interessierten sich Karl und Bernd ursprünglich überhaupt nicht für das Flugzeug. Sie hatten ausschließlich ihre Dokumentation im Sinn. Sie suchten authentische Antworten, Reaktionen, um sie in Bild und Ton aufzunehmen. Sie waren die Ersten, die sich nach Angehörigen der Dorfbewohner erkundigten, die den Flugzeugpiloten gefunden oder die mit ihm gesprochen hatten.«

»Haben sie Filmaufnahmen gemacht?«, fragte Sam.

Zakaria Koury nickte. »Sie wollten zeigen, wie die Legende von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Erst später, als sie das Filmmaterial sichteten, fiel ihnen auf, dass die Dorfbewohner, mit denen sie sich unterhalten hatten, mehr oder weniger eindeutig einen bestimmten Ort in den Bergen beschrieben, an dem der Pilot aufgefunden wurde. Ein Dorfbewohner konnte ihnen sogar ein Stück vom Fallschirm zeigen. Erst dann kamen sie auf die Idee, dass es sich vielleicht lohnen könnte, dieser Geschichte auf den Grund zu gehen.« Er hob die Schultern mit einer Mischung aus Sorge und Hilflosigkeit. »Niemand nahm ernsthaft an, dass sie den Ort, geschweige denn das Flugzeug finden würden, aber genau das geschah. Sie wurden fündig.«

»Und wo ist dieser Ort?«, fragte Sam.

»Die Dorfbewohner nennen ihn Kamel-Felsen. Er ist irgendwo hoch oben im Atlasgebirge.«

»Können Sie uns dorthin bringen?«

»Das ist das Problem. Ich selbst weiß nicht, wo dieser Ort ist. Ich war nicht bei ihnen, als sie ihn gefunden haben. Aber ich glaube, dass Durin sie dorthin begleitete, jedenfalls ein Stück weit. Er könnte Ihnen vielleicht weiterhelfen.«

»Wie können wir ihn erreichen?«

Zakaria wählte auf seinem Mobiltelefon eine Nummer und hielt es lauschend ans Ohr. »Der Ruf geht sofort auf die Mailbox. Er ist meistens...


Cussler, Clive
Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.

Burcell, Robin
Robin Burcell befand sich beinahe drei Jahrzehnte im Polizeidienst von Kalifornien – zunächst als Police Officer, später im Rang eines Detective. Sie hat mit Geiselnehmern verhandelt und wurde vom FBI in Forensik ausgebildet. Sie lebt heute in Nord-Kalifornien.



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