Cussler | Der Todesflieger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 0 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

Cussler Der Todesflieger

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15480-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Roman

E-Book, Deutsch, Band 1, 0 Seiten

Reihe: Dirk Pitt

ISBN: 978-3-641-15480-6
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Mitten im Frieden wir die amerikanische Luftwaffenbasis Brady Field auf der griechischen Insel Thasos angegriffen – voen einem Albatross-Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg, der die auf dem Rollfeld stehenden Flugzeuge in Brand schießt. NUMA-Major Dirk Pitt nimmt die Jagd auf den Todesflieger auf!

Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.
Cussler Der Todesflieger jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Es war glühend heiß, und es war Sonntag. Der Fluglotse im Tower der Brady Air Force Base steckte sich eine Zigarette an, legte die Füße auf ein tragbares Aircondition-Gerät und wartete darauf, dass etwas geschähe.

Er langweilte sich entsetzlich, und das aus gutem Grund: An Sonntagen war der Flugverkehr gleich null. Nur die eine oder andere Militärmaschine durchflog an diesem Tag das Einsatzgebiet Mittelmeer – die politische Wetterlage war zur Zeit völlig stabil. Zwar landete oder startete hin und wieder ein Flugzeug, doch dabei handelte es sich gewöhnlich nur um die Zwischenlandung irgendeines VIPs, einer »very important person«, der hier kurz auftankte und dann weiter zu einer Konferenz irgendwo in Afrika oder Europa hetzte.

Zum zehnten Mal seit seinem Dienstantritt musterte der Lotse die große Wandtafel, auf der die Starts und Landungen verzeichnet standen. Starts fanden überhaupt keine mehr statt, und die nächste Landung war für 16 Uhr 30 angezeigt. Bis dahin waren es noch fünf Stunden.

Er war noch jung – Anfang zwanzig – und strafte die Behauptung Lügen, blonde Menschen würden kaum braun. Wo immer seine bloße Haut zutage trat, war sie von einem dunklen, nussfarbenen Braun, dicht mit wasserstoffblonden Härchen bedeckt. Die vier Streifen auf seinem Ärmel wiesen ihn als einen Staff Sergeant aus, und obwohl eine Hitze von fast 38 Grad herrschte, war unter den Achseln seiner Khaki-Uniform kein Schweißfleck zu entdecken. Er hatte seinen Kragen geöffnet und trug keine Krawatte; eine Erleichterung, die den Soldaten der Air Force normalerweise gestattet ist, wenn sie in heißen Gegenden stationiert sind.

Er beugte sich vor und verstellte die Kühlungsschlitze des Aircondition-Gerätes so, dass die kühle Luft seine Beine entlangströmte. Er lächelte befriedigt, als er den frischen Luftzug spürte. Dann verschränkte er die Hände hinter dem Kopf, lehnte sich gemütlich zurück und starrte gegen die Decke.

Minneapolis mit seinen Mädchen, die über die Nicollet Avenue spazierten, kam ihm wieder in den Sinn. Zum hundertsten Male zählte er die fünfundvierzig Tage nach, die er hier noch aushalten musste, bevor er in die Staaten zurückversetzt wurde. Jeder Tag wurde feierlich in einem kleinen schwarzen Notizbuch abgehakt, das er stets in seiner Brusttasche bei sich trug.

Er gähnte vielleicht zum zwanzigsten Mal, griff zu einem Fernglas, das auf dem Fensterbrett lag, und betrachtete die Flugzeuge, die auf der schwarzen Asphaltrollbahn unter dem mächtigen Kontrollturm abgestellt waren.

Der Flugplatz lag auf der Insel Thasos im nördlichen Teil des Ägäischen Meeres. Thasos ist durch den fünfundzwanzig Kilometer breiten Golf von Kaballa vom griechisch-makedonischen Festland getrennt und besteht aus rund vierhundert Quadratkilometern Felsen, Wald und ein paar antiken Ruinen, die aus dem Jahr 1000 v. Chr. stammen.

Brady Field, wie der Luftwaffenstützpunkt allgemein genannt wurde, war aufgrund eines Vertrages zwischen den Vereinigten Staaten und der griechischen Regierung Ende der Sechzigerjahre erbaut worden. Die hier stationierte Luftflotte bestand aus zehn F-105 Starfire Jets und zwei riesigen C-133 Cargomaster Truppentransportern, die wie ein Paar fetter Wale in der sengenden ägäischen Sonne gleißten.

Der Sergeant richtete das Fernglas auf die still daliegenden Militärmaschinen und suchte nach einem Lebenszeichen. Das Flugfeld war aber leer. Die Männer waren entweder in Panaghia, der nächstgelegenen Stadt, beim Biertrinken, oder sie aalten sich am Strand, oder sie machten in der klimatisierten Kaserne ein Nickerchen. Nur ein einsamer Militärpolizist, der den Haupteingang bewachte, und die Radarantenne, die sich unentwegt auf ihrem Kontrollturm drehte, erinnerten an Leben. Er hob das Fernglas höher und ließ seinen Blick über das azurblaue Meer schweifen. Es war ein strahlender, wolkenloser Tag, und das entfernte griechische Festland war bis in alle Einzelheiten zu erkennen. Er schwenkte den Feldstecher nach Osten und richtete ihn auf die dünne Linie am Horizont, wo das tiefe Blau des Wassers mit dem hellen Blau des Himmels zusammentraf. Er erblickte die vor Hitze flimmernden, schemenhaften Umrisse eines Schiffes, das dort draußen vor Anker lag. Er kniff die Augen zusammen und stellte den Feldstecher schärfer ein, um den Namen des Schiffes am Bug auszumachen. Nur mit Mühe konnte er die winzigen schwarzen Buchstaben entziffern: First Attempt.

Ein blöder Name!, dachte er. Was er wohl bedeuten sollte? Er konnte noch andere Schriftzeichen auf dem Rumpf erkennen. In kräftigen schwarzen Strichen standen in der Mitte des Rumpfes die Buchstaben N-U-M-A senkrecht untereinander; die Abkürzung für »National Underwater Marine Agency«, wie er wusste.

Ein riesiger Kran stand auf dem Heck. Der Ausleger hing über dem Wasser, und man war gerade dabei, irgendeine große Kugel aus der Meerestiefe heraufzuholen. Der Sergeant konnte die Männer erkennen, die sich an dem Kran zu schaffen machten, und es bereitete ihm einige Genugtuung, dass auch Zivilisten an Sonntagen arbeiten mussten.

Plötzlich erklang in der Gegensprechanlage eine roboterhafte Stimme, die ihn aus seinen Betrachtungen riss.

»Hallo, Radarstation an Tower … bitte melden!«

Der Sergeant legte den Feldstecher hin und drückte die Sprechtaste. »Hier spricht der Tower. Was ist los?«

»Ich habe ein Objekt erfasst. Etwa fünfzehn Kilometer westlich.«

»Fünfzehn Kilometer westlich?«, stieß der Sergeant hervor. »Das ist ja direkt über der Insel. Ihr Objekt befindet sich praktisch genau über uns.« Er drehte sich um und sah noch einmal auf die große Wandtafel, um sich zu vergewissern, dass nach dem Zeitplan tatsächlich keine Landung fällig war. »Das nächste Mal sagen Sie mir gefälligst früher Bescheid.«

»Ich verstehe überhaupt nicht, wo es hergekommen ist«, rechtfertigte sich die Stimme im Lautsprecher. »Während der letzten sechs Stunden war in einem Umkreis von hundertfünfzig Kilometern nichts zu sehen.«

»Dann halten Sie entweder Ihre Augen offen, oder Sie lassen Ihr verdammtes Gerät überprüfen«, bellte der Sergeant. Er ließ die Sprechtaste los und schnappte sich den Feldstecher. Dann stand er auf und suchte den westlichen Horizont ab.

Da war es – ein winziger schwarzer Punkt, der in einer Höhe von etwa dreißig Metern über den Hügeln hing. Das Flugzeug kam nur langsam näher, mit einer Geschwindigkeit von höchstens hundertvierzig Stundenkilometern. Eine Zeit lang schien es sogar bewegungslos in der Luft stillzustehen, und dann nahm es, fast schlagartig, feste Formen an. Die Tragflächen und der Rumpf waren jetzt durch den Feldstecher deutlich zu erkennen; so deutlich, dass ein Irrtum ausgeschlossen war. Dem Sergeant blieb vor Verblüffung der Mund offenstehen, als das knatternde Motorengeräusch eines alten, einsitzigen, noch richtig mit einem starr montierten Fahrwerk und Speichenrädern ausgestatteten Doppeldeckers die friedliche Stille über der Insel zerriss.

Von den vorstehenden Zylinderköpfen des Reihenmotors abgesehen, besaß die Maschine eine aerodynamische Form, die sich hinter der offenen Pilotenkanzel tropfenförmig verjüngte. Der große hölzerne Propeller peitschte wie die Flügel einer alten Windmühle die Luft und trieb das altertümliche Gefährt gemächlich voran. Die leinwandbespannten Tragflächen knatterten im Fahrtwind und besaßen die an den Seiten ausgebogene Hinterkante, die für die ersten Flugzeuge so charakteristisch war. Von der Fronthaube bis zum hinteren Höhenleitwerk war die ganze Maschine knallgelb angestrichen. Der Sergeant setzte den Feldstecher ab, als das Flugzeug jetzt unmittelbar neben dem Tower vorbeidröhnte. Deutlich konnte er das schwarze Eiserne Kreuz ausmachen, das Kennzeichen der Deutschen während der beiden Weltkriege.

Unter anderen Umständen hätte sich der Sergeant wahrscheinlich zu Boden geworfen, wäre ein Flugzeug in einer Entfernung von höchstens zwei Metern am Tower vorbeigerauscht. Doch dieses Gespensterflugzeug, das direkt aus dem dunstigen Himmel im Westen aufgetaucht zu sein schien, machte ihn fassungslos, und er blieb wie versteinert stehen. Die Maschine zog jetzt eine Schleife und kam dann frontal auf den Tower zugeflogen. Der Pilot winkte dem Sergeant übermütig aus seiner Kanzel zu. Er war dem Tower so nahe, dass der Sergeant seine Gesichtszüge unter dem zerschlissenen Lederhelm und der Fliegerbrille erkennen konnte. Die Spukgestalt grinste ihn an und tätschelte die Läufe der beiden Maschinengewehre, die auf der Motorhaube montiert waren.

Sollte das ein Witz sein? War der Pilot vielleicht irgendein verrückter Grieche, der sich einen Spaß mit ihm machen wollte? Wo kam er her? Diese Fragen schwirrten dem Sergeant noch durch den Kopf, als er plötzlich hinter dem Propeller zwei Mündungsfeuer aufblitzen sah. Die Fensterscheiben des Towers zersprangen, und die Scherben klirrten auf den Boden.

Plötzlich herrschte Krieg auf Brady Field. Der Doppeldecker umkurvte den Tower, setzte zum Sturzflug an und nahm die schnittigen Düsenjäger, die auf dem Rollfeld standen, unter Beschuss. Eine nach der anderen wurden die F-105 Starfires vom Kugelhagel bestrichen, und ihre dünne Aluminiumverkleidung wurde von den alten Neun-Millimeter-Geschossen durchsiebt. Drei von ihnen gingen lichterloh in Flammen auf, als ihre mit Kerosin randvoll gefüllten Tanks getroffen wurden, und verwandelten die Rollbahn in eine lodernde Teerpfütze. Wieder und wieder brauste das knallgelbe Gespenst über den Flugplatz und verschoss sein tödliches Blei. Als Nächste explodierte eine der C-133 Cargomaster in einem dreißig Meter hohen...


Cussler, Clive
Seit er 1973 seinen ersten Helden Dirk Pitt erfand, ist jeder Roman von Clive Cussler ein »New York Times«-Bestseller. Auch auf der deutschen SPIEGEL-Bestsellerliste ist jeder seiner Romane vertreten. 1979 gründete er die reale NUMA, um das maritime Erbe durch die Entdeckung, Erforschung und Konservierung von Schiffswracks zu bewahren. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2020 in der Wüste von Arizona und in den Bergen Colorados.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.