Czech | Hans Asperger und der Nationalsozialismus | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 165 Seiten

Reihe: Dialektik der Be-Hinderung

Czech Hans Asperger und der Nationalsozialismus

Geschichte einer Verstrickung
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8379-7889-6
Verlag: Psychosozial-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

Geschichte einer Verstrickung

E-Book, Deutsch, 165 Seiten

Reihe: Dialektik der Be-Hinderung

ISBN: 978-3-8379-7889-6
Verlag: Psychosozial-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Wiener Kinderarzt und Heilpädagoge Hans Asperger ist als Erstbeschreiber des Autismus und Namensgeber des Asperger-Syndroms weltbekannt. Er galt lange Zeit als Gegner des nationalsozialistischen Regimes, gar als Retter von Kindern mit Behinderung vor der systematischen Ermordung unter dem NS-Regime. Doch kann dieses Bild einer aktiv widerständigen Position Aspergers aufrechterhalten werden?

Herwig Czech legt eine kritische und fundierte Untersuchung von Aspergers Leben, politischer Orientierung und beruflicher Laufbahn vor und während der NS-Herrschaft vor. Anhand von bisher unbekannten Archivdokumenten zeigt er, dass sich Asperger an das Regime anpasste. Er trat mehreren NS-Organisationen bei, unterstützte öffentlich »rassenhygienische« Maßnahmen wie zum Beispiel Zwangssterilisationen und kooperierte in mehreren Fällen mit der »Kindereuthanasie«. So wird deutlich, dass Asperger eine wesentlich problematischere Rolle spielte, als bisher angenommen.

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Weitere Infos & Material


Die schiefe Ebene: Asperger heute
Vorwort
Peter Rödler

Vorwort des Autors

Einleitung

Aspergers Karriere vor 1938

Aspergers politische Orientierung vor 1938

Politischer Werdegang nach dem Anschluss 1938

Aspergers ju¨dische Patient:innen

»… so tun wir damit auch unserem Volk den besten Dienst«

Asperger und die »Rassenhygiene«

Grenzen der »Bildungsfähigkeit«

Asperger und die »Euthanasie«-Anstalt Am Spiegelgrund

Aspergers Diagnosen im Vergleich zu jenen vom Spiegelgrund

Asperger in den Nachkriegsjahren

Schlussfolgerungen

Nachwort: Facetten einer Kontroverse

Abku¨rzungen

Abbildungen

Literatur


Rödler, Peter
Peter Rödler war bis 2018 Professor für Allgemeine Didaktik mit dem Schwerpunkt Heterogenität an der Universität Koblenz-Landau. Er war damit der bisher einzige ausgewiesene Sonderpädagoge auf einem Lehrstuhl für allgemeine Lehrerbildung. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkte liegen im Bereich der Lehrerbildung, der Allgemeinen Pädagogik und der Computervisualistik mit den Schwerpunkten anthropologische, erkenntnistheoretische und methodische Grundlagen einer Allgemeinen Pädagogik und Sprache als relationaler, bio-semiotischer Kulturraum.
Rödler wurde 1993 für Erziehungswissenschaften habilitiert auf der Basis der Habilitationschrift Menschen, lebenslang auf Hilfe anderer angewiesen - Grundlagen einer allgemeinen basalen Pädagogik. In den folgenden Jahren hatte er Gastprofessuren an den Universitäten Frankfurt, Würzburg, Wien und Innsbruck inne.
Zusammen mit Prof. Gerd Schwabe (Wirtschaftsinformatik) und Prof. Uli Fuhrbach (Informatik, KI) gründete er 2001 das fachbereichübergreifende Dienstleistungs- und Forschungsinstitut »Institut für Wissensmedien« (IWM) und war bis war bis 2018 Mitdirektor des Instituts.
Er war Mitglied in den EU-Sokrates-Projekten INTEGER zur Erarbeitung eines Hochschulcurriculums für Inclusive Education und ODL:Inclusive zur Erarbeitung eines Selbst- und Fernstudienmoduls zu den Grundlagen von Inclusive Education.
Für das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (zfuw) der Uni Koblenz-Landau organisierte er den Fernstudien Master »Inklusion und Schule«, der 2016 das erste Mal angeboten wurde.
Rödler hält Vorträge und macht Fall- und Krisenberatungen insbesondere zu autistischem Verhalten und den Grundlagen der Arbeit mit Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen im In- und Ausland, unter anderem in Ecuador, Italien, Japan, Österreich und Ungarn.
Von 1989 bis 2007 war er Schriftleiter der Fachzeitschrift Behindertenpädagogik.

(Stand: April 2020)

Veröffentlichungen u.a.:

geistig behindert - Menschen, lebenslang auf Hilfe anderer angewiesen? Neuwied, Berlin 2000.

Diagnose: Autismus - ein Problem der Sonderpädagogik. Frankfurt am Main, Afra-Druck, 1983.

Rödler, P./Berger, E./Jantzen, W. (Hrsg.): Es gibt keinen Rest! Neuwied, Berlin 2001.
mit Greving H. (Hrsg.): Stichworte »Sprache«, »Kommunikation« und »Autismus«. In: Kompendium Heilpädagogik. Bildungsverlag eins, Troisdorf 2007.

Pubertät als krisenanfällige Zeit. In: Hilfe für das autistische Kind e.V.: Krise ist immer auch Bewegung - Autismus im Brennpunkt. Hamburg 2005.

Rehistorisierung als Konstruktion. In: Feuser, G./Jantzen, W.: Erkennen und Handeln. Berlin 2002.

Die Theorie des Sprachraums als methodische Grundlage der Arbeit mit ›schwerstbeein- trächtigten‹ Menschen. In: Rödler, P./Berger, E./Jantzen, W.: Es gibt keinen Rest! Neuwied, Berlin 2001.

Geistig behindert - nicht wahr aber wirklich! In: Greving/Gröschke (Hrsg.): Geistige Behinderung - Reflexionen über ein Phantom. Bad Heilbrunn 2000.

Ein wahrer Einblick in eine unheimliche Inklusionsdiskussion. Behindertenpädagogik 4/2011, S. 342-355.

Kein Missverständnis! Zur tödlichen Logik der Argumentation Peter Singers. Behindertenpädagogik 1/2011, S. 54-65.

Jantzen, Wolfgang
† 23.11.2020

Wolfgang Jantzen war Sonderschullehrer und Diplom-Psychologe und begründete die Behindertenpädagogik als synthetische Humanwissenschaft (»materialistische Behindertenpädagogik«). Von 1974 bis 2006 war er Professor für Behindertenpädagogik an der Universität Bremen und 2010 war er als Forschungsgastprofessor an der Staatlichen Universität São Carlos in Brasilien. Zudem war er 1987/88 Wilhelm-Wundt-Professor für Psychologie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig.

Stand: November 2020

Stinkes, Ursula
Ursula Stinkes ist Lehrerin für Sonderpädagogik und Professorin für Geistigbehindertenpädagogik und -didaktik an der Fakultät für Sonderpädagogik der PH Ludwigsburg. Zuvor arbeitete sie als Wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Sonderpädagogik an den Universitäten Dortmund und Würzburg.

Feuser, Georg
Georg Feuser ist Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrer sowie Sonderschulrektor a.D., war Professor für Behindertenpädagogik an den Universitäten Bremen und Zürich und in der Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung tätig. Er entwickelte eine »Allgemeine Pädagogik und entwicklungslogische Didaktik« und die »Substituierend Dialogisch-Kooperative Handlungs-Therapie«.

Czech, Herwig
Herwig Czech ist seit Mai 2020 Professor für Geschichte der Medizin an der Medizinischen Universität Wien. Er ist Co-Projektleiter des von der Max-Planck-Gesellschaft finanzierten Forschungsprojekts »Hirnforschung an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Kontext nationalsozialistischer Unrechtstaten« sowie Co-Chair der »Lancet Commission on Medicine, Nazism, and the Holocaust«.


Foto: © Anna Beskova



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