Dahl | ... dann klappt's auch mit der Liebe | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Dahl ... dann klappt's auch mit der Liebe


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-86278-575-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-86278-575-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Erotische Lektüre macht Lori Appetit - auf den knackigen Architekten Quinn Jennings. Aber der hat nur seine Baupläne im Kopf...
Lori Love hat viele Autos, aber nur ein Laster: erotische Romane, die die Automechanikerin geradezu verschlingt. So viel Liebe, Lust und Leidenschaft macht auf Dauer Appetit. Zum Beispiel auf Quinn Jennings, ein Architekt mit Leib und Seele. Aber was für ein Leib! Unglaublich knackig und sexy. Genau der richtige Mann - leider nur für heiße Nächte. Denn mit Liebe hat Quinn nichts im Sinn. Erst als Lori Drohanrufe bekommt und um ihr Leben fürchtet, entwickelt er ungeahnte Beschützerinstinkte. Der coole Architekt zeigt plötzlich erstaunlich viel Gefühl...



Victoria Dahl lebt mit ihrer Familie in den Bergen und liebt ihre Heimat. Seit ihrem zwölften Lebensjahr liest sie Liebesromane und begann mit zwanzig schließlich selbst zu schreiben. Nach historischen Romanen ist "Viel zu heiß, um wahr zu sein" ihr erster zeitgenössischer Liebesroman.

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1. KAPITEL


Baby, das ist wirklich ein fantastischer Arsch.“

Lori Love ignorierte die Schmeicheleien und verpasste dem Befestigungsbolzen im Getriebe des alten Ford eine letzte Drehung, wofür sie sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen den Schraubenschlüssel stemmen musste.

„Oh, yeah, zeig uns, was du draufhast, Schätzchen.“

Als der Bolzen fest genug saß, wackelte Lori mit dem fraglichen Körperteil und warf der Blondine hinter sich ein verführerisches Lächeln zu.

Ihre beste Freundin Molly grinste anzüglich und hob anerkennend die Augenbrauen. „Willst du dir bei Gelegenheit vielleicht mal meine Briefmarkensammlung anschauen, du heißes Gerät?“

Lori richtete sich wieder auf und schob den Schraubenschlüssel in ihren Werkzeuggürtel. „Ich wusste ja gar nicht, dass dich mein Anblick so auf Touren bringt.“ Dann warf sie Ben Lawson ein Lächeln zu, der hinter Molly stand und ziemlich konzentriert an die Decke starrte. „Schätze, du solltest dir einen Arbeitsoverall zulegen, Ben. Molly scheint ziemlich drauf abzufahren.“

Er verdrehte die Augen. „Könnten wir vielleicht endlich aufhören, uns über Loris Hintern zu unterhalten?“

„Hm, ich weiß ja nicht“, flötete Molly. „Er ist nämlich so niedlich und knackig. Musst du da nicht auch gleich dran denken, wie man …“

„Du“, unterbrach Ben sie, „bist die seltsamste Freundin, die ich jemals hatte.“

Lori nickte zustimmend. „Ja, sie ist schon ganz schön merkwürdig. Andererseits hast du aber auch dein Leben lang in diesem Kuhkaff gehaust. Da fehlt dir einfach der Maßstab. Also, Molly: Bist du bloß hier, um meinen Po zu beäugen, oder kann ich sonst noch etwas für dich tun? Darf es vielleicht ein Kanister Schmieröl sein?“

Molly und Lori brachen in schnaubendes Gelächter aus, während Ben angewidert die Augen zukniff und sich fragte, was in Gottes Namen er mit diesem pubertären Haufen zu tun hatte. Schließlich war er Polizeichef und damit wenigstens zu einem Minimum an innerer Reife verpflichtet.

„Eigentlich bin ich aus einem ganz anderen Grund hier“, antwortete Molly. „Quinn hat sich endlich eingestanden, dass er seinen Tiefbagger nicht selbst reparieren kann. Er braucht Hilfe. Und ich wollte dich bitten, mal bei ihm zu Hause vorbeizuschauen.“

Lori runzelte die Stirn. „Dein Bruder ist Architekt. Was zur Hölle will er denn mit einem Tiefbagger? Und wie kommt er darauf, dass er das Ding selber reparieren kann?“

Molly winkte müde ab. „Ach, du weißt schon, diese Genies halt. Bilden sich ein, dass sie alles können. Ich hab dir doch erzählt, dass er oben auf dem Pass ein Haus baut, oder? Na ja, und jetzt springt sein Bagger nicht an, aber er muss vor Wintereinbruch das Fundament ausheben. Im Frühjahr will er dann mit den Bauarbeiten anfangen.“

„Moment mal. Er will das Haus selber bauen? Ich dachte immer, er lässt sich ein Haus bauen!“

„Da kennst du Quinn schlecht. Er behauptet, dass handwerkliches Arbeiten für ihn Entspannung ist. Der alte Streber …“ Molly wirkte, als würde sie sich gleich in eine Tirade hineinreden.

Doch dazu kam sie nicht, denn Ben zog an einer ihrer blonden Locken und sagte beschwichtigend: „Es hat halt nicht jeder dein künstlerisches Talent.“ Dann warf er ihr ein warmes Lächeln zu, woraufhin sie sofort wieder gelassener wurde.

Molly verdiente ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Erotikromanen, was vor einer Weile zu einigen Spannungen in ihrer Beziehung geführt hatte. Mittlerweile hatte Ben sich aber offenbar mit dem Gedanken, mit einer Erotikschriftstellerin zusammen zu sein, angefreundet. Tatsächlich schien er es sogar ziemlich heiß zu finden.

Lori wandte sich unauffällig ab und fummelte an ihrem Werkzeuggürtel herum, um ihren Neid zu verbergen. Nicht dass sie an Ben interessiert gewesen wäre. Aber sie hätte einfach gerne selber mal wieder Sex gehabt. Ein Blick auf ihren grauen Arbeitsoverall reichte ihr jedoch, um zu erkennen, dass ihre Chancen gegen null gingen.

„Ich kann ihm diese Woche ja mal einen Besuch abstatten“, bot sie an. „Wie komme ich denn zu seinem Grundstück?“

„Seine Auffahrt geht gleich hinter dem Lawinenschutzgatter ab, auf der Aspen-Seite vom Pass. Du musst nur links abbiegen und dann noch ungefähr eine Viertelmeile weiterfahren.“

„Aspen! Nicht schlecht“, bemerkte Lori. Quinns Architekturbüro musste blendend laufen, wenn er sich mit gerade mal vierunddreißig Jahren ein eigenes Chalet leisten konnte. Aber wahrscheinlich war das keine große Kunst, wenn man den ganzen Tag lang Anwesen für Milliardäre entwarf.

Nachdem Lori sich für Freitagabend mit Molly in der Bar verabredet und von den beiden Besuchern verabschiedet hatte, konzentrierte sie sich wieder auf den alten Ford.

Es machte ihr Spaß, Autos zu reparieren. Wirklich! Als ihr Vater ihr zum ersten Mal einen Schraubenschlüssel in die Hand gedrückt hatte, war sie gerade mal sechs Jahre alt gewesen. Trotzdem hatte sie eigentlich nicht vorgehabt, eines Tages tatsächlich in der Werkstatt ihres Vaters zu arbeiten. Jedenfalls nicht für den Rest ihres Lebens. Als sie mit achtzehn weggezogen war, um aufs College zu gehen, hätte sie sich nicht einmal in ihren finstersten Träumen vorstellen können, dass die Werkstatt zu ihrer Werkstatt werden würde.

Aber jetzt gehörte all das ihr: die Gebäude, der Abschleppwagen, die Schneepflüge, die Altmetalldeponie hinter dem Haus. Ihr ungewolltes Mechaniker-Erbe.

Seufzend ließ sie die Motorhaube los, sodass sie krachend einrastete. Das Leben war nun mal nicht fair, und sie war ein großes Mädchen. Na ja, eigentlich war sie einen Tick zu klein für ihren Geschmack. Mit ihren ein Meter achtundfünfzig und ihrem zierlichen Körperbau fiel es ihr manchmal gar nicht so leicht, von den Fahrern und Mechanikern, die für sie arbeiteten, ernst genommen zu werden. Aber zum Glück war sie die Tochter ihres Vaters: stur, pragmatisch und nicht zum Jammern neigend. Deswegen hatte sie nach seinem Tod ja auch das College abgebrochen, die Nutzfahrzeuge lavendelfarben lackiert und sein Geschäft übernommen.

Als Lori den Zündschlüssel umdrehte, startete der Motor des Ford mit lautem Brüllen, was ihr ein trauriges Lächeln entlockte. Das hier war nun einmal ihr Beruf, sie machte ihn gut, basta.

Nachdem sie den Wagen rückwärts aus der Werkstatt gefahren und auf dem Vorplatz geparkt hatte, bemerkte sie, dass Ben zurückgekommen war. Und zwar alleine.

„Hey!“, rief sie. „Hast du deine Freundin verloren?“

„Nö, Molly ist einkaufen. Es gibt da noch etwas, worüber ich gerne mit dir reden würde. Aber wenn du gerade zu beschäftigt bist, kann ich auch morgen wiederkommen.“

„Nein, schieß los! Was gibt’s denn?“

Mit einer Kopfbewegung wies er aufs Haus. „Vielleicht wäre es besser, wenn wir reingehen und uns für einen Augenblick setzen.“

„Wieso das denn?“, fragte Lori und sah ihn irritiert an. Ihr Dad war tot und ihre Mutter weggelaufen. Ihre Großeltern waren so früh gestorben, dass sie sie kaum kennengelernt hatte. Irgendwo in Wyoming gab es noch einen Cousin, aber der lauerte garantiert nicht auf ihrem Privatgrundstück, um Gespräche zu belauschen. Beschwichtigend hob sie die Hände und grinste. „Hast du etwa herausgefunden, dass ich damals die Parkbank umgefahren habe? Das ist nämlich Jahre her! Eine Jugendsünde, sozusagen.“

Ben presste nur die Lippen zusammen und starrte Lori so lange schweigend an, dass sie schließlich die Schultern zuckte und sich auf den Weg ins Haus machte. Vielleicht hatte er ja einen ihrer Angestellten beim Autodiebstahl erwischt.

Kaum waren sie im Haus, wies Ben aufs Sofa.

„Ach, komm schon. Im Ernst?“, murrte Lori.

„Ich glaube wirklich, dass du dich besser setzen solltest.“

„Ben, das ist lächerlich. Jetzt rück schon einfach raus mit der Sprache!“

Widerwillig gab er nach. „Na gut. Ich habe mir die Akte von deinem Vater noch mal genauer angesehen …“

Loris Herz schien einen Salto zu schlagen, der mit einer ziemlich schmerzhaften Landung endete. „Welche Akte?“

Auffordernd blickte Ben noch einmal auf das schäbige Sofa, schien sich dann aber mit Loris Widerborstigkeit abzufinden und redete einfach drauflos. „Als dein Vater vor zehn Jahren angegriffen wurde, war die Polizeistation nicht gerade in … in sonderlich effizienten Händen. Der Fall ist zwar abgeschlossen, aber niemand hat sich die Mühe gemacht, die Akte zur Sammelstelle zu schicken. In den letzten Monaten bin ich alle alten Fälle noch mal durchgegangen, um etwas Ordnung zu schaffen. Und letzte Woche bin ich dann auf die Akte deines Vaters gestoßen.“

Plötzlich wünschte sich Lori von ganzem Herzen, sofort auf eine Couch sinken zu können. Sie musste sich regelrecht zum Sprechen zwingen, als sie fragte: „Und?“

„Und ich bin mir nicht sicher, was in jener Nacht wirklich geschehen ist.“

„Es war eine Kneipenschlägerei“, erwiderte Lori sachlich. „Eine von Dutzenden, die er in seinem Leben provoziert hat. Nur dass er sich bei dieser seinen Kopf auf einem Stein zertrümmert hat.“

Ben stemmte die Fäuste in die Hüften und sah kurz auf den abgetretenen Linoleumboden hinab. Dann suchte er wieder Loris Blick. „Ich glaube, es besteht die Möglichkeit, dass es sich um Vorsatz gehandelt hat. Und ich will den Fall wieder aufnehmen. Ganz unauffällig.“

„Was? Das ist doch lächerlich. Warum solltest du das tun?“

...



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