Dark John Sinclair Gespensterkrimi - Folge 40
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7325-0064-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Killerpuppen
E-Book, Deutsch, Band 40, 64 Seiten
Reihe: John Sinclair Gespensterkrimi
ISBN: 978-3-7325-0064-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1973 - 1978, die in der Reihe Gespenster-Krimi erschienen sind! Die Killerpuppen. Diana Torkano, eine schöne, aber auch gefährliche Frau. Sie verübt schreckliche Rache an den zahlreichen Geliebten ihres Ehemannes. Aber nicht Diana selbst wird zur Mörderin. Sie schickt ihre Sklaven, die jeden noch so teuflischen Befehl wortgetreu ausführen. John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
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»Und deine Frau ist wirklich nicht zu Hause?«, fragte die blonde Fay mit nachdenklich gerunzelter Stirn.
»Nein, mein Täubchen.« Der Mann hinter dem Lenkrad verzog den Mund und zeigte zwei Reihen blendend gewachsener Zähne. Seine nervige, gebräunte Hand strich über das linke Knie der Frau. Die Nylons knisterten.
Fay Ranson atmete scharf und presste die Oberschenkel zusammen.
»Nicht hier, Rick!«
Rick behielt sein Lächeln bei. »Hatte ich auch nicht vor, Darling. Du weißt, ich liebe das Bequeme – und im Auto nun, das waren Jugendsünden. Heute brauche ich eben Stil und einen gewissen Komfort. Eisgekühlter Champagner wäre auch nicht zu verachten.«
Fay Ranson lachte. »Hör auf, Rick, du machst mir noch den Mund wässerig.«
»Das war auch der Sinn der Sache.«
Rick küsste seine neueste Eroberung seitlich neben dem Kinn auf die straffe Haut des Halses. Dabei roch er das schwere Parfüm, das so angenehm in seiner Nase kribbelte.
Rick Torkano war ein Weiberheld. Er hielt sich für unwiderstehlich, und die Frauen machten es ihm auch überaus leicht. Er hatte bis jetzt noch jede ins Bett bekommen und danach kurzerhand abgeschoben, was wiederum nicht die feine englische Art war. Aber Torkano war schließlich verheiratet und hatte auf seinen guten Ruf zu achten, besonders deshalb, weil seine Frau Diana das nicht unbeträchtliche Vermögen mit in die Ehe gebracht hatte. Zum Glück hatte seine bessere Hälfte exentrische Hobbys, die sie in alle Teile der Welt führten. Sie war Amateurachäologin und hatte es auch geschafft, international anerkannt zu werden.
Was man von Rick Torkano allerdings nicht behaupten konnte. Aber das war ihm egal. Hauptsache, die Girls erkannten ihn an.
Rick Torkano sah aus wie ein Modebeau. Regelmäßige Kuren auf Schönheitsfarmen vertuschten sein wahres Alter von fünfundvierzig Jahren. Sein Haar war künstlich gebleicht, die Haut immer sonnenbraun. Trotzdem machte sein Gesicht einen brutalen Eindruck.
Torkano hatte Fay in einer Bar am Piccadilly aufgegabelt, ein paar Gläschen mit ihr getrunken und sie dann in sein Haus eingeladen. Die blonde Frau mit der modischen Kurzhaarfrisur und dem Puppengesicht hatte zugestimmt, ohne sich weiter zu zieren.
Torkanos Hand löste sich von Fays Knie, glitt weiter und öffnete die Beifahrertür.
»Ende der Reise«, sagte er.
Fay drehte den Kopf. »Willst du den Wagen nicht in die Garage fahren?«
»Keine Lust.«
»Meinetwegen.«
Fay schwang ihre Beine nach draußen. Warme Sommerluft umschmeichelte ihre nackten Knie. Es war eine der letzten Sommernächte, deren Ruhe nur vom Zirpen der Grillen unterbrochen wurde.
»Himmel, ist das irre«, sagte Fay, drehte sich im Kreis und sah sich dabei um.
Das Haus war wirklich ein Gedicht. Es lag auf einem künstlich angeschütteten Hang und war im Bungalowstil errichtet worden. Es bildete den Mittelpunkt eines gepflegten Parks mit einem streichholzkurz geschnittenen Rasen, gepflegten Zierbüschen, zwei kleinen Teichen und einem Springbrunnen.
Über der Haustür brannte eine kleine Lampe. Sie warf ihr Licht auf die weißen Mauern.
Rick Torkano hatte ebenfalls den Mercedes 450 SL verlassen. Sein beiges, sehr teures Flanelljackett hatte er lässig über die Schulter geworfen, die linke Hand spielte mit dem Hausschlüssel.
»Am liebsten möchte ich im Freien bleiben«, rief Fay Ranson.
Rick grinste schief. »Wie gesagt, zu unbequem. Komm erst mal mit rein, dann wirst du das Freilufttheater schon vergessen.« Er lachte.
Rick schloss die Tür auf und drehte einen Schalter. Augenblicklich übergoss gedämpftes Licht die unteren Wohnräume und verbreitete eine gemütliche Atmosphäre.
Rick Torkano ließ Fay den Vortritt. Spöttisch lächelnd beobachtete er, wie Fay die Einrichtung mit großen Augen bestaunte. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Für Torkano war dies alles selbstverständlich, wenn es auch nicht von seinem Geld angeschafft worden war.
»Geh in den Living-room«, sagte er. Rick zeigte mit dem Mittelfinger nach vorn. »Durch die Schiebetür.«
Die Tür stand offen.
Vorsichtig, als hätte sie Angst, etwas schmutzig zu machen, betrat Fay den luxuriös eingerichteten Raum.
Felle und kostbare Teppiche auf dem Boden, zeitlose, teure Möbel, hohe Stereoboxen und eine riesige Wand, die fast nur aus Fenster bestand.
Hinter dem Haus spiegelte sich das Mondlicht auf den Wellen eines nierenförmig angelegten Pools.
Fay hörte Wasser rauschen und dachte daran, dass auch sie ein Bad gebrauchen konnte.
Sie ging bis zum Fenster. Felle und Teppiche dämpften die Schritte bis zur Geräuschlosigkeit.
Die Gardine bedeckte nur die obere Hälfte der Scheibe, gestattete dadurch einen freien Blick.
Fays Blicke glitten über den Pool hinweg. Büsche begrenzten das Ende des Grundstücks. Klar zeichneten sie sich vor dem Mondlicht ab.
Plötzlich erstarrte die Frau.
Etwas hatte sich in den Büschen bewegt.
Fay wandte sich um. »Rick!«, rief sie. »Komm! Bitte schnell!«
Sekunden später stand Rick Torkano im Zimmer. »Was ist denn los?« Er hatte sich eine Zigarette angezündet und trug einen seidenen Hausmantel.
Fays beachtlicher Busen hob und senkte sich unter schweren Atemzügen.
»Im Garten, Rick. Dort hat sich etwas bewegt. Da ist jemand!«
»Unsinn!«
»Doch, sieh selbst. An den Büschen, hinter dem Pool.« Sie fasste Rick an der Schulter und zog ihn zum Fenster.
Der Mann tat ihr den Gefallen und sah nach draußen. Dann hob er die Schulter und drehte sich um. »Tut mir leid, Süße, aber ich habe nichts gesehen. Du wirst dich getäuscht haben.«
»Nein, Rick. Ich …«
»Unsinn, zum Teufel!« Rick Torkano wurde ungeduldig. Er wollte sich nicht durch die Spinnereien die nächsten Stunden verderben lassen. »Du hast schließlich auch einige Gläser getrunken«, sagte er, »und da fängt man schon mal leicht an, Gespenster zu sehen, wo keine sind.«
»Aber deine Frau …«
»Meine Frau ist nicht da, verdammt. Sie ist in Deutschland und gräbt nach einem Badehaus, das die alten Römer uns hinterlassen haben.« Rick legte seine Hand um ihre Schulter. »Komm, sei ruhig und trink einen Schluck. Dann vergehen dir die blöden Spinnereien, und du kommst endlich wieder auf richtige Gedanken.«
»Entschuldige.« Fay Ranson hauchte Rick einen Kuss auf die Wange.
Der Mann führte seine neueste Eroberung zur Hausbar. Im Vorbeigehen drückte er auf den Knopf der Stereoanlage. Einschmeichelnde Musik erfüllte den Raum.
Die Bar war in einer Nische des Zimmers untergebracht. Es gab praktisch alles. Vom griechischen Uzo bis zum Bourbon-Whisky. Der untere Teil der Bar bestand aus einer mit Holz verkleideten Kühltheke.
Fay Ranson setzte sich auf einen der mit Fell bespannten, sehr bequemen Hocker.
»Was nimmst du?«
Fay lächelte. »Du hast vorhin etwas von Champagner gesagt.«
Rick Torkano schüttelte den Kopf. » Nein, den trinken wir gleich. Erst etwas Hartes.«
»Vielleicht einen Cognac?«
Rick Torkano schnalzte mit der Zunge. »Ich habe einen vorzüglichen französischen Weinbrand. Zwölf Jahre gelagert. Ein Tropfen für Genießer.«
Rick Torkano füllte den Boden eines kostbaren Kristallschwenkers und reichte das Glas der Frau rüber.
Er selbst nahm Whisky.
Die beiden prosteten sich zu. Fay Ranson leerte das Glas mit einem Zug, stellte es auf die Bar und seufzte: »Das tat gut.«
»Sage ich doch.«
Rick Torkano verließ den Platz hinter der Bar und fasste Fay Ranson um die Schulter. Dabei spielten seine Finger mit den Knöpfen der duftigen Bluse, unter der die Frau keinen BH trug.
Fay Ranson wand sich aus dem Griff des Mannes. »Jetzt nicht, Rick. Ich möchte erst ein Bad nehmen.«
»Wie du willst, Darling«, sagte der Mann und erklärte ihr den genauen Weg zum Bad.
Es war ein Traum. Auch hier Teppiche auf dem Boden, aus braunem flauschigem Stoff. Die beiden Waschbecken waren in Grün gehalten, darüber die großen kostbaren Kristallspiegel. An der Stirnseite Einbauschränke, deren Türen magnetisch verschlossen wurden.
Die Wanne war sehr breit. Zwei Menschen hatten darin Platz. Sie war etwas in den Boden eingelassen worden, um ein bequemeres Einsteigen zu ermöglichen.
Fay Ranson ließ Wasser in die grüne Marmorwanne laufen. Für sie war alles wie ein Traum. Sie kam aus ziemlich bescheidenen Verhältnissen und arbeitete in einer Boutique als Verkäuferin. Sie war schon in zahlreichen gut eingerichteten Wohnungen und Häusern gewesen, aber dies hier übertraf alle bei Weitem.
Während sie das Wasser mit hautfreundlichen Badesalzen anreicherte, holte sie aus dem Schrank ein flauschiges Badetuch.
Dann schlüpfte sie aus ihren Kleidern. Der cremefarbene enge Rock glitt zu Boden, die rote Bluse folgte. Mit gekonnten Bewegungen stieg Fay aus dem Slip. Prüfend betrachtete sie ihren Körper im Spiegel, fuhr mit ihren Händen an den Hüften entlang und war mit sich sehr zufrieden.
Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur, als sie in die Wanne stieg.
Fay Ranson schloss die Augen. Sie hatte die Tür offen gelassen und hörte aus dem Living-room die Musik. Sie glaubte, auf einer rosaroten Wolke zu schweben und ahnte noch nicht, wie brutal sie wieder in die Wirklichkeit gerissen werden sollte.
Nach zehn Minuten stieg sie aus dem Wasser. In ihren Adern prickelte das Blut.
Das Badesalz hatte eine betörende, erotisierende Wirkung auf sie ausgeübt. Sie fror ein wenig und wickelte sich fest in das flauschige Badetuch.
Dann ging sie zurück in...




