Darkins | Liebe auf den zweiten ... Kuss? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2563, 144 Seiten

Reihe: Julia

Darkins Liebe auf den zweiten ... Kuss?


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0996-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2563, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0996-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Einst ließ er sie mit gebrochenem Herzen zurück, jetzt steht der atemberaubende Womanizer überraschend wieder vor ihr: Jonathan Kinley - Millionenerbe, blond und so pflichtbewusst wie eh und je. Eigentlich wollte die inzwischen selbstbewusste Rowan in den Cotswolds einen Marathon laufen und nicht mit ihrem Jugendschwarm auf seinem Anwesen um die Wette flirten. Schließlich ist sie immer noch gekränkt! Doch dann erkennt sie hinter Jonathans stets so kontrollierter Fassade neben Begehren auch dunkle Schatten. Können etwa ihre Küsse sein Herz heilen?

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2. KAPITEL


Ob ich unten in der Halle womöglich erneut auf Jonathan treffe? Rowan schluckte trocken, während sie sich am späten Nachmittag endlich wieder die Treppe hinunterwagte.

„Liv duscht, also gönne ich mir vor dem Essen noch einen kleinen Spaziergang!“, annoncierte sie ins Nirgendwo, um zu signalisieren, dass sie keineswegs auf eine weitere Begegnung mit ihm aus war.

Tatsächlich hatte sie sich seit ihrer Ankunft oben im Schlafzimmer versteckt und gegen zunehmende Klaustrophobie angekämpft, die ihr das Atmen schwer machte. Doch das hätte sie niemals und vor niemandem zugegeben. Jetzt brauchte sie dringend frische Luft, und das ließ in den Cotswolds nur zwei Optionen zu – spazieren zu gehen oder sich mit Joggen auszupowern.

Allerdings durfte sie nicht übertreiben, da sie am Samstag einen Marathon lief. Jeder Schritt musste wohlüberlegt sein, doch die ganze Zeit über im Haus eingesperrt zu sein, war ein No-Go!

Vielleicht hätte sie ihrem Instinkt folgen und gleich für morgen früh den ersten Zug zurück nach London buchen sollen.

Seufzend machte sich Rowan in dem kombinierten Wirtschafts- und Garderobenraum auf die Suche nach den Wanderschuhen, die Liv ihr angeboten hatte. Dabei tat sie ihr Bestes, um die sich nähernden Schritte auszublenden. Mit zusammengebissenen Zähnen widerstand sie der Versuchung, sich umzudrehen, obwohl sie Jonathans Anwesenheit mit jeder Pore ihres verräterischen Körpers spürte. Sieben Jahre war es inzwischen her, und immer noch glaubte sie, seine Lippen auf ihren zu spüren.

Sie schauderte – auch bei der Erinnerung, wie offen sie ihm damals gezeigt hatte, was sie für ihn empfand. Es hätte sie nicht härter treffen können, wenn er ihr vorsätzlich das Herz gebrochen hätte.

„Rowan, kann ich kurz mit dir sprechen?“

„Bitte nicht …“, flüsterte sie rau und warf einen Blick über die Schulter, um sich abzusichern, dass Liv und Caleb nicht irgendwo im Hintergrund lauerten. „Lass die alte Geschichte doch einfach ruhen“, fügte sie so gelassen wie möglich hinzu und hoffte, damit zumindest ihn überzeugen zu können.

Sie wollte nicht in alte Erinnerungen abtauchen, die nur um so quälender waren, da sie Jonathan nach all den Jahren nun plötzlich wieder so nah war … viel zu nah!

Damals hatte sie ihn gern wegen seiner demonstrativen Ernsthaftigkeit geneckt und ihn sogar einen Spießer genannt, schon allein, um die angespannte Atmosphäre zwischen Livia und ihrem großen Bruder zu mildern, der versuchte, seinen Geschwistern gleich beide fehlenden Elternteile zu ersetzen.

Immer öfter war es ihr gelungen, ihn wenigstens ab und zu zum Lachen zu bringen, wenn der Druck seiner neuen Verantwortung zu schwer auf seinen Schultern lastete. Wie stolz war sie auf das erste Lächeln gewesen, das sie dem ernsten Bruder ihrer besten Freundin hatte entlocken können. Fortan hatte sie es als Challenge betrachtet, ihm ein breites Strahlen oder sogar lautes Lachen abzuringen.

Doch irgendwann konnte sie sich nicht länger vormachen, dass sie das nur für Jonathan und nicht in erster Linie für sich selbst tat. Zumal ihre Gespräche die aufrichtigsten und aufregendsten waren, die sie je geführt hatte und auf die sich jedes Mal freute.

Besonders ihre nächtlichen Talks, wenn Livia vorschlug, bei sich zu Hause einen Film anzuschauen und dort zu übernachten, anstatt in Clubs oder Bars zu gehen. Von ihren Gesprächen mit Jonathan erzählte sie der Freundin nie, weil sie wusste, dass Livia sie auslachen würde. Als strenger großer Bruder war er in Livs Augen jemand, den man lächerlich machen musste, was Rowan jedoch zunehmend ganz anders wahrnahm.

Jonathan war groß, breitschultrig und hatte sandfarbenes, widerborstiges Haar. Sein sorgfältig gestutzter Bart wirkte ebenso stylisch wie elegant und eine Spur unnahbar wie die sorgfältig gebügelten Hemden.

Nach dem Befreiungsschlag seiner Eltern hatte er klaglos die Verantwortung für seine Geschwister und das Familienunternehmen übernommen, anstatt sich mit Alkohol und heißen Küssen in dunklen Bars zu trösten – Livias bewährter Verdrängungsmethode in Zeiten von Not und Frust. Stattdessen demonstrierte er mentale Stärke und eiserne Kontrolle, was das Geschäftliche, seine Familie und das äußere Erscheinungsbild betraf.

Doch da Livia sich demonstrativ gegen den allzu ernsthaften großen Bruder stellte, blieb Rowan nichts anderes übrig, als ihre wahren Gefühle für Jonathan zu verbergen. Was auch bedeutete, dass sie mit ihrer besten Freundin nie über die Nacht gesprochen hatte, in der sie spontan beschlossen hatte, sich dem hinzugeben, was sich für sie selbst wie der eine richtige Moment angefühlt hatte.

Sie und Jonathan waren an jenem Abend allein gewesen, während Livs Zug auf dem Heimweg Verspätung hatte, weshalb sie nicht rechtzeitig zu Pizza und einer Flasche Wein mit der Freundin eintrudeln konnte.

So hatten Jonathan und sie stundenlang auf dem Sofa gesessen, sich angeregt unterhalten und waren einander dabei immer nähergekommen. Wegen der zunehmenden Kälte kuschelten sie sich unter einer Decke zusammen … und bis heute verstand Rowan nicht, wie es überhaupt dazu gekommen war, jedenfalls nicht mit Absicht!

Doch irgendwann hatten ihre Füße den Weg in Jonathans Schoß gefunden, sein Arm lag um ihre Schulter, und er begann, mit ihrem Haar zu spielen. Wer von ihnen sich zuerst bewegt hatte, konnte sie nicht sagen, doch plötzlich berührten sich ihre Lippen, zuerst sanft, dann voller Begehren, getrieben von einer Leidenschaft, die sie nie zuvor empfunden hatte.

Wohin die Reise noch führen könnte, hatte sie nicht einmal im Ansatz ahnen oder entscheiden können, sondern sich nur brennend gewünscht, sie möge nie enden.

Als sie Jonathan auf sich spürte, wusste sie, wonach sie sich gesehnt und worauf sie die ganze Zeit gewartet hatte. Zu fühlen, wie er mit einem Knie zwischen ihre Schenkel glitt, ihre Hüften mit beiden Händen umfasste und sie seine Erregung überdeutlich spüren ließ, war alles, wonach sie sich gesehnt hatte.

Doch dann hatte Jonathan sich entsetzt zurückgezogen, und als sie ihn angeblickt hatte, um ihr eigenes Verlangen in dem geliebten Gesicht widergespiegelt zu sehen, war sie einem geschockten Ausdruck in seinen dunklen Augen begegnet, der an Abscheu grenzte.

Mit einer gemurmelten Entschuldigung hatte er sich zurückgezogen und sein derangiertes Äußeres gerichtet, während Rowan sich fragte, was sie falsch gemacht hatte.

„Entschuldigung, ich durfte nicht, ich hätte nicht …“ Sein wilder Blick streifte die leere Weinflasche, und er stöhnte gequält auf. „Du hast getrunken und wusstest nicht, was du tust. Lieber Himmel, du bist fast noch ein Kind. Ich hätte niemals … es tut mir unendlich leid, Rowan.“

Sie hatte nicht gewartet, um im Einzelnen zu erfahren, was genau er so vehement bedauerte. Mit einem erstickten Laut hatte sie ihr T-Shirt heruntergezogen, das wirre Haar in einem Pferdeschwanz gebändigt und war geflohen, bevor die Tränen fließen konnten.

Diese demütigende Erfahrung lag inzwischen Jahre zurück, und Rowan hatte sich in trügerischer Sicherheit gewähnt, weil sie davon ausgegangen war, dass sich ihre Wege nie mehr kreuzen würden und er sich wahrscheinlich längst nicht mehr an sie erinnern konnte. Doch in der Sekunde, als sie ihm vorhin im Flur gegenübergestanden hatte, begriff sie, wie gründlich sie sich getäuscht hatte. Jonathan erinnerte sich nicht nur, ihm war ihre naive Aufdringlichkeit von damals offenkundig immer noch peinlich.

Und sie? Nie zuvor hatte sie sich derart gedemütigt gefühlt wie in dem Moment, als er ihr gesagt hatte, dass sie nicht wisse, was sie tue. In der Sekunde, als sie seine Lippen auf ihren gespürt hatte, war ihr erst bewusst geworden, wie lange sie auf diesen Moment gewartet und gehofft hatte. Doch sobald Jonathans Libido von seinem Gehirn eingeholt und zur Rechenschaft gezogen worden war, hatte er ihr vorgeworfen, zu viel getrunken zu haben und sie dann quasi rausgeworfen.

Nach all den Jahren, die zwischen diesem demütigenden Erlebnis und ihrem jetzigen Leben lagen, war Rowan überzeugt gewesen, jede Erinnerung an Momente überwunden zu haben, in denen sie glaubte, sich vor Scham oder Selbsthass auflösen zu müssen. Doch das war wohl ein Irrtum gewesen.

Unerwartet fühlte sie sich wieder in ihre Schulzeit zurückversetzt, wo man sie als Freak bezeichnet und ihr vorgehalten hatte, dass kein Typ ein Mädchen sexy finden könne, das größer und tougher war als er selbst. Worte, die noch lange in ihr widergehallt hatten, nachdem sie die Schule längst hinter sich gelassen hatte.

Offenbar hatte nicht einmal die lange Therapie Wirkung gezeigt und den Schaden beheben können, den ein Jahrzehnt School-Mobbing angerichtet hatte. Rowan musste sich nur daran erinnern, wie ihr Gesicht gebrannt und ihre Hände gezittert hatten, als Jonathan sie an jenem Abend voller Mitleid betrachtet hatte.

Gut, damals war sie erst einundzwanzig und noch auf der Uni gewesen. Heute war sie älter, reifer und wusste es besser.

Jetzt konnte sie Jonathan ansehen und dabei nichts empfinden, außer vielleicht Mitleid mit dem naiven Ding, das sie früher gewesen war, voller Unsicherheiten wegen ihres schlaksigen Körpers und der Häme, die sie Tag für Tag ertragen musste. Eine verblendete Romantikerin, die den großen Bruder ihrer Freundin für eine Art Sir Galahad gehalten hatte, der über den Dingen stand … bis er sie von allen...



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