Darling | Absender: Unbekannt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Darling Absender: Unbekannt


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7407-2511-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

ISBN: 978-3-7407-2511-2
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die 15-jährige Lara Pol erhält eine anonyme SMS von einem heimlichen Verehrer. Obendrein beginnt er kurz darauf, ihr immer mal wieder überraschend kleine Geschenke zu überbringen, die teilweise Erinnerungen an ihre Kindheit sind. Genau zu diesem Zeitpunkt tauchen einige Jungs in ihrem Leben auf, beziehungsweise heben sich hervor, die potentiell dahinter stecken könnten. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Ela macht sie sich daran, herauszufinden, wer hinter diesen anonymen SMS und Geschenken stecken könnte.

Lisa Darling schrieb schon als Kind gerne Geschichten. Kurzgeschichten, Gedichte, FanFictions. Als Teenager wurden dann die ersten Kurz-Bücher draus und das Schreiben ist bis heute eine ihrer Leidenschaften geblieben.
Darling Absender: Unbekannt jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 2


Am nächsten Tag gab es sogar schon die ersten positiven Rückmeldungen von Tobi.

Dieses Mal ignorierte er mich nämlich nicht komplett, so wie am Tag zuvor, sondern lächelte mich an.

Ja, wirklich! Er lächelte mich an.

Es passierte im Englischunterricht. So eine typische Situation für so was. Mein Bleistift war vom Tisch gerollt und er hatte das Klackern beim Aufprall auf den Boden gehört. Also hatte er sich gebückt, um ihn aufzuheben, sich zu mir umgedreht und ihn mir lächelnd zurückgegeben.

„Bitte schön, dass ist bestimmt deiner“, hatte er gesagt. Ich hatte nur genickt und ein zartes „Danke schön“ gehaucht. Ela hatte mich daraufhin triumphierend angegrinst und geraunt: „Siehste!“

Und als wir am Nachmittag die Schule verließen, hatte er mich sogar noch einmal angelächelt, während er mir beim Vorbeigehen ein „Ciao, Lara!“ zugerufen hatte. Hach, ich war so glücklich.

Der weitere Tag blieb jedoch recht ereignislos. Weder vibrierte oder piepte mein Handy noch bekam ich eine Mail. Aber immerhin waren mir an diesem Tag seine zwei Lächler ein Trost gewesen.

Danach fing das große Warten an. Das Wochenende stand vor der Tür und ich würde ihn zwei ganze Tage lang nicht sehen. Das stimmte mich traurig. Auch sonst hatte es mich traurig gestimmt, aber seit zwei Tagen war es eben noch viel schlimmer. Jetzt, wo ich wusste, dass er mich auch mag.

Um mich abzulenken kam Ela vorbei und nahm mich zum Picknick mit in den Park. Tina war auch dabei. Beide hatten gemeinsam einen riesigen Korb voll Leckereien zurecht gemacht. Sie hatten Melone, Erdbeeren und Weintrauben dabei, Schokoriegel, Häppchen und Orangensaft.

Im Park hatten wir die Decke in der Nähe des Brunnens ausgebreitet und es uns gemütlich gemacht.

Während wir genüsslich futterten, fragte Tina irgendwann nach Tobi.

„Ela hat erzählt, dass er sich gemeldet hat. Hast du denn seitdem nochmal was gehört? Hat er irgendeine Andeutung gemacht?“ Ich schüttelte benommen den Kopf und aß noch eine Erdbeere.

„Gestern hat er sich gar nicht gemeldet. Vielleicht findet er ja doch doof, dass ich Lavendel mag.“
Tina und Ela lachten und versicherten mir, dass das sicherlich kein Grund für ihn war, es sich jetzt anders zu überlegen. Mein Blick wanderte über die große Wiese, die heute wieder beinahe überfüllt war, wie immer an schönen Tagen. Ab und an entdeckte ich auch ein paar Schulkameraden oder Leute aus der Nachbarschaft, aber von Tobi und seinen Jungs war nichts zu sehen.

„Kommst du auch mit?“, fragte Tina und ich sah sie verwirrt an.

„Wohin?“

„Na zur Party heute Abend!“

„Welche Party?“

„Na hab ich doch grad erzählt“, lachte sie. „Bob hat heute Abend sturmfrei und er und sein Bruder geben da heut eine richtig fette Party.“
„Ich weiß nicht so recht.“

„Tobi wird bestimmt auch da sei.“, erwähnte sie wie ganz nebenbei und damit hatte sie mich.

„Okay“, gab ich grinsend nach. „Ich bin dabei.“ Die beiden grinsten mich breit an.

„Wie einfach man dich kriegen kann. Ist ja der Wahnsinn“, sagte Ela mit einem Zwinkern.

„Heute Abend ist da sicher `ne super Stimmung. Party, Musik, ein bisschen Alkohol. Da wird er dich garantiert nach einem Date fragen!“, versicherte mir Tina.

„Und wir beide putzen dich heute Abend richtig schick raus! Da muss er dich einfach fragen“, ergänzte Ela und mir kam ein Gedanke.

„Ich weiß gar nicht, ob meine Eltern mir das erlauben. Ich meine: Party, Alkohol, Jungs, keine Eltern. Außerdem mag ich gar keinen Alkohol.“

Ela winkte ab.

„Du sagst einfach, wir machen einen gemütlichen Abend mit ein paar Klassenkameraden. Du schläfst dann einfach bei mir, dann können sie nicht kontrollieren, wann du zu Hause bist. Und Alkohol musst du ja auch nicht trinken.“

„Okay. Und deine Eltern erlauben das?“

„Sie ist mit mir weg“, mischte sich Tina schmunzelnd ein. „Wenn ich dabei bin, darf sie fast alles.“

Das war echt cool an Tina. Sie war schon achtzehn. Trotzdem nahm sie Ela fast überall mit hin. Und da sie schon so alt war, durfte Ela auch immer ohne große Probleme mitgehen, denn Tina würde ja als "die Große" schon auf sie aufpassen. Manchmal wünschte ich mir auch so eine große Schwester.

Zu Hause hatte ich meinen Eltern alles genauso erzählt, wie Ela es vorgeschlagen hatte und sie erlaubten es mir widerstandslos. Dieser kleine Triumph stimmte mich fröhlich und die Tatsache, dass ich dieses Wochenende doch noch Tobi sehen würde, verlieh mir richtig Lust auf die Party am Abend.

Nach dem Abendessen schulterte ich meinen fertig gepackten Rucksack für die Nacht, verabschiedete mich von meinen Eltern und schwang mich auf den Sattel meines Fahrrads, um zu den Opitz' zu fahren. Herr Optiz – ich meinte natürlich Günther – empfing mich freundlich und kündigte mich bei seinen Töchtern an. Ich lief auf Tinas Zimmer, denn dort hockten sie beide und ließ den Rucksack auf den Boden fallen.

„Ich hab gerade so richtig Lust auf Party!“, verkündete ich überschwänglich und die beiden Schwestern strahlten mich an.

„Das ist wunderbar. Wir haben dir auch schon ein Outfit zusammen gesucht“, erklärte Tina und zeigte auf ein paar Klamotten auf ihrem Bett. „Und Make-up hab ich auch noch hier. Wir schminken dich aber nur dezent. Tobi soll ja nicht denken, dass du eine Tussi bist oder so.“

Ich strahlte. Die zwei waren so cool. Ich ging zum Bett und betrachtete die Klamotten. Das Oberteil war ein Top von mir, was ich beim letzten Mal Übernachten hier vergessen hatte. Es war schwarz und elegant. Mama hatte es mir zu meinem fünfzehn Geburtstag geschenkt. „Jetzt, wo du ein richtiger Teenager bist, brauchst du auch mal was ganz Schickes zum Weggehen mit deinen Freunden“, hatte sie damals gemeint. Dazu hatten die Mädels mir einen kurzen, dunkelgrünen Ballonrock gelegt. Ich glaube der gehörte Tina, sie ist ähnlich klein wie ich. Ein paar schlichte schwarze Ballerinas standen vor dem Bett und auf dem Rock lag ein breiter Gürtel in weiß mit einer großen Schnalle.

„Ist das in Ordnung so?“, fragte Ela, die mich beobachtet hatte. Ich nickte.

„Ja! Das ist total schick!“ Ela grinste. „Aber das Oberteil betont immer so.“

„Na ist doch gerade gut. Du musst doch zeigen, was du hast!“, erklärte Tina.

„Oder auch nicht hab“, grummelte ich und schaute auf meinen flachen Busen hinab. Ela warf Tina einen Blick zu und diese verzog das Gesicht.

„Sorry. Hab ich grad nicht dran gedacht. Hmm. Aber ich hab hier so Einlagen. Für den BH. Ich kann dir die geben und einen BH von mir. Macht nicht viel aus, vielleicht ein A, maximal fast B Körbchen bei dir.“

„Das reicht schon!“, fiel ich ihr strahlend ins Wort. „Das wäre so super! Danke!“

Tina grinste wieder, stand auf und suchte im Schrank danach. In der Zeit begannen Ela und ich uns umzuziehen und in unsere Partyoutfits zu schlüpfen. Nachdem Tina meine Brustvergrößerung gefunden hatte, lief sie zu ihrer Anlage und drehte etwas lauter. Wir hörten zwar nur Radio, aber die Musik, die gerade lief war echt cool.

Ela half mir ein bisschen beim Ausstopfen, band meine Haare zu einem lässigen Dutt oben auf dem Kopf zusammen und tanzte nebenbei. Auch mich überkam der Drang zu tanzen und so machte ich mit. Allerdings musste ich das kurz unterbrechen, als Tina mich schminkte.

Als wir alle drei endlich komplett fertig waren, war es halb acht. Tina kramte ihre Digicam hervor, mit den Worten: „Ganz wichtig! Der beste Zeuge ist immer eine Digicam!“

Sie grinste und wir posten mit Schnuten, um ein Foto von uns mit unserem perfekten Styling zu machen. Anschließend verabschiedeten wir uns bei ihren Eltern und fuhren mit der Straßenbahn in Bobs Viertel. Als ich mein Handy aus der Tasche zog, um zu sehen wie spät es ist, blinkte ein Briefumschlag mit dem Namen Tobi auf meinem Display. Ein Kribbeln durchzog meinen Körper und wieder begann ich breit zu grinsen. Natürlich entging dies den Mädels nicht.

„Was ist?“, fragte Tina.

„Hat er geschrieben?“, hakte Ela nach.

Ich nickte nur und öffnete die Nachricht. Bevor ich sie laut vorlas, las ich sie allein im Stillen durch.

Seh ich dich heute Abend?“, las ich laut und Tina und Ela grinsten.

„Haha! Wenn das nicht der Beweis ist, dass er dich heute fragen wird!“, rief Tina aus.

„Lara kriegt ein Date! Lara kriegt ein Date!“, sang Ela grinsend und ich schmunzelte verlegen. „Na los, schreib schon zurück!“, drängte meine beste Freundin und ich ließ mir das nicht zweimal sagen.

Ich tippte eine Antwort ins Handy und sendete die SMS.

„Was hast du geschrieben?“, wollte Ela wissen und sie und Tina sahen mich neugierig an.

Mach die Augen auf und du wirst es erfahren.“

„Ouh! Die Antwort ist gut!“, grinste Tina und zwinkerte.

Die Straßenbahn hielt und wir mussten aussteigen. Zum Glück war Sommer, sonst hätte ich mich in diesem Rock wahrscheinlich zu Tode gefroren. Ich hängte meine Handtasche über die rechte Schulter und rückte meine neuen Brüste lächelnd zurecht.

„Sieht gut aus“, lächelte Ela. Die hatte gut Reden mit ihren großen, echten Dingern. Aber wenigsten hatte ich heute Abend auch etwas und das war mehr als sonst. Und wenn die beiden sagten, dass es gut aussah, glaubte ich ihnen das auch und freute mich nur umso mehr.

Schon von Weitem hörte man leise, dumpfe Musik die Straße hinunter dringen.

Es war einfach zu sagen, wo die Party heute stattfand. Immer der Musik nach. Vereinzelt sah man...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.