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E-Book, Deutsch, Band 24, 400 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
Darlton / Terrid / Hess Atlan 24: Die letzten Varganen (Blauband)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-3323-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Der Kristallprinz: Die Varganen
E-Book, Deutsch, Band 24, 400 Seiten
Reihe: Atlan-Blauband
ISBN: 978-3-8453-3323-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
8000 Jahre vor Beginn der irdischen Zeitrechnung steht das Große Imperium der Arkoniden in der Blüte seiner Entwicklung. Von der Kristallwelt Arkon aus regiert Imperator Orbanaschol III., der seinen Bruder Gonozal VII. ermorden ließ, über Tausende von Planeten. Der Sohn des Ermordeten, Kristallprinz Atlan, ist auf der Flucht. Die Suche nach dem 'Stein der Weisen' entwickelte sich für Atlan und seine Freunde zu einem Wettrennen mit Orbanaschol. Stets waren die Widersacher dem Kristallprinzen einen Schritt voraus. Seine Begegnung mit der geheimnisvollen Varganin Ischtar lieferte ihm neue Hinweise, endete jedoch in der Konsequenz mit dem tragischen Tod von Atlans Freundin. Bei der wieder aufgenommenen Suche nach dem 'Stein der Weisen' scheint Ischtar eine Schlüsselfigur zu sein. Schon bald bekommt es der Kristallprinz mit dem Henker Magantilliken zu tun, er lernt seinen und Ischtars ungeborenen Sohn Chapat kennen, erfährt erstmals von der Eisigen Sphäre - und er begegnet den letzten Varganen ... Enthaltene ATLAN-Heftromane Heft 172: 'Henker der Varganen' von Clark Darlton Heft 174: 'Die Insel der goldenen Göttin' von Peter Terrid Heft 177: 'Apokalypse für Glaathan' von Dirk Hess Heft 178: 'Atlan und der Ungeborene' von Marianne Sydow Heft 180: 'In der Hand des Henkers' von Clark Darlton
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Aus: Gedanken und Notizen, Bauchaufschneider Fartuloon
Auf den Prago genau vor fünf Votanii nach Arkon-Zeitmaß kam es am 33. des Tedar zur schicksalhaften Begegnung auf Frossargon mit der weiterhin geheimnisvollen Varganin Ischtar, in deren Verlauf die Freundin des Kristallprinzen umkam. Farnathia Declanter starb im Zweikampf mit dem als »Goldene Göttin« umschriebenen Wesen, das den Kristallprinzen auf eine Weise verführt und beeinflusst hat, die mich weiterhin schaudern lässt. Sie behauptete, das Geheimnis des ewigen Lebens zu kennen und es ihrem und Atlans Sohn Chapat vermitteln zu wollen!
Seit Ras Berichten und seiner Besessenheit, sie wieder zu finden, war uns bekannt, welche Macht dieses Weib auf einen Mann haben kann. Mein Fehler war, dass ich es seiner »barbarischen« Natur zugeschrieben habe und nie gedacht hätte, dass es in gleicher Weise auch den Jungen treffen könnte. Ein fataler, unentschuldbarer Irrtum, der Farnathia vermutlich das Leben gekostet hat! Atlan hat mir keine Vorwürfe gemacht, aber ich muss mit der bedrückenden Last leben, die zu den vielen anderen hinzukommt, die sich im Verlauf meines langen Lebens angesammelt haben.
Auf Alfonthome ist der Junge dann allerdings in einem Maß über sich hinausgewachsen, das sogar mir gewaltigen Respekt einflößt. Ich weiß ganz genau, was er da geleistet hat. Dass er die Bewohner einer ganzen Welt gerettet und die von Valvpiesel ausgehende Gefahr beseitigt hat, ist hierbei nur der Sekundäreffekt. Viel wichtiger ist, dass er sich letztlich dem größten Feind gestellt hat, den es für ihn gibt – den aus dem eigenen Ich erwachsenden Ungeheuern. Ich bin überzeugt davon, dass Atlan auf diese Weise auch die zurückliegenden Abenteuer und Tiefschläge aufgearbeitet hat und aus allem gestärkt und gekräftigt hervorgegangen ist.
Kraumon: 1. Prago des Ansoor 10.498 da Ark
Fartuloon nickte mir ziemlich griesgrämig zu, als ich den Konferenzraum betrat. Er saß neben dem leeren Sessel, der für mich bestimmt war, hatte die Hände auf seinem dicken Bauch gefaltet und machte den Eindruck, als habe er gerade ein ordentliches Frühstück hinter sich und gedenke, es in aller Ruhe zu verdauen. Ich grüßte zurück und nahm Platz. Die anderen Teilnehmer der obligatorischen Besprechung waren Techniker, Raumschiffskommandanten, geflohene Orbtonen der arkonidischen Flotte – alles Frauen und Männer, die den Imperator lieber tot als lebendig sahen. Aber bis dahin war noch ein weiter Weg.
Fartuloon war einer der härtesten Kämpfer, die ich kannte. Der anachronistisch wirkende Harnisch und das Dagorschwert wirkten auf den ersten Augenblick skurril und unpassend. Kein Arkonide hätte den korpulenten Mann mit dem schwarzen Vollbart und der spiegelnden Glatze für einen perfekten Bauchaufschneider gehalten. Er eröffnete die Konferenz, indem er heftig auf den Tisch klopfte. »Meine Damen und Herren, ich heiße Sie willkommen«, sagte er ohne Enthusiasmus. »Die übliche Besprechung. Hat jemand eine Mitteilung von Bedeutung zu machen?«
Niemand meldete sich. Das ging nun schon seit vielen Tagen so. »Einer der Gleiter fiel aus«, teilte schließlich ein bärbeißig wirkender Offizier mit. »Er wurde inzwischen repariert.«
Der Bauchaufschneider nickte ihm spöttisch zu. »Großartig, Athor. Das ist eine wichtige Mitteilung, die wir speichern müssen. Sonst noch was?«
Von Morvoner Sprangk kam ein abfälliges Schnaufen. Der Verc’athor war ein harter, narbengesichtiger, kahlköpfiger Kämpfer. Als Kommandant der 5. Raumlandebrigade des 94. Einsatzgeschwaders hatte er unter dem Oberbefehl von De-Keon’athor Sakál einst im Dienst meines Vaters gestanden, ehe er für zwei Jahrzehnte zwischen den Dimensionen verschollen gewesen war.
»Die Kühlanlage in Sektor Drei hat einen Riss«, meldete sich ein anderer. »Ich habe eine entsprechende Anweisung erlassen, damit …«
Das hat alles nichts mit dem zu tun, was wir eigentlich besprechen wollten, kam es mir in den Sinn, aber ich war plötzlich zu träge, eine entsprechende Bemerkung zu machen. Ich saß am Tisch und hatte das Gefühl, alles nur zu träumen. Es war mir völlig egal, was die anderen sagten. Mir schien, als ginge mich das alles nichts mehr an. Ischtar! Warum musste ich ausgerechnet jetzt an sie denken? Eigentlich hatte ich allen Grund, sie zu hassen, denn sie hatte Farnathia getötet – aber ich hasste sie nicht. Ganz im Gegenteil: Ich bewundere sie. Oder liebe ich sie sogar?
Fartuloon stieß mich an. »Was hast du denn? Du bist ganz blass geworden. Ist dir nicht gut?«
Ich hörte seine Worte wie durch Watte, sie drangen kaum bis zu meinem Bewusstsein vor. Ich begriff ihren Sinn, aber der war mir völlig egal. Überhaupt war mir auf einmal alles egal, was hier gesprochen und beraten wurde. Wie unwichtig das alles war, wie nebensächlich und ohne jede Bedeutung. Wichtig war nur noch Ischtar, die Goldene Göttin, in ihrer betörenden Schönheit, die mich verzaubert hatte.
»Alles in Ordnung«, flüsterte ich. »Macht ruhig weiter, ich komme gleich zurück …«
Fartuloon nickte, aber er glaubte mir nicht. Als ich mich ein wenig schwankend erhob, stand auch er auf, um mich zu begleiten. Er machte den anderen ein Zeichen, in der Besprechung fortzufahren, winkte Morvoner und Ra zu – und geleitete mich aus dem Raum. Ich wusste, dass meine drei Freunde bei mir waren, aber ich beachtete sie nicht. »Ischtar«, murmelte ich immer wieder. »Sie hat mir etwas mitzuteilen. Ich muss die Daten speichern.«
Fartuloon sah Ra an, dann Morvoner. »Eine Art Posthypnose vielleicht? Ischtar hat ihm damals offenbar etwas mitgeteilt, und nun kann er sich plötzlich daran erinnern.«
Sie führten mich zur Positronik, wo ich sofort mit einer geheimnisvollen Tätigkeit begann. Es war, als sei ich eine Puppe, die von unsichtbaren Fäden gelenkt würde. Ich fütterte Daten in die KSOL der Hauptkuppel und murmelte unverständliche Worte vor mich hin, deren Sinn unklar blieb. Ich tat das, was Ischtar mir befahl, ich tat es unbewusst, jedoch ohne mich gegen die Beeinflussung zu wehren.
Sie muss dir die Daten ins Unterbewusstsein eingepflanzt haben, flüsterte der Extrasinn. Genau wie sie dich mit dem paranormalen Schutz ausgestattet hat.
Als ich von dem Schaltpult zurücktrat, kehrte ich auch in die Wirklichkeit zurück. Ich wusste plötzlich wieder, wo ich war und was geschehen war. Fartuloon schilderte mir kurz die Einzelheiten meiner Verwandlung. Ich winkte ab. »Schon gut, alter Freund, ich erinnere mich. In der Positronik sind die Daten eines Planeten verankert, den wir aufsuchen müssen. Sie schlummerten in meinem Unterbewusstsein. Ich habe die Koordinaten einer Versunkenen Welt der Varganen gespeichert. Was seht ihr mich so an? Ich bin nicht verrückt. Posthypnose! Vielleicht war ein Stichwort der auslösende Faktor, vielleicht musste auch einfach nur eine gewisse Frist verstreichen. Ich weiß es nicht. Jedenfalls hat mir Ischtar die Daten einer Welt gegeben, und das bestimmt nicht ohne Grund! Wir werden so bald wie möglich starten!«
Der ehemalige Leibarzt meines Vaters hob abwehrend beide Hände. »Willst du wirklich in eine Falle tappen, die dir von dieser … Person gestellt wird? Sie hat dich verführt, um dich für ihre Zwecke einzuspannen, und nun fällst du schon wieder auf sie herein. Ich weiß nicht, was sie wirklich bezweckt, aber es kann nichts Gutes sein.«
Er schielte in Richtung des Computers. Ich murmelte: »Margon heißt der Planet, auf dem ich mich zweifellos einfinden soll. Eine der Versunkenen Welten. Eine Welt, die von den Varganen bewohnt wurde und zu ihrem einstigen Imperium gehörte. Sie haben Margon aus unbekannten Gründen verlassen, wie andere Welten auch. Die Natur hat den Planeten zurückerobert. Die Spuren der Zivilisation liegen vielleicht Dutzende von Metern unter seiner Oberfläche, für alle Zeiten dem flüchtigen Beobachter verborgen.«
»Margon?« Fartuloon schüttelte den Kopf. »Noch nie gehört.«
»Ischtar gab mir den Namen und die Koordinaten. Es handelt sich um eine gelbe Normalsonne mit vier Planeten, Margon ist der zweite. Auf ihm, hoffe ich, werden wir den Beginn einer neuen Spur zum Stein der Weisen entdecken.«
»Du bist verrückt!« Fartuloon klang noch rauer als zuvor. »Nur weil du in Trance ein paar Daten von dir gegeben hast, willst du dich auf ein so ungewisses Abenteuer einlassen?«
»Eine geringe Chance ist besser als gar keine.« Ich wusste, dass mich nichts mehr von meinem Vorhaben abbringen konnte. »Ischtar will mir helfen, ganz sicher. Sie wird schon ihre Gründe haben, dass sie mir die Daten nicht schon damals offen mitteilte. Gute Gründe, nehme ich an.«
Nun kam mir Morvoner zu Hilfe. »Atlan hat Recht, Fartuloon. Warum sollte die Varganin Atlan in eine Falle locken wollen? Sie hat sein Leben gerettet! Ra, was sagst du?«
Der Barbar wirkte nicht gerade begeistert. »Vielleicht hast du Recht. Zumindest sollten wir uns diesen Planeten ansehen. Zur Umkehr ist es dann noch immer früh genug.«
»Du willst ja bloß deine Goldene Göttin wiedersehen«, knurrte Fartuloon ungehalten. »Und dann prügelst du dich wieder mit Atlan.«
Ich winkte ab. »Keine Sorge. Es geht um viel mehr.«
»Richtig!«, bestätigte Ra kurz angebunden, doch in seinen Augen funkelte es plötzlich, während vom Extrasinn ein warnender Impuls in mein Wachbewusstsein drang. Aus den Augenwinkeln musterte ich den mittelgroßen Mann. Er hatte dunkelbraune Haut, bis zum Nacken reichendes schwarzes Haar und schwarze Augen. Unter der Kombination zeichneten...




