Daschkowa | Russische Orchidee | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 435 Seiten

Reihe: Russische Ermittlungen

Daschkowa Russische Orchidee

Kriminalroman
2. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8412-0291-8
Verlag: Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman

E-Book, Deutsch, Band 4, 435 Seiten

Reihe: Russische Ermittlungen

ISBN: 978-3-8412-0291-8
Verlag: Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



War es wirklich der kleine Geschäftsmann Sanja, der den Fernsehmoderator Butejko erschossen hat? Was haben die Erpressung der Nachrichtenmoderatorin Lisa und der sagenhafte Diamant 'Pawel' mit dem Mord zu tun? Untersuchungsführer Borodin von der Moskauer Miliz ahnt, dass dieser Fall weitaus komplizierter ist, als es scheint ...

'Daschkowa erweist sich als versierte Psychologin.' Berner Zeitung.

'Daschkowa beherrscht die Kunst spannenden Erzählens.' Österreichische Presse.



Polina Daschkowa, geboren 1960, wird auch gerne als Königin des russischen Krimis bezeichnet. Sie studierte am Gorki-Literaturinstitut in Moskau und arbeitete als Dolmetscherin und Übersetzerin, bevor sie zur beliebtesten russischen Krimiautorin avancierte. Sie lebt in Moskau.

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Weitere Infos & Material


1;Kapitel 1;6
2;Kapitel 2;32
3;Kapitel 3;47
4;Kapitel 4;61
5;Kapitel 5;79
6;Kapitel 6;83
7;Kapitel 7;97
8;Kapitel 8;113
9;Kapitel 9;125
10;Kapitel 10;134
11;Kapitel 11;146
12;Kapitel 12;158
13;Kapitel 13;172
14;Kapitel 14;183
15;Kapitel 15;192
16;Kapitel 16;197
17;Kapitel 17;205
18;Kapitel 18;214
19;Kapitel 19;225
20;Kapitel 20;230
21;Kapitel 21;238
22;Kapitel 22;244
23;Kapitel 23;258
24;Kapitel 24;265
25;Kapitel 25;271
26;Kapitel 26;282
27;Kapitel 27;289
28;Kapitel 28;297
29;Kapitel 29;305
30;Kapitel 30;314
31;Kapitel 31;325
32;Kapitel 32;328
33;Kapitel 33;333
34;Kapitel 34;340
35;Kapitel 35;348
36;Kapitel 36;362
37;Kapitel 37;371
38;Kapitel 38;384
39;Kapitel 39;391
40;Kapitel 40;399
41;Kapitel 41;418
42;Kapitel 42;425
43;Epilog;433


" (S. 324-325)

Sonja Baturina führte ein Tagebuch, und besonders viele Seiten darin waren dem Sommer des Jahres 1917 gewidmet, dem letzten russischen Sommer, der still und weich war, mit einem seidigblassen Himmel, großen, ungewöhnlich süßen und zahlreichen Erdbeeren und riesigen, strahlendhellen Sternen in der Nacht, so groß, wie man sie in Mittelrußland noch niemals am Himmel gesehen hatte. Irina Paurier reiste auf Drängen ihres Vaters schon im Mai ins Bad Mineralnyje Wody. Tichon Boljakin hatte beschlossen, sich endlich ernsthaft um die Gesundheit seiner Tochter zu kümmern.

Er glaubte dem Professor der Medizin, der gesagt hatte, sie brauche unbedingt Luftveränderung und eine spezielle Therapie, sonst werde ihr Zustand sich rapide verschlechtern und er könne für die Konsequenzen keine Verantwortung übernehmen. »Es ist mir vollkommen unwichtig, was weiter mit uns sein wird«, schrieb Sonja Baturina in der Morgendämmerung des dritten Juni, »ich bin jetzt so glücklich, daß ich morgen ruhig sterben könnte, weil ich weiß, etwas Besseres wird es in meinem Leben nicht geben.

Vielleicht lebe ich ja noch sehr lange, und es wird noch viel geschehen, Gutes wie Schlechtes – aber ich weiß, ich werde jeden Augenblick an diesen Tag zurückdenken, an diesen ruhigen, windstillen, etwas zu kühlen Tag mit dem trüben Morgengrauen, dem mittäglichen Nieselregen und der hellen, zarten Abenddämmerung, an diese seltsame Nacht mit den eisigen, leuchtendhellen Sternen, die jeden Augenblick vom Himmel zu fallen und einen mit ihrem kalten Feuer zu verbrennen drohten. Jeder wie ein Kugelblitz. Ich glaube, Papa hat alles begriffen, schweigt aber vorläufig, ist nervös und verwirrt.

Er spielt immer noch mit Michail Paurier Schach, aber wenn er verliert, macht er ein Gesicht, als fände zwischen ihnen keine Schachpartie, sondern ein richtiges Duell statt, ein Gefecht mit Degen. Wenn ich an ihnen vorbeigehe, höre ich geradezu das gespenstische Sausen ihrer Waffen. Oder ist es nur das Sirren der ersten Mücken in der Luft?« Konstantin Baturin wußte tatsächlich, daß sich zwischen dem Grafen Paurier und seiner Tochter eine Liebesbeziehung angebahnt hatte. Zuerst war ihm aufgefallen, daß der Graf mit dem Trinken aufhörte und erstaunlich jugendlich und schlank aussah.

Dann bemerkte er den ungewöhnlichen Glanz in Sonjas Augen, fragte sich sogar erschrocken, ob sie etwa, wie manche dummen jungen Adelsfräulein, sich heimlich Baldrian in die Augen träufelte, damit sie glänzten. »Vergiß nicht, das ist schädlich.« »Wovon redest du Papa?« fragte Sonja erstaunt. »Deine Augen glänzen viel zu sehr, und das kommt bekanntlich durch den Gebrauch von Baldriantropfen.« »Du lieber Himmel, Papa«, lachte Sonja, »was für Baldriantropfen? Ich habe nur einfach gut ausgeschlafen und bin die ganze Zeit an der frischen Luft.« »Daß du ausgeschlafen hast, glaube ich nicht«, meinte Konstantin Iwanowitsch kopfschüttelnd, »meiner Meinung nach schläfst du in der letzten Zeit überhaupt nicht.

Du bist viel zu blaß, und noch dazu ganz mager und spitz geworden, mit Ringen unter den Augen.« Und wirklich schlief Sonja nachts kaum noch. Sie wartete, bis es Mitternacht war, kletterte dann leise aus dem Fenster, sprang ins taunasse Gras, schlich sich mit angehaltenem Atem aus dem Garten und radelte zu dem Eichenwäldchen, das die natürliche Grenze zwischen Baturino und Boljakino bildete. Am Rand des Wäldchens wartete in einem Nebengebäude der Graf auf sie. Konstantin Baturin merkte natürlich auch, daß Sonjas Fahrradausflüge zum Flüßchen Obeschtschaika immer häufiger wurden. Dort saß gewöhnlich der Graf und malte an seinen endlosen Landschaften. Er malte jeden Tag, brachte aber trotzdem kein Bild zu Ende."



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