David Star Trek - New Frontier 10: Portale - Kalte Kriege
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-86425-342-3
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 10, 360 Seiten
Reihe: Star Trek - New Frontier
ISBN: 978-3-86425-342-3
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Peter David ist der 'New York Times'-Bestsellerautor von mehr als sechzig Büchern, einschließlich zahlreicher 'Star Trek'-Romane, wie 'Imzadi', 'A Rock and a Hard Place', 'Before Dishonor' und der ungemein erfolgreichen 'New Frontier'-Serie. Er ist außerdem der Autor der Filmromane von 'Spider-Man 1-3', 'The Hulk', 'Fantastic Four' und 'Iron Man' und hat Dutzende von anderen Büchern geschrieben, unter anderem seine gefeierten Fantasyromane 'Tigerheart', 'Sir Apropos of Nothing', 'The Woad to Wuin', 'Tong Lashes' und 'Darkness of Light'. David ist außerdem für seine Arbeit an Comicbüchern bekannt, besonders für seine preisgekrönte Arbeit an 'The Hulk' und hat so ungefähr für jeden anderen berühmten Comic-Superhelden geschrieben. Er lebt mit seiner Frau und seinen Töchtern in New York.
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I
AERON
Der Zarn stellte fest, dass er die Angelegenheit beilegen musste, wenn er überhaupt noch etwas Schlaf bekommen wollte.
Die Entscheidung fiel ihm nicht leicht. Der Zarn war stolz, und es missfiel ihm zutiefst, Fehler oder Schwächen zuzugeben. Keinen Schlaf zu finden, war mit Sicherheit eine davon. Des Weiteren musste er sich Hilfe von der Zarna holen, die die Frechheit besaß, friedlich neben ihm zu liegen und zufrieden vor sich hin zu schnarchen. Sie hatte immer wieder bestritten, dass sie schnarchte. Er hatte ihr mit demselben Nachdruck erklärt, dass er besser in der Lage war, das zu beurteilen, als sie. Ihre weibliche Uneinsichtigkeit ging allerdings so weit, dass sie sich weigerte, sein Wort – – zu akzeptieren, was diese Unzulänglichkeit ihrerseits anging. Und dennoch lag sie stur da und schnarchte unbekümmert weiter. Er wünschte sich nicht zum ersten Mal, dass er dem ein Ende bereiten könnte. Außerdem wünschte er sich, dass er nach all der Zeit nicht mehr so vernarrt in sie wäre, denn er brachte es einfach nicht übers Herz, ihr gegenüber schroff zu werden.
Der Zarn rollte sich auf die Seite und betrachtete ihren blassen Rücken. Ihre hervorstehenden Wirbelkämme waren entblößt und verführerisch wie immer. Er fuhr mit seinen langen Fingern darüber, aber nicht in einer durchgehenden, streichelnden Berührung. Er tippte immer wieder sanft auf die einzelnen Wirbelspitzen. Er wusste, dass sie das auch im Schlaf erregen würde. Ihre Hüften wanden sich ein wenig in unterbewusster Lust, und sie gab ein leises Summen von sich. »Was machst du da?«, gähnte sie, aber ihre Stimme verriet eine gewisse Belustigung.
»Nichts«, antwortete der Zarn und klang vollkommen unschuldig. Er machte kein Hehl daraus, dass er hellwach war, und stützte seinen Kopf mit einer Hand ab. »Ich tue gar nichts, außer, die Pracht deines Körpers zu bewundern.«
»Mm-hmm«, erwiderte sie in einem Tonfall, der wenig amüsiert klang, aber gleichzeitig verriet, dass sie es doch ein bisschen lustig fand. Sie sah ihn nicht an. Stattdessen präsentierte sie ihm weiterhin ihren Rücken. Sie war sich bewusst, dass sie ihn damit provozierte, tat aber so, als ob dem nicht so wäre. Sie vertrieb die letzten Reste des Schlafs aus ihrer Stimme. Ihre durch und durch dunkelgrünen, pupillenlosen Augen glühten in der Dunkelheit mit dem unheimlichen Schimmer, der den Aeronern zu Eigen war. »Also schön, mein Gemahl … du hast mich geweckt. Zufrieden?«
»Ich? Das war nicht meine Absicht«, versicherte er ihr und klang angemessen zerknirscht. Natürlich konnte er ihr nichts vormachen. Doch nach so vielen gemeinsamen Jahren hatten sie kleine verbale Plänkeleien entwickelt, die so sehr Teil ihrer Einheit waren wie Sex, Vertrauen oder sonst etwas. »Was wäre ich für ein Ehemann, wenn ich deine wohlverdiente Ruhe stören würde, nur weil es mir gerade in den Sinn kommt?«
»Du wärst ein gebieterischer Ehemann«, stellte sie fest, »ein Zarn, um genau zu sein. Und ich wäre deine unendlich geduldige Zarna, die sich fragt, warum sie geweckt wurde, obwohl sie dabei auf wundersame Weise ruhig bleibt.«
Er berührte die flatterige Membran unten an ihrer Kehle auf leicht anzügliche Weise, doch sie schob sanft seine Hand fort. »Genug davon«, sagte sie bestimmt. »Du hast mich nicht aus meinem festen Schlaf geweckt, um Interesse an Spielchen zu heucheln.«
»Ich heuchle nicht.«
»Das mag sein«, räumte sie ein, »aber etwas anderes beschäftigt dich. Ich kenne dich zu gut.« Sie setzte sich auf und zog die Knie bis unter ihr Kinn. »Sag mir, was dir durch den Kopf geht.«
»Wenn du mich so gut kennst, wie du behauptest, dann solltest du das wissen, ohne dass ich es dir sagen muss.«
»Also gut«, sagte die Zarna gleichmütig. »Du machst dir Sorgen um unseren ältesten Sohn.«
Der Zarn schaute sie mit aufrichtiger Bewunderung an. »Ich bin wirklich zutiefst beeindruckt«, gab er zu.
»Das ist keineswegs eine beeindruckende Meisterleistung, auch wenn ich gerne so tun würde.« Die Neckereien und die stichelnde Belustigung in ihrer Stimme waren Ernsthaftigkeit gewichen. Sie lag nackt im Bett neben ihrem Mann, doch ihrer Haltung nach zu urteilen, hätte man meinen können, sie säße vollkommen bekleidet auf ihrem Sitz der Erkenntnis im Hauptgerichtssaal. »Die Beziehung zwischen dir und dem Zarnon wird mit jedem Tag angespannter. Er weiß, dass du von ihm enttäuscht bist.«
»Meine Enttäuschung beruht auf seinem Verhalten und meiner Beurteilung desselben.« Der Zarn schwang seine Beine aus der sanften Flüssigkeitsblase, die ihnen als Bett diente, und stand auf. Sogar in der Wärme des Palastes war die Kälte der Nacht spürbar. Er schlüpfte in seine Pantoffeln, die neben dem Bett standen, und zog seinen Morgenmantel über, der in der Nähe hing. Seine Frau, die Zarna, bevorzugte offensichtlich die Wärme des Flüssigkeitsbetts und machte keine Anstalten, es zu verlassen. »Er kennt seine Pflichten und scheint nicht in der Lage zu sein, diesen gerecht zu werden. Theoretisch soll er mir als Zarn nachfolgen …«
»Theoretisch«, betonte die Zarna. »Aber für den Zarnon ist das alles nicht so einfach.«
»Warum nicht?«, wollte der Zarn gereizt wissen. »Er erhält von allem nur das Beste. Die besten Lehrer, die beste Ausbildung. Während seines kurzen Lebens wurde ihm jede Gelegenheit gegeben, seinem Geburtsrecht gerecht zu werden. Er sollte stolz sein. Stattdessen scheint er … mir etwas übelzunehmen. Ich verstehe das nicht.«
»Sag mir, mein Gemahl«, sagte die Zarna langsam. Sie schien sich bewusst zu sein, dass sie sich auf dünnem Eis bewegte. »Wie hast du … deinem Vater gegenüber empfunden?«
Der Zarn zuckte gleichgültig mit den Schultern. »Ich habe ihm gegenüber nichts empfunden. Er war mein Vater und lehrte mich meine Pflichten. Ich habe sie erfüllt. Mehr erwarte ich von meinem Sohn auch nicht.« Sein blasses Gesicht rötete sich leicht verärgert. »Behauptest du, ich sei ein schlechter Vater? Sollte das der Fall sein, fühle ich mich beleidigt. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, dem Zarnon ein weit besserer Vater zu sein, als mein Vater es für mich war.«
»Und das mit Erfolg«, versicherte sie ihm beruhigend. »Zwischen dir und deinem Sohn gibt es eine tiefe Bindung – tiefer vielleicht als dir bewusst ist. Und genau diese Bindung könnte das Problem sein.«
Er starrte sie verständnislos an. »Ich kann dir nicht folgen.«
»Alle Aufgaben, für die er ausgebildet wird, haben nur ein Ziel«, erklärte sie. »Er soll deine Pflichten übernehmen, wenn du sie nicht länger wahrnehmen kannst, weil du dazu nicht mehr in der Lage oder tot bist. Offensichtlich behagt es unserem einfühlsamen Sohn nicht, sich mit derartigen Dingen zu befassen.«
Der Zarn war nicht dumm. Es dauerte zwar eine Weile, bis er die Worte der Zarna verarbeitet hatte, aber schließlich verstand er. »Er will nicht über mein Dahinscheiden nachdenken.«
Sie nickte. »So ist es.«
Der Zarn stand mitten in dem gedämpft beleuchteten Zimmer. Es war ausgestattet mit vielen formellen Insignien aus der langen Linie von Zarns, die ihm im Amt vorausgegangen waren: Roben, Kopfschmuck und ähnliche Zierden waren sorgfältig an den Wänden befestigt und mit glänzenden Plaketten darunter beschriftet. Dem Zarn war noch nie der Gedanke gekommen, dass zu dieser Linie zu gehören, vielleicht nicht die größte Ehre war, die jemandem zuteilwerden konnte. Er hatte oft gesagt, dass der Tod ihn nicht schrecken konnte, da er in vieler Hinsicht bereits unsterblich sei. Was auch geschah, er würde der Linie der illustren Zarns angehören, die die Geschicke des Planeten Aeron geleitet hatten, einer wunderschönen Kugel in blau und grün, die in den Tiefen des früheren thallonianischen Raums schwebte. Nun schien es, als ob sein Nachfolger, der Zarnon, das anders sah.
Diese Wahrheit war für den Zarn nur schwer zu verdauen. Langsam setzte er sich auf die Bettkante und schüttelte den Kopf. »Ich finde das … schwer zu glauben …«
»Warum ist das so schwer? Du hast hart daran gearbeitet, ein fürsorglicher Vater zu sein, der ihm Rückhalt gibt. Der Zarnon möchte dich nur zufriedenstellen, deine Anerkennung bekommen. Doch die beste Gelegenheit, das zu tun, bietet sich ihm erst, nachdem du nicht mehr in der Lage bist, ihm diese Anerkennung zu gewähren. Das zerreißt und frustriert ihn. In seinen Augen wird er an eine Position, eine Pflicht, herangeführt, die direkt mit einer Niederlage beginnt. Du wirst nicht in der Lage sein,...




