E-Book, Deutsch, Band 14, 400 Seiten
Reihe: Star Trek - New Frontier
David Star Trek - New Frontier 14: Neue Zeiten
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95981-258-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 14, 400 Seiten
Reihe: Star Trek - New Frontier
ISBN: 978-3-95981-258-0
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Drei Jahre sind seit den Ereignissen vergangen, die im Roman Stein und Amboss geschildert wurden und die Leben der früheren und er aktuellen Besatzung der U.S.S. Excalibur haben einige überraschende Wendungen durchgemacht. Captain Elizabeth Shelby wurde zum Admiral befördert und leitet nun Sternenbasis Bravo … während ihr früheres Schiff, die U.S.S. Trident, einen neuen Captain hat. Soleta hat die Sternenflotte verlassen, um die Gefahren ihrer romulanischen Abstammung zu ergründen. Zak Kebron dient auf der Excalibur als Counselor und als Sicherheitschef. Und Mackenzie Calhoun? Nun, Mackenzie Calhoun ist noch immer ganz der Alte.
Si Cwan, Premierminister des Neuen Thallonianischen Protektorats bereitet sich darauf vor, seine Schwester Kalinda in einer politischen Zweckehe zu verheiraten, die sein erst kürzlich wiederhergestelltes Imperium stärken soll. Kurz vor der Hochzeit wird die angehende Braut entführt, ein katastrophales Ereignis, das droht, den ganzen Sektor zu destabilisieren – besonders, da Kalindas Entführer jemand nur allzu vertrautes ist. Während die Excalibur, die Trident und die ganze thallonianische Flotte versuchen, wieder für Ordnung in ihrem Sektor des Weltraums zu sorgen, wäre niemand auf den Gedanken gekommen, dass auch eine geheimnisvolle fremde Macht eine Rolle in Kalindas Verschwinden spielen könnte – und dass die Galaxis bald einem Feind gegenüberstehen könnte, den man schon lange vergessen hatte.
Weitere Infos & Material
ZUVOR …
I
An dem Tag, als Soleta überzeugt war, dass sie sterben würde, war sie gleichermaßen überrascht und auch nicht überrascht, Botschafter Spock am anderen Ende ihrer Zelle stehen zu sehen.
Jedes Gelenk, jeder Muskel, jede Nervenzelle ihres Körpers schien vor Schmerz zu brennen, und doch schaffte sie es, sich aufzusetzen. Sie wollte aufstehen und dem Anlass angemessen formell aussehen. Doch so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte nicht genug Kraft dafür aufbringen. Und so begnügte sie sich damit, auf dem feuchtkalten Boden zu sitzen und den großen, schlanken Vulkanier anzustarren. Im Gegenzug starrte er sie ebenfalls an. Eine ganze Weile wurde kein Wort gewechselt.
Schließlich brach Soleta das Schweigen. »Nun?«, fragte sie. »Wollen Sie es nicht aussprechen?«
Er zog eine Augenbraue hoch. Sie hatte gewusst, dass er das tun würde. »Was genau erwarten Sie von mir zu hören?«
»Ich glaube, der angemessene Satz wäre: ›Wie sind die Helden gefallen.‹«
Er dachte kurz darüber nach und informierte sie dann: »Das wäre unlogisch.«
»Wieso?«
»Sie waren eigentlich nie eine Heldin.«
»Nein.« Sie lehnte ihren Kopf gegen die Zellenwand. »Nein, ich nehme an, das war ich nicht.«
Beide verharrten einige Zeit, dann gestattete Soleta sich ein schwaches Lächeln.
»Finden Sie Ihre momentane Situation komisch?«, fragte Spock.
»Nicht besonders. Ich denke nur über die Tatsache nach, dass ich, als wir uns das erste Mal begegneten, ebenfalls in einer Zelle war. Auf Thallon. Wissen Sie noch?«
»Selbstverständlich«, sagte Spock in einem Tonfall, der zum Ausdruck brachte, dass es absurd wäre, zu glauben, er könne vergessen – nicht nur dieses Ereignis, sondern irgendetwas, das ihm jemals während seiner Lebenszeit widerfahren war.
»Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wie die Dinge im Leben sich wiederholen«, sagte sie. »Sie und ich, gefangen in einem Verlies auf Thallon, Gefangene der königlichen Familie. Dann entkommen wir, und einige Jahre später tauchen einige Mitglieder genau dieser königlichen Familie ausgerechnet auf dem Föderationsschiff auf, auf dem ich diene, nachdem ihre Familie die Macht verloren hat. Und jetzt sind sie nicht länger Teil meines Lebens, oder ich von ihrem, und ich sitze wieder in einem Verlies … während sie, nach allem, was mir zu Ohren gekommen ist …«
»Sie sind gerade dabei, die Macht wieder zu übernehmen«, erwiderte Spock. »Ja. Das stimmt. Offenbar ist ein neues thallonianisches Regime im Aufstieg begriffen. Ich schätze, dass es in etwa zwei Komma drei Jahren die Herrschaft vollständig übernommen haben wird. Es wird allerdings mit ziemlicher Sicherheit ausgeprägte Unterschiede zwischen der früheren Monarchie und dem neuen Herrschaftssystem geben. Ich denke, dass die wahrscheinlichste Struktur bestehen wird aus …«
»Mr. Spock.«
Die Gemütsregungen auf seinem Gesicht waren natürlich minimal, doch es war offensichtlich, dass er angesichts dieser Unterbrechung überrascht war.
Soleta seufzte. »Es ist mir eigentlich egal.«
»Ah. Denn so, wie die Dinge stehen, werden Sie ohnehin nicht lange genug leben, um es mit eigenen Augen zu sehen.«
»Man könnte sagen, dass der Tag sich in diese Richtung entwickelt, ja.« Sie starrte mit getrübtem Blick zu ihm hinauf. »Sie werden mir nicht helfen, oder?«
»Verzeihung?«
»Ich sagte, dass Sie mir nicht helfen werden. Nicht versuchen werden, einen Weg zu finden, um mich hier herauszuholen.«
»Ich bedaure, aber das liegt nicht in meiner Macht.«
Sie schnaubte verächtlich. »Das glaube ich keine Sekunde lang.«
»Dass es etwas gibt, das außerhalb meiner Macht liegt?«
»Nein. Dass Sie etwas bedauern.« Sie legte den Kopf in den Nacken. Das kalte Metall der Zelle an ihrem Hinterkopf fühlte sich merkwürdig tröstlich an. »Sie nicht. Sie bedauern nie etwas. Niemals.«
»Und was lässt Sie zu dieser Schlussfolgerung gelangen?« »
Nun«, sie stotterte beinahe, als wäre die Antwort vollkommen offensichtlich, »weil Sie bei allem, was Sie tun, der Logik folgen.«
»Und?«
»Und?!« Soleta verstand nicht, wovon er sprach. »Und wenn Sie immer dem Weg der Logik folgen, wie können Sie dann jemals etwas bedauern?«
Er überdachte die Frage eine Weile. »Ganz offensichtlich«, sagte er schließlich, »verwechseln Sie den Weg der Logik mit dem richtigen Weg.«
»Ist das nicht dasselbe?«
»Nein, Soleta. Ganz und gar nicht.« Er drehte eine langsame Runde durch die Zelle. Die Hände hielt er hinter seinem Rücken gefaltet und seine lange Robe umspielte seine Füße. »›Richtig‹ und ›falsch‹ sind rein subjektive Begriffe, die man Theologen und Gesetzeshütern überlassen sollte. Es gab einige Anlässe im Laufe meines Lebens – ich würde sogar wagen zu behaupten in jedermanns Leben –, zu denen ich mich nicht dem richtigen oder falschen Weg gegenübersah, sondern stattdessen einer Vielzahl von Wegen, die alle wenig erstrebenswert waren. Wenn zum Beispiel eine Person oder eine Gruppe von Personen anstelle einer oder mehrerer anderer Personen leiden musste. In solchen Fällen habe ich die logische Entscheidung getroffen und getan, was getan werden musste. Unter exakt denselben Umständen würde ich wieder exakt dieselben Entscheidungen treffen.«
»Also wo kommt das Bedauern her?«
»Das Bedauern, Soleta«, erklärte er wehmütig, »entspringt meiner Unfähigkeit, einen anderen Weg wahrzunehmen, der alle Probleme auf eine Weise lösen würde, bei der niemand leiden müsste.«
Sie kicherte tief in ihrer Kehle. »Das, Mr. Spock, ist unlogisch.«
»Das, Soleta«, gab er zurück, »ist genau das, was ich zum Ausdruck bringen wollte.«
Bevor sie noch etwas anderes sagen konnte, war zu hören, wie das Hochsicherheitsschloss an der Tür in ihrer Nähe geöffnet wurde.
Einige Romulaner traten ein. Sie trugen volle Panzerung, wie es für Wachen üblich war. Es erschien Soleta lächerlich, denn sie stellte wohl kaum eine Bedrohung für sie dar.
»Mit wem hast du da gesprochen?«, wollte der erste Wachmann wissen. Er sah sich misstrauisch in der Zelle um.
»Mit niemandem.« Sie erkannte in dem Moment, als sie den Mund öffnete, dass ihre Stimme viel trockener und angestrengter wirkte, als sie gedacht hatte. Sie klang ganz anders als während ihrer Unterhaltung mit Spock.
Außerdem erkannte sie, dass sie weit mehr Schmerzen hatte, als ihr bewusst gewesen war. Die körperliche Gewalt, der sie ausgesetzt gewesen war, hatte überall Spuren hinterlassen. Seltsam. Seltsam, dass sie dies nicht früher gespürt oder bemerkt hatte. Es war, als hätte ihr Geist sich aus irgendeinem merkwürdigen Grund gespalten …
Nun, vielleicht war es gar nicht so merkwürdig.
»Bemerkenswert, nicht wahr?«, sagte sie mit belegter Stimme. Ihre Lippen waren ebenfalls geschwollen. Auch das hatte sie vorher nicht bemerkt. »Was der Geist nicht alles tut, um sich vor dem zu schützen, was der Körper durchmachen muss.«
»Wovon redest du?«, wollte er wissen.
»Biologie. Und Sie?«
Die Wache, die hinter der ersten hereingekommen war, suchte die Zelle mit finsteren Blicken ab. »Mit wem hat sie gesprochen?«
»Das hat sie nicht beantwortet«, erwiderte der erste Mann. »Mit wem haben Sie gesprochen?«
»Das ist eine ziemlich große Waffe«, stellte sie fest. »Verwenden Sie sie, um damit Unzulänglichkeiten auf anderen Gebieten auszugleichen?«
»Ich verwende sie gegen dich, du mörderisches Halbblut!« Seine Hand glitt hinab zum Griff.
»Na, das nenne ich mal eine Drohung.«
»Das ist keine Drohung.«
»Und doch«, sagte Soleta, »sehe ich nicht, dass Sie es tun.«
Er begann, seinen Disruptor herauszuziehen. Soleta war unbeeindruckt. Doch dann legte die zweite Wache eine Hand auf den Arm seines Kollegen und verhinderte die überstürzte Handlung. Der erste Wachmann nahm die Hand von der Waffe, doch dann riss er plötzlich den Fuß hoch, wirbelte herum und rammte ihn in Soletas Gesicht.
Sie spürte es nicht einmal. Der Aufprall genügte, um sie rückwärts zu schleudern, doch ansonsten nahm sie nichts wahr. So abgestumpft war sie.
Sie krachte zu Boden und...




