Davidson | Happy Hour in der Unterwelt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 03, 224 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

Davidson Happy Hour in der Unterwelt


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8820-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 03, 224 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

ISBN: 978-3-8025-8820-4
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Betsy muss feststellen, dass das Dasein als Königin der Vampire jede Menge Nachteile mit sich bringt. Einmal abgesehen davon, dass sie beim Mitternachts-Schnäppchen-Shopping stets in der ersten Reihe steht. Die Angestellten ihres Nachtclubs machen ihr das Leben zur Hölle, seit sie den ehemaligen Chef getötet hat ...Dritter Roman der begeistert aufgenommenen Serie um die Vampirin Betsy. Sexy, witzig und wunderbar turbulent! Mit einem kräftigen Schuss Fantasy! Ausgezeichnet mit dem Romantic Times Award!

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PROLOG 2: PROBLEME

Thunderbird Motel

Bloomington, Minnesota

20.57 Uhr

„Okay, Leute, lasst es uns hier aufbauen … Charley, ist das okay für dich? Hast du genug Licht?“

Der Kameramann sah auf. „Hier draußen ist es scheiße. Drinnen wäre es wahrscheinlich besser.“

„Draußen werden wir auch nicht filmen … Wir gehen in den Konferenzraum. Das ist doch in Ordnung, oder?“

Der Mann, so glatt und trocken wie die Schale eines Hühnereis, presste die Handflächen gegeneinander und nickte langsam. Selbst sein Anzug schien, als wäre er aus einem Guss und würde nicht von Nähten zusammengehalten. „Die Menschen sollen sehen, dass wir keine kettenrauchenden Verlierer sind, die Angst haben, nach draußen zu gehen. Unter uns gibt es Ärzte, Rechtsanwälte.“ Er starrte sie mit seinen blassblauen Augen an, Pilotenaugen. „Sogar Moderatorinnen.“

Sehr subtil, Arschloch. „Richtig, richtig. Und das werden wir auch so rüberbringen.“ Sie wandte sich von dem Sprecher der Anonymen Alkoholiker ab und murmelte leise „Scheiß Sommerloch bitte gebt mir eine Kriegsberichterstattung jederzeit. Okay … Lass uns reingehen, Chuckles.“

Charley kannte seinen Job und mit der neuen Ausstattung war alles schnell und leise aufgebaut. Der Konferenzraum war karg und roch nach Kaffee – so wie tausend andere auch. Interessanterweise schaute niemand der Anwesenden sie direkt an. Man trank Kaffee und knabberte an Käse und Crackern, man plauderte leise, man wanderte herum und warf verstohlene Blicke um sich.

Sie sahen genauso aus, wie der Mann gesagt hatte, dachte die Reporterin bei sich. Respektabel. Ruhig. Nüchtern. Sie war erstaunt, dass sie zugestimmt hatten, gefilmt zu werden. Stand das A nicht für Anonym?

„Okay, Leute“, sagte der Sprecher vom anderen Ende des Raumes. „Setzen wir uns und fangen an. Ihr erinnert euch, Channel 9 macht heute einen Bericht über uns, um uns zu helfen, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für uns und unsere Ziele zu schärfen … Jemand, der heute Abend zuschaut, wird sehen, dass wir nicht alle Verbrecher in Trenchcoats sind, und vielleicht ändert er ja seine Meinung.“

„Dann fange ich mal an und anschließend möchte sich ein neues Mitglied vorstellen …

Jemand, den die Journalistin nicht sehen konnte, protestierte leise mit verzweifelter Stimme, wurde aber von dem Sprecher ignoriert – oder nicht gehört. „Ich heiße James und bin seit sechs Jahren, acht Monaten und neun Tagen trocken.“

Es entstand eine kurze Pause, als er vom Rednerpult zurücktrat. Man hörte ein Rascheln und ein unterdrücktes „Ups, blöde Stufen“. Und dann stand eine junge Frau Mitte zwanzig hinter dem kleinen Pult. Sie blinzelte einen Moment ins Publikum, als würde das Neonlicht sie blenden, und sagte dann mit einer angenehm wohltönenden Stimme: „Äh, hallo ihr alle. Ich heiße Betsy. Ich habe seit drei Tagen und vier Stunden nicht mehr getrunken.“

„Die Kamera auf sie!“, zischte die Reporterin.

„Ich habe sie“, antwortete Charley wie hypnotisiert.

Die Frau war groß. Ihr Kopf reichte fast bis an das BITTE HIER NICHT RAUCHEN-Schild heran, und das hieß, dass sie über ein Meter achtzig war. Sie trug einen moosgrünen Hosenanzug, mit einer bis zum Kinn geknöpften Jacke, unter der man keine Bluse anziehen musste. Das tiefe Grün der Kleidung betonte die elegante Blässe ihrer Haut und ließ ihre grünen Augen groß und dunkel wirken, wie Blätter im Wald. Ihr goldblondes, gewelltes Haar war auf Schulterlänge geschnitten und hübsche rote und goldene Haarsträhnen umrahmten ihr Gesicht. Ein interessantes und fesselndes Gesicht, in dem die hohen Wangenknochen besonders hervorstachen. Als sie sprach, blitzten ihre weißen Zähne.

„Okay, äh … wie ich schon sagte … ich heiße Betsy. Und ich dachte, ich komme mal … Ich meine, ich habe im Internet gesehen … wie auch immer … ich dachte, vielleicht habt ihr ja ein paar Tricks auf Lager, wie ich mit dem Trinken aufhören kann.“

Totenstille. Die Reporterin sah, dass das Publikum sie ebenso gebannt anstarrte wie Charley. Was für eine Erscheinung! Was für ein Outfit! Was … waren die Schuhe etwa Bruno Maglis? Die Reporterin schob sich näher heran. Es waren Bruno Maglis! Womit verdiente diese Frau ihr Geld? Sie selber hatte fast dreihundert Dollar für das Paar bezahlt, das zu Hause in ihrem Kleiderschrank stand.

„Es ist nur … dieser Drang ist immer da. Ich wache auf und kann an nichts anderes denken. Ich gehe ins Bett. Und ich denke immer noch daran.“

Alle nickten. Auch Charley nickte und wackelte mit der Kamera.

„Es ist so beherrschend. Es beherrscht dein Leben. Du fängst an, deinen Zeitplan nach deinem Bedürfnis zu trinken einzurichten. Wenn ich zum Beispiel hier mit meiner Freundin frühstücke, kann ich nachher dort in diese Straße abbiegen, während sie in die andere Richtung weiterfährt. Oder ich sage wieder einmal ein Abendessen mit einem Freund ab, weil ich meine Dosis brauche. Mit ihm kann ich ja einen neuen Termin ausmachen.“

Alle nickten noch heftiger. Einige Männer schienen Tränen in den Augen zu haben! Gott sei Dank nickte Charley nicht mehr, sondern zoomte so nah wie es nur ging auf die Frau.

„Nimm den Anzug auf“, wisperte die Reporterin.

„Das kenne ich so gar nicht“, fuhr die Frau fort, „natürlich habe ich schon einmal Lust auf etwas, aber doch nicht so. Ich finde das abstoßend.“

Kurzes Gelächter.

„Ich habe versucht aufzuhören, aber dadurch bin ich krank geworden. Und ich habe mit einigen meiner Freunde darüber gesprochen, aber sie finden, dass ich es einfach akzeptieren muss. Haha. Und meine neuen Freunde haben damit überhaupt kein Problem. Ich nehme an, sie sind wie nennen Sie das? ...


Davidson, Mary Janice
Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.



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