Davidson | Untot lebt sichs auch ganz gut! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 04, 255 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

Davidson Untot lebt sichs auch ganz gut!


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8821-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 04, 255 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

ISBN: 978-3-8025-8821-1
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Selbst die Untoten feiern Weihnachten, und Betsy kann endlich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen: Einkaufen! Da erhält sie eine Warnung von Detektiv Nick Berry, dass ein Serienmörder in der Gegend sein Unwesen treibt. Betsy entspricht genau seinem Typ. Doch was kann ein Serienmörder einer Untoten schon anhaben? Vierter Roman der begeistert aufgenommenen Serie um die Vampirin Betsy. Sexy, witzig und wunderbar turbulent! Mit einem kräftigen Schuss Fantasy! Ausgezeichnet mit dem Romantic Times Award!



Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

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4

Ich stieß die Tür zur Küche auf und machte einen Satz in die Mitte des Raumes. „Ich bin wieder da!“, rief ich.

„Ich auch“, sagte Jessica, immer noch in ihrem karamellfarbenen Herrenmantel, der ihr fast bis zu den Knöcheln reichte, in der einen Hand ihren Strickbeutel, in der anderen die Handschuhe. Niemand schaute auf. Vielleicht sollte ich noch einmal an meinem dramatischen Auftritt feilen – zu viele Menschen schienen sich mittlerweile daran gewöhnt zu haben. „Vielen Dank, dass du mir abgesagt hast, verräterisches Stück.“

„Ach, komm schon. Als wenn du dich nicht insgeheim darüber freuen würdest, dass ich Ant zur Weißglut treibe. Und unsere morgige Verabredung muss ich wieder absagen, denn …“, ich machte eine dramatische Pause, „… ich sitte meinen Bruder.“

Jessica glotzte. „Du tust was mit dem Baby?“

Jetzt sahen auch Tina und Sinclair auf. „Ich glaube, wir haben nicht richtig gehört, mein Schatz“, sagte Sinclair.

„Doch, ihr habt ganz genau gehört, was ich gesagt habe. Ihr habt schon richtig verstanden.“ Ich pustete auf meine kalten Hände, leider ohne jeden wohltuenden Effekt. „Es stimmt. Das Baby mag mich. Ant mag mich zwar nicht, aber sie will nichts lieber, als endlich das Haus verlassen zu können. Also gehe ich morgen Abend wieder hin.“

„Hin … zu deiner Stiefmutter.“

„Um alleine mit dem Baby zu sein“, konstatierte Tina.

„Dem Baby deiner Stiefmutter“, fügte Sinclair hinzu.

„Ich weiß! Es ist ein Weihnachtswunder!“

„Na gut, ich begleite dich“, beschloss Jessica. „Um dir Gesellschaft zu leisten. Und ich möchte gerne das Baby sehen. John, so heißt er doch, oder?“

„Jon. Genau. Das wird lustig! Seltsam. Aber lustig. Wir könnten ein bisschen Popcorn machen und es dann ganz hinten in ihrem Schrank ‚vergessen‘“. Ich warf meine Schlüssel auf den Tisch und durchquerte den Raum. „Woran arbeitet ihr?“

Eric Sinclair lehnte sich zurück, damit ich einen Blick darauf werfen konnte. Er war der König der Vampire, mein Geliebter, mein Verlobter, mein Verderben und mein Mitbewohner. Das letzte Jahr war, vorsichtig ausgedrückt, ein interessantes Jahr gewesen.

Wie immer sah Sinclair fantastisch aus, und für einen Moment vergaß ich fast, mir das Buch anzusehen, in das sie alle so vertieft waren. Er war einfach zu … nun ja … lecker. Lecker und gut aussehend und breitschultrig und einfach perfekt. So perfekt, dass es dagegen ein Gesetz geben sollte. Große Hände. Breites Lächeln. Große Zähne. Überall sehr groß. Seufz. Monatelang hatte ich zu leugnen versucht, wie verführerisch ich ihn fand. Zum Anbeißen. Jetzt, da ich es nicht mehr musste, griff ich zu und ließ es mir schmecken, das können Sie mir glauben. Wir beide taten das. Es war schön, dass ich meine Gefühle offen zeigen konnte. Wir würden heiraten. Wir liebten uns. Es war normal, dass wir die Finger nicht voneinander lassen konnten.

Ich strich ihm ein paar dunkle Haarsträhnen aus der Stirn, versuchte, dabei nicht sehnsüchtig in seine schwarzen Augen zu starren, ließ meine Hand zum Aufschlag seiner Jacke gleiten, riss dann endlich meinen Blick los und sah zum Tisch. Im Bruchteil einer Sekunde löste sich meine gute Laune in Luft auf wie Ants guter Geschmack beim Schlussverkauf.

„Was zur Hölle hat das hier zu suchen?“

„Liebling, dein Griff …“ Sanft löste er meine Finger, die seinen Jackenaufschlag in einer Faust umklammert hielten. Ich wusste, er war weniger besorgt um seine Luftröhre als um den Stoff seines Anzuges.

„Regt Euch nicht auf“, begann Tina.

„Ahhh, ahhhh“, machte ich und zeigte auf das Ding auf dem Tisch.

„Der UPS-Mann hat es gebracht“, fuhr sie fort.

Jessica und ich starrten sie an.

„Ehrlich“, sagte sie.

„Der UPS-Typ hat das gebracht?“, quiekte Jessica und deutete ebenfalls mit dem Finger auf das Buch der Toten.

„Und eine Schachtel von deiner Mutter“, ergänzte Tina eifrig.

„Lieber Himmel, ich will gar nicht erst sehen, was in der anderen Schachtel ist!“

„Ich dachte, wie …“ Jessica warf Sinclair einen Blick zu, dessen Gesicht so unergründlich wie immer war. Seine schwarzen Augen aber glänzten auf eine Weise, die mir eine Gänsehaut machte. „Ich dachte, es wäre für immer verschwunden.“

„Mist, Mist, Mist“, murmelte ich. Es war offen – offen! – und ich schlug es zu. „Mist! Schau nicht hinein. Mist! Warum hast du es dir angesehen?“

„Ach, du weißt schon, jeder Plan hat seine Schwachstelle.“ Sinclair lächelte, aber er sah dabei nicht sehr glücklich aus. „Nächstes Mal hast du mehr Glück, und damit meine ich: Wag es ja nicht, es noch einmal zu versuchen.“

Lange Rede, kurzer Sinn: Um Halloween herum hatte ich im Buch der Toten gelesen und war für eine Weile verrückt geworden. Wirklich verrückt. So verrückt, dass ich meine Freunde gebissen und sie verletzt hatte. Auch heute noch, drei Monate danach, schämte ich mich immer noch so furchtbar für mein Verhalten, dass ich kaum daran denken konnte. Ich hatte mich selbst bestraft, indem ich für einen Monat K-Mart-Sneakers trug, aber selbst das schien nicht angemessen meine Reue zu zeigen.

Ein Gutes hatte die Geschichte wenigstens gehabt: Jetzt erwachte ich aus meinem tiefen, dunklen Schlummer schon am Nachmittag, anstatt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ins Koma zu fallen. Aber das war kein guter Tausch gewesen, zumindest aus meiner Sicht. Deshalb hatte ich das Buch der Toten in den Mississippi geworfen und war froh, als ich es endlich los war.

Sinclair hatte die Neuigkeit mit kalter Wut aufgenommen, und auch Tina war nicht gerade zufrieden mit mir gewesen. Ein historisches Dokument, unbezahlbar, ein Werkzeug, um in die Zukunft zu sehen, von unschätzbarem Wert, blablabla. Er hatte mich zwar nicht aus dem Bett geworfen, aber er hielt mir Vorträge, die ganze Nacht lang, während wir Sex hatten. Und auch wenn er es nicht gezeigt hatte: Er war sehr wütend. Das wusste ich, weil ich nämlich seine Gedanken lesen kann, auch wenn er das nicht weiß (– noch nicht). Es war wirklich schlimm gewesen. Aber damals hatte ich gedacht, ich hätte einen kleinen Preis dafür gezahlt, das Buch der Toten los zu sein.

Und jetzt war es zurück.

„Mist“, sagte ich noch einmal, weil mir beim besten Willen nichts anderes einfiel.

„Nun“, sagte Jessica und starrte auf das Buch, „ich habe gute Neuigkeiten.“

„Dies ist eine wirklich gute Fälschung?“

„Nein. Ich habe gerade meinen letzten Häkelkurs beendet. Jetzt kann ich George eine neue Masche zeigen.“

„Oh.“ Es gelang mir, den Blick von dem Buch loszureißen. „Das sind wirklich gute Neuigkeiten. Sehr gute sogar.“

„Wie gefiel Euch Euer Grab?“, fragte Tina höflich.

„Versuch nicht, das Thema zu wechseln.“

„Aber es ist so verführerisch.“

„Was sollen wir jetzt bloß damit machen?“

„Jessica hat damit angefangen, das Thema zu wechseln. Und ich dachte, wir stellen es zurück in die Bibliothek.“

„Wo es hingehört und wo es von Anfang an hätte bleiben sollen“, fügte Sinclair sanft hinzu.

„He, mein Haus, meine Bibliothek, mein Buch.“

„Wohl kaum“, sagte er genervt.

„Außerdem ist es unser Haus“, sagte Jessica, was nett war, weil sie die Hypothek bezahlte. Was Sinclair bezahlte, waren eher Almosen als Miete, und ich bezahlte gar nichts. Einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf meines alten, von Termiten zerfressenen Hauses hatten wir für die Anzahlung des Herrenhauses verwendet.

„Es ist gefährlich“, sagte ich, obwohl es sinnlos war. Ich wusste, wann ich geschlagen war.

„Es ist ein Werkzeug, und wie bei jedem anderen auch kommt es darauf an, wie man es benutzt.“ Sinclair erhob sich. „Ich bringe es in die Bibliothek.“

„Neinneinnein.“ Ich legte meine Hand auf seine Schulter und drückte. Es war, als wollte man einen Felsblock bewegen. „Setz dich brav wieder hin, ich bringe es in die Bibliothek. Ich verspreche auch, es auf dem Weg dahin nicht in den Fluss zu werfen.“

Nach einem langen Moment setzte er sich. Ungelenk nahm ich das Buch (es war sechzig Zentimeter hoch, dreißig Zentimeter breit und fünfzehn Zentimeter dick), und es durchfuhr mich ein Schauer. Es war warm. Die Bibel der Vampire, in menschliche Haut...


Davidson, Mary Janice
Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.



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