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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 07, 256 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

Davidson Wer zuletzt beißt


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8824-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 07, 256 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

ISBN: 978-3-8025-8824-2
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Betsy Taylor, Königin der Vampire, ist kaum aus den Flitterwochen zurückgekehrt, als eine Horde wilder Blutsauger in ihr Haus einfällt und ihre Fähigkeiten als Herrscherin auf eine harte Probe stellt. Kurz darauf bittet Detektiv Nick Berry sie um Hilfe bei der Aufklärung einiger schrecklicher Mordfälle, bei denen offenbar ein Vampir die Hand im Spiel hatte. Zu allem Unglück wird Betsy außerdem vom Geist ihrer unlängst verstorbenen Stiefmutter verfolgt, die nach dem Tod noch viel unausstehlicher ist als zu Lebzeiten. Und auch das Eheleben mit ihrem frisch angetrauten Gatten Eric verläuft alles andere als harmonisch. Siebter Band der Betsy-Taylor-Reihe. Mit Bonus-Story 'Speed Dating auf Werwolf-Art'



Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

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3

Vor dem kommenden Winter fürchtete ich mich jetzt schon. Mir war ohnehin immer kalt, selbst am heißesten Tag im Juli. Der November würde richtig schlimm werden. Alles, was ich wollte, war, mich an mein Leben als verheiratete Frau gewöhnen, das Haus einrichten (na ja, eigentlich war das Haus seit mehr als einem Jahr eingerichtet, dank Jessica und ihrer Kohle, aber ich war immer noch auf der Suche nach den perfekten Plätzen für unsere Hochzeitsgeschenke), die letzten Dankesbriefe schreiben (langweilig) und mich ganz Baby Jon widmen, meinem Halbbruder und Mündel (weil ja, wie Sie sich erinnern werden, mein Vater und Ant tot waren).

Ja, ja. Alles war ganz normal. Ich war frisch verheiratet und ohne mein Zutun Mutter geworden. Daran war schließlich nichts falsch. Alles lief ganz normal. Ja, genauso war es.

„… fühlte mich verantwortlich“, plapperte Garrett gerade. Daran hatte ich mich immer noch nicht gewöhnt. Er hatte sich von einem sabbernden Biest zu einem einsilbigen Freund (der Liebhaber von Antonia, der Werwölfin … aber dazu später mehr) und schließlich zu einem wortreichen und -gewandten, alten Vampir entwickelt. Obwohl er aussah, als sei er dreiundzwanzig. Doch wir wussten es besser. „Also habe ich damit angefangen, sie zu besuchen. Es schien mir nicht richtig, dass ich wieder war wie vorher und sie immer noch … na ja, Ihr wisst schon.“

Wohl kaum der richtige Zeitpunkt, dass ihn sein neugewonnener Wortschatz im Stich ließ! Aber wir wussten, was er sagen wollte. Der alte König – der, den ich getötet hatte, um Königin zu werden – hatte sich damit vergnügt, neugeborene Vampire zu quälen, indem er sie aushungerte. Nach einigen Monaten wurden sie verrückt. Schlimmer als verrückt – sie wurden zu wilden Tieren, die nichts mehr mit menschlichen Wesen gemein haben. Sie waren gefährliche, tollwütige Wölfe, die Jack Wolfskin trugen.

Sinclair und seine Allround-Assistentin Tina hatten mich immer wieder gebeten, den Biestern einen Pflock durch das Herz zu treiben. Aber das konnte ich nicht. Genauso gut hätte ich Hundewelpen zertreten können. Blutdurstige, wilde, gefährliche Hundewelpen, aber trotzdem immer noch Welpen. Hatte ich diese Welpen zu dem gemacht, was sie waren? Nein. War es die Schuld der Welpen? Auch nicht. Sollte ich etwa unschuldige Welpen töten – schlimmer noch, befehlen, sie zu töten, damit ich mir nicht die Hände schmutzig machte –, egal, wie viele Eimer Blut sie am Tag tranken?

Nein.

Und jetzt wollten diese Welpen mir mein weiches menschliches Herz aus dem Leib reißen. Eigentlich hatte ich genug Zeit gehabt, die Grundregel der Untoten zu lernen: Auch knuddelige Untote sind untot.

„Wie kommt es, dass bisher niemand versucht hat, ihnen sein eigenes Blut zu geben?“, fragte Marc. „Warum immer nur Eimer voll Tierblut?“

„Sie sind zu gefährlich, als dass man ihnen erlauben könnte zu jagen. Sie würden alles, was sie aufspüren, töten.“

„Oje.“

„Ich fürchte, wir haben keine Zeit für eine Debatte.“ Garrett war sichtlich nervös. „Debatte“, das war gut. Junge, der Mann war wirklich clever! Lernte neue Wörter in null Komma nichts. Wenn man bedachte, dass er vor sechs Monaten kaum eine linke Masche zustande brachte, geschweige denn stricken konnte.

„Aber Garrett hat sie mit seinem Blut genährt. ‚Lebendiges‘ Blut, sozusagen. Warum hat das niemand vor ihm versucht?“

„Niemand will ihnen zu nahe kommen“, sagte Sinclair und zog die Mundwinkel nach unten. „Ist nicht persönlich gemeint, Garrett.“

„Das weiß ich, mein König“, sagte dieser steif, ohne meinen Mann anzusehen.

Und so war es auch. Die Biester waren die Unberührbaren, die Unreinen. In einer Gesellschaft aus Nicht-Menschlichen, aus Monstern, standen sie noch immer eine Stufe tiefer als die anderen. Ein guter Trick, wenn man es recht bedachte.

Ich schlug mir mit der Hand gegen die Stirn. „Ich wusste doch, dass ich den Typen kannte! Ist er eines der Biester? Himmel, er ist wirklich entkommen?“

„Hat jemand ein Fenster zerbrochen?“ Tina betrat das Büro, im Arm einen Stapel Papiere, die wahrscheinlich alle auf Sinclairs Unterschrift warteten.

Inoffiziell war mein Ehemann der König der Vampire, offiziell besaß er mehrere Unternehmen, Grundstücke und Bürogebäude und war lächerlich reich. Und alles gehörte, nach dem Gesetz von Minnesota, nun zur Hälfte mir. Glaubte ich zumindest. Oder … Moment. Waren wir eine Gütergemeinschaft oder …? Ich hatte alles, was mit der Scheidung meiner Eltern zu tun hatte, erfolgreich verdrängt.

„Garrett hat die Biester wieder zum Leben erweckt wie so ein düsterer Frankenstein aus den zwanziger Jahren und jetzt haben sie sich vorgenommen, Betsy zu töten“, sagte Marc, ohne Luft zu holen, und sah so aus, als sei er stolz darauf, mehrere Worte hintereinanderreihen zu können, ohne in Ohnmacht zu fallen. Musste er denn ausgerechnet heute keinen Dienst in der Notaufnahme haben? Heute Abend würden wir ihn nicht mehr abschütteln können. Normalerweise hielten wir die noch atmenden Mitbewohner aus Vampir-Angelegenheiten heraus, nicht zuletzt zu ihrer eigenen Sicherheit.

„Sie haben was? Wer ist hier, um was zu tun?“ Tinas Kinnlade klappte herunter, Papiere flatterten zu Boden. Sie sah aus wie eine Puppe, mit ihrem hüftlangen blonden Haar und den riesigen Kulleraugen. In knielangen Hemdblusenkleidern und mit einer Brille aus Fensterglas (da sie keine Sehhilfe benötigte) sah sie zum Anbeißen aus. Gerade jetzt trug sie beides, in Marineblau und Schildpatt. „Warum steht ihr hier alle herum? Warum …?“

„Und Ant hat angefangen zu spuken.“

„Ich habe mich schon gewundert, wann du dich an mich erinnern würdest“, sagte die unerträgliche Frau.

„Hast du daran gedacht, Tampons mitzubringen?“, fragte Jessica und jetzt war es an den Männern im Raum, beunruhigt auszusehen. Allerdings – für wen? Ich brauchte sie ganz sicher nicht mehr und ergo Tina auch nicht. Jessicas Zyklus war seit ihrer Krebserkrankung komplett durcheinander. Brauchte Antonia – oder irgendeine andere Werwölfin – Tampons? Der Geist auf jeden Fall ganz sicher nicht.

Und was sagte das über mein Leben aus, dass ich (schon wieder) mit zwei Frauen zusammenlebte, die Antonia hießen? Die meisten Leute lernten in ihrem ganzen Leben keine Antonia kennen. Als eine von ihnen starb, hatte ich gedacht, ich sei nun endlich frei. Wirklich, ich hatte gedacht …

„Majestät, hört Ihr zu?“

„Hä? Warum?“

Sinclair lachte laut auf, während Tina mit ihrem winzigen Fuß aufstampfte. „Wütende Vampire sind auf dem Weg hierher, um Euch zu töten.“

„Es ist schwer, sich darüber aufzuregen“, sagte ich ehrlich und mein Ehemann unterdrückte ein weiteres Lachen, „wenn Ant mir über die Schulter schaut. Sozusagen. Und es ist ja nicht das erste Mal, dass uns unwillkommene Gäste die Ehre geben.“ Ich wandte mich an Jessica. „Erinnerst du dich an die Abschlussparty 1996?“

Sie erschauderte. „Ich dachte, du würdest den Whisky nie mehr aus den Vorhängen herausbekommen.“

„Aber ich nehme an, wir müssen nur …

Bum! Ka-Bum! BUM! BUM! BUM!

„Was zum …?“, fragte Jessica erstaunt.

„Das werden die Horden der gefräßigen Untoten sein, die gegen die Haustür treten“, sagte Tina, ließ den Rest der Papiere fallen und putzte ihre Brille. Ich wartete darauf, dass sie herumwirbelte wie Wonder Woman (Wonder...


Davidson, Mary Janice
Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.



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