Davidson | Zum Teufel mit Vampiren | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 09, 432 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

Davidson Zum Teufel mit Vampiren


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8025-8727-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 09, 432 Seiten

Reihe: Betsy Taylor

ISBN: 978-3-8025-8727-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kaum ist Betsy mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Eric und ihrem Adoptivsohn in ihre neue Villa gezogen, gehen die beiden ihr auch schon gehörig auf die Nerven. Dass Betsys Schwester sie bittet, mit ihr gemeinsam einen Abstecher in die Hölle zu machen, kommt ihr deshalb gerade recht. Doch der Ausflug wird zu einer Reise in Betsys Vergangenheit - mit ungeahnten Folgen.



Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

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2

»Ach, da bist du ja!« Laura warf ihre Hände mit den langen, schlanken Fingern und den kurzen Nägeln hoch und stellte mich vor. »Betsy, meine Schwester. Betsy, das ist Sandy Lindstrom.« Sandy, eine kleine, dickliche Person von Mitte dreißig, schob sich die zotteligen Ponysträhnen aus den dunklen, schräg stehenden Augen und lächelte mich freundlich an. »Sie war nicht sicher, wann Macy’s den nächsten Schuh-«

»Am zweiten November«, erwiderte ich wie aus der Pistole geschossen. »Der Ausverkauf beginnt um acht, eine Stunde vor der üblichen Öffnungszeit. Parken Sie am besten im Parkhaus West.«

Lauras Hände bewegten sich flink, während sie übersetzte ich bin immer wieder erstaunt, wie cool und geheimnisvoll Gebärdensprache aussieht.

»Okay, danke«, formte Sandy mit den Lippen, während sie die Worte gleichzeitig als Gebärde ausdrückte.

»Nichts zu danken«, sagte ich, aber sie wandte sich bereits ab. Ich wollte schon meine Stimme heben, erkannte aber noch rechtzeitig das Unsinnige daran, einer Gehörlosen »Nichts zu danken!« hinterherrufen zu wollen. Ziemlich dürftig. Stattdessen wandte ich mich an meine Schwester. »Wer war denn das?«

»Was meinst du? Sandy Lindstrom.«

»Aha. Du kanntest sie also nicht vorher?«

»Nein, aber ich wusste, dass du genau die Richtige sein würdest, um ihre Frage zu beantworten.« Laura grinste und schob ihren Arm unter meinen. Der Antichrist war eine Berührerin und Umarmerin, hatte ich das schon erwähnt?

»Sie war also nur eine Zufallsbekanntschaft?«

»Klar.« Ein Stirnrunzeln furchte Lauras perfekten Brauenbogen. »Warum?«

»Spielt keine Rolle«, beruhigte ich sie. Dann spazierten wir los, vorbei am Beauty Shop Crabtree & Evelyn, die Arme untergehakt wie die halbe Besetzung aus dem Zauberer von Oz (die hirn- und ratlose Hälfte der Besetzung.) »Ich wusste nur nicht, dass du die Gebärdensprache beherrschst.«

»Oh.« Eine so kurze Antwort war vollkommen untypisch für Laura, ebenso das nachfolgende Schweigen. Tatsächlich waren wir schon an Daniel’s Leather vorbei, als sie fragte: »Ist das auch der richtige Weg zu Payless?«

»Payless?«, kreischte ich fast und stoppte so abrupt, dass sie um ein Haar eine Säule gerammt hätte. »Welches schändliche Mundwerk spricht solchen Unflat?«

»Meines«, erwiderte das Kind des Teufels, richtete sich wieder auf und vergewisserte sich, dass sie bei dem Beinahezusammenstoß nicht ihre Handtasche fallen gelassen hatte. Laura verstand sich großartig auf den Kampf gegen die Untoten (Waffen des Höllenfeuers, Tochter Satans usw.), aber Shopping war nicht ihre Stärke. »Du weißt doch, dass ich sparen muss, Betsy. Nicht jede von uns ist mit einem Millionär verheiratet.«

»Mit einem untoten Millionär«, betonte ich, nur um Laura zusammenzucken zu sehen und sie tat es brav, wie ich es erwartet hatte. Was übrigens viele Leute taten, wenn mein Mann Sinclair, der König der Vampire, erwähnt wurde. Teufel auch, selbst ich zuckte bei der Erwähnung seines Namens gelegentlich zusammen, doch eher vor Wut als aus Angst. »Und sei fair du weißt verdammt gut, dass ich mir früher von einem Sekretärinnengehalt Designerschuhe gekauft habe.« Wie zum Beispiel meine kostbaren, sehr kostbaren Burberry-Gummistiefel für zweihundert Dollar. Fast neun Wochen hatte ich dafür sparen müssen.

»Na ja, schon « Sie druckste ein wenig herum, dann entdeckte sie einen Plan der Mall. »Ähm Payless Shoes Klar, man könnte mehr bezahlen, aber warum?«

Nun war ich diejenige, die zusammenzuckte, als ich Payless’ gefürchteten Slogan vernahm. Man könnte mehr bezahlen, aber warum? Warum? Weil Qualität vielleicht ihren Preis hat, ihr Idioten!

»Ach, da ist es! North Garden einhundertfünfzig.«

»Mord-Garten.« Das war kindisch, ist mir klar. Verklagen Sie mich, wenn Sie wollen.

Können Tote überhaupt verklagt werden? So, wie es in den letzten drei Jahren gelaufen war, würde ich es wohl spätestens zu Thanksgiving herausfinden.

Oh nein, ich sollte lieber nicht an Thanksgiving denken

»Ach, nun komm schon.« Wieder nahm sie meinen Arm und zerrte mich in Richtung Fahrstuhl. »Vielleicht findest du auch welche, die dir gefallen.«

»Das ist ungefähr so wahrscheinlich, als wenn du dir Gedanken über ein Muttertagsgeschenk machen würdest.«

Laura schnappte hörbar nach Luft und sackte auf den Boden des Fahrstuhls. Ich beugte mich über sie und ergriff ihre Hand. »Das war echt gemein!«, warf sie mir vor, während die anderen, die ebenfalls einstiegen, mit der milden Neugier der Leute aus dem Mittelwesten auf uns herunterstarrten.

»Also bitte. Seit wann tun wir denn so, als wäre sie nicht deine Mom? Schämst du dich für sie? Ich gebe wenigstens zu, dass deine andere Mom meine Stiefmutter ist.«

»Deine tote Stiefmutter.«

»Tja, das Blöde ist nur, dass ich sie noch genauso oft wie früher sehe.« Nachteil Nummer 235, wenn man die Königin der Vampire ist: Ich sehe tote Leute, die mich echt nerven.

»Mir zu unterstellen, ich hätte ihr auch nur jemals eine Muttertagskarte geschickt!«

»Genau deshalb war’s ja auch ein Scherz. Denn ich würde ganz bestimmt keine Karte was ist los?«

Laura war unvermittelt aufgestanden. Sie musste etwas entdeckt haben, denn sie zerrte mich aus dem Fahrstuhl zu einem ungefähr drei Jahre alten Kleinkind, das die alterstypischen Latz-Jeans und ein MoA-T-Shirt trug.

Ach, zur nicht schon wieder! Laura spürte ständig verloren gegangene Kinder auf und tröstete sie. Das gehörte ebenso zu ihren Superkräften wie die Eigenschaft, niemals einen Pickel oder schlechten Atem oder Sand in den Augen zu haben.

Ich habe nichts gegen Kinder. Ich habe sogar sozusagen ein eigenes. Es ist mein Halbbruder, gleichzeitig aber auch mein Pflegekind, und ich bin seine Schwester/Mutter. Der Junge sorgt dafür, dass Sinclair und ich mehr Steuern absetzen können. Also mag ich Kinder, klar? Ich besitze aber nicht die Fähigkeit, sie wie eine Popelsuch-Maschine aufzuspüren. Laura hingegen schon. Deshalb werde ich auch niemals mehr mit ihr in den Zoo gehen.

Jetzt kniete sie vor dem dunkelhaarigen Racker und schwatzte in äh einer weiteren unbekannten Sprache auf ihn ein. Jesus. Vermutlich hätte ich die Uni damals nicht einfach so abbrechen sollen, denn offensichtlich gab es enorm viele Fremdsprachenkurse für Studenten im zweiten Jahr.

Ah! Wie zu erwarten war, hatte der verloren gegangene Racker Nr. 32 seine Tränen bereits vergessen und knabberte nun meiner Schwester ein Ohr ab. Sie lauschte geduldig und nickte nach jedem unverständlichen Wort, und im nächsten Augenblick aha!

Ein Ruf voller Sorge und Glück von der Mutter des verloren gegangenen Rackers. Entweder hatte sie Laura die Hinreißende entdeckt und war von ihrer Schönheit dermaßen überwältigt, dass sie das Kind vergaß oder sie hatte das Brabbeln ihres Augensterns vernommen und war nun wie eine Popelsuch-Maschine herbeigestürzt.

Jetzt bildeten der verloren gegangene Racker Nr. 32 und seine Mom die wiedervereinte Familie Nr. 6 und plauderten fröhlich mit Laura. Es folgte ein dankbarer Händedruck, die klebrige, aber aus tiefstem Herzen kommende Umarmung des Kleinen, dann die tief empfundene und tränenselige Dankbarkeit der Mutter und schließlich entfernten sie sich!

»Was ist nur mit dir los?«, fragte ich den Antichristen, als sie auf mich zuhüpfte.

»Nur du schaffst es, dass es wie ein Charakterfehler klingt, verirrten Kindern zu helfen.« Während sie das sagte, lächelte sie jedoch entwaffnend, deshalb war ich nicht gekränkt. Wenn Laura nicht die Absicht hegte, einen Vampir zu töten, gab sie sich alle Mühe, ihn nicht zu kränken.

»Nein, aber und was war das überhaupt?«

»Was war was?«

»Wie du mit ihm geredet hast. Was war das?«

»Tagalog.« Wieder eine ziemlich knappe Erklärung, und schon schleppte sie mich weiter auf den verhassten Payless-Laden zu.

Ich würde alles aufbieten, nur um nicht diesen Höllenschlund von Payless ShoeSource betreten zu müssen, deshalb fragte ich: »Tagalong? Was soll das sein?«

»Es heißt Tagalog. Das ist eine Sprache.«

»Ich habe auch nicht angenommen, dass ihr drei Improvisationstheater aufgeführt habt. Was ist das für eine besondere Sprache?« Nicht nur, dass ich Tagalog nicht kannte, ich hatte noch nicht einmal davon gehört.

»Sie wird auf den Ppphiiiliinnn gesprochen.«

Jetzt zog sie nicht mehr, sie zerrte geradezu. Und das bei einem Mädchen, das nicht einmal dann zerren würde, wenn ein Müllwagen mich zu überrollen drohte, weil sie fand, man dürfe niemanden erschrecken. Das wurde ja immer seltsamer!

Ich stemmte meine Füße in den Boden und hoffte nur, dass ich, die furchtlose Vampirkönigin, nicht ausgerechnet vor Payless ein Tauziehen mit dem Antichristen veranstalten musste. Mein Ruf! Ganz zu schweigen von meiner geistigen Gesundheit. »Ich hab das nicht verstanden. Würdest du bitte aufhören zu nuscheln? Und zu zerren?«

»Sie wird auf den Philippinen gesprochen.« Laura schrie es fast. »Von ungefähr zweiundzwanzig Millionen Menschen.«

»Von zweiundzwanzig...


Davidson, Mary Janice
Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.

Mary Janice Davidson gelang mit ihrer Serie um die Vampirin Betsy der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.



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