Davidson Zweimal Hölle und zurück
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8025-9016-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 10, 304 Seiten
Reihe: Betsy Taylor
ISBN: 978-3-8025-9016-0
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach ihrem kurzen Ausflug in die Hölle erwacht Vampirin Betsy zu ihrer Überraschung in einer Leichenhalle. Und auch sonst geht manches nicht mit rechten Dingen zu. Betsy muss feststellen, dass sie offenbar in einer Parallelwelt gelandet ist, in der sie einige Überraschungen erwarten.
Mary Janice Davidson gelang mit Weiblich, ledig, untot der Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten. Seither hat sie mit ihren humorvollen Liebesromanen eine riesige Fangemeinde gewonnen. Davidson lebt in Minnesota. Mit ihrer Heldin Betsy teilt sie die Leidenschaft für Designerschuhe.
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Was bisher geschah
Vor drei Jahren wurde Betsy (»Bitte, nennen Sie mich nicht Elizabeth«) Taylor von einem Pontiac Aztek überfahren. Sie erwachte als Königin der Vampire, biss ihren Freund Detective Nick Berry, zog aus der Vorstadt in eine Villa in St. Paul, löste mehrere Mordfälle, verlor einige Angehörige (ihren Vater, ihre Stiefmutter), wurde die Pflegemutter ihres Halbbruders, mied konsequent das Zimmer, in dem das Buch der Toten aufbewahrt wurde (Buch der Toten, das: die Bibel der Vampire, verfasst von einem geisteskranken Vampir. Ein Buch, das bei zu langem Lesen Irrsinn auslöst), heilte ihre krebskranke beste Freundin, besuchte ihren alkoholabhängigen Großvater (zweimal), löste ein paar Entführungsfälle, erfuhr, dass ihr Gemahl Eric Sinclair, der König der Vampire, ihre Gedanken lesen konnte (sie konnte von Anfang an die seinen lesen), und lernte, dass die Biester nichts Gutes im Schilde führten (Biest, das: Vampir, dem man nur Blut von – toten – Tieren gibt; Vampir, der schnell verwildert).
Ferner warf sich Betsys Mitbewohnerin Antonia, eine Werwölfin aus Cape Cod, in die Schusslinie, als auf Betsy geschossen wurde, bekam die Kugel in den Kopf und rettete der Vampirkönigin das Leben. Die Geschichte, dass Kugeln Vampiren nichts anhaben können, stimmt nicht. Schießen Sie nur genug Blei in das Gehirn eines Blutsaugers, dann werden Sie schon erleben, dass er nicht mehr aufsteht. Zu guter Letzt beging Garrett, Antonias Liebhaber, Selbstmord, nachdem er vom Tod seiner Liebsten erfahren hatte.
Und als hätte das noch nicht gereicht, wurde Betsy im Anschluss daran nach Cape Cod, Massachusetts, beordert, wo Antonias Rudel lebte. Als sich die äußerst scharfzüngige Antonia noch bei ihrem Rudel aufhielt, hatte sich niemand sonderlich um sie geschert. Nun aber, nachdem sie ihr Leben für eine Vampirin geopfert hatte, hatten ein paar Tausend wutentbrannte Werwölfe peinliche Fragen an sie.
Während Betsy, Sinclair, Baby Jon und Jessica auf Cape Cod weilten und ihr Bestes taten, die ein wenig verspäteten Fragen zu beantworten, waren Marc, Laura und Tina in der Villa geblieben. (Tina musste stellvertretend Betsys Regierungsgeschäfte übernehmen, Marc hatte keinen Urlaub bekommen, und Laura drehte heimlich, still und leise durch.)
Betsy war noch nicht lange fort, als Tina verschwand. Und Marc fiel auf, dass in der Villa immer mehr Teufelsanbeter auftauchten, die sich Laura, dem Antichristen, zu Füßen warfen.
In einem konfusen Versuch zu helfen (möglicherweise durch den Stress seines erbärmlichen Liebeslebens bedingt – als Notarzt arbeitete Marc so viel, dass es selbst dem miesesten kapitalistischen Ausbeuter grausen würde) schlug Marc Laura vor, sie solle ihre »Anhänger« doch zu wohltätiger Arbeit in Suppenküchen und ähnlichen karitativen Einrichtungen überreden.
Laura stürzte sich mit Feuereifer auf diesen Vorschlag. Doch dann verfiel sie auf die glorreiche Idee, ihre verblendeten Anbeter könnten doch gleichzeitig den Abschaum der Gesellschaft eliminieren, zum Beispiel Kreditberater, Gesetzesflüchtige, betrügerische Bauunternehmer und nicht zuletzt … Vampire.
Währenddessen diskutierte Betsy am Cape mit Michael Wyndham, dem Alphawolf der weltweit dreihunderttausend Werwölfe, und spielte die Babysitterin für Lara Wyndham, die künftige Leitwölfin und derzeitige Erstklässlerin.
Mit Sinclairs Hilfe (und Jessicas Unterstützung, die halb freudig, halb widerwillig Baby Jon sittete) konnte Betsy schließlich die Werwölfe überzeugen, dass sie Antonia nicht mit Absicht geschadet hatte. Vielmehr hatte sie die Werwölfin geachtet und geliebt. Sie bedauerte Antonias Tod und wollte in Zukunft versuchen, Michael zu unterstützen … nicht als Begleichung einer Schuld, sondern um sich erkenntlich zu zeigen. Sie würde Antonias Rudel zur Seite stehen, wann immer ihre Hilfe gebraucht wurde.
Außerdem fiel Betsy auf, dass ihr Halbbruder und Pflegesohn Baby Jon unempfindlich für paranormale und magische Beeinflussung war. Dies wurde offenbar, als ein jugendlicher Werwolf seine erste Verwandlung durchmachte und das Baby angriff. Baby Jon fand das sehr lustig, stieß ein wenig auf und schlief ein.
Obwohl Baby Jon durchaus nicht unverwundbar war, konnten ihm weder der Biss eines Werwolfs noch der Sarkasmus eines Vampirs, der Fluch einer Hexe oder die Schuppen eines Kobolds etwas anhaben. Betsy war sehr erstaunt. Sie hatte immer schon vermutet, dass Baby Jon anders war, jedoch nicht, in welcher Weise.
Sinclair, der den Kleinen bis zu diesem Zeitpunkt einigermaßen toleriert hatte, wandelte sich augenblicklich zum stolzen Vater (»Das ist ganz mein Sohn«) und begann, Ränke zu schmieden … äh, über die Erziehung und Ausbildung des Kleinen nachzudenken.
Daheim auf der Ranch (eigentlich eine Villa auf der Summit Avenue in St. Paul) war Laura mehr oder weniger dem Wahnsinn verfallen. Sie hatte dafür gesorgt, dass Marc keine Hilfe holen konnte (nachdem er gemerkt hatte, dass kein Handy mehr funktionierte, schlich er sich auf der Suche nach einem Telefon aus dem Haus, doch die Teufelsanbeter hefteten sich an seine Fersen und hinderten ihn höflich, aber bestimmt daran, Hilfe zu holen). Währenddessen machten Laura und ihre Anhänger weiter fleißig Jagd auf Vampire.
Schließlich wurde Betsy klar, dass zu Hause einiges im Argen liegen musste. (Marc hatte ihr eine Menge SMS voller unverständlicher Akronyme geschickt. Erst Derik, der Werwolf, konnte ihr übersetzen, was damit gemeint war.) Betsy kehrte gerade zur rechten Zeit zurück, um in einen Schlagabtausch zwischen Vampiren und Satansjüngern zu geraten.
Betsy gewann diesen Kampf, aber nur deshalb, weil sie Laura im letzten Moment k. o. schlug.
Für eine Weile gingen alle getrennte Wege. Niemand wollte über das Vergangene reden.
Drei Monate später beschloss Betsy, den Antichristen bei den … äh, Hörnern zu packen, und lud ihre Schwester zu einer Shopping-Tour in die Mall of America ein. Bei der Gelegenheit erfuhr sie, dass der Antichrist jede Sprache der Welt fließend beherrschte, jedoch keine Ahnung von Leinwand-Teufeln hatte. Also lud Betsy Laura zu einem Teufelsfilm-Marathon in die Villa ein (Al Pacino als Satan, Elizabeth Hurley als sexy Satan, das Baby aus Rosemarys Baby und Damien Thorn aus Das Omen). Laura gestand, dass sie Schuldgefühle hegte, wann immer sie versuchte, etwas über sich und ihre Fähigkeiten oder über Satan, ihre Mutter, herauszufinden. (»Es ist so, als würde ich meiner Adoptivmom und meinem Adoptivdad ins Gesicht schlagen, wenn ich an Satan denke.«) Ungefähr zur gleichen Zeit merkte Betsy, dass sie es satthatte, diesen ewig gültigen Vampirratgeber, das Buch der Toten, zu Hause zu haben, da sie es nicht wagte, ihn zu lesen, aus Angst, dem Wahnsinn zu verfallen.
Also schlossen Satan und sie einen Handel ab, der zu jenem Zeitpunkt durchaus sinnvoll erschien: Betsy sollte Laura helfen, ihre Kräfte besser kennen und nutzen zu lernen, und im Gegenzug würde der Teufel dafür sorgen, dass Betsy das Buch ohne irrsinnige Nebenwirkungen lesen konnte.
Laura erhielt nicht nur Waffen (Stichwaffen und eine Armbrust, die normalerweise in der Hölle lagerten, bis sie sie heraufbeschwor), sondern erfuhr auch, dass sie die Fähigkeit zur Teleportation besaß. Geil, was? Nun ja, so geil vielleicht auch wieder nicht. Tatsächlich erwies sich diese Fähigkeit als Riesenproblem, da Laura nicht nur im Raum teleportieren konnte, sondern auch in der Zeit. So reisten Betsy und Laura nach Massachusetts, zu den Hexenprozessen im Salem des ausgehenden siebzehnten Jahrhunderts, nach Hastings, Minnesota, bevor die Spiral Bridge abgerissen wurde (also irgendwann zwischen 1895 und 1951) und zu guter Letzt in die Zukunft.
Tausend Jahre in die Zukunft. Und – die Zukunft? Das pure Grauen. Eine Art Umweltkatastrophe hat sich ereignet, und das Minnesota der Zukunft erlebt noch härtere Winter als das Minnesota der Gegenwart. Natürlich möchte man am vierten Juli keinen Hitzschlag erleiden, aber Frostbeulen und Kältetod sind allemal schlimmer. Und da die Durchschnittstemperatur im Juli 3010 dreißig Grad minus beträgt, dürfte es kaum einen Markt für Sonnenschutzmittel geben.
Tatsächlich wird in der Zukunft auch niemand reich, ausgenommen die Betsy der Zukunft. Punkt. Alle anderen hängen vornehmlich in Untergrund-Enklaven herum und konzentrieren sich darauf, nicht zu erfrieren.
Und um alles noch widerlicher zu machen: Der Marc der Zukunft ist ein Vampir. Und nicht bloß irgendein Vampir … Nachdem er jahrhundertelang Betsys persönlicher Prügel-Vampir war, ist er gefährlich und wahnsinnig geworden. Schon nach einem Blick auf ihn spüren Laura und Betsy, wie schlimm es um ihn steht. Sie können seine Gegenwart einfach nicht ertragen.
Auch Baby Jon weilte in der Zukunft noch unter den Lebenden und war so strahlend und liebenswürdig wie Marc unheimlich und irre. Baby Jon wollte Betsy nicht enthüllen, wie es möglich war, dass er tausend Jahre später fröhlich durch die Gegend spazieren konnte, ohne ein Vampir zu sein. Sie wollte ihm das Geheimnis zwar entlocken, doch er weigerte sich standhaft.
In der knappen Dreiviertelstunde, die Laura und Betsy in der Zukunft verbrachten, stellten sie fest, dass die Betsy der Zukunft das Land (zum größten Teil) unter ihre Herrschaft gebracht hatte, dass sie Zombies züchten und beherrschen konnte und dass sie für niemanden mehr Mitleid empfand. Doch schlimmer noch: Sinclair und Tina waren nirgends zu finden. Und niemand wollte über sie sprechen … außer dem...




