Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 03, 190 Seiten
Reihe: Boss-Reihe
Dawson Feel the Boss - (K)ein Chef für eine Nacht
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7363-0500-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 03, 190 Seiten
Reihe: Boss-Reihe
ISBN: 978-3-7363-0500-7
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Herzklopfen auf der Chefetage
Gibt es etwas Schlimmeres, als nach sieben Jahren dem Mann wieder gegenüberzustehen, der dir das Herz gebrochen hat? Auf jeden Fall! Denn noch schlimmer ist es, wenn er sich nicht mal mehr an dich erinnern kann! Aber das Schlimmste ist, wenn dieser Mann plötzlich dein Chef ist und du merkst, dass dein Herz bei jeder Begegnung, bei jedem Lächeln und jedem Augenzwinkern von ihm Luftsprünge macht!
Band 3 der Bestseller-Reihe von April Dawson
'Locker-leicht und mit viel Charme: Eine Autorin, die man sich merken sollte!' Kleeblatts Bücherblog
April Dawson lebt mit ihrer Familie in Kematen, Österreich. Seit über zehn Jahren schreibt sie begeistert Liebesgeschichten mit ein klein wenig Drama, einer Prise Humor und ganz viel Gefühl. Für ihren Debütroman wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem SKOUTZ AWARD ausgezeichnet.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Sarah
Wieder einmal sitze ich auf einer öden Gala mit langweiligen Gästen und noch einfallsloserem Essen. Es ist immer das Gleiche. Vor dem Gebäude tummeln sich die Paparazzi, die sich trotz der meist seriösen Besucher einen Skandal erhoffen. In der Empfangshalle sehen sich die meisten um, ob sie nicht doch ein Gesicht entdecken, das sie nicht zum Kotzen finden, und die Feier an sich ist meist so trocken wie die Sahara. Ich bin auf so vielen Spendengalas gewesen, dass ich sie nicht mehr zählen könnte. Nicht ganz freiwillig, muss ich dazu sagen. Viele würden meinen, dass es Spaß macht, auf einer vornehmen Party geladen zu sein, aber ich sehe jeder Feier mit einem Seufzen entgegen. Viel lieber würde ich zu Hause mit meiner Schwester Serien ansehen oder ein Buch lesen. Sogar Wäsche würde ich machen. Hauptsache, nicht hier sein!
Ich lasse den Blick durch den Saal schweifen, sehe bekannte Geschäftspartner, die sich angeregt miteinander unterhalten. Auf solchen Events werden mehr Deals abgeschlossen als Geld gespendet, was in meinen Augen ziemlich traurig ist. Mehr als die Hälfte der Anwesenden kenne ich mittlerweile ziemlich gut. Allerdings will ich nicht mit ihnen reden, ich habe diese oberflächlichen Konversationen so was von satt. Zu meiner Freude stelle ich fest, dass dieser Saal definitiv edler ist als der, in dem die letzte Gala stattgefunden hat. Ich habe noch immer Albträume von Elchköpfen, die mich durch dunkle Wälder verfolgen. Diesmal sind wir in einem exklusiven Hotel, das sich bei der Dekoration zurückhält, jedoch nicht an Blumenarrangements spart. Die Decke ist dem atemberaubenden Fresko Die Erschaffung Adams von Michelangelo Buonarroti nachempfunden, das dem Original in der Sixtinischen Kapelle alle Ehre macht. Das Licht im Essbereich und an der Bar ist gedimmt, sodass die hell erleuchtete Bühne noch imposanter wirkt. Um mich herum sind meine Tischnachbarn in Gespräche vertieft, was allerdings kaum zu mir durchdringt. Ich bin längst in meine Welt abgetaucht und denke an das berührende Buch, das ich gestern Abend gelesen habe. Sehe die Protagonisten vor mir, wie sie alle Hürden überwinden und endlich zueinanderfinden. Sehe die Liebe, die mir bis jetzt verwehrt geblieben ist.
»Sarah! Mr Keagan hat dich etwas gefragt!« Meine Gedanken werden durch die tiefe Stimme meines Vaters unterbrochen. Verlegen lächle ich Dad an, aber es ist vergebens. Die Ader auf seiner Stirn tritt hervor, und ich weiß genau, was das bedeutet: Er ist stinksauer.
»Entschuldigen Sie bitte. Wie war die Frage?«, murmele ich mit hochrotem Kopf und höre meinen Vater seufzen.
»Was machen Sie beruflich, Ms Newman?« Ah, – die typische Frage, wenn man auf solchen Galas ist.
Ich setze mein übliches Pokerface auf. »Ich kümmere mich in unserem Familienunternehmen um die IT-Abteilung und betreue nebenbei das Marketing«, antworte ich halbherzig. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich diesen Satz gesagt habe. Mein Gegenüber wird sowieso alles vergessen, was ich von mir gebe. Denn in der Geschäftswelt ist kaum jemand an der Person selbst interessiert. Die Leute wollen wissen, wie die Aktien stehen, die Jahresbilanz aussieht oder ob das Unternehmen vor dem Ruin steht und sie es dir zu einem Spottpreis abkaufen können.
Mein Vater ist so ein Geschäftsmann. Wortkarg, eisern und gnadenlos in der Führung seines Unternehmens. Ein Workaholic, der gefühlsmäßig kühl ist, mehr Boss als Vater, und von meiner Schwester und mir natürlich Topleistungen erwartet, die wir in seinen Augen doch nie erfüllen werden. Er lässt keine der Veranstaltungen aus, die hier in New York beinahe jedes Wochenende stattfinden. Geschäftsbeziehungen knüpfen, ausbauen und Deals abschließen; das ist alles, was Dad interessiert. In letzter Zeit ist es schlimmer geworden. Ich spüre und sehe, dass ihn etwas bedrückt, doch er schließt alle aus, die ihm zu nahe kommen. Das ist etwas, das er sich angeeignet hat, als unsere Mutter uns verlassen hat.
Innerhalb der Newman Group wird er »Peter, der Barbar« genannt, weil er die Firma mit solcher Verbissenheit und dieser gewissen Härte führt. Wer schwächelt, fliegt. Viele fähige Mitarbeiter mussten aufgrund seiner Launen schon die Firma verlassen, selbst ich stand schon mal auf der Kippe –, und ich bin seine Tochter. Ihm ist es egal, dass diese Menschen Familien ernähren müssen oder den Job zum Überleben brauchen. Auch was seine Töchter wollen, kümmert ihn nicht. Callie hat das Glück, noch immer aufs College zu gehen, sonst würde Vater auch sie im Unternehmen einspannen. Nach meinem Informatikstudium, das ich mit dem Master of Science abgeschlossen habe, habe ich versucht, mich von meinem Vater zu lösen und in einer anderen Firma Fuß zu fassen, doch das kam für Peter Newman nicht infrage. Für ihn wäre es eine Schande, wenn ich woanders arbeiten und dem Familienunternehmen den Rücken kehren würde. Mir ist bewusst, dass ich mit meinen fünfundzwanzig Jahren alt genug bin, um selbst Entscheidungen zu treffen. Trotzdem fällt es mir schwer, Nein zu meinem Vater zu sagen.
Mr Keagan scheint das Interesse an einem Gespräch mit mir verloren zu haben, weshalb er sich wieder Dad zuwendet. Dieser sieht mich mit einem Blick an, den nur ich zu deuten weiß; ich habe gewaltig Mist gebaut. Wieder kann ich mir eine Standpauke anhören, wie unhöflich ich doch sei und wie wichtig gute Geschäftsbeziehungen wären. Jetzt mehr denn je. Dad hatte schon immer die Macht, allein durch einen Blick und seine Präsenz einen Menschen einzuschüchtern und ihn in die Ecke zu drängen. Meine Laune sinkt auf den Nullpunkt. Ich muss hier raus! Ich entschuldige mich, schnappe mir meine Clutch und eile aus dem Saal. Im Rücken spüre ich den bohrenden Blick meines Vaters, aber ich drehe mich nicht um, genauer gesagt gehe ich dadurch sogar noch schneller.
Während im Saal reges Treiben herrscht, ist es in der Garderobe ruhig, was mir sehr gelegen kommt. Ich lege meine Tasche auf einer Kommode ab, lehne mich gegen die Wand und atme tief durch. Was ist nur aus meinem Leben geworden? Ich hatte große Pläne. Vor meinem dreißigsten Geburtstag wollte ich die Welt bereisen, Fallschirm springen, mit Delfinen schwimmen, und noch einiges mehr. Nichts davon habe ich bisher geschafft, und mir bleiben nur noch fünf Jahre, um meine Träume zu erfüllen. Der Druck, den ich mein ganzes Leben spüre, ausgelöst durch Dads ständige Worte, ich solle doch mehr wie er werden und härter arbeiten, hat es mir unmöglich gemacht, mal etwas anderes als New York zu sehen. Urlaube kamen nicht infrage. Meine beste Freundin Elena redet schon seit Jahren auf mich ein, dass ich Dad endlich die Stirn bieten muss, doch ich kann es nicht. Ich will ihn nicht enttäuschen. Nicht wie Mom, die wir alle geliebt haben, der das aber nicht gereicht hat.
Liebe war auch ein großes Thema für mich, das mit den Jahren immer mehr in den Hintergrund gerückt ist. Mein Vater würde sowieso keinen meiner Freunde akzeptieren. Für ihn werde ich immer die niedliche, kleine Sarah bleiben, die ohne Daddys Hilfe nichts auf die Reihe kriegt. Es ist zum Verzweifeln.
Am liebsten würde ich mir jetzt ein Taxi schnappen und nach Hause fahren, aber das würde ihn nur noch mehr zur Weißglut bringen. Keine gute Idee. Also schlucke ich meinen Frust herunter und versuche mich zu sammeln, um diese Nacht zu überleben. Ein paar Stunden werden mich schon nicht umbringen. Wobei! Kann man eigentlich an Langweile sterben? Das sollte ich unbedingt googeln. Frustriert fahre ich mir durch mein dunkelblondes Haar, das ich heute offen trage. Es fällt mir in sanften Wellen über die Schultern, umschmeichelt meinen Oberkörper.
Plötzlich wird die Tür neben mir mit solcher Wucht aufgestoßen, dass ich Angst habe, sie würde mich erschlagen. Ein stummer Schrei entweicht meiner Kehle. Erschrocken starre ich auf das Holz, das nur knapp neben mir gegen die Wand knallt.
»Sean, bitte. Lass uns doch darüber reden!«, wimmert eine verzweifelte Frauenstimme.
»Nein, Jazabell. Es gibt da nichts zu bereden.«
»Aber du und ich …«
»Es gibt kein ›du und ich‹, Jaz!«
»Aber ich dachte, das Date heute hätte deine Meinung vielleicht geändert.«
»Für mich hat sich gar nichts verändert. Ich bin noch immer dein Boss und du meine Angestellte – also lass es endlich sein!«
Ich bin wie gelähmt, starre auf die Tür, die durch die Wucht des Aufschlags wieder etwas zugegangen ist und mir die Sicht versperrt. Es fühlt sich falsch an, ein fremdes Gespräch zu belauschen, doch ich kann mich einfach nicht bewegen, zu sehr sitzt mir noch der Schreck in den Gliedern. Dann höre ich Schritte und erstarre. Wer auch immer sich da unterhält, ich will ihm nicht begegnen. Es ist peinlich genug, sich hinter einer Tür zu verkriechen.
»Jazzy, ich will ehrlich sein. Ich stehe nicht auf dich. Was wir hatten, war nur ein schneller Fick, und der ist ewig her.«
Diese harten Worte treffen mich. Ich weiß zwar nicht, zu wem die Stimme gehört, aber ich beschließe sofort, dass ich den Mann nicht leiden kann. Allem Anschein nach lässt er sie stehen, schließt die Tür hinter sich und hält inne. Der Mann, von dem ich nur den Rücken sehen kann, umklammert fest den Griff und scheint tief durchzuatmen. Schließlich schüttelt er den Kopf, dreht sich um und entdeckt mich. Als ich erkenne, um wen es sich handelt, schnappe ich laut nach Luft. Vor mir steht niemand Geringeres als Sean Coleman. Der Mann, der mein Herz einst nicht nur brach, sondern regelrecht zerschmetterte.
Seans eisblaue Augen mustern mich kühl, was ich ihm nicht mal verübeln kann. Wenn ich so aussehe, wie...




