Dawson | Kiss the Boss - Eine Chefin zum Verlieben | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 271 Seiten

Reihe: LYX.digital

Dawson Kiss the Boss - Eine Chefin zum Verlieben


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0747-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 271 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-7363-0747-6
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer ist hier der Boss?

Schon am College waren Nick und Callie erbitterte Konkurrenten. Doch als Nick dringend einen Geschäftspartner braucht, hätte er nie gedacht, dass ausgerechnet Callie das nötige Kapital und Wissen besitzt, um sein Unternehmen zu retten. Allerdings nur zu ihren Bedingungen: Sie ist der Boss, und Flirtversuche sind verboten! Zähneknirschend lässt sich Nick darauf ein, spürt er doch bei jeder Begegnung, dass da mehr zwischen ihnen ist als die alte Rivalität. Aber als Callie dabei ist, sich in einen Langweiler zu verlieben, muss Nick um sie kämpfen - Abmachung hin oder her!

'Fesselnd, romantisch und prickelnd!' Booksline

Band 4 der Bestseller-Reihe von April Dawson



April Dawson lebt mit ihrer Familie in Kematen, Österreich. Seit über zehn Jahren schreibt sie begeistert Liebesgeschichten mit ein klein wenig Drama, einer Prise Humor und ganz viel Gefühl. Für ihren Debütroman wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem SKOUTZ AWARD ausgezeichnet.

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6


Callie

»Das kann doch nicht sein Ernst sein, oder?«, frage ich entsetzt, als ich die Unterlagen vor mir sehe. Die Buchstaben mögen klein sein, doch sie haben die Kraft, mir das Herz zu brechen und meine Welt zu erschüttern. Sarah merkt, dass ich kurz davor bin, zusammenzubrechen, und macht einen alarmierenden Schritt auf mich zu, aber mich zu beruhigen, wird ihr diesmal nicht gelingen.

»Er geht in den Ruhestand und überlässt dir die Firma?«, flüstere ich nun kraftlos. Diese Worte auszusprechen, fällt mir schwerer, als ich es je für möglich gehalten habe. Dad und ich hatten noch nie das innige Verhältnis, das er und Sarah teilen, doch dass er mich derart hintergeht, hätte ich niemals gedacht. »Es tut mir so leid, Maus. Er hat es mir auch nicht persönlich gesagt, sondern mir einfach die Unterlagen geschickt. Er ist noch in Zürich auf dieser Messe. In letzter Zeit verhält er sich so komisch. Ich meine, merkwürdiger als sonst.«

Egal, was mit ihm los ist, ich werde es nicht zulassen, dass ich aus dem Familienbetrieb rausgedrängt werde. Wie von Sinnen greife ich nach dem Ordner und überfliege die erste Seite. Er will doch allen Ernstes Sarah die Firma überlassen und mich auszahlen. Zwar mit einer beachtlichen Summe, doch das interessiert mich einen Scheiß! Ich weiß, ich habe eher Party gemacht, als wie Sarah immer Ja und Amen zu sagen und ihn auf Galas und Meetings zu begleiten, doch ich bin auch eine Newman. Mein Name hat Gewicht, und solange die Firma Newman Group heißt, werde ich um meine Anteile kämpfen, das schwöre ich.

»Maus, du läufst schon ganz rot an. Durchatmen«, flüstert meine Schwester alarmiert und zieht mich zu unserer Wohnzimmercouch.

»Wie kann er das nur tun?«Nun ist es nicht mehr die Wut, die aus mir spricht, sondern alleine der Schmerz, der es mir schwermacht, zu atmen. Es tut weh, vom eigenen Vater verdrängt zu werden. Dass ich das schwarze Schaf der Familie bin, wurde mir als Kind bewusst. Zwar hat Vater mich großgezogen und sein Bestes gegeben, aber ich habe immer gespürt, dass er mir die Schuld gibt, dass Mom uns verlassen hat. Vielleicht ist es auch die Ähnlichkeit mit ihr, die ihn immer auf Abstand gehalten hat.

»Du weißt doch, dass ich diese Papiere niemals unterzeichnen werde, oder?« Sarah sucht meinen Blick und ich sehe nur Aufrichtigkeit darin. Es sollte mich beruhigen, dass meine Schwester auf meiner Seite ist, doch die Erleichterung kann auch die Tränen nicht aufhalten. Sie fallen einfach, auch wenn ich mir selbst geschworen habe, nie wieder wegen Dad zu weinen. »Er hat mich nie geliebt.«

»Rede doch keinen Unsinn!«

»Er hat mir eine Kindheit und eine Zukunft geschenkt, doch Liebe ist etwas, was er mir nicht geben konnte.«

»Aber …«

»Gib es auf, Sis. Du weißt, dass es wahr ist.«

»Es tut mir so leid«, flüstert sie niedergeschlagen, greift nach meiner Hand und drückt sie sanft. Gibt mir den Halt, den ich brauche, um nicht auseinanderzubrechen.

»Ja. Mir auch.« Das ist auf vieles bezogen. Ich entschuldige mich für einiges, aber vor allem für den Streit, der noch kommen wird, und dass Sarah zwischen den Stühlen sitzen wird. Denn ich werde so schnell nicht klein beigeben. Ich bin eine Newman und wir sind Kämpfer!

Ein paar Stunden später vibriert mein Smartphone in meiner Tasche. Ich öffne den Chatverlauf, und je mehr ich lese und schreibe, desto wütender werde ich.

»Dieses Arschloch!«, brumme ich, nachdem Nick mich erneut provoziert hat. Dieser Typ kann es einfach nicht lassen.

»Wie bitte?«, meint mein Bankbetreuer verwirrt und holt mich wieder aus meiner Wutwolke.

»Entschuldige bitte«, murmle ich mit hochrotem Kopf und verstaue mein Smartphone in der Handtasche. Ich habe vor Kenneth Barker noch nie geflucht. Selbst als ich ein Teenager war und im Rebellenmodus. Der füllige Afroamerikaner ist seit Jahren ein treuer Freund der Familie.

»Nun, Callie. Auf deinem Treuhandkonto befindet sich eine halbe Million Dollar. Auch eine Lebensversicherung läuft nach wie vor. Wie viel möchtest du heute abheben?«

»Alles.«

»Ernsthaft?«, fragt er überrascht nach und kratzt sich an seinem Bart. Er ist mein Betreuer, seit ich meine erste Kreditkarte bekommen habe, und kennt mich mein ganzes Leben lang.

»Ich möchte dieses Konto auflösen. Die neue Bankverbindung gebe ich dir morgen bekannt.«

»Du verlässt unsere Bank?«

»Ja. Es ist Zeit für eine Veränderung«, lautet meine knappe Antwort. Ich bin ihm keine Rechenschaft schuldig, möchte mein Leben neu ordnen. Dieses Dilemma mit Dad hat meine Welt verändert.

»Weiß Peter davon?«, fragt er nun vorsichtig nach.

»Nein. Ich entscheide noch immer selbst, was mit meinem Geld passiert.« Kenneth nickt nachdenklich und schreitet nun endlich zur Tat. Er fragt nicht mehr nach Dad und ich bin froh darüber. Das ist mein Geld, der Fonds, den meine Großeltern für Sarah und mich hinterlassen haben. Nie wieder werde ich vom Geld meines Vaters abhängig sein, ich werde ihm beweisen, dass ich mehr bin als nur ein Partygirl. Ich weiß noch nicht, wie, aber ich werde es schaffen. Denn eines habe ich von ihm gelernt, Aufgeben ist nicht drin. Wir kämpfen bis zum Schluss.

Am frühen Abend kommt meine beste Freundin Elena vorbei, um sich bei mir zu stylen.

»Du willst wirklich ins Rio, obwohl du weißt, dass Nick da ist?«, fragt sie mich, als sie vor dem Spiegel den Mascara aufträgt.

»Und ob ich gehe. Dieser Arsch hat nicht das Recht, mich auszuladen. Ich habe für heute genug Drama. Jetzt ist es die Mission des Abends, Nick zur Weißglut zu bringen.«

»Wieso will er auch an einem Donnerstag in eine Bar?«, fragt sie beiläufig und checkt noch mal ihr Outfit im übergroßen Spiegel an meiner Tür.

»Weil er anscheinend gerade dabei ist, seine Firma in den Sand zu setzen«, murmele ich, forme ein O, um meinen Lippenstift aufzutragen. Er ist burgunderfarben, dunkel und spiegelt meine heutige trübe Laune wider.

»Das sollte uns doch freuen, oder?«

»Nein. Er ist gut in dem, was er tut, auch wenn ich ihn nicht leiden kann, lese ich seinen Blog. Einfach, weil ich wissen will, wie sich alles für ihn entwickelt hat.«

»Und auch weil du ihn heiß findest«, stellt sie fest und zwinkert mir im Spiegel zu.

»Quatsch. Ich kann den Typen nicht ausstehen.« Und das nicht erst seit gestern. Seit unserem ersten Kurs miteinander sehen wir ineinander nichts weiter als Konkurrenten.

»Ach, das sah auf Emmas Junggesellinnenabschied aber anders aus.«

Knurrend werfe ich den ersten Lipgloss, den ich zu fassen bekomme, nach ihr, doch sie weicht gekonnt aus. Sie greift nach einem Kissen vom Bett und schleudert es auf meinen Hintern. »Gib es endlich zu.«

»Ach, lass mich doch in Ruhe. Er sieht gut aus, na und?«

»Nichts und. Ich frage mich ernsthaft, wie du in den letzten Jahren nicht mit ihm im Bett gelandet bist.« Das kann sie doch nicht ernst meinen!

»Du weißt, wie sehr wir gestritten haben, und außerdem können wir nicht alle so locker mit Sex umgehen wie du.«

»Ich habe gerne, oft und viel Sex. Trotzdem träume ich auch von meinem Traumprinzen«, sagt sie mehr zu sich selbst als zu mir.

»Deine Liebesromane haben dein Weltbild verschoben. Es gibt keinen Traumprinzen, der daherreitet und dich rettet. Wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert. Kauf dir einen Gaul und sei selbst die Heldin.«

»Ich bin eher der gemütliche Typ«, kichert sie und sieht erneut in den Spiegel. Wenn sie so weitermacht, kommen wir nirgendwohin.

»Das sehe ich. Jetzt hopp hopp, wir müssen los.«

Bevor ich ins herbeigerufene Taxi steige, checke ich noch mal vor dem verglasten Nachbargebäude mein Spiegelbild. Heute trage ich einen locker sitzenden, schwarzen Jumpsuit, der zwar hochgeschlossen ist, die Rückenpartie aber zur Gänze freilegt. Dazu meine roten Louboutins, die zum roten Gürtel um meine Taille passen. Während meine Kleiderwahl edel und schick ist, sticht Elena mit ihrem knallgelben Bustierkleid aus der Reihe. Die knallige Farbe umschmeichelt ihre olivfarbene Haut und setzt ihre langen schwarzen Haare gekonnt in Szene. Die Fahrt zum Rio dauert nicht lange und zu unserem Glück gelangen wir ins Lokal, bevor es beginnt, in Strömen zu regnen.

»Puh, das war ja knapp«, meint Elena, als sie durch die Eingangstür den Regen beobachtet. »Also.« Sie streicht sich ihr Haar aus dem Gesicht und nimmt das Lokal in Augenschein. »Wo ist denn unser Fakestripper?«, fragt meine bald ehemals beste Freundin und lässt den Blick durch die Bar schweifen.

»Wow«, haucht sie und lenkt mich von den Regenmassen ab. Ich folge ihrem Blick und staune nicht schlecht. Das Rio nimmt seinen Namen ziemlich ernst. Überall brasilianischer Flair, die Kellnerinnen tragen Karnevalskostüme, die ziemlich gewagt sind und doch passend wirken.

Doch das ist nicht das, was Elena und mich so fasziniert, es ist der überdachte Außenbereich, der durch die verglaste Schiebetür gut sichtbar ist. Der Garten wurde zu einem Strand umfunktioniert. Anstatt Rasen oder Stein, liegt überall Sand. Die Tische werden von gemütlich wirkenden Strandstühlen umrahmt.

»Sieh dir den an«, flüstert meine Freundin und deutet mit dem Kopf auf den Kellner, der natürlich, wie es am Strand üblich wäre, oben ohne serviert. Gott sei Dank ist der Außenbereich geschlossen wie ein Wintergarten, sonst würde er sich draußen seinen knackigen Arsch abfrieren.

»Also hier gefällt es mir«,...


Dawson, April
April Dawson lebt mit ihrer Familie in Kematen, Österreich. Seit über zehn Jahren schreibt sie begeistert Liebesgeschichten mit ein klein wenig Drama, einer Prise Humor und ganz viel Gefühl. Für ihren Debütroman wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem SKOUTZ AWARD ausgezeichnet.



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