E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten
Reihe: Starting Something
Dawson Starting Something Great
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2267-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mit wunderschöner Charakterkarte in der Erstauflage
E-Book, Deutsch, Band 3, 416 Seiten
Reihe: Starting Something
ISBN: 978-3-7363-2267-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er war ihre schönste Erinnerung. Doch kann er auch ihre Zukunft sein?
Jasmina Delic hat Glück im Unglück. Gerade als die Studiengebühren ihrer kleinen Schwester unbezahlbar scheinen, erhält sie die Chance, als Make-up-Artistin bei START Entertainment anzufangen. Sie sagt sofort zu - ohne zu wissen, dass sie die weltberühmte Band Saving Winter auf ihrer Tournee begleiten muss. Der Schock sitzt tief, denn Leadsänger Julian Vaughn ist der Mann, mit dem Mina vor zwei Jahren den schönsten Sommer ihres Lebens verbracht hat. Eine Zeit, die auch Julian nie vergessen konnte, obwohl sie in einer schmerzhaften Trennung endete. Schnell flammen alte Gefühle auf, die nicht sein dürfen. Hat ihre Liebe noch eine Chance, oder wird sie für immer eine Erinnerung bleiben?
»Mina und Julian haben mein Herz zum Klopfen und meine Nerven zum Flattern gebracht. Ihre Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass man der Liebe eine zweite Chance geben sollte.« breathtakingbookworld
Der Abschlussband der glamourösen STARTING-SOMETHING-Reihe
April Dawson lebt mit ihrer Familie in Kematen, Österreich. Seit über zehn Jahren schreibt sie begeistert Liebesgeschichten mit ein klein wenig Drama, einer Prise Humor und ganz viel Gefühl. Für ihren Debütroman wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem SKOUTZ AWARD ausgezeichnet.
Autoren/Hrsg.
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KAPITEL 2
Mina
Es ist ein schallendes, raues Lachen, doch es wirkt entwaffnend. All die Anspannung weicht aus meinem Körper, als die anderen im Raum mit einstimmen. Lachtränen blinzeln in seinen Augen, als er den Kopf schüttelt und seine Aufmerksamkeit wieder auf mich lenkt.
»Uns ist eine Beschwerde wegen Ruhestörung gemeldet worden. Also sollten Sie die Musik runterdrehen und sich vielleicht vorher noch einmal genau vergewissern, wer der echte Tänzer ist, bevor sie aktiv werden«, ermahnt er mich mit einem Schmunzeln und senkt den Blick auf die Handschellen, die er umklammert. Ich presse meine Lippen zu einer schmalen Linie zusammen und brauche eine Weile, bis ich meine Stimme wiederfinde.
»Es tut mir wirklich schrecklich leid«, entschuldige ich mich erneut, doch er schüttelt nur den Kopf, ehe er einen Schritt zurückweicht. Aldina stellt sich neben mich und hakt sich unter, wohl um mir die Stütze zu sein, die ich in dieser peinlichen Situation dringend brauche.
»Machen Sie sich keine Sorgen. Drehen sie die Musik leiser, dann werden wir kein Problem haben. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und alles Gute für die anstehende Hochzeit«, meint er amüsiert, dreht sich um und geht kopfschüttelnd, aber lachend aus der Wohnung. Ich schließe die Tür hinter ihm und lehne mich erschöpft dagegen.
»Das war so verrückt«, meint Nermina amüsiert und zwinkert mir zu, auch wenn mir nach Heulen zumute ist. Sie hatte offensichtlich Spaß, während ich vor Schreck nicht wusste, was ich tun sollte. Noch immer zittern meine Finger unkontrolliert, sodass ich die Hände zu Fäusten ballen muss.
»Ja, es war herrlich, dass ich fast mit einem Fuß im Knast gestanden habe«, lasse ich sarkastisch verlauten und versuche meinen Herzschlag zu beruhigen, indem ich mir die Hand auf die Brust lege. Ich habe einen Officer der Vereinigten Staaten bedrängt, und wenn er es nicht mit Humor genommen hätte, wäre es nicht so glimpflich ausgegangen.
»Ach was. Er hat doch cool reagiert«, meint nun der echte Tänzer, und mir wird schlagartig klar, dass ich seine Anwesenheit völlig ausgeblendet hatte. Durch mein unbedachtes Vorgehen habe ich Aldinas Überraschung gründlich versaut.
»Sorry, das war jetzt etwas merkwürdig. Wir wollten dich überraschen«, sage ich an meine Cousine gewandt, die den hübschen Mann in unserer Runde neugierig mustert.
»Sie ist euch gelungen«, versichert sie mir und sieht mich aus warmen Augen an, die keinen Zweifel an ihren Worten zulassen. Doch das schlechte Gewissen nagt weiter an mir.
»Ich habe die Musik etwas leiser gemacht«, ruft Michelle, und ich stelle fest, dass sie immer noch Partylautstärke aufweist. Ich nicke ihr zum Dank zu, habe allerdings noch nicht die Kraft, mich in Bewegung zu setzen.
»Und sieh es mal so. Du hast dafür gesorgt, dass wir diese Nacht nie wieder vergessen werden«, meint Aldina nun kichernd, die mir diese Peinlichkeit vermutlich noch in dreißig Jahren auftischen und damit für Lacher sorgen wird.
»Drinks. Jetzt«, flötet Michelle fröhlich, hakt sich bei Aldina ein und zieht sie zur Küche, wo bereits weitere Getränke zur freien Entnahme bereitstehen. Und zu meinem Glück auch welche, die nicht pink sind. Ich wende mich jedoch dem Fake-Cop zu, der uns bis jetzt schweigend zugehört hat. Mittlerweile sind nur noch er und ich im Flurbereich, da die Mädels die Party in die Küche verlegt haben.
»Entschuldige bitte das Chaos. Hi, ich bin Mina.« Ich reiche ihm zur Begrüßung meine Hand, die er mit leichtem Druck schüttelt. Auch er ist attraktiv, hat brünettes Haar, das im Licht einen rötlichen Schimmer aufweist. Wie auch schon der echte Cop zuvor, hat er einen durchtrainierten Körper und ein charmantes, strahlend weißes Lächeln.
»Joey. Schön, dich kennenzulernen.« Zu meinem Glück erwähnt er das Fiasko von vorhin nicht, sodass sich meine verkrampften Schultern lockern.
»Soll ich ein paar Minuten später vorbeikommen? Dann versuchen wir es noch mal und tun einfach überrascht«, meint Joey und zwinkert mir keck zu.
»Das würdest du tun?«, frage ich verblüfft und neige den Kopf. Mit so einem verständnisvollen Angebot hätte ich nicht gerechnet. Er lehnt sich mit der Schulter an die Wand und hebt einen Mundwinkel an.
»Es ist alles etwas chaotisch gelaufen, und ich finde, die hübsche Braut und du habt einen Neustart verdient.« Ich presse die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen, weil mir das Ganze so peinlich ist. Zum Glück ist meine kleine Schwester nicht hier, denn ich wäre ihr nach dieser Aktion mit Sicherheit kein gutes Vorbild. Schließlich seufze ich vor Erleichterung und strahle ihn freundlich an.
»Das wäre prima. Wir trinken uns noch etwas Mut an, ehe du dann unsere Braut zum Erröten bringen darfst.« Ich schüttle diese negativen Gefühle ab wie einen Mantel, den ich vom Körper gleiten lasse, und beschließe, diesen kleinen Vorfall schleunigst zu vergessen und mich wieder ganz auf das Positive an diesem Abend zu konzentrieren.
»Wird gemacht«, lautet seine Antwort, ehe er mir zuzwinkert und die Wohnung verlässt.
Als Joey das zweite Mal anklopft, sind wir bereit und scharf darauf, ihm beim Tanzen zuzusehen. Wie erwartet ist Aldina eine wandelnde rote Ampel, während Joey sich auf ihrem Schoß rekelt. Sie ist zwar anfangs noch etwas verhalten, doch der Alkohol lässt sie auftauen, und schließlich schlingt sie sogar die Arme um seinen Nacken, als er sie an sich zieht. Trotz des holprigen Starts beschert Joey Aldina schließlich ihren ersten und besten Lapdance.
Danach fahren wir mit einer Limousine ins Marriachi, unseren Lieblingsclub. Lange vor unserem einundzwanzigsten Geburtstag sind wir mit gefälschten Ausweisen ausgegangen und haben die Nacht zum Tag gemacht. Nächte, in denen wir Exfreunde zum Teufel gejagt haben und andere, wo wir so viel getanzt haben, dass wir uns irgendwann die Heels abstreifen mussten. Wir haben unvergessliche Stunden in diesem Lokal verbracht, deshalb war klar, dass das Ende von Aldinas Party hier stattfinden muss.
Der Geruch von Alkohol und Schweiß paart sich mit der Süße der Früchte, die den Cocktails beigefügt werden, als wir den abgesperrten Bereich betreten, den ich für uns gemietet habe. Wie erwartet wurde auch mit Luftballons und einer Girlande mit dem Aufdruck »Bride-to-Be« dekoriert. Bei unserer kleinen Nische handelt es sich um eine gepolsterte Sitzgruppe, auf der wir alle Platz finden. Der Tisch ist bereits mit einer Flasche Wodka, Fruchtsäften und Cocktails arrangiert. Es gibt außerdem noch einen Stehtisch in der Ecke des abgesperrten Bereichs, an dem wir stehend oder in unserem Fall tanzend unsere Drinks genießen können.
Alessandro hat uns seine Kreditkarte angeboten, damit wir für seine Partnerin die perfekte Party planen können, doch wir haben einstimmig abgelehnt und unser Geld zusammengelegt. Wir als Trauzeuginnen wollten, dass diese Party von uns geplant, umgesetzt und finanziert wird.
Nach unserer Ankunft bilden wir einen Kreis um den Stehtisch, und als alle ein Glas in der Hand halten, nutze ich die Gelegenheit, um das Wort an alle zu richten.
»Ich möchte einen Toast aussprechen.«
»Was?«, brüllt Carrie, eine Arbeitskollegin der Braut, die ich nur flüchtig kenne. Es war wohl doch nicht so klug, eine Rede halten zu wollen, während laute Musik und Bässe meine Stimme verschlucken, also beschränke ich mich darauf, einen Toast auszusprechen.
»Auf Aldina! Die schönste Braut der Welt!«, brülle ich mit aller Kraft, woraufhin die anderen zu jubeln beginnen. Ich möchte so viel mehr sagen, aber dafür wird es noch genug Möglichkeiten geben. Heute wird gefeiert. Und wie wir das tun. Der Alkohol fließt, doch ich bin froh, dass niemand aus unserer Runde es übertreibt und wir somit angeheitert weiterfeiern können. Nach Stunden des Tanzens greife ich in meine Clutch, hole mein Smartphone hervor und werfe einen Blick auf meine Benachrichtigungen. Ich habe eine Nachricht von meiner Schwester, die schmollt, weil sie krank im Bett liegt und somit heute nicht dabei sein kann. Außerdem hat mein Freund mir geschrieben.
Ich antworte meiner kleinen Schwester und verspreche ihr, dass wir zu dritt nachfeiern werden. Dann öffne ich Evans Nachricht.
Evan: Hey Babe. Habt ihr viel Spaß? Wir sind noch im Studio und werden vor morgen früh nicht fertig mit den Aufnahmen.
Mina: Ja, wenn man bedenkt, dass ich fast verhaftet worden wäre, ist es doch ein gelungener Abend geworden.
Evan: Sollte ich mir Sorgen machen? Oder eine Kaution stellen?
Mina: Keine Sorge, ich habe alles geregelt.
Evan: Okay, dann sehen wir uns morgen?
Mina: Wenn ich nicht in ein Cocktailkoma falle, mit Sicherheit. Ich melde mich bei dir, sobald ich mich wieder wie ein Mensch fühle.
Evan: Ist gut. Ich liebe dich.
Da sind sie wieder. Die drei Worte, die meinem Partner so locker über die Zunge gehen, während ich … sparsam mit dieser Liebesbekundung umgehe. Beim ersten Mal fühlte es sich befreiend an, diese Worte auszusprechen, als wäre eine Last von mir abgefallen, doch nun? Nun denke ich an Aldinas Worte und daran, wie ich mich vorhin dabei ertappt habe, mir zu wünschen, ebenfalls so zu empfinden. Evan hat es verdient, auf diese Weise geliebt zu werden.
Ich will gerade eine Antwort tippen, als ein Song an meine Ohren dringt, der mich erstarren lässt. Meine Finger, die gerade noch über die Tastatur geflogen sind, verharren über dem Display. Die...




