E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Starting Something
Dawson Starting Something Real
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7363-2259-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 400 Seiten
Reihe: Starting Something
ISBN: 978-3-7363-2259-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er beschützt sie mit seinem Leben und bringt ihr Herz in Gefahr ...
Novalee Wells ist ein Superstar. Doch das Leben im Rampenlicht hat auch seine Schattenseiten, und als ein Dating-Gerücht dafür sorgt, dass Nova von Paparazzi verfolgt wird und in einen Autounfall gerät, braucht die Sängerin eine Auszeit. Ausgerechnet ihr sonst so verschlossener Bodyguard Thorne McKinley bietet ihr an, auf der abgelegenen Ranch seiner Eltern unterzutauchen. Weit weg vom Trubel ihres Ruhms beginnt Nova tatsächlich zu heilen und lernt ganz neue Seiten an Thorne kennen, die ihr Herz höherschlagen lassen. Aber kann ihre Liebe überleben, wenn Nova wieder in ihr altes Leben im erbarmungslosen Scheinwerferlicht zurückkehren muss?
»Nova und Thorne sind Leidenschaft und Schmerz in jeder Zeile. Und überall dazwischen finden sie Heilung - sich nicht zu verlieben ist unmöglich.« JULIA NIEDERSTRASSER
Band 2 der neuen Reihe von April Dawson
April Dawson lebt mit ihrer Familie in Kematen, Österreich. Seit über zehn Jahren schreibt sie begeistert Liebesgeschichten mit ein klein wenig Drama, einer Prise Humor und ganz viel Gefühl. Für ihren Debütroman wurde sie auf der Frankfurter Buchmesse mit dem SKOUTZ AWARD ausgezeichnet.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
KAPITEL 1
Novalee
Ich bin Nova Wells, Pop-Prinzessin, Sängerin des Jahrzehnts, die Stimme vieler junger Frauen und ein Weltstar. Das sind einige der Titel, die mir von der Presse ohne mein Zutun gegeben wurden. Sie entbehren jeglicher Wahrheit, denn all diese Beschreibungen lassen die Menschen die Frau hinter der Stimme vergessen. Hinter alldem bin ich Novalee, eine junge Frau, die selbst bei ihrem hundertsten Konzert nervös ist, die Angst hat zu stolpern, wenn Tausende von Menschen zusehen. Die zu jung war, um zu begreifen, in welchem Ausmaß sich ihr Leben verändern wird, wenn sie diese berufliche Laufbahn wählt.
Siebzigtausend Menschen rufen meinen Namen. Laut, rau und mit einer Kraft, die es vermag, meine Welt aus den Angeln zu heben. Die Wände und auch der Boden vibrieren und befinden sich im Einklang mit meinem wild pochenden Herzen. Es ist ein elektrisierendes und doch beängstigendes Gefühl. Ich klammere meine Finger um die Tischkante und betrachte mein Spiegelbild. Dunkle Smokey Eyes betonen meine eisblauen Augen, genau wie das schwarze Kleid mit dünnen Fransen, das einen Kontrast zu meiner hellen Haut bildet.
Mein Aussehen ist makellos. Haare, Make-up und Outfit sind perfekt auf die Belichtung der Bühne angepasst. Die Verantwortlichen für Ton und Bild haben grünes Licht gegeben, meine Band ist bereit und die Setlist in Stein gemeißelt. Alles scheint perfekt zu sein, um meine Welttournee mit einem letzten Konzert in Los Angeles zu beenden. Doch auch wenn der Schein makellos ist, spricht das Sein eine andere Sprache.
Ich lächle mein Spiegelbild an, doch ich brauche ein paar Versuche, um es glaubhaft aussehen zu lassen. Es verrutscht, wenn ich daran denke, dass es das letzte Konzert für einen längeren Zeitraum ist und ich dann die sichere Blase des Tourlebens verlasse. Nichts liebe ich mehr, als auf der Bühne zu stehen, lächelnden Menschen dabei zuzusehen, wie sie meine Songs singen. Wo sich meine Welt nur darauf beschränkt, in welche Stadt wir als Nächstes reisen müssen.
Eine herrliche Blase aus Soundchecks, Konzerten und Social-Media-Präsenz, etwas, was mir nur in den Monaten auf Tour vergönnt ist. Es ist auch eine Zeit, in der meine Mutter nicht ständig um mich herumschwirrt, wie sie es sonst tun würde. In den letzten Monaten habe ich meine ganze Aufmerksamkeit und Konzentration auf die Tour gerichtet. Musik ist mein Leben, doch selbst wenn sie dieses ausfüllt, ist da auch eine andere Seite der Medaille, eine, an die ich jetzt nicht denken sollte. Nicht unmittelbar vor dem Konzert.
Ich werde zu Nova, dem Superstar, und verdränge somit Novalee, die Frau, die tief in mir schlummert. Ich stoße mich vom Tisch ab, trete ein paar Schritte zurück und sehe mich im luxuriösen Zimmer um, doch das Rufen wird lauter, und keine Sekunde später klopft es an der Tür.
Ich atme tief durch, öffne sie und sehe mich einem ernst dreinblickenden Thorne gegenüber. Ich muss den Kopf in den Nacken legen, um meinem Bodyguard in die Augen sehen zu können. Auch wenn sein Auftreten professionell wirkt und er den grimmigen Blick eines Security-Mitarbeitenden perfekt draufhat, schaffen es seine Augen immer, eine gewisse Beständigkeit auszustrahlen. Etwas, das ich gerade dringend brauche.
»Bereit?«, fragt er, wie immer kurz angebunden. Er sagt nicht viel, aber ich fühle mich sicher an seiner Seite und vertraue ihm.
»Das bin ich.« Worte, die ich schon oft gesagt, aber nicht immer gefühlt habe. Doch das ist im Moment nicht wichtig, jetzt geht es um die Musik und meine Fans, denen ich heute ein unvergessliches Konzerterlebnis bieten möchte.
Nach jedem Konzert überwältigen mich die Eindrücke, und ich fühle mich, als könnte ich Berge versetzen und würde über den Wolken schweben. Genauso wie am Anfang ruft die Menge meinen Namen, und die Begeisterung der Fans spiegelt sich in ihren Stimmen wider. Das Team applaudiert, und ich lächle als Antwort. Denn ich fühle mich tatsächlich unsagbar glücklich. Dass diese Tour zustande gekommen ist, habe ich so vielen Menschen zu verdanken, und ich teile ihnen meine Dankbarkeit auch mit. Ich verabschiede mich mit einer kurzen Umarmung von meiner Band und gehe endlich in die Garderobe.
Sobald die Tür hinter mir ins Schloss fällt, presse ich die Luft aus meinen Lungen. Dabei fällt mir das Lächeln vom Gesicht wie ein Schleier, der über meine schweißnasse Haut auf den Boden gleitet. Auch wenn die letzten zwei Stunden mitunter die besten meines Lebens waren, haben sie mir all meine Energie geraubt. Ich kann kaum die Kraft aufbringen, die es erfordern würde, wieder in die Rolle meines Alter Ego zu schlüpfen. Eine Weile stehe ich einfach nur da und höre dumpf die hektischen Geräusche auf dem Flur, während mein wild klopfendes Herz sich allmählich beruhigt. Es ist, als wäre ich in einem von mir geschaffenen Kokon, aus dem ich nicht ausbrechen möchte. Doch sosehr ich diesen Moment der Ruhe genieße, weiß ich, dass mein Team und vor allem meine Bodyguards auf mich warten.
Seufzend ziehe ich mich um und schnappe mir meine Tasche, während alles in mir nach einer Dusche im Hotel lechzt. Neben der Tür erwarten mich Thorne und sein Kollege Ismail, der mich mit einem leichten Lächeln begrüßt. Meine Mundwinkel zucken, doch für ein echtes Lächeln fehlt mir die Energie. Meine Assistentin Libby umrundet die großen Männer und kommt strahlend auf mich zu.
»Das war wie immer grandios, Nova. Ich hatte das Gefühl, als hätte die ganze Stadt gebebt. Es war unglaublich.« Sie gestikuliert wild, ehe sie ehrfürchtig ihre Hand auf die Brust legt. Sie hat langes, schwarzes Haar, das sie stets zu einem Zopf geflochten hat, den sie aufsteckt oder der an ihrer Seite herunterhängt. Ihre runde Brille ähnelt der von Harry Potter, und sie steht ihr unheimlich gut.
»Die Menge war wirklich außer Rand und Band.« Wie in jeder Stadt, füge ich im Geist noch hinzu. Auch die Menschenmenge und die Gesichter heute Abend wurden mit meinen zunehmenden Kopfschmerzen zu einer verschwommenen Masse.
»Wenn jemand die Stadien randvoll bekommen kann, dann bist du das.« Libby redet gerne und viel, doch langsam weicht das Adrenalin des Auftritts, und die Müdigkeit nagt an mir, sodass ihre Worte kaum zu mir durchdringen. Sie öffnet gerade den Mund, als Thorne sich zu Wort meldet.
»Entschuldigen Sie, Miss Portman, aber wir müssen jetzt gehen.« Thorne weiß wohl instinktiv, dass ich den Tag so schnell wie möglich ausklingen lassen möchte.
»Oh. Natürlich. Dann sehen wir uns später auf der Party«, erwidert Libby fröhlich.
»Party?« Meine Frage kommt mir lauter über die Lippen als beabsichtigt, und meine Miene verrät wohl jeder umstehenden Person, dass mir gerade nicht zum Feiern zumute ist.
»Aspen Knox hat heute seine Filmpremiere, und du bist eingeladen. Für den roten Teppich ist es zu spät, aber die Afterparty hat noch nicht angefangen.«
»Oh.« Mist, das hatte ich total vergessen. Ich mag Aspen, auch wenn ich ihn nicht gut genug kenne, um ihn wirklich als Freund zu bezeichnen. Hinzu kommt, dass ich beim Gedanken an Aspen auch automatisch an ihn denken muss.
»Du hast einen Song zum Soundtrack beigesteuert, und es wird erwartet, dass du zumindest auf der Party erscheinst.« Natürlich wird es das, denn in meiner Branche zählt nicht, wer du wirklich bist, sondern was du trägst und mit wem du dich blicken lässt. Ziemlich traurig, aber es ist die harte Wahrheit. Theoretisch könnte ich die Premierenparty sausen lassen, doch damit würde mir auch die gute Publicity entgehen. Also atme ich tief durch und setze mein antrainiertes Lächeln auf.
»Wann muss ich noch mal dort sein?«
»In einer Stunde steht ein Wagen vor deinem Hotel.«
»Das heißt schnell unter die Dusche, und dann geht’s auch schon los?«
»Es tut mir leid, dass es so knapp getaktet ist, aber Tate meinte, dass du dich sicher freuen wirst, deinen Freund Aspen wiederzusehen.« Mein Manager scheint davon auszugehen, dass ich nach meinem Konzert, bei dem ich mir die Seele aus dem Leib gesungen habe, auch noch Lust habe, mich aufzubrezeln und auf einer Party zu erscheinen. Der hat leicht reden! Vielleicht sollte ich ihn nach einem harten Arbeitstag dazu verdonnern, seine Schwiegermutter besuchen zu fahren, die immer an ihm herumnörgelt. Wer hat schon Lust, die gute Laune in Person darzustellen, wenn er doch eigentlich einfach nur in sein Bett kriechen und schlafen möchte?
Diese Worte hätte meine innere Novalee gesagt, wenn ich sie rauslassen würde. Doch diese hat nichts zu melden, weil es völlig fehl am Platz wäre, hier und jetzt meine wahre Meinung kundzutun.
»Ob ich es pünktlich schaffe, kann ich nicht sagen, aber ich werde hingehen.«
»Perfekt. Es werden einige Leute von der Presse anwesend sein, aber das sind sie ja immer, wenn du unterwegs bist.«
Libby denkt, es wäre etwas Schönes, 24/7 auf Schritt und Tritt verfolgt zu werden. Als würde ich darauf brennen, dass Presseleute mir ihre Mikros vor die Nase halten, während ich mir nur einen Bubble Tea holen oder einen Spaziergang machen will. Die Zeiten, in denen ich ohne Security das Haus verlassen konnte, gehören schon lange der Vergangenheit an.
»Wie dem auch sei. Dein Team ist bereits in der Hotellobby und wartet darauf, dich für die Party zu stylen. Und deine Bodyguards sind sowieso an deiner Seite.« Sie wirft den beiden Männern einen Blick zu, ehe sie sich wieder mir zuwendet.
»Okay.« Während ich spreche, unterdrücke ich ein Gähnen. Meine innere Novalee hätte vielleicht einen sarkastischen...




