Deegener / Körner | Kindesmisshandlung und Vernachlässigung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 875 Seiten

Deegener / Körner Kindesmisshandlung und Vernachlässigung

Ein Handbuch
1. Auflage 2005
ISBN: 978-3-8409-1746-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Ein Handbuch

E-Book, Deutsch, 875 Seiten

ISBN: 978-3-8409-1746-2
Verlag: Hogrefe Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Das Handbuch liefert umfassende Informationen zum gegenwärtigen Kenntnisstand über Formen, Häufigkeiten und Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Ausführlich wird außerdem auf Präventions- und Interventionsmöglichkeiten eingegangen. Eine knappe Übersicht über die Geschichte der Gewalt gegen Kinder und ein Abriss der jüngeren Kinderschutzarbeit leiten den Band ein. Weiterhin werden die Formen und Folgen von Kindesmisshandlungen beschrieben, u.a. im Zusammenhang mit struktureller Gewalt, psychisch kranken und suchtkranken Eltern, Partnerschaftskonflikten, Gewalt in der Schule sowie behinderten Kindern und Jugendlichen. Zudem wird das Verhältnis von Erziehung, Gewalt und Recht ausführlich erörtert. Das Handbuch stellt die Bedingungen und Ursachen von Kindesmisshandlungen dar und geht hierbei u.a. auf Erziehungsstile, Risiko- und Schutzfaktoren sowie Ergebnisse der Bindungsforschung ein.

Es vermittelt wichtige Handlungskonzepte für Diagnostik und Intervention: Themen sind u.a. die medizinische und psychosoziale Diagnostik und Intervention: Themen sind u.a. die medizinische und psychosoziale Diagnostik, die ressourcenorientierte, familienaktivierende Arbeit, die Einschätzung der Kindeswohlgefährdung, die Inobhutnahme sowie Möglichkeiten der Kooperation und Vernetzung. Soziale Frühwarnsysteme und die Stärkung der Erziehungskompetenz sind Wege der Prävention, die ausführlich beschrieben werden.

Die Herausgeber

Prof. Dr. phil. Günther Deegener, Psychologischer Psychotherapeut. Seit 1971 Diplom-Psychologe an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Diagnostik und Therapie im ambulanten und stationären Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gewalt in Familien, Begutachtung der Glaubhaftigkeit von Kindern im Rahmen von sexuellem Missbrauch. Aktuelle Buchpublikationen: Sexuelle und körperliche Gewalt (1999, Hrsg.), Kindesmissbrauch – erkennen, helfen, vorbeugen (2000), Die Würde des Kindes (2000), Psychologische Anamnese bei Kindern und Jugendlichen (2001, zus. mit K. D. Kubinger), Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen (2002). E-Mail: negdee@uniklinik-saarland.de.

Dr. phil. Wilhelm Körner, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfe und Psychotherapie; Gewalt, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch, Qualitätssicherung. Aktuelle Buchpublikationen: Handbuch der Erziehungsberatung Band 1: Anwendungsbereiche und Methoden der Erziehungsberatung (1998, hrsg. mit G. Hörmann), Handbuch der Erziehungsberatung Band 2: Praxis der Erziehungsberatung (2000, hrsg. mit G. Hörmann), Handwörterbuch Sexueller Missbrauch (2002, hrsg. mit D. Bange), Sexueller Missbrauch Band 1: Grundlagen und Konzepte (2004, hrsg. mit A. Lenz). E-Mail: wilhelm.koerner@uni-muenster.de.  

Deegener / Körner Kindesmisshandlung und Vernachlässigung jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Vorwort;10
3;I. Teil Geschichte der Kindesmisshandlung;12
3.1;1. Gewalt gegen Kinder in der Geschichte;14
3.1.1;1 Schlaglichter der Gewalt gegen Kinder;14
3.1.2;2 Die Lebensphase Kindheit entsteht;15
3.1.3;3 Gesetze und Organisationen zum Schutz der Kinder;17
3.1.4;4 Folgen der Gewalt;18
3.1.5;Literatur;18
3.2;2. Geschichtlicher Abriss zur Kindesmisshandlung und Kinderschutzarbeit von C. H. Kempe bis heute;20
3.2.1;1 Der Beginn der internationalen Misshandlungsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg;20
3.2.2;2 Misshandlungsarbeit in Deutschland;23
3.2.3;3 Inhalte der internationalen Misshandlungsarbeit der letzten 40 Jahre;25
3.2.4;4 Kindesmisshandlung und Kinderschutz heute - national und international;30
3.2.5;5 Ausblick: Zukünftige Themenschwerpunkte der Misshandlungsarbeit;32
3.2.6;Literatur;33
4;II. Teil Formen, Häufigkeiten und Folgen von Kindesmisshandlungen;36
4.1;3. Formen und Häufigkeiten der Kindesmisshandlung;38
4.1.1;1 Formen der Kindesmisshandlung;38
4.1.2;2 Häufigkeiten;40
4.1.3;3 Weitere Formen von Gewalterleben durch Kinder und Jugendliche;50
4.1.4;4 Überlagerungen verschiedener Formen der Kindesmisshandlung;51
4.1.5;5 Ausblick;54
4.1.6;Literatur;56
4.2;4. Häufigkeiten unterschiedlicher Gewalterfahrungen in Kindheit und Jugend sowie Beziehungen zum psychischen Befinden im Erwachsenenalter;60
4.2.1;1 Einleitung;60
4.2.2;2 Stichproben;60
4.2.3;3 Häufigkeiten von Gewalterleben;61
4.2.4;4 Beziehungen zwischen erlebter Gewalt und psychischem Befinden im Erwachsenenalter;82
4.2.5;5 Überlagernde Auswirkungen auf Grund der Persönlichkeit der Eltern;86
4.2.6;6 Beziehungen zwischen den Eltern sowie der Befragten zu den Eltern;89
4.2.7;7 Zusammenfassung und Diskussion;93
4.2.8;Literatur;94
4.3;5. Folgen von Kindesmisshandlung: Ein Überblick;95
4.3.1;1 Einleitung und Begriffsbestimmung;95
4.3.2;2 Kurzzeitfolgen;96
4.3.3;3 Langzeitfolgen;99
4.3.4;4 Geschlechtstypische Unterschiede;99
4.3.5;5 Methodologische Probleme;101
4.3.6;6 Ausblick;101
4.3.7;Literatur;102
4.4;6. Auswirkungen von Partnerschaftsgewalt auf Kinder: Forschungsstand und Folgerungen für die Praxis;105
4.4.1;1 Gewalt in der Partnerschaft - Ausmaß, TäterInnen und Formen;105
4.4.2;2 Koinzidenz von Partnerschaftsgewalt und Kindesmisshandlung;106
4.4.3;3 Auswirkungen der Partnerschaftsgewalt auf die Kinder;108
4.4.4;4 Interventionsmöglicheiten in Jugendhilfe und Familienrecht;118
4.4.5;Literatur;123
4.5;7. Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom;129
4.5.1;1 Begriff und Erkl‚rung des Münchhausen-by-proxy-Syndroms;129
4.5.2;2 Bekannt gewordene Manipulationen und Warnsignale;132
4.5.3;3 Fallbeschreibungen;134
4.5.4;4 Darstellung eines Opfers;139
4.5.5;5 Fazit und Ausblick;140
4.5.6;Literatur;141
4.6;8. Misshandlung und Vernachlässigung durch psychisch kranke Eltern;142
4.6.1;1 Zusammenhang zwischen psychischer Krankheit der Eltern und Kindesmisshandlung bzw. - vernachlässigung;142
4.6.2;2 Bedingungen und Indikatoren für eine Gefährdung des Kindes;146
4.6.3;3 Die Folgen;150
4.6.4;4 Möglichkeiten der Prävention;151
4.6.5;Literatur;154
4.7;9. Misshandlung und Vernachlässigung durch süchtige Eltern;156
4.7.1;1 Misshandlung und Vernachl‚ssigung in suchtbelasteten Familien;157
4.7.2;2 Konsequenzen von Misshandlung und Vernachlässigung für die weitere Entwicklung des Kindes;161
4.7.3;3 Erfahrungen von sexuellem Missbrauch;164
4.7.4;4 Prävention und Intervention;165
4.7.5;Literatur;168
4.8;10. Individuelle und strukturelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung;172
4.8.1;1 Fallbeispiele;174
4.8.2;2 Schlussfolgerungen;185
4.8.3;Literatur;186
4.9;11. Kindesmisshandlung und Vernachlässigung in Migrantenfamilien;187
4.9.1;1 Migrantenfamilien in Deutschland - Hintergrundinformationen;187
4.9.2;2 Ausma und Formen von Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch von Kindern bei Migrantenfamilien;192
4.9.3;3 Spezifische Probleme des Zugangs und der Interventionen bei Migrantenfamilien;195
4.9.4;4 Besonderheiten bei Interventionen;196
4.9.5;Literatur;198
4.10;12. Gewalt und Gewaltpr‚vention in der und durch die Schule;199
4.10.1;1 Zum Begriff der Gewalt - schulische Beispiele;200
4.10.2;2 Strukturelle Gewalterfahrungen in der Schule - Qualitative Auswertung von SchülerInnen-Befragungen;203
4.10.3;3 Schule und Gewaltprävention;216
4.10.4;Literatur;219
4.10.5;Anhang;221
4.11;13. Kinderarbeit;222
4.11.1;1 Umfang und Formen der weltweiten Kinderarbeit;222
4.11.2;2 Kinderarbeitsverbot als Teil internationaler sozialer Mindeststandards für Arbeitsbedingungen;223
4.11.3;3 Die Umsetzung des internationalen Kinderarbeitsrechts in Deutschland;226
4.11.4;4 Die staatliche Öffentlichkeitsarbeit;234
4.11.5;Literatur;235
5;III. Teil Erziehung, Gewalt und Recht;236
5.1;14. Das erzieherische Gewaltverhältnis und Kindesmisshandlung;238
5.1.1;Literatur;242
5.2;15. Verbot elterlicher Gewalt gegen Kinder - Auswirkungen des Rechts auf gewaltfreie Erziehung;244
5.2.1;1 Die rechtliche Ächtung von Gewalt in der Erziehung;244
5.2.2;2 Prävalenz, Geschlecht und Bildungsschicht;245
5.2.3;3 Wandel des Erziehungsverhaltens;246
5.2.4;4 Gewalt in der Erziehung und eigenes Gewaltverhalten;248
5.2.5;5 Rezeption der Rechtsreform;249
5.2.6;6 Erziehungseinstellungen;250
5.2.7;7 Der Einfluss des neuen Gesetzes auf das Rechtsbewusstsein;252
5.2.8;8 Sensibilisierung durch Recht;254
5.2.9;9 Recht als Stimulus für Familiengespräche;256
5.2.10;10 Fazit;257
5.2.11;Literatur;258
5.3;16. Rechtliche Konsequenzen des neuen Rechts auf gewaltfreie Erziehung;260
5.3.1;1 Vorgeschichte und Grundzüge;260
5.3.2;2 Zivilrechtliche Konsequenzen;261
5.3.3;3 Strafrechtliche Konsequenzen;262
5.3.4;4 Schlussfolgerungen;263
5.3.5;Literatur;264
5.4;17. Kindeswohl und Kindeswille - Interessenvertretung des Kindes;265
5.4.1;1 Grundlegung;265
5.4.2;2 Geltungsbereich;267
5.4.3;3 Kindeswille und Emanzipation;270
5.4.4;4 Kindeswille und Partizipation;271
5.4.5;5 Kindeswohl und Kindeswille bei Elternversagen;272
5.4.6;6 Selbstverständnis und "Erfolgsquote" der Verfahrenspfleger;280
5.4.7;Literatur;282
5.5;18. Rechtliche Grundlagen der Intervention bei Misshandlung, Vernachl‚ssigung und sexuellem Missbrauch;283
5.5.1;1 Zum Begriff der Intervention im medizinischsozialwissenschaftlichen und im juristischen Sinn;283
5.5.2;2 Zum Zweck juristischer Interventionen: Hilfe, Schutz, Strafe;284
5.5.3;3 Hilfe für das Kind zur Abwendung einer Gefährdung für sein Wohl;285
5.5.4;4 Schutz des Kindes durch strafrechtliche Intervention gegenüber dem Täter;299
5.5.5;Literatur;300
6;IV. Teil Bedingungen und Ursachen der Kindesmisshandlung;302
6.1;19. Erziehungsstile und kindliche Entwicklung: entwicklungshemmendes versus entwicklungsförderndes Erziehungsverhalten;304
6.1.1;1 Einführung;304
6.1.2;2 Entwicklungsförderndes versus entwicklungshemmendes Erziehungsverhalten;305
6.1.3;3 Empirische Erziehungsstilforschung;311
6.1.4;4 Fazit;315
6.1.5;Literatur;316
6.2;20. Misshandlung von Kindern: Risikofaktoren und Schutzfaktoren;318
6.2.1;1 Historische Entwicklung und gegenw‚rtige Probleme;318
6.2.2;2 Risiko- und Schutzfaktoren in der Entstehung von Misshandlung;320
6.2.3;3 Schlussfolgerungen;337
6.2.4;Literatur;338
6.3;21. Bindungsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen mit Misshandlungs- und Missbrauchserfahrung;348
6.3.1;1 Relevanz der Bindung im Kontext von Misshandlung;348
6.3.2;2 Grundbegriffe der Bindungstheorie, Erhebungsmethoden zur Bindung und Befunde mit Relevanz f r Kindesmisshandlung;349
6.3.3;3 Misshandlung und Bindung;357
6.3.4;4 Entwicklungswege zur Transmission von Misshandlung ber die Generationen aus bindungstheoretischer Sicht;360
6.3.5;Literatur;364
7;V. Teil Handlungskonzepte bei Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch;368
7.1;22. Forschungsstand zur Intervention;370
7.1.1;1 Geschichte der Interventionen;370
7.1.2;2 Theoretischer Hintergrund der Entwicklung von Interventionsprogrammen;371
7.1.3;3 Einteilung der Interventionsprogramme;374
7.1.4;4 Bewertung der Interventionsprogramme;375
7.1.5;5 Zusammenfassung;381
7.1.6;Literatur;382
7.2;23. Verfahren zur Einschätzung der Gefahr zukünftiger Misshandlung bzw. Vernachlässigung: Ein Forschungsüberblick;386
7.2.1;1 Einleitung;386
7.2.2;2 Ist eine Risikoeinsch‚tzung bei Kindeswohlgefährdung sinnvoll und notwendig?;387
7.2.3;3 Kann das Risiko zukünftiger Misshandlung bzw. Vernachlässigung angemessen eingeschätzt werden?;389
7.2.4;4 Risikoeinschätzung an einem Fallbeispiel;398
7.2.5;5 Diskussion;399
7.2.6;Literatur;401
7.3;24. Kooperation der verschiedenen Dienste bei Kindesmisshandlung, - vernachlässigung und sexuellem Missbrauch;406
7.3.1;1 Die Opfer;406
7.3.2;2 Die Situation;410
7.3.3;3 Kooperationshindernisse;412
7.3.4;4 Netzwerke gegen Misshandlung organisieren;413
7.3.5;5 Wege zur Kooperation;416
7.3.6;6 Schlusswort;417
7.3.7;Literatur;417
7.4;25. Geschlechtsspezifische Hilfen bei Kindesmisshandlung;419
7.4.1;1 Familiale Gewalt und Geschlecht;419
7.4.2;2 Die Herausbildung einer Geschlechtsidentität als Sozialisationsaufgabe;420
7.4.3;3 Misshandlungsforschung: Mädchenforschung - Jungenforschung;421
7.4.4;4 Geschlechtsbezogene Bew‚ltigungsstrategien und Reaktionen der Erziehungshilfe;422
7.4.5;5 Handlungsauftrag, Forschungsaufgaben und Perspektiven;425
7.4.6;6 Ausblick auf eine geschlechterdifferenzierte Jugendhilfe zur Unterstützung gewaltbelasteter Kinder;427
7.4.7;Literatur;428
7.5;26. Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) im sozialpädagogischen Handlungsfeld von Kindesmisshandlung, sexuellem Missbrauch und Kindesvernachlässigung;431
7.5.1;1 Einleitung;431
7.5.2;2 Grundlage;432
7.5.3;3 Schlaglichter;432
7.5.4;4 Tätigkeit des Sozialen Dienstes bei Kindesmisshandlung;440
7.5.5;Literatur;446
7.6;27. Medizinische Diagnostik bei Kindesmisshandlungen;447
7.6.1;1 Körperliche Misshandlung;447
7.6.2;2 Sexueller Missbrauch;458
7.6.3;Literatur;463
7.7;28. Psychosoziale Diagnostik von Kindesgefährdung;467
7.7.1;1 Vorbemerkung;467
7.7.2;2 Grundlagen der Diagnostik;468
7.7.3;3 "Gemeinsam helfen" - ein Konfliktlösungsverfahren;473
7.7.4;4 Zusammenfassung;478
7.7.5;Literatur;479
7.7.6;Anhang;480
7.8;29. Qualifiziertes Erkennen und Beurteilen - vom Aktenvermerk zum qualifizierten Beobachtungskatalog;486
7.8.1;1 Vorbemerkung;486
7.8.2;2 Komplexität des Beurteilens und Handelns;487
7.8.3;3 Defizite der Praxis;490
7.8.4;4 Vom Aktenvermerk zum qualifizierten Beobachtungskatalog;492
7.8.5;5 Weitere Erläuterungen zum Dokumentationsinstrument;493
7.8.6;Literatur;494
7.9;30. Erkennen - Bewerten - Handeln Ein Diagnoseinstrument bei Kindeswohlgefährdung: Der Stuttgarter Kinderschutzbogen;512
7.9.1;1 Warum ein Diagnoseinstrument für die Kinderschutzarbeit im ASD?;512
7.9.2;2 Inhalte und Struktur des Stuttgarter Kinderschutzbogens;513
7.9.3;3 Die kommunikative Validierung einzelner Dimensionen des Kinderschutzbogens;514
7.9.4;4 Qualitätsentwicklung im Kinderschutz;515
7.9.5;5 Erfahrungen mit dem Kinderschutzbogen;516
7.9.6;Literatur;516
7.9.7;Anlagen;517
7.10;31. Inobhutnahme als sozialpädagogische Krisenintervention;534
7.10.1;1 Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen der Inobhutnahme;535
7.10.2;2 Voraussetzung und Zugangsformen der Inobhutnahme;538
7.10.3;3 Inanspruchnahme und statistische Merkmale;541
7.10.4;4 Familiale Gewalt und Vernachl‚ssigung als Anlässe zur Krisenintervention;547
7.10.5;5 Angebotskonzepte und Formen der Unterbringung;550
7.10.6;6 Inobhutnahme als sozialpädagogische Betreuung - fachliche Anforderungen an die Praxis;553
7.10.7;7 Zusammenfassung und Ausblick;556
7.10.8;Literatur;559
7.11;32. Ressourcenfindung in der Arbeit mit vernachlässigenden Familien - ( un)möglich in der Sozialpädagogischen Familienhilfe?;562
7.11.1;1 Zwischen Ressourcensuche und Beschönigung;562
7.11.2;2 Wie kommen Helfer mit vernachl‚ssigenden Eltern klar?;562
7.11.3;3 Lösungsorientierung beginnt beim Setting und bei der Zielsetzung;563
7.11.4;4 Themenbereiche für die Zielformulierung;564
7.11.5;5 Resourcenorientierung beginnt mit der eigenen Haltung und dem Stärken der Klienten;571
7.11.6;Literatur;571
7.11.7;Anhang;572
7.12;33. Familienaktivierung;579
7.12.1;1 Familienaktivierung und ihre Rahmenbedingungen;579
7.12.2;2 Das Konzept Familienaktivierung;580
7.12.3;3 Arbeitsprinzipien;586
7.12.4;4 Auswertung/ Fazit der Tätigkeit;588
7.12.5;Literatur;589
7.13;34. Aufsuchende Familientherapie im Kinderschutz;591
7.13.1;1 Zielgruppe und Ziele;591
7.13.2;2 Das Setting;595
7.13.3;3 Hilfekontext und Hilfeplanung;599
7.13.4;4 Die Phasen der Therapie;603
7.13.5;5 Diskussion: die Stellung der AFT in der Jugendhilfe;614
7.13.6;Literatur;616
7.14;35. Konzepte der Erziehungsberatung bei elterlicher Gewalt;618
7.14.1;1 Einleitung;618
7.14.2;2 Möglichkeiten der Beratung von Gewaltfamilien;620
7.14.3;3 Praktische Ansätze der Erziehungsberatung bei elterlicher Gewalt;623
7.14.4;4 Ausblick;634
7.14.5;Literatur;634
7.15;36. Familien-Mediation im Kinderschutz;638
7.15.1;1 Familien-Mediation;639
7.15.2;2 Entwicklung, Definition und Begründung der;640
7.15.3;Familien-Mediation im Kinderschutz;640
7.15.4;3 Der Mediationsprozess;644
7.15.5;4 Ausgewählte Besonderheiten der Kinderschutz-Mediation;650
7.15.6;5 Evaluation und Forschung;652
7.15.7;6 Zu erwartende Abwehrhaltungen;655
7.15.8;7 Schlussbemerkung;656
7.15.9;Literatur;656
7.16;37. Die Kinderschutz-Zentren - Konzept und Praxis hilfeorientierten Kinderschutzes;659
7.16.1;1 Einleitung;659
7.16.2;2 Standards für die Arbeit eines Kinderschutz-Zentrums;660
7.16.3;3 Aufgaben und Ziele von Kinderschutz-Zentren;661
7.16.4;4 Gewaltverständnis der Kinderschutz-Zentren4;662
7.16.5;5 Grundsätze der Hilfe;663
7.16.6;6 Zielgruppen;666
7.16.7;7 Rechtsgrundlage;667
7.16.8;8 Beschreibung der Angebote und Leistungen;667
7.16.9;9 Stellung der Kinderschutz-Zentren im Spannungsfeld von Jugendhilfe und Justiz;675
7.16.10;10 Qualit‚tsmerkmale für die Arbeit eines Kinderschutz- Zentrums;676
7.16.11;11 Neue Herausforderungen;679
7.16.12;Literatur;680
7.17;38. Betreuter Umgang als Ma nahme des Kinderschutzbundes bei der Indikation familiärer Gewalt;681
7.17.1;1 Ziele und gesetzliche Grundlagen;681
7.17.2;2 Der Kinderschutzbund als freier Träger der Maßnahme "Betreuter Umgang";683
7.17.3;3 Das Konzept;683
7.17.4;4 Bilanz und Ausblick;701
7.17.5;Literatur;706
7.17.6;Anhang;708
7.18;39. Stationäre Erziehungshilfen und Pflegefamilien als neuer Lebensort;710
7.18.1;1 Daten und Forschungsbefunde;712
7.18.2;2 Vernachlässigung als Normalfall;715
7.18.3;3 Die sozialpädagogische Perspektive;719
7.18.4;4 Elf Regeln für fachliches Handeln;722
7.18.5;5 Gefährdung durch Professionelle;726
7.18.6;Literatur;728
8;VI. Teil Prävention;734
8.1;40. Prävention und Intervention in der frühen Kindheit;736
8.1.1;1 Einleitung;736
8.1.2;2 Misshandlungsgefahren in der frühen Kindheit;738
8.1.3;3 Psycho-soziale Hilfen in der frühesten Kindheit;749
8.1.4;4 Eltern-S‚uglings-/ Kleinkind-Beratung;759
8.1.5;5 Ausblick - Chancen früher Prävention und Intervention;760
8.1.6;Literatur;761
8.2;41. Soziale Fr hwarnsysteme - Frühe Hilfen für Kinder und Familien;771
8.2.1;1 Grundüberlegungen des Modellprojektes;771
8.2.2;2 Begriffsbestimmung: soziales Frühwarnsystem;775
8.2.3;3 Frühwarnsysteme im Bereich des Sozialen;776
8.2.4;4 Von der Idee zu den Modellprojekten vor Ort;778
8.2.5;5 Erste Erfahrungen und Zwischenergebnisse;781
8.2.6;Literatur;782
8.3;42. Innovative Formen zur Stärkung der Erziehungskompetenz: Elternbriefe - Elternkurse - Elternbildung;783
8.3.1;1 Vorüberlegungen;783
8.3.2;2 Präventionsformen;783
8.3.3;3 Prävention durch Elternbriefe;784
8.3.4;4 Prävention durch Elternkurse;789
8.3.5;5 Elternratgeber: Bücher;799
8.3.6;6 Elternratgeber: CD-ROM;801
8.3.7;7 Elternratgeber im Internet;801
8.3.8;8 Radio- und Fernsehsendungen für Eltern und Erziehungsfragen;803
8.3.9;9 Beispiele für kurative Elternkurse bei bestehenden Problemsituationen;804
8.3.10;10 Weitere Hinweise zur Verbesserung der Erziehungskompetenz;806
8.3.11;11 Ausblick;806
8.3.12;Literatur;806
8.4;43. Zwei Elternkurse: "Starke Eltern - Starke Kinder und "Triple P": Darstellung, Vergleich und kritische Auseinandersetzung;810
8.4.1;1 Das MultiplikatorInnenprojekt "Starke Eltern - Starke Kinder" des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverband e.V.;810
8.4.2;2 Triple P (= Positive Parenting Programm);816
8.4.3;3 Vergleich der Elternkurse;826
8.4.4;Literatur;831
8.5;44. Prävention gegen sexuellen Missbrauch an Kindern;832
8.5.1;1 Begrifflichkeit;832
8.5.2;2 Gesellschaftliche Ursachen sexueller Gewalt an Kindern;832
8.5.3;3 Zielgruppen;833
8.5.4;4 Risikofaktoren;833
8.5.5;5 Die präventive Arbeit mit Kindern;836
8.5.6;6 Zentrale Themen der Präventionsarbeit;838
8.5.7;7 Inhalte und Ziele;839
8.5.8;8 Elternbildung als Pr‚vention;841
8.5.9;9 Wirksamkeit von Pr‚vention;844
8.5.10;Literatur;846
8.6;45. Familien- und Sozialpolitik gegen Kinderarmut;848
8.6.1;1 Bekämpfung der (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Ausbau der Kinderbetreuung als Schritte zur Rekonstruktion des " Normalarbeitsverhältnisses";848
8.6.2;2 Entlohnung der Eltern- bzw. Erziehungsarbeit: eine Alternative zum Familienlastenausgleich?;849
8.6.3;3 Kinder-, frauen- und familienpolitische Ma nahmen zur Herstellung von ( mehr) Generationen- bzw. Geschlechtergerechtigkeit;851
8.6.4;4 Bildungs- und Betreuungsangebote als wirksamster Beitrag zur Verringerung bzw. Vermeidung von Kinderarmut;855
8.6.5;5 Aufgaben der Politik und (Sozial-)Pädagogik im Kampf gegen die Armut von (Schul-)Kindern;856
8.6.6;Literatur;858
9;Die Autorinnen und Autoren des Bandes;862
10;Sachregister;864
11;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


(S. 128-129)


Der vorliegende Beitrag hat nicht primär zum Ziel einen (weiteren) Übersichtsartikel zu liefern, sondern stellt Fälle aus der eigenen Begutachtungspraxis vor, die aufzeigen sollen, wie vielschichtig die Münchhausen-Problematik sein kann, wie unterschiedlich die Symptome sind,mit denen Kinder vorgestellt werden, so dass deutlich wird, wie schwierig sich die Diagnostik im Einzelfall gestaltet und wie gravierend die Auswirkungen für alle Beteiligten sein können.

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder mit unterschiedlichsten Beschwerden Ärzten vorgestellt und in Kliniken eingeliefert werden, für die keine organische Ursache gefunden werden kann oder bei denen die Beschwerden während des Aufenthaltes in der Klinik zurückgehen, jedoch im häuslichen Umfeld immer wieder – sogar verstärkt oder mit zusätzlicher weiterer Symptomatik – auftreten.
Meist findet sich in der Vorgeschichte, dass diese Kinder bereits verschiedentlich anderen Ärzten vorgestellt worden sind bzw. die Eltern mit der Therapie der gerade Behandelnden nicht einverstanden sind, so dass sie erneut die Therapeuten wechseln. Die Eltern – meist die Mütter – fallen in der Zusammenarbeit mit den Behandlern häufig dadurch auf, dass sie sich besonders konstruktiv und die Behandlung unterstützend verhalten sowie auch in schwerwiegendere Eingriffe vorbehaltslos einwilligen und/oder sie sogar einfordern.

1 Begriff und Erklärung des Münchhausen-by-proxy-Syndroms

Das Münchhausen-Syndrom ist eine Sonderform der so genannten artifiziellen Störungen. Als artifizielle Störungen wird eine Gruppe von Erkrankungen verstanden, die heimlich selbst induziert worden sind und deren „zentrale Problematik darin besteht, körperliche und/oder psychische Krankheitssymptome vorzutäuschen, zu aggravieren oder künstlich zu erzeugen, um auf diese Weise Aufnahmen in Krankenhäusern, medizinische Behandlung und insbesondere invasive Maßnahmen (Operationen, aufwändige diagnostische Eingriffe) zu erreichen" (Eckhardt-Henn, 1999). Beim Münchhausen-Syndrom stehen neben diesem künstlichen Herbeiführen oderVortäuschen von Krankheitssymptomen u. a. eine ausgeprägte Beziehungsstörung mit ständigen Beziehungsabbrüchen und Pseudologia fantastica im Vordergrund.

Wiederum eine Sonderform artifizieller Störungen stellt das Münchhausen-by-proxy- Syndrom dar. Hierbei verletzen sich die Personen nicht selbst, sondern – by proxy, also stellvertretend – ihre Kinder. Diese Störung ist nach Donald und Jureidini (1996) entscheidend durch eine komplexe Interaktion zwischen Mutter, Kind und Arzt definiert. Das Syndrom (MbpS) ist durch vier Merkmale definiert (Rosenberg, 1987, zitiert nach Noeker & Keller, 2002):

– Bei einem Kind liegt ein Beschwerdebild vor, das von einem Elternteil oder einer anderen Person, die für das Kind Verantwortung trägt, vorgetäuscht und/oder erzeugt worden ist.

– Das Kind wird zur medizinischen Untersuchung und extensiven Behandlung vorgestellt, häufig einhergehend mit multiplen Eingriffen.

– Die vorstellende Person verleugnet ihr Wissen um die Ursachen des Beschwerdebildes.

– Die akuten Symptome und Beschwerden bilden sich zurück, wenn das Kind von der Täterin getrennt wird.

Die erste entsprechende Publikation erfolgte von Roy Meadow im Jahre 1977. Er beschreibt eine Sonderform der Kindesmisshandlung, bei der Krankheitssymptome erzeugt oder manipuliert werden, aktiv ärztliche Hilfe aufgesucht wird und eine Vielzahl von medizinischen Prozeduren die Folge sind, die die volle Unterstützung der Eltern finden. Betroffen sind meist sehr junge Kinder (vgl. Keller et al., 1997). Täterinnen sind meist die Mütter. Die Väter sind – in den hier bekannten Fällen – nicht beteiligt, sondern überlassen die Kinder den Müttern. Sie selbst sind häufig von den Frauen abhängig und/oder fühlen sich ihnen unterlegen. Einige sind ihren Frauen intellektuell unterlegen, wenn sie es nicht sind, ordnen sie sich ihnen jedoch meist deutlich unter. Auf Konfrontation mit dem Verdacht reagieren sie zumeist mit Abwehr, stellen sich dann aber auf die Seite ihrer Frau. Keller et al. (1997) stellen in diesem Verhalten die Analogie zum sexuellem Missbrauch durch den Vater her, jedoch mit umgekehrter Rollenverteilung. Die Väter wollen das Verhalten der Frauen nicht wahrhaben und verschließen die Augen. In Einzelfällen wurden sie sogar der Komplizenschaft verdächtigt (Orenstein & Wassermann, 1986).

In einem durch die Autorin bearbeiteten Gutachtenfall kam es sogar zu der Verurteilung von beiden Ehepartnern, nachdem zunächst das erste Kind, später auch das zweite Kind immer wieder mit Knochenbrüchen unklarer Genese in der Klinik aufgenommen wurde. Bei der Frau wurde die Verdachtsdiagnose eines MbpS gestellt, während der Mann eine weit gehend unauffällige Persönlichkeit hatte. Die Frau leugnete die Taten vor Gericht. Der ebenfalls angeklagte Ehemann, der sich während der Geschehnisse häufig im Haus befunden hatte, wenn er auch nicht direkt anwesend war, sondern sich in einem anderen Raum aufgehalten hatte, räumte ebenfalls ein Verschulden nicht ein und erklärte, dass er sich ein solchesVerhalten bei seiner Ehefrau nicht vorstellen könne.

Das Gericht verurteilte daraufhin beide Ehepartner. Das Phänomen, dass die Manipulationen an einem anderen Kind fortgesetzt werden, wenn das zunächst betroffene Kind aus der Familie entfernt wurde, wird bereits bei Bools et al. (1992) beschrieben.


Prof. Dr. phil. Günther Deegener, Psychologischer Psychotherapeut. Seit 1971 Diplom-Psychologe an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Diagnostik und Therapie im ambulanten und stationären Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gewalt in Familien, Begutachtung der Glaubhaftigkeit von Kindern im Rahmen von sexuellem Missbrauch. Aktuelle Buchpublikationen: Sexuelle und körperliche Gewalt (1999, Hrsg.), Kindesmissbrauch – erkennen, helfen, vorbeugen (2000), Die Würde des Kindes (2000), Psychologische Anamnese bei Kindern und Jugendlichen (2001, zus. mit K. D. Kubinger), Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen (2002). E-Mail: negdee@uniklinik-saarland.de.

Dr. phil. Wilhelm Körner, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Arbeitsschwerpunkte: Jugendhilfe und Psychotherapie; Gewalt, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch, Qualitätssicherung. Aktuelle Buchpublikationen: Handbuch der Erziehungsberatung Band 1: Anwendungsbereiche und Methoden der Erziehungsberatung (1998, hrsg. mit G. Hörmann), Handbuch der Erziehungsberatung Band 2: Praxis der Erziehungsberatung (2000, hrsg. mit G. Hörmann), Handwörterbuch Sexueller Missbrauch (2002, hrsg. mit D. Bange), Sexueller Missbrauch Band 1: Grundlagen und Konzepte (2004, hrsg. mit A. Lenz). E-Mail: wilhelm.koerner@uni-muenster.de.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.