Delinsky | Die alte Mühle am Fluss | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 518 Seiten

Delinsky Die alte Mühle am Fluss

Roman | Drei Frauengenerationen einer Familie vereint gegen das Schicksal
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98690-939-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Drei Frauengenerationen einer Familie vereint gegen das Schicksal

E-Book, Deutsch, 518 Seiten

ISBN: 978-3-98690-939-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Erbe, das einen hohen Preis verlangt ... Der bewegende Generationenroman »Die alte Mühle am Fluss« von Barbara Delinsky als eBook bei dotbooks. Schon seit Generationen ist das alte Anwesen mit der weinumrankten Mühle am Fluss das Wahrzeichen der Familie Dorian. Doch Grace, einst die gefeiertste Kolumnistin der USA, verliert langsam, aber sicher ihre Erinnerung. Nun ist es an ihrer Tochter Francine, alles zusammenzuhalten ... bis diese von einem wohlgehüteten Familiengeheimnis erfährt, das alles auf den Kopf stellt, was sie je über ihre Herkunft zu wissen glaubte. Halt findet Francine ausgerechnet in dem Mann, der für sie Tabu sein sollte: dem jungen Arzt ihrer Mutter. Aber dann widerfährt Francines Tochter Sophie etwas Schreckliches, das erneut alles verändert. Und nur, wenn es den drei Dorian-Frauen gelingt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, werden sie die Schatten der Vergangenheit überwinden können ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Familienroman »Die alte Mühle am Fluss« von New-York-Times-Bestsellerautorin Barbara Delinsky wird Fans von Nora Roberts und Lucinda Riley begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Delinsky wurde 1945 in Boston geboren und studierte dort Psychologie und Soziologie. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes arbeitete sie als Fotografin für den Belmont Herald, erkannte aber bald, dass sie viel lieber die Texte zu ihren Fotos schrieb. Ihr Debütroman wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg. Inzwischen hat Barbara Delinsky über 70 Romane veröffentlicht, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerliste stürmen. Sie engagiert sich außerdem sehr stark für Wohltätigkeitsvereine und Aufklärung rund um das Thema Brustkrebs. Barbara Delinsky lebt mit ihrem Mann in New England und hat drei erwachsene Söhne. Die Website der Autorin: barbaradelinsky.com/ Bei dotbooks veröffentlichte Barbara Delinsky ihre Romane: »Die Schwestern von Star's End« »Jennys Geheimnis« »Das Weingut am Meer« »Julias Entscheidung« »Lauras Hoffnung« »Die alte Mühle am Fluss« »Der alte Leuchtturm am Meer« »Das Haus auf Beacon Hill« »Sturm am Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 1 »Der Himmel über Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 2 »Heimkehr nach Norwich« »Das Leuchten der Silberweide« »Das Licht auf den Wellen« »Die Frauen Woodley« »Ein Neuanfang in Casco Bay« »Im Schatten meiner Schwester« »Rückkehr nach Monterey« »Drei Wünsche hast du frei« »Ein ganzes Leben zwischen uns« »Jedes Jahr auf Sutters Island« »Was wir nie vergessen können«
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KAPITEL 2


Verleugnung ist des Unschuldigen Methode, auf morgen zu verschieben, was einzugestehen heute zu sehr schmerzt.

– Grace Dorian in »Die Vertraute«

»Grace? Können Sie mich hören, Grace?«

Grace schlug die Augen auf und blickte in das gutgeschnittene Gesicht von Davis Marcoux. Stirnrunzelnd schaute sie um sich, und ihre Augen weiteten sich, als sie die weißen Laken, den weißen Vorhang und die weiße Zimmerdecke sah. Sie war nicht zu Hause – soviel wußte sie. Ihr Haus war nicht so steril. Und, soweit sie sich erinnerte, Davis’ Büro ebenfalls nicht.

»Wo bin ich?«, fragte sie beunruhigt.

»Im Krankenhaus – noch in der Notaufnahme. Sie haben sich den Kopf angeschlagen, und zwar ganz ordentlich.«

Als er das erwähnte, registrierte sie einen hämmernden Schmerz. Vorsichtig ertasteten ihre Finger auf der Stirn einen Gazetupfer. »Was ist passiert?«

»Sie hatten einen Autounfall.«

»Ich?« Sie versuchte sich zu erinnern, doch das Hämmern in ihrem Kopf vereitelte es. »Ich hatte in meinem ganzen Leben noch keinen Unfall.«

»Dann war dies die Premiere. Sie haben eine rote Ampel überfahren.«

»Ich überfahre keine roten Ampeln. Wo habe ich mir den Kopf angeschlagen?«

»Sie knallten aufs Steuer, als Sie in den anderen Wagen hineinkrachten.«

Als sie in einen anderen Wagen hineinkrachte? Wieder versuchte sie sich zu erinnern, aber da war nur eine vage Angst, das Gefühl, sich verirrt zu haben, die Kontrolle zu verlieren, in Panik zu geraten. »Was ist mit dem anderen Auto?«

»Das ist schrottreif, soviel ich gehört habe, aber der Fahrer ist unverletzt.«

»Gott sei Dank!«, stöhnte sie. »Bin ich so schnell gefahren?«

»Erinnern Sie sich nicht?«

Doch – jetzt, wo er es sagte, fiel ihr ein, wie erschrocken sie über ihr Tempo gewesen war und deshalb versucht hatte, es zu drosseln.

»Was ist passiert?«, fragte Davis mit jetzt leiserer Stimme. In seinem Tonfall schwang eine Vertrautheit mit, die an frühere Gespräche erinnerte.

Grace ging sofort in die Defensive – sie wollte nicht auf diese anderen Gespräche eingehen. »Ich habe keine rote Ampel gesehen, sie muß durch Bäume verdeckt gewesen sein.«

»Es geschah an der Kreuzung South Webster und Elm – die ist von allen Seiten bestens einsehbar.«

So schnell würde sie sich nicht geschlagen geben. »Es dämmerte bereits – wir wissen beide, wie tückisch das Licht um diese Zeit sein kann.«

»Ja, das kann es. War das der Grund?«

»Nun, es muß so gewesen sein. Ich hätte ganz sicher angehalten, wenn ich die rote Ampel gesehen hätte.«

»Und wenn Sie sie sahen, aber die Bedeutung nicht begriffen?«

Sie starrte ihn feindselig an. »Ich bitte Sie – ich weiß, was eine rote Ampel bedeutet!«

»Jetzt ja, aber vielleicht waren Sie verwirrt.«

»Nein, das war ich nicht. Nun ja – für einen Moment vielleicht. Ich muß übersehen haben, daß die Ampel auf Rot schaltete – der andere Wagen muß schon bei Gelb losgefahren sein.«

»Der andere Wagen war der dritte auf der Kreuzung – so lange hatten Sie schon Rot.«

»Na ja – dann war es eben ein Unfall.« Sie weigerte sich, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. »Das passiert doch jedem mal.«

»Und wenn jemand verletzt worden wäre – wie wäre Ihnen dann zumute?«

»Schrecklich«, antwortete sie ehrlich.

»Ich hatte Sie doch gebeten, nicht zu fahren.«

»Ich tue es ja nicht oft. Aber ich wollte ausgehen, und mein Chauffeur war nicht zu finden. Also setzte ich mich selbst ans Steuer.«

»Und gelandet sind Sie hier.«

»Es war ein Unfall, Doktor Marcoux, ein simpler Unfall.«

»Mir macht seine Ursache Sorgen.« Nach einer Pause fragte er:

»Haben Sie mit Ihrer Familie gesprochen?«

Graces Augen weiteten sich. Ihre Familie würde eine Erklärung erwarten. »Wissen sie, daß ich hier bin?«

»Ihre Tochter wartet draußen – sie ist im Krankenwagen mitgefahren. Einer Ihrer Nachbarn hatte den Unfall beobachtet und sie aus seinem Wagen angerufen.«

Grace hätte es wissen sollen. Der Fluch des Interesses, nichts blieb lange ein Geheimnis.

Sie schloß die Augen. Das Hämmern hinter ihrer Stirn fand Widerhall in dem Hämmern in ihrer Brust. Grace atmete tief durch, und als sie den Arzt wieder ansah, stand Vorsicht in ihrem Blick. »Was haben Sie alles gesagt?«

»Nur, daß Sie nicht ernsthaft verletzt sind. Das heißt nicht, daß die Situation nicht ernst ist.«

Sie hielt seinem Blick stand. »Das ist sie nicht.«

»Grace.«

»Sie haben mit Ihren Tests nicht das geringste bewiesen«, gab sie heftig zurück. »Das haben Sie selbst gesagt. Sie haben lediglich ein paar Alternativen ausgeschlossen.«

»Mehr als ein paar. Ihre Symptome sind klassisch.«

»Vergeßlichkeit ist in meinem Alter etwas Unvermeidliches«, erwiderte sie mit einer wegwerfenden Handbewegung.

»Aber Phasen geistiger Verwirrung nicht – und derentwegen haben Sie mich seinerzeit aufgesucht. Was Ihnen da vorhin im Auto passiert ist, ist typisch für Alzheimer-Patienten.«

»Ich bin kein Alzheimer-Fall.«

»Und wenn der Fahrer des anderen Autos verkrüppelt oder gar tot wäre? Wenn Sie tot wären?«

»Mein Nachlaß ist geregelt.«

»Darum geht es nicht. Ihre Familie sollte wissen, was vorgeht.« Grace schüttelte den Kopf. »Ich möchte auf keinen Fall, daß sie aufgrund einer so vagen Diagnose in Panik geraten.«

Er bedachte sie mit einem tadelnden Blick. Sie schaute weg.

»Haben Sie es Father Jim gesagt?«, fragte er leise.

Ihr Blick flog zu ihm zurück. »Natürlich nicht.«

»Das sollten Sie aber – vielleicht kann er Ihnen helfen.«

»Inwiefern?« rief Grace. »Indem er mich füttert, wenn ich nicht mehr selbständig essen kann? Mich an der Hand herumführt, wenn ich nicht mehr weiß, wohin ich gehe? Mir erklärt, wer er ist, wenn ich mich nicht mehr an seinen Namen erinnere?« Sie tippte sich an die Brust. »Ich habe viel über diese Krankheit gelesen – ich habe sie nicht.«

Davis schob die Hände in die Taschen und starrte stirnrunzelnd zu Boden. Grace versuchte seine Gedanken zu erraten, als er sich umdrehte und sich, von ihr abgewandt, auf die Bettkante setzte. »Weiß Ihre Familie von Ihren Anfällen?« fragte er mit gesenktem Kopf.

»Nein.«

»Dann weiß sie auch nichts von den Tests, denen Sie sich unterzogen haben?«

»Ich sagte damals, ich besuche Freunde in der Stadt.«

Er schaute über seine Schulter und fand ihren Blick. »Lassen Sie mich mit ihnen reden. Ich erkläre ihnen, zu welchen Schlußfolgerungen ich gekommen bin, und sie können mir zustimmen oder nicht.«

»Und wenn sie Ihnen zustimmen?« faßte Grace ihre größte Angst in Worte. »Wenn sie Ihnen zustimmen, werden sie mich von da an mit anderen Augen sehen. Alles, was ich tue, wird ihr Mißtrauen erregen, jeden kleinen Fehler werden sie auf die Krankheit zurückführen, ob er damit zu tun hat oder nicht. Da würde eine Lawine losgetreten.«

»Sie dürfen es nicht länger für sich behalten. Haben sie denn keine Veränderung in Ihrem Verhalten bemerkt?«

»Sie üben sich in Nachsicht – ich bin einundsechzig.«

»Einundsechzig ist nicht alt.«

Grace fand diese Äußerung aus Davis Marcoux’ Mund nicht annähernd so erfreulich wie aus Francines.

»Früher oder später werden Sie es ihnen sagen müssen.«

»Nicht, wenn Ihre Diagnose falsch ist«, widersprach sie.

»Stellen Sie sich für einen Moment vor, daß sie das nicht ist – sollte Ihre Familie dann nicht vorbereitet sein? Soviel ich aus dem entnehmen konnte, was Sie mir erzählt haben, stehen Sie und Ihre Tochter sich sehr nahe. Meinen Sie nicht, sie wüßte gerne Bescheid?«

»Über mein Todesurteil? Sie wäre verzweifelt.«

»Sie ist kein Kind mehr.«

»Sie wäre verzweifelt«, wiederholte Grace. »Ich spreche aus Erfahrung.«

Sie selbst hatte gegen dieses Gefühl angekämpft, seit ihr der Gedanke gekommen war, ihre Symptome könnten auf die Alzheimersche Krankheit zurückzuführen sein, und das war viele Monate vor ihrem ersten Besuch bei Davis Marcoux gewesen. Sie las die Zeitungen. Sie las medizinische Fachblätter. Sie erhielt eine wachsende Anzahl von Leserzuschriften zu diesem Thema. Sie wußte um die Seelenqualen, die Menschen litten, die sich über ihren Zustand im klaren waren, und darum, wie verheerend er sich auf die Familien auswirkte. Verzweiflung war nur ein kleiner Teil davon.

»Sie verstehen das nicht, Doktor. Ich bin der Angelpunkt meiner Familie, die Dorians stehen und fallen mit meinem Beruf – und meinem Erfolg. Wie könnte ich ihnen sagen, daß damit vielleicht bald Schluß ist? Sie haben es doch selbst gesagt: Es ist durchaus möglich, daß ich auch in den nächsten Jahren nur gelegentliche Ausfälle habe.«

»Aber was ist mit dem Unfall, den Sie vorhin hatten? Was wäre gewesen, wenn Ihre Tochter oder Ihre Enkelin mit im Wagen gesessen hätte?«

»Dann hätte eine von ihnen am Steuer gesessen – ich fahre grundsätzlich nur, wenn niemand da ist, der mich chauffieren kann.«

»Das ist keine Rechtfertigung«, schalt er, doch sein Ton blieb sanft und machte es Grace zusehends schwerer, gegen seine Worte aufzubegehren. Ja, sie war der Angelpunkt ihrer Familie, aber sie war ihr auch lieb und teuer. Wenn sie dafür verantwortlich wäre, daß einem von ihnen etwas geschähe, würde sie sich das niemals verzeihen.

Sie preßte die Fingerspitzen gegen ihre schmerzende Stirn. »Ich bin im Augenblick außerstande, mich damit auseinanderzusetzen.«

»Ihre Tochter wartet draußen, um...



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