Delinsky | Ein Neuanfang in Casco Bay | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Delinsky Ein Neuanfang in Casco Bay

Roman
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-628-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

ISBN: 978-3-98690-628-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was braucht es, um eine gute Mutter zu sein? Der mitreißende Kleinstadtroman »Ein Neuanfang in Casco Bay« von Barbara Delinsky als eBook bei dotbooks. Das Leben in der Hafenstadt Casco Bay plätschert ruhig und besonnen vor sich hin, schließlich bedeutet der Name auch »Ort des ewigen Frühlings«. Hier hat Susan vor langer Zeit Wurzeln geschlagen und ihre Tochter allein aufgezogen. Gemeinsam mit ihren zwei besten Freundinnen führt sie einen florierenden Woll-Laden. Doch das Glück wird von einer Sekunde auf die andere jäh erschüttert, als die drei Töchter der Frauen verkünden, schwanger zu sein. Alle drei, und dabei sind sie erst 17 Jahre alt! Schnell zieht die skandalöse Nachricht weite Kreise und brandmarkt Susan und ihre Freundinnen als Rabenmütter. Doch was steckt wirklich hinter dem rätselhaften Pakt, den ihre Teenager-Töchter geschlossen haben? Nur eins scheint gewiss: Nachdem die Wahrheit ans Licht gekommen ist, wird in Casco Bay nichts mehr sein wie zuvor ... »Mit dieser zum Nachdenken anregenden Geschichte zeigt Delinsky einmal mehr, warum sie auf der Bestsellerliste zu Hause ist: Ihre Romane sind zeitgemäß, lebensnah und erfrischend.« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berührende Familienroman »Ein Neuanfang in Casco Bay« von New-York-Times-Bestsellerautorin Barbara Delinsky wird Fans von Susan Wiggs begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Delinsky wurde 1945 in Boston geboren und studierte dort Psychologie und Soziologie. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes arbeitete sie als Fotografin für den Belmont Herald, erkannte aber bald, dass sie viel lieber die Texte zu ihren Fotos schrieb. Ihr Debütroman wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg. Inzwischen hat Barbara Delinsky über 70 Romane veröffentlicht, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerliste stürmen. Sie engagiert sich außerdem sehr stark für Wohltätigkeitsvereine und Aufklärung rund um das Thema Brustkrebs. Barbara Delinsky lebt mit ihrem Mann in New England und hat drei erwachsene Söhne. Die Website der Autorin: barbaradelinsky.com/ Bei dotbooks veröffentlichte Barbara Delinsky ihre Romane: »Die Schwestern von Star's End« »Jennys Geheimnis« »Das Weingut am Meer« »Julias Entscheidung« »Lauras Hoffnung« »Die alte Mühle am Fluss« »Der alte Leuchtturm am Meer« »Das Haus auf Beacon Hill« »Sturm am Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 1 »Der Himmel über Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 2 »Heimkehr nach Norwich« »Das Leuchten der Silberweide« »Das Licht auf den Wellen« »Die Frauen Woodley« »Ein Neuanfang in Casco Bay« »Im Schatten meiner Schwester« »Rückkehr nach Monterey« »Drei Wünsche hast du frei« »Ein ganzes Leben zwischen uns« »Jedes Jahr auf Sutters Island« »Was wir nie vergessen können«
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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Susan Tate hatte es nicht kommen sehen. Sie wusste nur, dass Ihre Tochter anders war. Sie, die immer spontan und offen gewesen war, war ganz plötzlich undurchsichtig.

Lily war siebzehn. Vielleicht sagte das ja schon alles. Sie absolvierte das letzte Jahr an der Highschool und hatte einen übervollen Stundenplan, spielte Hockey und Volleyball und sang in einem A-cappella-Chor. Und ja, Susan war verwöhnt durch die enge Beziehung, die sie und Lily immer gehabt hatten. Sie waren eine Zweierfamilie und fühlten sich miteinander wohl.

Natürlich musste Lily ihre Flügel austesten, das wusste Susan. Doch sie hatte auch das Recht, sich Sorgen zu machen. Lily war die Liebe ihres Lebens, das Allerbeste, was ihr in ihren fünfunddreißig Jahren passiert war. Wenn es um die Dinge ging, die man im Leben erreichen konnte, war eine gute Mutter zu sein das, was sie am meisten zu schätzen wusste.

Das bedeutete zu kommunizieren, und da das Abendessen nur allzu oft von E-Mails oder SMS unterbrochen wurde, war Ausgehen angesagt. In einem Restaurant hätte Susan Lily für sich, während sie auf die Bestellung warteten, auf das Essen warteten, auf die Rechnung warteten – alles wertvolle Zeit.

Sie schlug das Steak Place vor, eindeutig protzig, doch es gab dort ruhige Nischen aus Eichen. Lily sprach sich dagegen aus und wählte stattdessen das Carlino.

Das Carlino war nicht mal Susans zweite Wahl. Oh, sie mochte die Besitzer und die Karte und die Kunst dort – alles echt toskanisch. Doch die Preise waren so vernünftig für die riesigen Portionen, dass die ganze Stadt dorthin ging, und Susan suchte Abgeschiedenheit und Ruhe, aber bei Carlino war es öffentlich und laut.

Doch sie wollte Lily einen Gefallen tun, und so gab sie nach und drängte, entschlossen, keine Spielverderberin zu sein, ihre Tochter mit einem Lächeln aus der Novemberkälte hinein in einen Kokon aus Wärme und Lärm. Als sie schließlich alle Freunde begrüßt hatten und saßen, aßen sie gemeinsam Hummus auf getoasteten Crostini, und auch wenn Lily nur daran knabberte, behauptete sie, es sei gut. Noch mehr Freunde kamen vorbei, und um ehrlich zu sein, war das nicht allein Lilys Schuld. Als Direktorin der Highschool war Susan stadtbekannt. Ein anderes Mal hätte sie es genossen, alle zu sehen.

Heute Abend aber hatte sie eine Mission. Sobald sie wieder mit Lily allein war, beugte sie sich vor und sprach leise über ihren Tag in der Schule. Da das Budget für das nächste Jahr an Thanksgiving fällig war und die Finanzen der Stadt stagnierten, waren schwere Entscheidungen zu treffen. Die meisten Personalfragen waren zu sensibel, als dass sie sie mit ihrer siebzehnjährigen Tochter hätte teilen können, doch wenn es um neue Kursangebote und Technologie ging, war Lily ein wertvoller Resonanzboden.

Susans Motiv ging tatsächlich tiefer, traf mitten ins Herz des Mutterseins. Sie glaubte, dass es Lily zum Denken aufforderte, wenn sie mit ihr Probleme der Erwachsenen teilte. Sie glaubte auch, dass ihre Tochter verständig war, und heute Abend bildete da keine Ausnahme. Lily, die vorübergehend ganz konzentriert war, stellte gute Fragen.

Sobald jedoch ihre Vorspeisen kamen – Huhn mit Cannellini-Bohnen für Lily und Lachs mit Artischocken für Susan –, wurden sie von zwei von Susans Lehrern unterbrochen, die sie begrüßten. Als sie fort waren, fragte Susan Lily nach der Chemiearbeit, die sie an diesem Morgen geschrieben hatte. Auch wenn Lily bereitwillig antwortete, lag der Schwerpunkt ihrer Erwiderung doch auf unbedeutenden Tatsachen, und ihre Munterkeit wirkte gezwungen. Sie stocherte in ihrem Essen herum und aß nur wenig.

Besorgter denn je sah Susan ihrer Tochter prüfend ins Gesicht. Es war herzförmig, so süß wie immer und wurde von langem, glänzendem sandfarbenem Haar eingerahmt. Das Haar war ein Erbe ihres Vaters, während ihre Augen – Susans Augen – haselnussbraun und klar waren und ihre Haut cremeweiß und glatt.

Sie sah nicht krank aus, fand Susan. Verletzlich vielleicht. Vielleicht gequält. Aber nicht krank.

Selbst als Lily die Nase rümpfte und sich über den Knoblauchgeruch im Restaurant beschwerte, ahnte Susan noch nichts. Sie war zu sehr damit beschäftigt, sich zu versichern, dass diese klaren Augen Drogenmissbrauch ausschlossen, und was Alkohol anging, so hatte sie niemals Flaschen, leere oder sonstige, in Lilys Zimmer gesehen. Sie suchte nicht aktiv danach, indem sie zum Beispiel hinter Trödel auf den obersten Regalen nachschaute. Doch wenn sie saubere Wäsche in die Schubladen zurücklegte oder Jeans in den Schrank hängte, entdeckte sie nichts, was nicht stimmte.

Alkohol wäre keine Verlockung. Susan trank Wein mit Freunden, stockte aber selten auf, so dass Lily sich nicht aus einer Bar versorgen konnte. Dasselbe mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, obwohl Susan wusste, wie leicht es für Jugendliche war, sie online zu bekommen. Es verging kaum ein Monat, ohne dass ein Schüler deshalb festgenommen wurde. »Mom?«

Susan blinzelte. »Ja, Liebes?«

»Wer ist denn jetzt zerstreut? Woran denkst du?« »An dich. Geht es dir gut?«

Kurzer Ärger flackerte auf. »Das fragst du mich ständig.«

»Weil ich mir Sorgen mache«, gab Susan zurück, griff über den Tisch und schlang ihre Finger um Lilys. »Seit dem Sommer bist du nicht mehr dieselbe. Und da ich dich liebe wie verrückt und du nichts sagen willst, muss ich mich einfach fragen, ob es nur die Tatsache ist, dass du siebzehn bist und deinen Freiraum brauchst. Bedränge ich dich?«

Lily sprudelte heraus: »Nein. Du bist in der Hinsicht die beste Mom.«

»Ist es die Schule? Du bist gestresst.«

»Ja«, antwortete Lily, doch ihr Ton sagte, dass da noch mehr war, und ihre Finger umklammerten Susans.

»Die Collegebewerbungen?«

»Das ist in Ordnung für mich.«

»Dann die Infinitesimalrechnung.« Der Lehrer für Infinitesimalrechnung war der härteste im Mathe-Lehrkörper, und Susan hatte sich gesorgt, dass Lily eingeschüchtert sein könnte. Doch was gab es für eine Wahl? Raymond Dunbar war dreißig Jahre älter als Susan und hatte sich mit seiner Stimme ihrem Aufstieg zur Direktorin widersetzt. Wenn sie ihn bäte, es lockerer anzugehen, würde er sie der Vetternwirtschaft bezichtigen.

Doch Lily meinte: »Mr. Dunbar ist nicht so schlecht.« Susan spielte mit Lilys Fingern. »Wenn ich es genau benennen müsste, würde ich sagen, dass die Veränderung im letzten Sommer eingesetzt hat. Ich habe mir das Hirn zermartert, aber du hast mir immer gesagt, dass du deinen Job liebst. Ich weiß, ich weiß, du warst am Strand, aber Kinder unter acht zu beaufsichtigen ist schwer, und Sommerfamilien können am schlimmsten sein.«

Lily strich sich das Haar zurück. »Ich liebe Kinder. Außerdem war ich mit Mary Kate, Abby und Jess zusammen.« Die Mädchen waren ihre drei besten Freundinnen und die Töchter von Susans besten Freundinnen. Alle drei Mädchen waren verantwortungsbewusst. Abby fehlte es manchmal an Führung, wie ihrer Mutter Pam, und Jessica hatte ein bisschen etwas von einer Rebellin, auch wenn ihre Mutter Sunny nicht so war. Doch Mary Kate war so beständig wie ihre Mom Kate, die für Susan wie eine Schwester war. Mit Mary Kate an ihrer Seite konnte Lily nichts falsch machen.

Nicht, dass Lily selbst nicht beständig war, doch Susan kannte Gruppendruck. Wenn sie eines als Lehrerin gelernt hatte, dann, dass der Schlüssel zum Erfolg eines Kindes zu einem nicht geringen Teil in den Freunden lag, die es hatte.

»Und mit ihnen ist nichts?«, fragte sie.

Lily wurde wachsam. »Hat Kate was gesagt?«

Susan beruhigte sie. »Nichts Negatives. Aber sie fragt ständig nach dir. Du bist ihr sechstes Kind.«

»Aber hat sie was über Mary Kate gesagt? Macht sie sich Sorgen um sie, wie du dir Sorgen um mich machst?« Susan dachte eine Minute nach und antwortete dann ehrlich. »Sie ist eher traurig als besorgt. Mary Kate ist ihre Jüngste. Kate hat das Gefühl, dass sie sich auch von ihr entfernt. Aber um Mary Kate sorge ich mich nicht, sondern um dich.« Mehrere Tische weiter brach Gelächter aus. Verärgert durch die Störung, warf Susan der Gruppe einen Blick zu. Als sie sich wieder umwandte, wirkten Lilys Augen verängstigt.

Susan hatte diesen Blick in letzter Zeit oft gesehen, und er machte ihr Angst.

Sie war jetzt ganz verzweifelt, hielt Lilys Hand noch fester und sagte leise und panisch: »Was ist los? Ich sollte wissen, was Mädchen in deinem Alter fühlen und denken, aber in der letzten Zeit kann ich das bei dir nicht mehr. Deine Gedanken sind so oft woanders – irgendwo, wo ich keinen Zutritt habe. Vielleicht sollte es in deinem Alter ja so sein«, gab sie zu, »und es würde mich nicht stören, wenn du glücklich wärst, aber du wirkst nicht glücklich. Du wirkst geistesabwesend. Du wirkst ängstlich.«

»Ich bin schwanger.«

Susan keuchte auf. Sie löste ihre Hand, setzte sich aufrechter hin und wartete auf ein neckendes Lächeln, doch da war keines. Natürlich nicht. Lily würde über so was keine Witze machen.

Ihre Gedanken rasten. »Aber ... aber das ist unmöglich. Ich meine, es ist nicht körperlich unmöglich, aber das würde doch nicht passieren.« Als Lily nichts sagte, drückte Susan eine Hand an ihre Brust und flüsterte: »Oder doch?«

»Ich bin es«, flüsterte Lily zurück.

»Wie kommst du darauf?«

»Sechs Tests, alles positiv.« »Du bist zu spät dran?«

»Nicht spät. Habe sie nicht mehr. Dreimal.«

»Dreimal? O mein Gott, warum hast du mir nichts erzählt?«, rief Susan und dachte an all die anderen Dinge, die eine ausgefallene Periode bedeuten konnte. Schwanger sein ergab keinen Sinn, nicht bei Lily. Aber sie log nicht. Wenn sie sagte, dass sie schwanger...



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