Delinsky | Heimkehr nach Norwich | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 616 Seiten

Delinsky Heimkehr nach Norwich

Roman | »Mitreißend und gefühlvoll«, empfiehlt die internationale Bestsellerautorin Sandra Brown
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-016-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | »Mitreißend und gefühlvoll«, empfiehlt die internationale Bestsellerautorin Sandra Brown

E-Book, Deutsch, 616 Seiten

ISBN: 978-3-98952-016-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Suche nach den eigenen Wurzeln: Der aufwühlende Roman »Heimkehr nach Norwich« von Barbara Delinsky als eBook bei dotbooks. Wird sie jemals fühlen dürfen, was es heißt, ein Zuhause zu haben? Bei der Beerdigung ihrer Adoptivmutter erfährt Chelsea Kane zum ersten Mal den Namen ihres Geburtsortes - und bekommt einen rätselhaften alten Schlüssel überreicht. Ein Vermächtnis ihrer wahren Eltern? Fest entschlossen, Antworten zu finden, reist Chelsea in die Kleinstadt Norwich ... doch noch während sie versucht, ihre Vergangenheit zu ergründen, muss sie sich plötzlich fragen, was die Zukunft bringen kann: Chelsea entdeckt, dass sie schwanger ist - ausgerechnet jetzt, wo sie für den wortkargen Judd, der in Norwich tief verwurzelt ist, zarte Gefühle entwickelt. Wird Chelsea, wie ihre Mutter damals, vor eine Entscheidung gestellt werden, die ihr Leben für immer verändert? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der berührende Schicksalsroman »Heimkehr nach Norwich« von New-York-Times-Bestsellerautorin Barbara Delinsky wird Fans von Nora Roberts begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Delinsky wurde 1945 in Boston geboren und studierte dort Psychologie und Soziologie. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes arbeitete sie als Fotografin für den Belmont Herald, erkannte aber bald, dass sie viel lieber die Texte zu ihren Fotos schrieb. Ihr Debütroman wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg. Inzwischen hat Barbara Delinsky über 70 Romane veröffentlicht, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerliste stürmen. Sie engagiert sich außerdem sehr stark für Wohltätigkeitsvereine und Aufklärung rund um das Thema Brustkrebs. Barbara Delinsky lebt mit ihrem Mann in New England und hat drei erwachsene Söhne. Die Website der Autorin: barbaradelinsky.com/ Bei dotbooks veröffentlichte Barbara Delinsky ihre Romane: »Die Schwestern von Star's End« »Jennys Geheimnis« »Das Weingut am Meer« »Julias Entscheidung« »Lauras Hoffnung« »Die alte Mühle am Fluss« »Der alte Leuchtturm am Meer« »Das Haus auf Beacon Hill« »Sturm am Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 1 »Der Himmel über Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 2 »Heimkehr nach Norwich« »Das Leuchten der Silberweide« »Das Licht auf den Wellen« »Die Frauen Woodley« »Ein Neuanfang in Casco Bay« »Im Schatten meiner Schwester« »Rückkehr nach Monterey« »Drei Wünsche hast du frei« »Ein ganzes Leben zwischen uns« »Jedes Jahr auf Sutters Island« »Was wir nie vergessen können«
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Prolog


Sie kämpfte gegen den schier übermächtigen Drang zu pressen an. Sie wollte nicht, daß das Baby schon geboren würde. Sie war noch nicht bereit, sich davon zu trennen, wollte es noch länger behalten, doch ihr Körper spielte nicht mit. Er hatte die Regie übernommen und strebte unaufhaltsam seinem Ziel entgegen. Vom Beginn der Wehen am vorangegangenen Abend an waren die Kontraktionen stark gewesen, eine weitere Art der Strafe zu all den anderen, die sie bereits erfahren hatte. Aber jetzt setzten sie ihr noch grausamer zu, schienen ihren Leib zusammenzuschnüren und raubten ihr den Atem, zwangen das Kind in ihrem Bauch erbarmungslos nach unten, bis sie nicht mehr anders konnte, als ihre Schenkel zu öffnen, und nicht mehr die Kraft hatte, das Mädchen wegzustoßen, das mit der Hand dazwischengriff.

Es war fast dunkel im Zimmer, das einzige Licht spendeten der Holzofen und der zarte Schimmer der heraufsteigenden Morgendämmerung. In halluzinatorischen Augenblicken zwischen den Schmerzschüben bildete sie sich ein, daß er bestimmt hatte, daß das Baby jetzt geboren würde, zu einem Zeitpunkt, da niemand wach wäre, um es mitbekommen zu können, daß der Fleck auf der weißen Weste von Norwich Notch, den das Baby bedeutete, im Schutz der Dunkelheit ausgewaschen würde, das Kind fortgeschafft. Bei Sonnenaufgang würde die Stadt wieder im reinen Glanz erstrahlen.

Eine weitere Wehe baute sich auf, diesmal so heftig, daß sie unwillkürlich aufschrie. Der Schrei gellte durch die Stille, gefolgt von einem zweiten und dann, als die Eisenklammer um ihren Leib sich lockerte, von dem krampfhaften Ringen nach Luft.

Auch diese Laute ließen die Stille erzittern, und als sie wieder klar denken konnte, wurde ihr die Ironie dieser Stille bewußt. Eigentlich hätte zur Geburt des Kindes, das einen solchen Aufruhr verursacht hatte, ein Schneesturm um die Hütte toben müssen – oder wenn schon kein Schneesturm, dachte sie mit einem Anflug von Hysterie, dann zumindest einer der sintflutartigen Regenfälle, die New Hampshire Ende März häufig heimsuchten. Dann hätte Schlamm die Straßen unpassierbar gemacht, niemand hätte zu ihr gelangen und sie ihr Baby vielleicht ein wenig länger behalten können. Aber es heulte kein Wind, keine Schneeflocken wirbelten durch die Luft, kein Regen trommelte auf das Dach, kein Schlamm wälzte sich über die Straßen. Lautlos zog die Dämmerung herauf, verhöhnte sie mit ihrer schrecklichen Ruhe.

Ihr Leib verkrampfte sich, wurde steinhart, unglaubliche Schmerzen wanden sich wie Seile um ihre Mitte, die bei jedem Mal fester angezogen wurden. Sie sehnte sich danach, daß jemand ihre Hand hielte, ihr das tröstliche Gefühl vermittelte, ihr beizustehen, doch es war keine Hand da, niemand, der ihr beistand. Also krallte sie ihre Finger in das zerknitterte Laken und biß die Zähne zusammen, um den in ihrer Kehle aufsteigenden Schrei zurückzuhalten.

»Pressen Sie«, sagte die leise Stimme zwischen ihren Beinen. Sie gehörte der sechzehnjährigen Tochter der Hebamme, die mit der Aufgabe betraut worden war, das unerwünschteste Kind des Ortes ans Licht der Welt zu holen. Die Stimme des auf diesem Gebiet unerfahrenen Mädchens war sanft und verriet gleichzeitig, mit welcher Aufregung sie das für sie neue Erlebnis erfüllte, als sie drängte: »Pressen Sie ... Da! Ich sehe den Kopf!«

Sie versuchte dagegen anzukämpfen. Das Baby auszustoßen hieß, das einzige Leben auszustoßen, das sie jemals erschaffen hatte, und sobald es ihren Körper verlassen hätte, wäre das Baby für sie verloren. Sie fragte sich, ob es das wohl wußte. Und sie fragte sich, ob es das wohl wollte – es schien so entschlossen, geboren zu werden. Verübeln konnte sie es ihm nicht, sie hätte ihm nichts zu geben außer ihrer Liebe, und damit könnte sie es weder kleiden noch ernähren. Und so würde sie das Kind um des Kindes willen fortgeben. Sie hatte dieser Entscheidung zugestimmt, doch es bekümmerte sie zutiefst. Zutiefst.

Die nächste Wehe war so schmerzhaft, daß sie alle Gedanken aus ihrem Kopf verdrängte außer dem, daß sie diese Geburt mit Sicherheit nicht überleben würde. Ihre Finger umklammerten das fadenscheinige Laken so fest, daß die Knöchel weiß wurden, und ihr ganzer Körper war ein einziger Schmerz. Als dieser abebbte, bedauerte sie es einen Moment lang, noch am Leben zu sein, und als sie schweißgebadet und zitternd die nächste Attacke kommen fühlte, war die Enttäuschung immer noch stark. Instinktiv preßte sie.

»So ist’s gut«, lobte das Mädchen mit bebender Stimme. »Noch ein bißchen ... Oooo ja! Da ist es!«

Das Baby verließ ihren erschöpften Körper, doch der Schmerz blieb. Er stieg nach oben, umschloß ihr Herz und überschwemmte ihren Verstand und wurde nicht von dem dünnen Schrei gemildert, der über ihren stoßweisen Atem hinweg schrill von einem neuen Leben kündete. Sie versuchte das Kind zu sehen, doch selbst wenn es heller gewesen wäre, hätte ihr noch immer aufgetriebener Bauch es vereitelt. Als sie versuchte sich aufzurichten, knickten ihre zitternden Arme ein.

»Ist es ein Mädchen?« rief sie im Zurückfallen. »Ich wollte ein Mädchen.«

»Pressen Sie noch mal.«

Sie spürte ein Ziehen, eine weitere Kontraktion, einen weiteren, heftigen Krampf, und dann, mit seinem Verebben, ein qualvolles Gefühl des Verlusts. »Mein Baby«, flüsterte sie verzweifelt. »Ich will mein Baby.« Als antworte er ihr, begann der Säugling am Fußende des Bettes zu weinen.

Der Klang seines Stimmchens drang bis in die tiefsten Tiefen ihrer Seele. Wäre es eine Totgeburt gewesen, hätte sie getrauert und es irgendwann überwunden, aber ein gesundes Kind zu gebären und dann weggeben zu müssen, war doppelt herzzerreißend. »Ich will mein Baby sehen.«

Sie bekam keine Antwort. Aus den Geräuschen am Ende des Bettes konnte sie schließen, daß das Baby gewaschen wurde.

»Bitte!«

»Ich darf nicht.«

»Es ist mein Baby!«

»Sie haben zugestimmt.«

»Wenn ich es jetzt nicht sehe, werde ich es nie sehen.«

Die Arbeit am Ende des Bettes wurde nicht unterbrochen.

»Bitte!«

»Er hat es mir verboten.«

»Er erfährt es doch nicht. Nur für eine Minute!«

Wieder versuchte sie sich aufzurichten, aber das Baby lag bereits in einem Körbchen am warmen Ofen, und ihre Kräfte verließen sie, ehe sie mehr tun konnte, als sich auf die Ellbogen zu stützen. Als sie diesmal auf die dünne Matratze zurückfiel, geschah es mit einem Gefühl der Niederlage. Sie war völlig erschöpft, jede Faser ihres Körpers schmerzte, und eine bleierne Müdigkeit ergriff Besitz von ihr. Sie hatte die ganzen neun Monate gekämpft, die schließlich in den letzten Kampf – die Wehen – mündeten. Sie sei zu alt, um ein Kind zu bekommen, hatten sie gesagt, und zum ersten Mal glaubte sie ihnen. Sie konnte nicht mehr kämpfen.

Sie schloß die Augen und ließ sich waschen – zuerst den Geburtsbereich und dann ihren übrigen, schweißbedeckten Körper. Selbst die Tränen, die über ihre Wangen rannen, liefen vor Erschöpfung langsam, doch ihre Gedanken eilten voraus. Sie kannte den Plan. Es war alles arrangiert. Der Rechtsanwalt würde bald kommen.

Das Mädchen zog ihr ein sauberes Nachthemd über den Kopf und deckte sie dann warm zu, doch der Versuch der behutsamen Hände, sie auf diese Weise ein wenig zu trösten, steigerte ihr Gefühl der Verzweiflung noch. Ihre Zukunft lag wie ein unfruchtbares Land vor ihr – so unfruchtbar, wie sie sich all die Jahre gewähnt hatte. Sie war nicht sicher, daß sie sie bewältigen könnte.

Plötzlich spürte sie eine neue Bewegung auf dem Bett und dann das Gewicht eines kleinen Bündels, das ihr mit einem geflüsterten: »Aber nicht verraten!« in den Arm gedrückt wurde.

Sie öffnete die Augen, zog eine Ecke der Windel beiseite, in die das Baby gewickelt war – und es verschlug ihr den Atem. Der Anblick, der sich ihr im fahlen Morgenlicht bot, ließ keine Wünsche offen. Große, weit auseinanderliegende Augen, eine winzige Knopfnase und ein Rosenknospenmündchen – ein Mädchen, das von beiden Elternteilen das Beste geerbt hatte, das lieb und stark wirkte, und in diesem Augenblick wußte ihre Mutter, daß sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Es würde keine baufälligen Hütten für ihre Tochter geben, keine schäbigen Kleider oder kärgliche Mahlzeiten, keine Verachtung seitens der Bewohner dieser Stadt, keine Demütigungen, keine Mißhandlungen, sondern ein Leben in gesellschaftlicher Anerkennung, Achtung und Liebe.

Sie drehte sich auf die Seite und drückte das Kind an ihre Brust, küßte die warme Stirn, atmete den unverfälschten Babyduft ein, strich mit den Händen über die winzige Gestalt und drückte sie fester an sich, als die Tränen erneut zu fließen begannen. Diesmal liefen sie schneller und wurden von so heftigen Schluchzern begleitet, daß sie das Klopfen an der Tür kaum hörte.

Das Mädchen neben ihr griff hastig nach dem Kind. »Er ist da.«

»Nein! O nein!« Sie preßte das Baby an sich, verbarg sein Köpfchen unter ihrem Kopf, jedoch weniger, um das Kind zu schützen, als vielmehr um ihrer selbst willen. Ohne dieses kleine Wesen war sie nichts.

Ein ängstlich geflüstertes »Bitte!«, und dann zogen Hände an ihrem Arm. »Wir müssen weg.«

Wir. Schon gehörte ihr Kind jemand anderem – in diesem Moment der Tochter der Hebamme, dann dem Rechtsanwalt der Adoptiveltern und schließlich den Adoptiveltern selbst. Das Schicksal nahm seinen Lauf, und es gab keine Möglichkeit, es aufzuhalten, ohne seinen Zorn zu wecken, und niemand kannte die Folgen seines Zorns besser als sie. Es war ein stiller Zorn und gefährlich bei einem Mann, der ebenso starrsinnig war wie mächtig. Aber er war ein Mann, der zu...



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