Delinsky | Rückkehr nach Monterey | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 409 Seiten

Delinsky Rückkehr nach Monterey

Roman | Ein bewegender Second-Chances-Roman der New-York-Times-Bestsellerautorin
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98690-971-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Ein bewegender Second-Chances-Roman der New-York-Times-Bestsellerautorin

E-Book, Deutsch, 409 Seiten

ISBN: 978-3-98690-971-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Kraft von Hoffnung und die unvergleichliche Stärke einer Familie - ein Schicksalsroman für Fans von Kristin Hannah und Jodi Picoult! Früher stellte er seine Karriere über alles - doch der Tag, an dem seine Frau ihn mit ihren gemeinsamen Töchtern verließ, hat Jack für immer verändert. Jetzt, sechs Jahre später, erfährt er, dass Rachel nach einem Unfall im Koma liegt. Ohne zu zögern, kehrt nach Monterey zurück, in das alte Haus an der nordkalifornischen Küste. Seine Töchter brauchen ihn jetzt - doch aus den Kindern sind inzwischen rebellische Teenager geworden. Und während Jack in das fremde Leben seiner Familie eintaucht, muss er erkennen, dass er seine Frau nie wirklich gekannt hat. Weder die Bedeutung hinter ihren wunderschönen Ölgemälden noch das Geheimnis, das sie dazu brachte, ihn zu verlassen. Wird das Schicksal ihm noch einmal eine Chance geben?

Barbara Delinsky wurde 1945 in Boston geboren und studierte dort Psychologie und Soziologie. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes arbeitete sie als Fotografin für den Belmont Herald, erkannte aber bald, dass sie viel lieber die Texte zu ihren Fotos schrieb. Ihr Debütroman wurde auf Anhieb zu einem großen Erfolg. Inzwischen hat Barbara Delinsky über 70 Romane veröffentlicht, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden und regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerliste stürmen. Sie engagiert sich außerdem sehr stark für Wohltätigkeitsvereine und Aufklärung rund um das Thema Brustkrebs. Barbara Delinsky lebt mit ihrem Mann in New England und hat drei erwachsene Söhne. Die Website der Autorin: barbaradelinsky.com/ Bei dotbooks veröffentlichte Barbara Delinsky ihre Romane: »Die Schwestern von Star's End« »Jennys Geheimnis« »Das Weingut am Meer« »Julias Entscheidung« »Lauras Hoffnung« »Die alte Mühle am Fluss« »Der alte Leuchtturm am Meer« »Das Haus auf Beacon Hill« »Sturm am Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 1 »Der Himmel über Lake Henry«, Die Blake-Schwestern 2 »Heimkehr nach Norwich« »Das Leuchten der Silberweide« »Das Licht auf den Wellen« »Die Frauen Woodley« »Ein Neuanfang in Casco Bay« »Im Schatten meiner Schwester« »Rückkehr nach Monterey« »Drei Wünsche hast du frei« »Ein ganzes Leben zwischen uns« »Jedes Jahr auf Sutters Island« »Was wir nie vergessen können«
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Prolog


Als das Telefon klingelte, war Rachel Keats in ihrem Atelier, und arbeitete an einem Meerotter-Bild. Sie malte in Öl und hatte endlich das richtige Schwarz für die Otteraugen gefunden. In diesem Moment kam eine Unterbrechung nicht in die Frage. Samantha war für diesen Fall vorgewarnt.

»Hallo! Sie sind mit dem Anschluß von Rachel, Samantha und Hope verbunden. Wir sind im Augenblick nicht zu erreichen. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer, wir rufen zurück.«

Während der auf die Ansage folgenden Reihe von Pieptönen machte sie sich mit einem runden Pinsel an das erste Auge. Die tiefe, männliche Stimme, die schließlich erklang, war zu erwachsen, als daß der Anruf Samantha hätte gelten können, und außerdem kannte Rachel dieses Timbre, das irreführenderweise die Vorstellung von einem tollen Mann weckte. Der Bursche war Eintrittskarten-Vorverkäufer, ein Freund eines Freundes, ohne Ausstrahlung und Sinn für eine gepflegte Erscheinung. Aber tüchtig. »Ich habe drei Karten für das Garth-Brooks-Konzert in San Jose heute abend zu vergeben«, sagte er. »Spitzenplätze! Wenn ich in fünf Minuten nichts von Ihnen gehört habe, rufe ich den Nächsten auf meiner Liste an ...«

Rachel ließ Otterauge Otterauge sein und riß den Hörer von der Gabel. »Ich will sie!«

»Hallo, Rachel! Wie geht’s meiner Lieblingskünstlerin?«

»Gestreßt. Sie brauchen eine Kreditkartennummer, stimmt’s? Bleiben Sie dran – es dauert nur eine Minute!« Sie legte den Hörer neben den Apparat, hetzte durch das Haus in die Küche, wo ihre Brieftasche auf dem Tisch lag und gab, nach Luft ringend, von dort aus die Nummer durch. Als sie ins Atelier zurückkehrte, betrachtete sie schuldbewußt die Leinwand auf der Staffelei und die sechs auf dem Boden an der Wand lehnenden, ebenfalls noch unfertigen Bilder, dachte an all das, was sie in den kommenden drei Wochen außerdem noch zu tun hätte, und kam zu dem Schluß, daß sie verrückt war. Sie hatte keine Zeit, in ein Konzert zu gehen.

Aber die Mädchen würden ausflippen vor Begeisterung.

Sie stieß das Fenster auf und lehnte sich in die frische, nach Wald duftende Luft hinaus.

»Samantha! Hope!« Sie waren irgendwo da draußen. Rachel rief noch einmal.

Von weither antworteten zwei helle Stimmen.

»Beeilt euch!« drängte Rachel.

Gleich darauf stürzten ihre Töchter mit wehenden blonden Haaren und vom Rennen geröteten Wangen zwischen den Rotholzbäumen hervor, und Samantha sah in diesem Moment keinen Tag älter aus als Hope. Rachel verkündete ihnen die Neuigkeit noch bevor sie bei ihr ankamen, und der Ausdruck auf ihren Gesichtern machte die Aussicht auf ein, zwei strapaziöse Nächte ohne Schlaf mehr als wett.

»Ist das dein Ernst?« Hopes große Augen strahlten über blendendweißen Zähnen, die noch zu groß für ihr sommersprossiges Gesicht waren. Sie war dreizehn, aber noch völlig kindlich.

Rachel nickte lächelnd.

»Phantastisch!« hauchte Samantha. Sie war mit ihren fünfzehn Jahren einen Kopf größer als ihre Schwester und bereits sanft gerundet, sah alles in allem genau wie Rachel in diesem Alter aus.

»Heute abend?« vergewisserte Hope sich.

»Heute abend.«

»Gute Plätze?« fragte Samantha.

»Spitzenplätze.«

»Und gehen wir hin, wie wir es uns ausgemalt haben – mit allem Drum und Dran?«

Rachel hatte nicht die Zeit dazu und auch nicht das Geld, aber wenn ihre Bilder Anklang fänden, würde das Geld kommen, und was die Zeit betraf, so war das Leben zu kurz, um damit zu geizen. »Mit allem Drum und Dran«, bestätigte sie, denn es würde Samantha guttun, vom Telefon wegzukommen, und Hope, von ihrer Katze wegzukommen, und, ja, vielleicht sogar Rachel, von ihren Ölgemälden wegzukommen.

»O Gott, ich muß Lydia anrufen!« rief Samantha.

»Viel wichtiger ist, daß die für morgen fälligen Hausaufgaben erledigt werden«, erwiderte Rachel. »Das gilt für euch beide. Wir fahren in einer Stunde los.« Sie war wirklich verrückt. Nicht nur ihre Arbeit drängte, auch die Mädchen hatten reichlich zu tun, aber ... aber es ging um Garth.

Sie kehrte für die eine Stunde an ihre Staffelei zurück, brachte jedoch ebensowenig zustande, wie sie es von ihren Töchtern befürchtete. Und dann war es schließlich soweit. Sie stiegen in den Kombi und fuhren in Richtung Norden. Rachel hatte sich angesichts ihrer gemeinsamen Eines-Tages-klappt-es-bestimmt-Träumereien schlau gemacht und wußte, daß der einschlägige Laden an der Strecke nach San Jose lag. Nach dreißig Minuten inklusive einer himmelschreienden Geldausgabe verließen sie das Geschäft mit Cowboystiefeln unter den Jeans, Cowboyhüten auf den Köpfen und suppentassengroßen Strahleaugen.

Wiederum dreißig Minuten später starteten sie, umweht von Burger- und Pommesduft, McDonalds-gestärkt zu ihrer letzten Etappe.

Was sie vorfanden, übertraf ihre kühnsten Erwartungen. Unmengen von Fans, Light-Shows und wabernde Nebel bildeten den Rahmen für den Mann, der auf Bühnen, die aus dem Nichts aufstiegen, ohne Pause einen Hit nach dem anderen und von jedem eine nie zuvor gehörte längere Version sang. Wie hätte sich Rachel angesichts ihrer beiden sich verzückt neben ihr wiegenden Töchter und der Begeisterung um sie herum nicht anstecken lassen sollen? Nachdem sie sich bei den ersten beiden Songs noch zurückgehalten hatte, war ihre Schüchternheit beim dritten verflogen, und auch sie sprang von ihrem Sitz auf, klatschte mit hocherhobenen Händen und sang mit. Sie jubelte mit Samantha und Hope, wenn ein vertrauter Akkord ein besonders beliebtes Lied ankündigte, und applaudierte und schrie mit ihnen Beifall, wenn es endete. Die drei sangen sich bis zur letzten Zugabe die Seele aus dem Leib, und dann verließen sie das Stadion Arm in Arm – drei Freundinnen, die zufällig miteinander verwandt waren.

Es war ein ganz besonderer Abend, und Rachel bereute keine Sekunde – nicht einmal, als Samantha fragte: »Hast du das Mädchen vor uns gesehen? Das mit dem französischen Zopf? Hast du die Tätowierung auf ihrem Arm gesehen? Die Rose? Was würdest du sagen, wenn ich so was auch wollte?«

»Nein«, antwortete Rachel, während sie den Kombi durch die Dunkelheit nach Süden lenkte.

»Auch keine ganz winzige? Einen kleinen Stern am Knöchel?«

»Nein.«

»Aber es ist so cool!«

»Nein.«

»Warum nicht?«

»Weil sie älter war als du. Wenn du fünfundzwanzig bist ...«

»So alt war sie nicht.«

»Okay – wenn du zweiundzwanzig bist, können wir noch mal darüber reden. Jetzt nicht.«

»Das hat doch nichts mit dem Alter zu tun – es ist einfach Mode.«

Damit hatte sie Rachel ein Stichwort geliefert. »Du sagst es – eine Mode, die etwas vermittelt, was du mit zweiundzwanzig vielleicht gar nicht mehr vermitteln möchtest, wenn du dein Herz an jemanden oder etwas hängst, bei dem es sich als unpassend erweist.«

»Seit wann hast du denn diesen Hang zur Spießigkeit?«

»Seit meine fünfzehnjährige Tochter mit Riesenschritten auf die harte Realität zumarschiert.«

»Tattoos sind toll. Alle haben welche.«

»Lydia nicht. Shelley auch nicht. Und auch keines von den Mädchen, die ich aus dem Schulbus steigen sehe.«

Samantha verschränkte die Arme auf der Brust und senkte den Kopf. Rachel konnte sich gut vorstellen, wie sie unter der breiten Hutkrempe mit finsterem Gesicht vor sich hin starrte. Hope hatte sich auf dem Rücksitz zusammengerollt und schlief fest. Ihr Hut war heruntergefallen.

Rachel schob eine CD in den Player und fuhr, die Songs mitsummend, die sie an diesem Abend gehört hatten, durch die Nacht. Sie liebte ihren Hut, sie liebte ihre Stiefel, sie liebte ihre Töchter. Und es tat ihr nicht leid, daß sie mit ihrer Arbeit nun in Verzug geriet.

Am nächsten Morgen war sie nicht mehr so davon überzeugt, ihnen dreien etwas Gutes getan zu haben. Die Mädchen kamen kaum und dann äußerst mürrisch aus den Betten, griffen sich im Vorbeilaufen ihr Frühstück vom Küchentisch und hätten den Bus trotzdem um ein Haar verpaßt. Rachel war zutiefst erleichtert, als sie ihn doch noch gerade erreichten – und zutiefst beunruhigt, als sie gleich darauf in ihrem Atelier stand und den Arbeitsplan für die nächsten drei Wochen machte.

Sie malte fieberhaft, bis es Zeit war, die Mädchen nachmittags vom Bus abzuholen. Dann aß sie eine Kleinigkeit mit ihnen, denn sie hatte ihr Mittagessen ausfallen lassen. Samantha war noch immer auf dem Tattoo-Trip, weshalb sie ihr Streitgespräch – streckenweise wörtlich – wiederholten, bevor das Mädchen aufgebracht auf sein Zimmer stürmte. Hope blieb noch ein Weilchen mit ihrer Katze auf dem Schoß sitzen, doch schließlich verschwand auch sie.

Rachel kehrte ins Atelier zurück. Als sie nach einer Stunde überzeugt war, daß die Meerotter keines weiteren Pinselstriches mehr bedurften, ging sie in die Küche und schob das Abendessen in den Backofen. Wieder im Studio, nahm sie sich zunächst ein anderes Bild vor, doch ihr Blick wanderte erneut zu den Ottern, und sie genehmigte sich noch eine weitere Stunde dafür.

Nachdem diese Stunde verstrichen war, bewegte sich der Pinsel wie von selbst. So war es jedesmal.

Nur noch eine Minute, sagte sie sich zum x-ten Mal. Mit abwechselnden Blicken auf ihre Skizze und die Fotografie setzte sie den Rücken des Streichmessers ein, um dem Ölbild Leben einzuhauchen. Die Otter spielten im Tang. Die Herausforderung bestand darin, ihr nasses Fell naturgetreu darzustellen. Sie hatte mit ungebrannter Umbra und Kobaltblau begonnen, jedoch festgestellt, daß es damit zu dunkel wurde. Ungebrannte Umbra mit Ultramarinblau erwies...



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