Denning Star Wars. Wächter der Macht 9. Sieg
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07839-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 9, 448 Seiten
Reihe: Star Wars - Wächter der Macht
ISBN: 978-3-641-07839-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jaina Solo bereitet sich auf den größten Kampf ihres Lebens vor – gegen ihren eigenen Bruder Jacen, der mittlerweile als Sith-Lord Darth Caedus die Galaxis beherrscht. Wird es ihr gelingen, Darth Caedus wieder zur lichten Seite der Macht zu führen, oder wird Jaina ihren eigenen Bruder töten müssen? Kann sie das überhaupt …?
Troy Denning wurde 1958 geboren und hat sich auch als Spiele-Entwickler und -Designer einen Namen gemacht, ehe er zu schreiben begann, wobei der größte Teil seiner Romane in den »Forgotten Realms« angesiedelt ist. Mittlerweile hat er jedoch auch bereits über ein halbes Dutzend Star-Wars-Romane verfasst. Er lebt in Wisconsin, und wenn er nicht an neuen Abenteuern von Luke Skywalker und seinen Freunden schreibt, bewegt er sich gerne in der freien Natur oder praktiziert verschiedene Kampfsportarten.
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2. Kapitel
He, Jaina – weißt du, warum TIE-Jäger im Weltraum so fürchterlich kreischen? Weil sie ihr Mutterschiff vermissen!
– Jacen Solo, 14 Jahre, Jedi-Akademie auf Yavin 4
So tief in den Vergänglichen Nebeln gab es keine Sterne, die das Dunkel der Nacht erhellten, keine Gestirnskonstellationen, die das schwarze Nichts ringsum weniger fremdartig wirken ließen. Was man jenseits des Fensters sah, war ein tintenschwarzer Nebel Licht verschluckender Gase, der niemals dünner wurde und sich niemals klärte – und es niemals versäumte, Raumfahrern das Gefühl zu geben, allein und ein wenig verloren zu sein.
Die Jedi hatten sich auf den verlassenen Minenplaneten Shedu Maad zurückgezogen, um sich vor Jacen zu verstecken, und seit sie hier zu ihnen gestoßen war, fragte sich Jaina, ob diese dunkle Ecke der Galaxis womöglich zu ihrem Grab werden würde. Wie die meisten guten Zufluchten fühlte man sich hier sicher und geschützt … und das war eine Illusion. Nach all dem Ärger, den die Jedi bei Fondor angerichtet hatten, suchte Jacen nach ihrer geheimen Basis – mit allen Mitteln, die er entbehren konnte – und diesmal würde er ihnen keine Zeit lassen zu evakuieren. Vermutlich hatte er eine Einsatztruppe in Bereitschaft, die in dem Augenblick zuschlagen würde, in dem er auch nur die geringste Ahnung hatte, wo sie sich aufhielten.
Ihre einzige Hoffnung bestand darin, ihn zuerst zu erwischen.
Die Jedi würden Shedu Maad niemals lebend verlassen, wenn sie Jacen nicht zur Strecke bringen und töten konnten, bevor dieser sie zur Strecke brachte. Das verriet Jaina ihr Herz.
Aber konnte sie die Meister von einem anderen Vorgehen überzeugen?
Mehrere von ihnen hatten sich hinter ihr um einen Tisch versammelt und hielten zusammen mit Luke, Jagged Fel sowie ihrem Vater und ihrer Mutter – dem berüchtigten Han Solo und seiner nicht minder berühmten Frau Leia – einen spontanen Kriegsrat ab. Nicht zum ersten Mal in ihrem Leben fragte Jaina sich, ob sie den Legenden, die ihre Eltern waren, jemals gerecht werden würde, ja, wie es ihr je gelingen sollte, auch nur annähernd denselben Einfluss auf die Galaxis zu haben, den die beiden in ihrem langen und glanzvollen Leben gehabt hatten.
»… und sind wir uns sicher, dass Jacen sie geschickt hat?«, fragte Corran Horn gerade. »Die Regierung der Restwelten ist nach wie vor unabhängig.«
Da sie nicht den Wunsch verspürte, sich an der Unterhaltung zu beteiligen, bevor sie dazu aufgefordert wurde – oder zumindest nicht bevor der richtige Zeitpunkt dafür gekommen war –, wandte Jaina dem Tisch weiterhin den Rücken zu und schaute weiter aus dem Sichtfenster.
»Möglicherweise stecken die Moffs dahinter«, fuhr Corran fort.
»Könnte sein«, entgegnete Jainas Vater … Han Solo. Unter diesen Umständen – in der Gesellschaft so vieler anderer Größen, die eine angemessene Reaktion auf die letzten Freveltaten ihres Bruders zu planen versuchten – fühlte es sich falsch an, ihre Eltern als Mom und Dad zu betrachten. Sie waren mehr als das, genau wie ihr Onkel Luke, die größte der vielen Legenden, die an diesem Tisch saßen. »Vielleicht hat Fett aber auch bloß ihren Entscheidungsprozess beschleunigt.«
Niemand lachte. Im Zuge der ziemlich verwirrenden Schlacht von Fondor waren beinahe ein Viertel der Moffs der Restwelten an Bord von Admiral Pellaeons Flaggschiff, der Blutflosse, von Boba Fett und seinen Mandalorianern exekutiert worden. Die meisten Geheimdienste der Koalition waren zu dem Schluss gelangt, dass die Überlebenden in einen erbitterten Machtkampf verfallen und nach Hause eilen würden, um ihr Gebiet zu verteidigen. Luke und dem Jedi-Rat hingegen war aufgefallen, dass die einzigen Moffs, die an Bord festsaßen, als Fett eintraf, auf wundersame Weise diejenigen gewesen waren, die während Pellaeons Herrschaft ein Problem dargestellt hatten. Den übrigen war es gelungen, zu fliehen und sich dem Haupttross der Restwelten-Flotte anzuschließen – wiederum auf wundersame Weise.
Die Meister waren zu dem Schluss gelangt, dass Pellaeons Adjutant hinter diesen Wundern steckte, Vitor Reige. Darüber hinaus hatten sie erkannt, dass ein gerissener Anführer wie Pellaeon Vorkehrungen treffen würde, um dafür zu sorgen, dass die Machtnachfolge nach seinem Tode gesichert war. Zum Bedauern der Verpinen – und der Jedi-Koalition – schien es, als hätten sie damit recht behalten.
Nach einer langen Pause in der Unterredung sagte Luke: »Ich glaube nicht, dass es eine Rolle spielt, wessen Idee es war, die Verpinen zu versklaven. Falls Jacen die Restwelten noch nicht unter seiner Kontrolle hat, wird es bald so weit sein.«
Es folgte ein weiteres Schweigen, während dem niemand widersprach. Dann sagte Kenth Hamner: »Damit würde er das Blatt zu seinen Gunsten wenden. Sobald er die vollständige Kontrolle über die Flotten der Restwelten besitzt, verfügt er über mehr Macht als all seine Gegner zusammen.«
»Wir könnten jederzeit Admiralin Niathals Angebot annehmen, den Oberbefehl über sämtliche Koalitionsstreitkräfte zu übernehmen«, warf Kyp Durron ein; sein Tonfall klang eindeutig spöttisch. »Das würde uns, wie viel, ein weiteres Dutzend Schiffe verschaffen?«
»Mindestens«, erwiderte Kenth, der wie die anderen am Tisch ein verbittertes, leises Lachen vernehmen ließ. »Und alles, was sie im Gegenzug dafür will, ist, dass wir unseren Nichtangriffspakt mit der gesamten Konföderation brechen.«
Das Gelächter verklang zu entgeistertem Schweigen, bis Jainas Mom – Prinzessin Leia – sagte: »Nichtsdestotrotz würde ich vorschlagen, dass der Rat seine Ablehnung so höflich wie irgend möglich formuliert. Es ist nie gut, einen potentiellen Verbündeten zu verstimmen, ganz gleich, wie belanglos er zu diesem Zeitpunkt auch erscheinen mag.«
»Vielen Dank für diese Erinnerung«, entgegnete Kenth. »Ich werde darauf achten, meine Worte mit Bedacht zu wählen.«
»In der Zwischenzeit müssen wir einfach das Reich der Chiss auf unsere Seite ziehen«, sagte Kyp. Aus seinem Tonfall konnte Jaina nicht schließen, ob er immer noch scherzte oder tatsächlich glaubte, dass auch nur die geringste Möglichkeit für eine derartige Allianz bestand. »Und wenn wir dann noch den Korporationssektor …«
»Vergesst die Chiss«, unterbrach Jag. »Csilla wird sich da nicht mit hineinziehen lassen. Selbst wenn die Neun Herrschenden Familien gegen die Imperialen Restwelten Stellung beziehen würden, gäben sie sich nicht mit Jedi-Problemen ab.«
»Sind die immer noch sauer wegen Tenupe?«, fragte Han.
»Zum einen das, und zum anderen missfällt ihnen die Jedi-Angewohnheit, interstellaren Regierungen vorzuschreiben, wie sie ihr eigenes souveränes Territorium führen sollen«, entgegnete Jag. »Was natürlich kein Vorwurf sein soll.«
»Wurde auch nicht so aufgefasst«, versicherte Corran ihm. »Zumindest sind wir uns einig darüber, wie die Koalition nun dasteht.«
»Vollkommen einig«, stellte Leia heraus. Ihre Stimme war würdevoll und ruhig, doch die Macht schwelte von ihrer Frustration. Nur wenige Tage vor der Invasion der Restwelten waren sie und Han bei ihrem Versuch gescheitert, die Verpinen davon zu überzeugen, von ihrem Abkommen mit Mandalore zurückzutreten und sich stattdessen der Jedi-Koalition anzuschließen. »Ich glaube, der korrekte Begriff dafür ist erledigt.«
»Tut mir leid, Luke«, sagte Han. Seiner Stimme haftete eine verbitterte Schärfe an, von der Jaina annahm, dass bloß sie und ihre Mutter sie als Zeichen seines persönlichen Versagens erkannten. »Wir haben Siskili erzählt, was du sahst, als du in die Zukunft geschaut hast. Doch das Beistandsabkommen der Verpinen mit Mandalore war exklusiv, und er hatte zu viel Angst vor Fett, um es zu brechen.«
»Zumal Fett nicht zulassen würde, dass sie es abändern«, fügte Leia hinzu.
»Dieser Dickschädel von einem Kübelkopf!«, zeterte Saba. »Glaubt Boba Fett etwa, ein Planet voller abgewrackter Krieger könne es mit tausend anderen Welten aufnehmen? Mandalore hat sich damit zu weit aus dem Fenster gelehnt, und jetzt müssen wir alle darunter leiden!«
»Fett tut, was für Fett am besten ist«, entgegnete Han. »Der Rest von uns kann seinetwegen im All verpuffen.«
»Das war früher mal so«, meinte Jaina und wandte sich vom Sichtfenster ab.
Die Ausstattung des provisorischen Konferenzraums konnte bloß als Altlasten eines Abbaukomplexes beschrieben werden, mit vom Alter gelb gefärbten Hartplastmöbeln und staubfarbenen Gussplastoidwänden. Die Schiebetür am anderen Ende der kleinen Kammer, die wahrscheinlich zu Betriebszeiten der Mine ein Pausenraum gewesen war, blieb offen stehen, weil ein korrodierter Antriebsarm nicht funktionierte, der seit Jahrhunderten nicht mehr geölt worden war.
Die meisten Mitglieder des Kriegsrates saßen auf Bänken entlang eines langen Esstischs, der in früheren Zeiten vermutlich eine andere Farbe gehabt hatte als fleckiges Braungelb. Sie hatten sich eng in ihre Roben eingehüllt, um der Kühle einer noch nicht ganz reparierten Klimakontrolleinheit zu trotzen. Nur Luke saß nicht; er stand mit dem Rücken zu den anderen an der Kopfseite des Tisches und blickte durch dasselbe Sichtfenster nach draußen, durch das Jaina hinausgeschaut hatte. Der beiläufigen Akzeptanz nach zu urteilen, mit der die anderen am Tisch auf diese Geste reagierten, war das in letzter Zeit nichts Ungewöhnliches.
»Fett hat jetzt eine Familie«, fuhr Jaina fort. »Und er hat Mandalore....




