E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Denosky Hast du heute Nacht was vor?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-3253-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-3253-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Summer will ein Baby, aber bestimmt nicht heiraten! Weshalb sie ihren allerbesten Freund Ryder McClain um einen klitzekleinen Gefallen bittet. Könnte er nicht der Vater werden? Doch von einer rein medizinischen Lösung will Ryder nichts wissen. Er besteht auf eine echte Liebesnacht ...
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ryder McClain starrte die fünf Männer an, die ihn dämlich grinsend umringten.
Gemeinsam mit ihnen hatte er seine Jugend verbracht – sie alle waren auf der Last Chance Ranch aufgewachsen. Seit dieser Zeit auf der Farm, einem Zuhause für problematische und vom sozialen System fast aufgegebene Pflegekinder, fühlte er sich eng mit ihnen verbunden und liebte sie alle. Auch ohne Blutsverwandtschaft waren sie seine Brüder.
Auch jetzt, da sie längst erwachsen waren, hatte sich daran nichts geändert.
Doch in diesem Moment ärgerte sich Ryder maßlos über sie. „Ich sage es euch jetzt zum letzten Mal, und dann will ich kein Wort mehr davon hören“, sagte er zähneknirschend. „Ich bin mit Summer Patterson zu dieser Party gekommen, weil sie nichts anderes vorhatte. Wir sind Freunde. Punkt. Zwischen uns läuft absolut nichts.“
„Klar, wenn du das sagst, Bruder.“ Jaron Lamberts spöttische Äußerung zeigte, dass er nichts von dem glaubte, was Ryder gerade gesagt hatte. „Wahrscheinlich glaubst du auch noch an den Osterhasen und den Weihnachtsmann, oder?“
„Ich wette hundert zu eins, dass diese Lady andere Pläne hat“, sagte Lane Donaldson, der Diplompsychologe war. Er grinste unverhohlen und wippte abwechselnd auf den Spitzen und Absätzen seiner Krokostiefel. Normalerweise las er in anderen Menschen wie in einem Buch – eine Fähigkeit, die ihm nicht nur in seinem Beruf zugutekam, sondern ihn darüber hinaus zu einem der erfolgreichsten Pokerspieler des amerikanischen Westens machte. Doch diesmal irrte er sich, da war sich Ryder ganz sicher.
„Genau“, bestätigte Sam Rafferty. „Pass auf, sie will dich aus der Herde aussondern und zureiten.“ Er lachte. Als einziger der Pflegebrüder war er bereits verheiratet. Er und seine Frau Bria richteten diese Party aus. Sie feierten, weil sie ihr Eheversprechen erneuert hatten und ein Kind erwarteten.
„Stell dich schon mal drauf ein, Ryder“, scherzte Sam. „Mit deiner Freiheit ist es bald aus und vorbei.“
„Du hoffst ja nur, dass noch einer von uns heiratet, damit jemand dein Schicksal teilt“, konterte Ryder. „Aber ich bin bestimmt nicht der Nächste. Summer und ich sind nichts weiter als gute Freunde, und so soll es auch bleiben. Basta. Und damit Ende der Diskussion.“
T. J. Malloy, der gerade seine Bierflasche austrinken wollte, hielt inne und grinste. „Ryder, was ist los? Hat dich ein wild gewordener Bulle beim letzten Rodeo auf die Hörner genommen? Das würde erklären, dass du das Naheliegende nicht siehst. Oder willst du es nur nicht sehen?“
„Na wenn das so ist … Umso besser und einfacher für mich.“ Nate Rafferty sah zur Tanzfläche hinüber, wo sich Summer mit Bria und deren Schwester Mariah unterhielt. „Dann kann ja ich Summer zum Tanzen auffordern.“
Obwohl er wusste, dass Nate ihn nur aufziehen wollte, hielt Ryder ihn an der Schulter fest. „Vergiss es! Denk nicht mal dran, Romeo.“
„Aha, ich verstehe!“ Lane grinste. „Du willst nicht, dass dir jemand ins Gehege kommt.“
„Was soll das?“, stieß Ryder wütend hervor. „Ich will nur nicht, dass Nate sein übliches Spiel diesmal mit Summer treibt.“ Er mochte seinen Pflegebruder, aber wie dieser mit Frauen umging, gefiel ihm überhaupt nicht. Denn immer, wenn eine Beziehung etwas enger zu werden versprach, machte Nate aus heiterem Himmel Schluss. Dadurch brach er im gesamten Südwesten der USA reihenweise die Herzen der schönsten Frauen.
„Nimm es nicht persönlich, Bruder, aber ein Typ wie du ist das Letzte, was Summer nötig braucht.“
„Da hörst du’s.“ Sam nickte. Er und Nate, unter den sechs Männern die einzigen leiblichen Brüder, waren sich kein bisschen ähnlich. Sam, der Ältere, verkörperte die Ruhe in Person und hatte nicht annähernd den wilden Charakter seines jüngeren Bruders.
Nate zuckte mit den Schultern. „Ich kann nichts dafür, ich mag eben Frauen.“
Missbilligend schüttelte Ryder den Kopf. „Aber Summer lässt du in Ruhe, das rate ich dir. Geh nicht zu weit, sonst bekommst du ein Problem. Und zwar mit mir.“
Um nicht weiter den wissenden Blicken seiner Brüder ausgesetzt zu sein, drehte Ryder sich um und ging weg. Er wollte nicht riskieren, die Beherrschung zu verlieren und mit einer Prügelei den anderen den Spaß an der Party zu verderben.
Das war ein Grund, aber viel wichtiger war, dass er grundsätzlich nie im Zorn die Hand gegen andere erhob. Das war ihm ein einziges Mal in seiner Jugend passiert. Der Vorfall damals hätte um Haaresbreite sein ganzes Leben ruiniert. Seitdem vermied er körperliche Auseinandersetzungen konsequent.
„Ryder?“
Der vertraute Klang einer weiblichen Stimme ließ ihn herumfahren. Vor ihm stand Summer, blond und zierlich, mit den blauesten Augen der Welt.
Er und Summer waren seit einigen Jahren gute Freunde. Auch wenn sich jeder Mann wohl glücklich geschätzt hätte, sie als Frau an seiner Seite zu haben, hatte Ryder vermieden, in ihr etwas anderes als eine Freundin zu sehen. Denn so, wie die Dinge lagen, kam für ihn niemals eine ernsthafte Beziehung infrage.
Sonst hätte er früher oder später so ehrlich sein und seiner Partnerin anvertrauen müssen, warum er auf der Last Chance Ranch aufgewachsen war. Das aber behielt er aus gutem Grund lieber für sich. Manchmal war es das Beste, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Darüber hinaus empfand er die Freundschaft mit Summer als zu kostbar, um sie durch unkalkulierbare Gefühle aufs Spiel zu setzen. Dass Summer über diesen Punkt ebenso dachte, stand für ihn außer Zweifel.
„Stimmt etwas nicht?“, fragte sie in diesem Augenblick besorgt.
Sofort vergaß Ryder, wie sehr er sich eben noch über die Einmischung in seine Privatangelegenheiten geärgert hatte, und lächelte ihr erfreut zu. „Alles in Ordnung. Ich hatte nur keine Lust mehr auf die nervtötenden Albernheiten meiner Brüder.“
„Du Glücklicher! Du hast wenigstens Brüder, die dich nerven. Ich kenne so etwas nicht einmal.“
Ryder bekam ein schlechtes Gewissen. Denn wenn es darauf ankam, hielten alle sechs zusammen wie Pech und Schwefel. Seine Brüder bedeuteten ihm unendlich viel, und es verging kein Tag, an dem er dem lieben Gott nicht für sie dankte.
Summer dagegen war als einziges Kind eines bereits älteren Ehepaares zur Welt gekommen und ohne Geschwister aufgewachsen. Während ihres letzten Jahres auf dem College waren beide Eltern im Privatflugzeug des Vaters ums Leben gekommen. Seit diesem tragischen Unglück stand sie nun völlig allein da. Ryder wusste das, und in dieser Hinsicht tat sie ihm sehr leid.
„Manchmal regen sie mich schon auf“, gab er lachend zu, und der Ärger war verflogen. „Aber nach all den Jahren werde ich sie nicht mehr los, fürchte ich. Mir bleibt keine andere Wahl, als sie weiter zu ertragen.“
Auch Summer lachte. „Das wird das Beste sein, Cowboy. Aber mal im Ernst, deine Familie ist klasse. Ich kenne ja einen Teil deiner Brüder von den Rodeos, bei denen wir zusammengearbeitet haben. Aber Sam, Bria und Mariah bin ich heute Abend zum ersten Mal begegnet. Sie sind alle sehr nett. Ich finde es toll, wie nahe ihr euch alle steht.“
Ryder fiel auf, dass sein Nate Summer fixierte wie ein Wolf ein Schäfchen, das sich von der Herde getrennt hatte.
Warnend blickte Ryder zu ihm hinüber. Dann wandte er sich wieder an Summer und fragte: „Hast du denn heute Abend überhaupt schon getanzt?“
„Nur Line Dance.“ Beim Line Dance tanzten – im Gegensatz zum Paartanz – die Tänzer einzeln in Reihen neben- beziehungsweise hintereinander, ohne sich dabei zu berühren.
Summer schaute kurz zur Tanzfläche, die von Sam und einigen Helfern in der Scheune aufgebaut worden war.
„Hat dich nicht vorhin Sams Vorarbeiter zum Tanz aufgefordert?“, hakte Ryder nach.
„Ja, schon …“, antwortete sie ausweichend. „Aber ich habe abgelehnt. Irgendwie war ich nicht in Stimmung.“
„Darf ich bitten? Vorausgesetzt, es stört dich nicht, dass ich zwei linke Füße habe und das schlechteste Taktgefühl auf dieser Seite des Mississippis … Es wäre mir eine Ehre, mit dir zu tanzen – oder zumindest so zu tun als ob.“
Sie lächelte. „Zwei linke Füße? Dabei dachte ich immer, Cowboys seien besonders smarte Tänzer, vor allem beim Two Step und beim Stroll.“
„Ach weißt du … Tanzen liegt mir nicht wirklich. Dazu fehlt mir das Talent.“ Gerade spielte die Band ein langsames, verträumtes Countrystück. Ryder ergriff die Chance, legte den Arm um Summer und führte sie auf die Tanzfläche.
„Da bin ich aber anderer Meinung“, widersprach sie. „Du bewegst dich sogar sehr elegant, Cowboy.“ Sie legte ihm die Hand auf den Oberarm. „Ich kann das beurteilen. Schließlich habe ich dich schon oft gegen zentnerschwere Bullen fighten sehen. Das ist auch eine Art Tanz, und deine Bewegungen sind ziemlich geschmeidig.“
„Na ja“, wehrte er bescheiden ab. „Darin habe ich Übung. Ist schließlich mein Job.“ Warum fühlte sich ihre Hand so heiß an, als würde sie jeden Moment ein Loch in seine Haut brennen? „Wenn ich mit dem Bullen nicht tanzen würde, würde er den Reiter in Grund und Boden stampfen.“
„Apropos Job. Hast du nicht einen Abschluss in...




