E-Book, Deutsch, Band 1609, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Denosky Liebe mich so wie damals!
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-584-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1609, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-584-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Was will er hier? Wie benommen sieht Arielle den attraktiven Mann an, der an ihrer Bürotür lehnt. In Aspen hatten sie sich innig geküsst, einen wahren Liebestraum erlebt - bis Arielle am Morgen allein aufgewacht ist. Und jetzt spaziert derselbe Mann einfach so in ihr Büro, drei Monate später? Arielle stockt der Atem, als sie erkennt, dass er sich ihr unter falschem Namen vorgestellt hatte. Doch egal wie viele Geheimnisse der Millionär Zach Forsythe noch hütet, sie muss ihm sagen, dass sie schwanger ist! Wenn er allerdings eine zweite Chance will, kann er es vergessen. Oder?
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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1. KAPITEL
„Mrs. Montrose, ich weiß, dass es nicht richtig gewesen ist, wie Derek sich benommen hat. Aber ich muss Sie trotzdem bitten, ihm noch eine Chance zu geben.“
Arielle Garnier blickte von dem Bildschirm ihres Computers auf und traute ihren Augen kaum. An der Tür stand der Mann, den sie am wenigsten hier erwartet hätte. Genauer gesagt hatte sie nicht damit gerechnet, ihn überhaupt wiederzusehen.
Der unerwartete Besucher war offenbar genauso verblüfft. Aus seinen lebhaften grünen Augen blickte er sie ungläubig an. Mehrere Momente unangenehmen Schweigens vergingen, bevor er die Sprache wiederfand. „Ich wollte die Leiterin sprechen … Mrs. Montrose. Es geht um eines der Kinder hier, Derek Forsythe. Können Sie … Kannst du mir sagen, wo ich sie finde?“
„Helen Montrose arbeitet hier nicht mehr. Sie ist vor ein paar Wochen in Ruhestand gegangen, nachdem sie das Institut an mich verkauft hat. Die neue Besitzerin und Leiterin bin ich.“
Es kostete Arielle viel Mühe, die Fassung zu wahren. Es war nicht nur das unverhoffte Wiedersehen. Arielle hatte noch andere Gründe, sich lieber die Zunge abzubeißen, als diesem Menschen zu zeigen, dass er sie in irgendeiner Weise beeindrucken konnte. Aber der blendend aussehende Mann, gut einen Meter neunzig groß, athletisch, mit dichtem dunkelbraunen Haar und eben jenen unvergleichlich grünen Augen starrte sie nur an. Er schien ihr gar nicht zugehört zu haben.
„Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“, fragte Arielle ruhig.
Er schüttelte nur den Kopf und sagte: „Hör auf, dich über mich lustig zu machen. Ich habe keine Zeit für solche Spielchen. Ich möchte Mrs. Montrose sprechen. Und zwar sofort.“
Die anfängliche Fassungslosigkeit wurde schwächer, Ärger stieg in Arielle auf. „Du kannst mir ruhig glauben. Mrs. Montrose ist nicht mehr hier. Wenn du etwas zu besprechen hast, was die Vorschule betrifft, musst du schon mit mir vorliebnehmen.“
Die Situation war für sie beide mehr als unbehaglich. Arielle war alles andere als erfreut, den Mann vor sich zu sehen, mit dem sie vor dreieinhalb Monaten eine leidenschaftliche Affäre gehabt hatte. Eine Woche lang hatte sie wie auf Wolken geschwebt, bis er plötzlich und ohne ein Wort des Abschieds oder der Erklärung spurlos verschwunden war. Er hatte es auch nicht für nötig gehalten, sich später bei ihr zu melden.
„Nun gut“, meinte er schließlich. „Vielleicht wäre es jetzt angebracht, mich vorzustellen. Ich bin Zach Forsythe.“
Für Arielle war es wie ein Schlag in die Magengrube. Nach allem, was er sich geleistet hatte, hatte er sie also auch noch belogen und sich unter falschem Namen an sie herangemacht. Zachary Forsythe – das sagte ihr natürlich etwas. Als Eigentümer und Chef einer der größten Hotels und Ferienanlagen des Landes gehörte er zur Prominenz und zu den Superreichen. Arielle stockte der Atem. Hatte Zach nicht gesagt, er sei wegen des kleinen Derek gekommen? War er dann etwa auch noch verheiratet? Fieberhaft überlegte sie, wo und in welchem Zusammenhang sie zuletzt seinen Namen gelesen hatte. Aber sie konnte sich nicht erinnern. Arielle wusste nur, dass der millionenschwere Zach Forsythe zurückgezogen lebte, weshalb auch so gut wie keine Fotos von ihm im Gesellschaftsteil der Zeitungen abgedruckt wurden.
Was kam noch alles? Ein ungutes Gefühl beschlich sie. Kühl sagte sie: „Ich habe da einen anderen Namen in Erinnerung. Tom Zacharias …“
„Ich kann das erklären.“ Nervös fuhr er sich mit der Hand durchs Haar.
Arielle winkte ab. „Lass es. Ich habe keine Lust auf deine Erklärungen. Wenn ich recht verstanden habe, bist du wegen Derek hier?“
Er nickte.
„Ja, das ist eine ernste Sache. Wir überlegen, ob wir ihn hier behalten können. Er ist sehr aggressiv. Zuletzt hat er ein anderes Kind gebissen.“
Zach presste die Lippen aufeinander. „Ich weiß. Aber er meint das nicht so. Du musst ihm noch eine Chance geben.“
„Ich bin noch nicht lange genug hier, um mir ein vollständiges Bild von dem Jungen zu machen. Allerdings hat mir die Betreuerin deines Sohns …“
„Er ist nicht mein Sohn“, fiel Zach ihr ins Wort. „Ich bin nicht verheiratet, Arielle.“
Ihren Namen aus seinem Mund zu hören und dazu dieses einnehmende Lächeln, mit dem er sie schon einmal verzaubert hatte, das blieb nicht wirkungslos. Doch Arielle riss sich schnell zusammen. „Man braucht ja nicht unbedingt verheiratet zu sein, um ein Kind zu haben“, entgegnete sie spitz.
„Ansichtssache. Ich würde kein Kind haben, ohne verheiratet zu sein.“
„Ich denke, das steht im Augenblick nicht zu Debatte, Mr. Forsythe.“
„Zach. Du kannst ruhig Zach zu mir sagen.“
„Aber …“ Weiter kam sie nicht. Denn er trat auf sie zu und sah ihr in die Augen, sodass es ihr die Sprache verschlug.
„Derek ist der Sohn meiner Schwester. Mir ist schon wichtig, dass du nicht denkst, ich wäre verheiratet und würde trotzdem mit dir …“
Sie hob die Hand. „Bitte, das ist jetzt irrelevant.“ Sie brauchte Kraft, um sich zu konzentrieren. Hastig griff Arielle nach dem Blatt Papier, das auf ihrem Schreibtisch lag, und überflog die Zeilen. „Dereks Betreuerin weist darauf hin, dass er bereits zum dritten Mal so aggressiv geworden ist. Davor hat er ein Kind ziemlich heftig geschlagen, das ist zweimal vorgekommen. Es gibt ein paar Regeln in unserer Einrichtung, an die wir uns im Interesse aller halten müssen.“
„Das verstehe ich vollkommen. Trotzdem: Der Kleine ist gerade mal viereinhalb Jahre alt und muss schon einiges durchmachen. Ich weiß nicht, ob die Erzieherin dir von dem schweren Unfall erzählt hat, den meine Schwester hatte. Ich will dich nicht mit Einzelheiten langweilen, aber es war eine schwierige Zeit für ihn. Inzwischen ist das Schlimmste überstanden, und allmählich kehren alle zur Normalität zurück. Daher denke ich, dass Derek auch wieder zu sich findet, denn er ist im Grunde ein lieber, verträglicher Junge.“
Arielle merkte deutlich, dass Zach seinen ganzen Charme aufbot, um dem Jungen zu helfen. Es war eine heikle Situation für sie. Einerseits mussten den Kindern Grenzen aufgezeigt werden, gerade wenn es um Ansätze zur Gewalt ging. Andererseits konnte Arielle auch nicht leugnen, dass Zachs Erklärung einleuchtend klang.
Arielle war hin und her gerissen. Auf gar keinen Fall durfte das Kind ausbaden müssen, was sein missratener Onkel angerichtet hatte.
Zach trat an den Schreibtisch, stützte sich auf die Tischplatte und lehnte sich zu Arielle herüber. „Na, komm, gib dir einen Ruck. Jeder verdient eine zweite Chance. Wir reden auch noch einmal mit Derek und machen ihm klar, dass es so nicht geht.“
Er sagte das in seinem breiten texanischen Akzent, den Arielle so gern hörte. Sie verfluchte sich dafür, dass ihr das überhaupt auffiel, aber sie konnte nicht anders. „Na schön“, meinte sie schließlich, während sie sich noch bemühte, keine Schwäche zu zeigen, obwohl seine Nähe sie zunehmend nervöser machte.
Arielle fragte sich, ob es richtig war nachzugeben. Außerdem wollte sie, dass Zach endlich das Büro verließ. Nicht nur, weil sie Angst hatte, ein weiteres Mal seinem Charme zu erliegen. Sie fürchtete auch, dass er, wenn er noch länger blieb, unweigerlich herausfand, warum sie die letzten Monate so verzweifelt versucht hatte, ihn zu erreichen. „Es ist das letzte Mal“, fügte sie hinzu. „Das nächste Mal müsst ihr eine andere Vorschule für ihn suchen.“
„Geht in Ordnung.“ Zach richtete sich wieder auf. „Dann will ich dich auch nicht länger von der Arbeit abhalten.“ Er ging zur Tür, drehte sich aber noch einmal um, bevor er Arielles Büro verließ, und lächelte ihr auf seine unwiderstehliche Art zu. „Hat mich übrigens sehr gefreut, dich wiederzusehen, Arielle.“
Dann war er draußen und schloss die Tür, bevor Arielle sich überlegen konnte, ob sie ihm den Briefbeschwerer hinterherwerfen sollte. Sie glaubte kein bisschen von dem Süßholz, das er raspelte.
Erschöpft ließ sie sich auf ihren Schreibtischsessel zurücksinken. Nach und nach konnte sie wieder klar denken. Was sollte sie jetzt tun? Monatelang hatte sie diesen Mann vergeblich versucht zu erreichen. Jetzt wusste sie auch, warum: Den Mann, den sie suchte, gab es gar nicht. Dafür servierte sich Zach ihr nun auf dem Silbertablett, als Angehöriger eines ihrer Vorschulkinder – und als schwerreicher Herrscher über ein Hotelimperium.
Arielle strich sich mit beiden Händen übers Gesicht. Wie hatte nur alles derart aus den Fugen geraten können? Voller Vorfreude war sie nach Dallas gezogen und hatte dieses exklusive und teure Institut für Vorschulkinder übernommen. Sie hatte sich davon einen Neubeginn versprochen. Mit dem beruhigenden Sicherheitsgefühl war es jetzt jedoch vorbei, weil sie wusste, dass sie und Tom alias Zach in derselben Stadt lebten! Arielle musste täglich damit rechnen, ihm über den Weg zu laufen, besonders da der kleine Derek ihre Vorschule besuchte. Bisher hatte es ihr schon gereicht, dass sie immer wieder an diesen Mann hatte denken müssen.
Arielle presste sich die Hand auf den Bauch und wartete, bis der leichte Schwindelanfall vorüber war. Dann suchte sie nach einem Papiertaschentuch und tupfte sich, als sie endlich eines gefunden hatte, ein, zwei Tränen aus den Augenwinkeln. Kaum etwas hasste Arielle so sehr wie Weinerlichkeit. Der Kerl, der eben zur Tür hinausgegangen war, der sich damals still und heimlich davongestohlen und sie obendrein auch noch belogen hatte, war schuld daran.
Sie zog die...




