E-Book, Deutsch, Band 1613, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Denosky Schicksalsnacht in Los Angeles
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-588-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1613, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-588-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Oh nein! Warum muss ausgerechnet Jake Garnier der neue Besitzer des Gestüts und damit ihr neuer Chef sein? Inständig bemüht Heather sich, den warmen Schauer zu ignorieren, der ihr über den Rücken läuft. Dass Jake in Jeans und T-Shirt noch besser aussieht als im Smoking, sollte ihr egal sein. Immerhin ist es über ein Jahr her, dass dieser Mann sie in Los Angeles verführt und mit ihr eine wundervolle Nacht verbracht hat. Aber Heather hat Jake nicht vergessen ... Wie auch? Schließlich muss sie jedes Mal an seine blauen Augen denken, wenn sie ihre Tochter ansieht!
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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2. KAPITEL
Am Abend klopfte jemand ungeduldig an der Tür. Heather war nicht sonderlich überrascht darüber, dass es Jake war. Schließlich war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Jake eins und eins zusammenzählte, nachdem er Mandy gesehen hatte.
„Wir müssen reden“, meinte er und trat ein, bevor er dazu aufgefordert wurde. „Ich denke, du schuldest mir ein paar Erklärungen.“
„Ich schulde dir überhaupt nichts. Aber reden wir“, entgegnete Heather ruhig. Sie hatte keine Lust dazu, sich mit ihm zu streiten.
„Dieses Baby ist von mir, stimmt’s?“, fragte er ohne Umschweife.
„Dieses Baby hat einen Namen. Es heißt Amanda Grace, und ich nenne sie Mandy. Sie ist jetzt knapp sieben Monate alt.“ Sie ging durchs Wohnzimmer, um die Tür zum Kinderzimmer zu schließen, damit sie Mandy nicht weckten. „Und zu deiner Frage: Wenn du wissen willst, ob du der leibliche Vater bist, lautet die Antwort ja.“
„Wie kann das sein? Wir haben verhütet.“
Heather zog die Augenbrauen hoch. Wollte er leugnen, dass er der Vater war? „Du weißt doch wohl selbst, dass es nur eine hundertprozentige Verhütung gibt, und das ist Enthaltsamkeit. Hätten wir uns dafür entschieden …“
„… bräuchten wir dieses Gespräch nicht zu führen“, vollendete Jake den Satz.
„So ist es.“ Sie sah ihm ins Gesicht. „Mandy ist deine Tochter. Das kannst du mir getrost glauben.“
Er schüttelte unwillig den Kopf. „Das wollte ich auch gar nicht anzweifeln. Außerdem sieht man das auf den ersten Blick.“
Heather sah, wie ein Muskel unter seiner Schläfe zuckte. Lange standen sie da und musterten einander schweigend. Sie wusste, dass er wütend war, weil er erst jetzt von seinem Kind erfuhr. Aber das hatte er sich selbst zuzuschreiben. Die Schuld dafür wollte Heather nicht auch noch auf sich nehmen.
„Du bist nicht zufällig auf die Idee gekommen, dich bei mir zu melden, als du erfahren hast, dass du ein Kind erwartest?“, fragte er.
Obwohl sie sich fest vorgenommen hatte, ruhig zu bleiben, ärgerte sein vorwurfsvoller Ton sie. „In dem Punkt würde ich an deiner Stelle den Mund nicht so weit aufreißen“, konterte sie.
Er trat einen Schritt auf sie zu. „Was soll das heißen?“
„Du kannst dir dein Gehabe sparen. Und du brauchst auch nicht so zu tun, als wärst du das arme Opfer. Das bist du nämlich nicht.“ Sie ging zur Küche, um die Auseinandersetzung weiter vom Kinderzimmer entfernt fortsetzen zu können. Heather brauchte ihm nicht zu sagen, dass er ihr folgen sollte.
„Hattest du vor, mir zu verschweigen, dass du ein Kind von mir bekommst?“, fragte er in scharfem Ton und blieb drei Schritte von ihr entfernt stehen.
Mühsam riss Heather sich zusammen. Sie wollte sich zu keiner Überreaktion hinreißen lassen. Denn erstens gönnte sie Jake die Genugtuung nicht. Womöglich bildete er sich ein, er könnte sie aus der Fassung bringen. Zweitens hatte sie über ein Jahr lang auf die Gelegenheit gewartet, ihm gehörig die Meinung zu sagen, und eigentlich schon nicht mehr daran geglaubt, dass der Zeitpunkt kommen würde. Unvermutet hatte sich die Chance doch ergeben, und jetzt wollte Heather sie nutzen, und das mit kühlem Verstand.
„Du machst wohl Scherze“, entgegnete sie. „Ich habe die ersten drei Monate damit zugebracht, in deinem Büro Nachrichten für dich zu hinterlassen – mit meiner Telefonnummer und der dringenden Bitte um einen Rückruf. Und auf den habe ich die ganze Zeit vergeblich gewartet. Allerdings hatte ich keine Lust, deiner Sekretärin auf die Nase zu binden, dass ich ein Kind von dir bekomme. Das kannst du dir vielleicht vorstellen.“
„Ich …“
„Ich bin noch nicht fertig“, herrschte Heather ihn an. „Nachdem ich es dann aufgegeben hatte, habe ich in den Monaten danach versucht, mir einzureden, dass es bestimmt irgendeine logische Erklärung dafür gibt, dass du dich nicht meldest. Aber leider bin ich zu der Feststellung gekommen, was die einzig mögliche Erklärung ist: nämlich dass du ein gefühlloser, verantwortungsloser, egoistischer Mistkerl bist, den nichts weiter interessiert als sein Vergnügen.“
Jake wollte wieder zu einer Entgegnung ansetzen, aber Heather ließ sich nicht unterbrechen. „Als ich schließlich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, habe ich beschlossen, dass du es gar nicht verdienst zu erfahren, dass Mandy deine Tochter ist. Außerdem bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für uns beide – besonders aber für mich – wesentlich besser ist, nichts mehr miteinander zu tun zu haben.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Möchtest du sonst noch etwas wissen?“
Jakes Selbstsicherheit schien ihn verlassen zu haben. Er sah Heather nur entgeistert an, und sie merkte, dass ihre Worte ihre Wirkung nicht verfehlt hatten. Verlegen kratzte er sich den Nacken und meinte dann ungläubig: „Das kann doch gar nicht sein. Meine Sekretärin hat die klare Anweisung …“
„Deine Sekretärin ist dein Problem. Das würde ich an deiner Stelle allerdings mal angehen. Gerade bei deinem Lebenswandel. Aber wie gesagt, das geht mich nichts an. Und umgekehrt brauchst du dir um uns auch keine Gedanken zu machen. Mandy und ich kommen sehr gut allein zurecht.“
Jake kniff die Augen zusammen. „Willst du mich aus dem Leben meiner Tochter ausschließen?“
„Das habe ich nicht gesagt. Ich wollte damit nur ausdrücken: Du bist raus aus der Nummer. Es steht dir frei, nach Los Angeles zurückzukehren und dein Leben weiterzuführen wie bisher. Ich brauche von dir weder eine finanzielle noch sonst eine Unterstützung. Ich kann allein für Mandy und mich sorgen.“
„Aber sie ist schließlich auch meine Tochter.“
„Du hast doch gehört. Ich entbinde dich der Verantwortung.“ Nachdem Heather ihrem Zorn Luft gemacht hatte, fühlte sie sich mit einem Mal erschöpft.
Jake trat zu ihr und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Heather merkte, dass sie körperlich sofort auf seine Berührung reagierte. Sie erschauerte warm, und sie konnte nichts dagegen unternehmen, dass der sonore Ton seiner Stimme ihre Sehnsucht wachrief.
Sanft fasste er unter ihr Kinn und hob ihren Kopf, sodass sie ihm in seine schönen blauen Augen sehen musste. „Wir wollen mal eines klarstellen. Ich gebe zu, es hat an mir gelegen, dass ich nichts von deiner Schwangerschaft wusste. Aber jetzt, da ich weiß, dass Mandy meine Tochter ist, werde ich alles daransetzen, dass sie ein Teil meines Lebens wird und ich in ihrem eine Rolle spiele. Deshalb finde ich es auch praktischer, wenn ihr zu mir ins Herrenhaus zieht.“
„Kommt nicht infrage, Jake. Wir fühlen uns hier sehr wohl in der Remise.“
„Wir werden sehen.“
Ehe sie etwas sagen oder sich wehren konnte, hatte er sie an sich gezogen und küsste sie mit zärtlicher Leidenschaft. Als sie seine festen Lippen wieder auf ihrem Mund spürte, wurde ihr wie damals fast schwindlig vor Verlangen. Mit aller Macht versuchte sie, die Erinnerung an all die wunderbaren Gefühle von sich fernzuhalten, die er damals in ihr geweckt hatte. Trotzdem konnte sie ihr dummes Herz nicht daran hindern, immer heftiger und schneller zu schlagen, je länger der Kuss dauerte.
Sie legte die Hände auf seine breite Brust, um ihn von sich zu stoßen, doch es gelang ihr nicht. Stattdessen genoss sie, seine Wärme und seine Stärke zu spüren. Als er ihr mit der Zungenspitze über die Lippen strich, überlegte sie nicht lange, sondern öffnete den Mund.
Er drängte sich enger an sie. Sein Kuss wurde feuriger und fordernder. Heather erbebte in seinen starken Armen. Die unwiderstehliche Leidenschaft, die er vor anderthalb Jahren in ihr geweckt hatte und wie Feuer in ihr gebrannt hatte, war mit einem Schlag wieder da. Aber es war Irrsinn, was sie hier taten. Heather hatte sich in seiner Umarmung schon einmal vergessen, und dabei herausgekommen war diese ausweglose Lage. Schon einmal hatte er unter Beweis gestellt, dass sie für ihn nichts weiter war als ein Spielzeug, das er irgendwann gelangweilt wieder wegwerfen würde.
Sie schob ihn von sich und drehte den Kopf zur Seite. „Bitte – hör auf damit.“
Augenblicklich wich er zurück, ließ sie jedoch nicht ganz los. „Wahrscheinlich hast du recht. Vielleicht wäre es klüger gewesen, es nicht zu tun.“ Er schenkte ihr dieses bestechende Lächeln, dem sie schon in Los Angeles erlegen war. „Aber selbst wenn du mich totschlägst, wirst du nicht von mir hören, dass es mir leidtut. Du hast die süßesten, weichsten Lippen, die ich je geküsst habe.“
„Die kannst du getrost vergessen. Es wird nicht wieder vorkommen.“
Er sah sie an und sagte nichts. Und gerade als sie das unbehagliche Schweigen brechen wollte, kam Nemo in die Küche. Er sah die beiden dort zusammenstehen, trottete zu ihnen und legte sich wie selbstverständlich zwischen sie auf ihre Füße.
Jake sah verblüfft auf ihn herunter. „Kannst du mir sagen, was das zu bedeuten hat? Jedes Mal, wenn er mich sieht, lässt er sich auf meine Füße fallen.“
Heather war dankbar für die Unterbrechung. Sie machte sich von Jake frei, beugte sich zu Nemo und kraulte ihn hinter den Ohren. Schulterzuckend sagte sie: „Ich vermute, er weiß, dass er zu groß dafür ist, um auf jemandes Schoß zu sitzen. Da legt er sich lieber auf die Füße. Das ist wohl ein angeborener Instinkt bei ihm.“
Jake lächelte. „Dann schließe ich daraus, dass er mich mag.“
„Sieht ganz so aus“, meinte Heather mit resigniertem Unterton. Sie straffte die...




