E-Book, Deutsch
Denosky Über Nacht kam die Liebe
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2924-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch
ISBN: 978-3-7515-2924-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Herz von Pilot Hunter gerät in schwere Turbulenzen: Denn seine wundervolle Kollegin Callie hört einfach nicht auf ihn. Dabei wird ihr Ex-Freund immer gefährlicher. Um Callie zu schützen, geht er eine Scheinbeziehung mit ihr ein. Bis er mehr möchte ...
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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1. KAPITEL
Hunter O’Banyon warf einen verstohlenen Blick zu der zierlichen, überaus attraktiven Blondine, die er eben erst kennengelernt hatte, und sein Adrenalinspiegel stieg plötzlich beträchtlich. Ihre Wangen waren gerötet vor Hitze und Aufregung, und er konnte am Funkeln ihrer veilchenblauen Augen erkennen, dass ihm eine turbulente Fahrt bevorstand.
„Ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, aber wir müssen ein bisschen schneller fahren als geplant“, sagte sie und klang dabei ein wenig atemlos.
Schmunzelnd nickte Hunter. „Kein Problem, fahren Sie nur los. Ich liebe Geschwindigkeit.“
„Die Einstellung gefällt mir.“ Ihr Lächeln ließ sein Herz höherschlagen. „Halten Sie sich gut fest. Es könnte ein wenig holprig werden.“
Hunter holte tief Luft und wappnete sich. „Geben Sie Gas, Darling.“
Während sie das Gaspedal durchtrat, drückte sie auf einen Schalter am Armaturenbrett. Zu Blaulicht und dem ohrenbetäubenden Geräusch einer Sirene trat das Aufheulen des Motors und der durchdrehenden Reifen, die eine Wolke von Kies und Staub aufwirbelten, als sie die Landebahn des Flugplatzes von Devil’s Fork verließen.
Als Hunter herausgefunden hatte, dass es keine reguläre Flugverbindung zu dem kleinen Ort gab, hatte er kurz entschlossen eine Cessna gechartert und sich von El Paso nach Devil’s Fork fliegen lassen. Da hatte er sich noch gewundert, warum der Pilot sich halb totgelacht hatte, als er, Hunter, von einem Flughafen gesprochen hatte. Jetzt wusste er, warum. Das Ganze bestand lediglich aus einem asphaltierten Stück Straße, das als Start- und Landebahn diente und kaum den üblichen nationalen Sicherheitsstandards entsprach, einem Vorratsschuppen, der sich gefährlich zu einer Seite neigte, und einem Holzmast mit einem zerrissenen Windsack und den Flaggen der Vereinigten Staaten und Texas daran. So weit Hunter sehen konnte, gab es nicht einmal irgendwelche Lichtquellen für Starts oder Landungen bei Dunkelheit. Er konnte nur hoffen, dass der medizinische Flugdienst „Life Medevac“ einen besseren Eindruck machte.
„Ach, übrigens, ich bin Callie Marshall, die Krankenschwester im Team von Medevac II“, erklärte die blonde Frau neben ihm.
Hübscher Name für eine hübsche Frau, dachte Hunter, während sie sich dem Stadtrand näherten. „Ich bin Hunter O’Banyon.“
„Zum Glück.“ Sie lachte. „Als mein Pieper losging, habe ich Ihnen gar keine Zeit gelassen, sich vorzustellen. Und dann fiel mir plötzlich ein, dass Sie womöglich gar nicht der Mann sind, den ich hier abholen sollte.“
Sein Puls beschleunigte sich, und er musste sich räuspern, weil seine Kehle auf einmal fürchterlich trocken war. Wenn sie lächelte, war Callie Marshall nicht nur hübsch, sondern einfach umwerfend. „Wie groß war denn die Chance, dass noch jemand nach Devil’s Fork geflogen kommt?“, fragte er, als seine Stimmbänder endlich wieder funktionierten.
„Sehr gering“, erwiderte sie und lachte dabei. „Ich glaube, Sie sind der erste Mensch, der nach Devil’s Fork geflogen ist, seit ich vor zwei Monaten hier angekommen bin.“
Hunter dachte, dass er noch nie so ein wunderbares Lachen gehört hatte wie ihres. „Irgendwie überrascht mich das nicht sonderlich.“ Er hielt sich am Griff fest, als sie wie auf zwei Rädern um eine Ecke jagte. „Sind Sie damals auch mit dem Flugzeug gekommen?“
„Um Himmels willen, nein.“ Sie schüttelte den Kopf, und ihr Pferdeschwanz schwang lustig hin und her. „Ich bin mit dem Auto aus Houston gekommen. In so einer kleinen Kiste wollte ich nicht herfliegen.“
Während sie die Hauptstraße entlangrasten, dachte Hunter, dass man an Devil’s Fork leicht einfach vorbeifahren konnte, denn der Ort schien hauptsächlich nur aus ein paar Geschäften und wenigen Privathäusern zu bestehen.
„Mary Lou, unsere Bürokraft und das Mädchen für alles, hat erzählt, dass Sie aus der Gegend von Miami kommen. Es könnte eine Weile dauern, bis Sie sich an Devil’s Fork gewöhnt haben. Es sind ungefähr sechshundert Meilen bis zum nächsten Strand, und die Gegend ist nicht gerade bekannt für aufregende gesellschaftliche Ereignisse.“
„Was Sie nicht sagen.“ Hunter zuckte zusammen, als Callie am Ortsausgang ein Stoppschild ignorierte. „Ich wusste, dass der Ort klein ist, aber ehrlich gesagt hatte ich ihn mir doch etwas größer vorgestellt.“
„Ich auch“, stimmte sie zu. „Anfangs konnte ich kaum glauben, dass es überhaupt genügend Nachfrage nach einem medizinischen Flugdienst gibt. Aber da habe ich mich getäuscht.“
Hunter überlegte, was er in den Unterlagen über den Betrieb gelesen hatte, dessen Leitung seine Großmutter ihm übertragen hatte. „Wenn ich mich richtig erinnere, sind wir der einzige medizinische Notdienst für insgesamt fünf Landkreise.“
„Genau. Die Bevölkerungsdichte in diesem Teil von Texas ist so gering, dass es sich für die einzelnen Landkreise nicht rechnet, eigene Krankenstationen und Krankenwagen zu unterhalten.“ Achselzuckend lenkte sie den Pick-up auf einen Schotterweg, der zu einem großen Flugzeughangar mit der Aufschrift „Life Medevac Helicopter Service“ führte. „Außerdem würde es mit normalen Ambulanzen in den meisten Fällen viel zu lange dauern, bis man die Leute erreicht hätte, und noch länger, um sie in ein Krankenhaus zu bringen. Mit unserem Helikopter-Service haben die Patienten zumindest eine Chance, gerettet zu werden, wenn es um medizinische Notfälle geht.“
Als sie neben dem Gebäude hielt, atmete Hunter erleichtert auf. Die Bodenstation des „Life Medevac“-Flugdienstes schien in weitaus besserem Zustand zu sein als das Rollfeld von Devil’s Fork. Neben dem solide und neu aussehenden Hangar standen zwei brandneue Rettungshubschrauber, und das gesamte Gelände war mit einer hochmodernen Lichtanlage für nächtliche Start- und Landemanöver ausgestattet.
„Wir sehen uns, wenn ich zurück bin“, meinte Callie, während sie den Motor ausschaltete und die Tür aufriss. „Ich muss zum Helikopter.“
„Danke fürs Abholen!“, rief Hunter ihr noch hinterher, als er aus dem Wagen stieg.
Sie drehte sich um und lachte wieder betörend. „Fast hätte ich es vergessen – nehmen Sie sich vor Mary Lous Kaffee in Acht. Sie wird Ihnen erzählen, dass es der beste Kaffee ist, den Sie je getrunken haben, aber das sollten Sie lieber nicht glauben.“ Sie verzog das Gesicht. „Er ist furchtbar.“
Während er Callie hinterhersah, die zu dem wartenden Hubschrauber lief, überlegte er, was ihm an ihr ein wenig merkwürdig vorkam. Abgesehen von der Tatsache, dass sie den Wagen durch die Stadt gelenkt hatte, als wäre der Teufel hinter ihnen her, und sich jetzt bewegte, als hätte sie alle Zeit der Welt, saß ihr blauer Overall um die Taille herum etwas merkwürdig.
Aber als sie im Hubschrauber verschwand und die Tür sich hinter ihr schloss, schob er seine Überlegungen beiseite und sah zu, wie der Helikopter abhob. Obwohl Emerald Larson ihm versichert hatte, dass sie sämtliches Material auf den neuesten Stand der Technik hatte bringen lassen und damit die gesetzlichen Vorgaben noch übertroffen hatte, beschloss er, möglichst bald neue Overalls zu bestellen. Und zwar in einer Farbe, die sich deutlicher von denen der anderen Ersthelfer unterschied, sodass das Personal von „Life Medevac“ sofort zu erkennen war, wenn es an einem Unfallort eintraf. Und er würde dafür sorgen, dass jeder im Team die richtige Größe trug.
„Sie müssen Hunter O’Banyon sein, der neue Chef des Unternehmens.“
Als die weibliche Stimme hinter ihm ertönte, drehte Hunter sich um und sah eine Frau vor sich stehen, die er auf Ende sechzig, Anfang siebzig schätzte. Mit ihrem lockigen schneeweißen Haar, dem runden Gesicht und der Lesebrille auf der Nase sah sie ein bisschen aus wie die Frau des Weihnachtsmanns in einem Theaterspiel.
Er lächelte und streckte ihr die Hand entgegen. „Richtig. Und Sie müssen Mary Lou Carson sein.“
„Genau die bin ich.“ Grinsend schüttelte sie mit festem Griff seine Hand. „Kommen Sie rein und ruhen Sie sich einen Moment aus. Ich schenke Ihnen einen Becher Kaffee ein – und zwar den besten, den Sie je getrunken haben. Dann zeige ich Ihnen Ihr Zimmer.“
Hunter hievte sein Gepäck von der Ladefläche des Pick-ups und folgte Mary Lou – froh, der stickigen Augusthitze entfliehen zu können. Als sie ihn in das klimatisierte Büro führte, besah er sich die gerahmten militärischen Auszeichnungen, die an der Wand neben der Tür hingen.
„Sind die von Ihrem Mann?“, fragte er interessiert.
„Einige davon.“ Mary Lou ging hinüber zu der kleinen Küchenzeile am anderen Ende des Zimmers und nahm die Kanne mit dem köstlich duftenden Kaffee in die Hand. „Der Rest sind meine.“
Sie reichte ihm einen Kaffeebecher und bedeutete Hunter, sich auf einen der Stühle vor einem zerkratzten Holzschreibtisch zu setzen. „Machen Sie es sich gemütlich, Hunter.“
„In welchem Bereich der Armee sind Sie denn gewesen?“, fragte er und setzte sich.
„Lester und ich waren beide bei der Marine.“ Sie trat hinter den Schreibtisch, auf dem ein Computer und mehrere Telefone standen, und ließ sich auf einen alten Bürostuhl fallen, der noch aus dem Zweiten Weltkrieg zu stammen schien. „Er war Flugzeugmechaniker, und ich war Krankenschwester. Er ist bei einem Unfall an Bord eines Flugzeugträgers gestorben, kurz bevor wir pensioniert werden sollten.“
„Das tut mir leid.“ Hunter wusste nur zu gut, was es bedeutete, jemanden unerwartet zu verlieren.
„Es...




