E-Book, Deutsch, Band 1605, 144 Seiten
Reihe: Baccara
DeNosky Wenn es plötzlich Liebe ist
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-581-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1605, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-581-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Luke Garnier ist sexy und reich genug, um sich jeden Wunsch zu erfüllen. Fast jeden! Denn als alleinstehender Unternehmer braucht er auf absehbare Zeit einen Erben ... Aber deshalb den Bund fürs Leben eingehen? Das muss vielleicht gar nicht sein, denkt Luke und atmet auf, als ihm die zündende Idee kommt: Seine hübsche Assistentin Haley wäre genau die richtige Mutter für sein Kind! Haley ist zuverlässig, loyal und herzlich. Eine Ehe auf Zeit, die perfekte Lösung! Doch als er Haley in den Armen hält, ist Luke von ungeahnt heißer Leidenschaft und tiefer Zärtlichkeit erfüllt ...
Kathie DeNosky stellt ihren Wecker oft auf 2 Uhr morgens, um wenigstens einige Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor der Rest der Familie erwacht. Während dann in ihrem Büro leise Countrymusik erklingt, schreibt sie an ihren Romances, denen eine ganz besondere Mischung aus Sinnlichkeit und Humor zeigen ist. Sie zählt zu den Top-Autorinnen und hat bereits viele Auszeichnungen erhalten.
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1. KAPITEL
„Haley, streichen Sie alle Termine für heute! Und kommen Sie in fünf Minuten in mein Büro. Es gibt Arbeit.“
Haley Rollins sah ihrem Chef Lucien Garnier erstaunt hinterher, nachdem er an ihr vorübergerauscht war. Während der letzten fünf Jahre war jeder Werktagmorgen in der Chefetage des Bauunternehmens Garnier Construction gleich abgelaufen. Lucien Garnier – oder Luke Garnier, wie er es lieber hörte – erschien für gewöhnlich um Punkt acht Uhr dreißig, bat um seinen Kaffee und erwartete Haley kurz darauf in seinem Büro, damit sie Bericht erstattete und sie über die Termine des Tages sprechen konnten. Heute jedoch war Luke Garnier eine halbe Stunde früher als sonst in der Firma und hatte über den Kaffee noch kein Wort verloren.
Haley wusste, welch großen Wert ihr Boss auf verlässliche Gewohnheiten legte, und kam aus dem Staunen nicht heraus. Was war geschehen? Irgendetwas war im Busch, und zweifellos war es etwas Bedeutsames. Haley kannte Luke gut genug, um es ihm am Gesicht ablesen zu können, dessen markante Züge sie insgeheim bewunderte. Mit einem Schlag war die Montagmorgenmüdigkeit wie weggeblasen.
Haley griff zum Telefon und hatte nach einigen Minuten die Verabredungen für diesen Tag abgesagt. Dann verschwand sie für eine kleine Weile in der Teeküche, um Luke einen Kaffee zu kochen. Den Kaffeebecher in der Hand und ihren Block unter dem Arm, erschien Haley kurz darauf in Lukes Büro.
Auf dem Weg zu Luke Garniers Schreibtisch stockte ihr der Atem. Luke hatte sich seines Jacketts entledigt und es über die Lehne seines Schreibtischsessels gehängt. Nun stand er mit dem Rücken zu ihr vor dem großen Fenster und betrachtete offensichtlich gedankenverloren die betriebsame City von Nashville. Seine Hände steckten tief in den Hosentaschen, und dabei spannte der graue Stoff seiner Hose leicht über seinem sexy Po, sodass Haley bei diesem Anblick fast der Kaffeebecher aus der Hand gefallen wäre.
Vorsichtig stellte sie den Becher auf den Schreibtisch und warf noch einmal einen verstohlenen Blick auf Lukes schmale Hüften, die in einem äußerst anziehenden Gegensatz zu dem breiten Rücken standen, dessen Konturen sich unter dem tadellosen, gebügelten, maßgeschneiderten Oberhemd abzeichneten. Haley war froh darüber, dass Luke nach draußen schaute, denn sonst hätte er sicher gemerkt, dass sie ihn anstarrte.
„Sie sind ein bisschen spät“, meinte Luke, ohne sich umzudrehen.
Haley sammelte sich. „Es tut mir leid. Ich musste noch telefonieren, um die Termine abzusagen.“
Darüber, dass er ihr Eintreten bemerkte, obwohl der dicke Teppich das Geräusch ihrer Schritte schluckte, wunderte sie sich schon lange nicht mehr. Luke Garnier entging so leicht nichts.
„Nehmen Sie Platz, Haley. Wir müssen eine Angelegenheit besprechen.“
Haley zuckte kaum merklich zusammen und überlegte sofort, was sie falsch gemacht haben könnte. Die einzige Verfehlung, der sie sich bewusst war, bestand darin, dass sie sich schon beim Einstellungsgespräch hoffnungslos in ihren Chef verliebt hatte und in den letzten fünf Jahren nichts an diesem Zustand hatte ändern können. Immerhin achtete Haley peinlich genau darauf, dass er davon nichts mitbekam. Sie war immer in der Rolle der kühlen, sachlichen, zuverlässigen und kompetenten Sekretärin geblieben.
Zögernd nahm sie in dem ledernen Besuchersessel vor seinem Schreibtisch Platz. Noch einmal überlegte sie. Nein, sie konnte sich nicht vorstellen, dass er hinter ihre wohl verborgenen Gefühle gekommen war. Luke Garnier war zwar ein sehr genauer und scharfsinniger Beobachter, der so gut wie jeden durchschaute. Andererseits blendete er jedoch alles aus, was ihn von seinem Ziel ablenken konnte. Und das war seine Firma, die Garnier Construction, voranzubringen. Seine Arbeit war für ihn wie eine anspruchsvolle Geliebte, der er sich mit Haut und Haar verschrieben hatte.
„Wie war ihr Trip nach Wichita am Wochenende?“, fragte Haley, um wenigstens etwas zu sagen, während Luke immer noch in Schweigen versunken am Fenster stand. Er hatte ihr nicht verraten, warum er nach Kansas gereist war, wozu er sich offenbar erst in letzter Minute entschlossen hatte. Haley hatte jedoch das Gefühl, dass sein ungewohnt frühes Erscheinen im Büro mit diesem kurzen Trip zusammenhängen musste. „War es ein Erfolg?“
Den Rücken ihr zugewandt, hob Luke langsam die Schultern und ließ sie wieder fallen. Endlich drehte er sich zu ihr um. „Kommt ganz darauf an, von welcher Seite man es betrachtet.“
Die orakelhafte Antwort irritierte Haley. Sie konnte sich nicht genug über ihn wundern. Luke war für gewöhnlich ein Mann der klaren Worte und der festen Entscheidungen. Alles Vage und Zweideutige war ihm sonst vollkommen fremd. Haley runzelte die Stirn. „So ganz verstehe ich nicht, was Sie meinen.“
Er warf ihr einen Blick aus seinen stahlblauen Augen zu, unter dem sie gleich ein Stück tiefer in ihren Sessel rutschte. „Das habe ich auch nicht erwartet“, meinte er. Eine Weile fixierte er sie mit diesem Blick und schien zu überlegen, wie viel er ihr sagen sollte. Schließlich erklärte er: „Ich bin seit diesem Wochenende Besitzer von Laurel Enterprises.“
Haley blieb der Mund offen stehen. „Im Ernst? Das ist ja großartig, Luke.“ Laurel Enterprises gehörte zu den größten und erfolgreichsten Bauunternehmen. In ganz Tennessee standen zahlreiche Ferienhäuser und Eigenheime im Blockhausstil, die Laurel Enterprises errichtet hatte. „Da darf man wohl gratulieren. Aber wie haben Sie es bloß geschafft, Emerald Larson dazu zu bringen, an Sie zu verkaufen?“
Haley machte keinen Hehl aus ihrer Bewunderung. Luke hatte schon eine Reihe von spektakulären Coups gelandet. Aber dieser war der größte, von dem Haley wusste. Mit der eisenharten Geschäftsfrau Emerald Larson zu verhandeln galt weithin als eine der größten Herausforderungen in der Branche.
„Sagen wir mal, ich hatte einen kleinen Startvorteil auf der Innenbahn“, antwortete Luke, ohne näher auf Einzelheiten einzugehen.
Haley, die als seine rechte Hand seine Unternehmensphilosophie und seine hochgesteckten Ziele genauso gut kannte wie er selbst, wunderte sich wieder. Warum war Luke angesichts dieses Triumphes nicht euphorischer? Immerhin hatte er jetzt die Größe seines bisher nicht unbedeutenden Unternehmens auf einen Schlag nahezu verdoppelt. Aber dafür wirkte ihr Chef seltsam gelassen.
Sie wusste, dass es nichts nützte, ihn mit Nachfragen zu bedrängen. Wenn er ihr etwas von diesem Deal erzählen wollte, würde er es tun. Wenn nicht, könnte sie ihn nicht dazu bewegen. „Das trifft sich ja hervorragend mit den Expansionsplänen, die Sie ohnehin hatten“, sagte Haley fröhlich. „Soll ich gleich einen Termin mit der Anwaltskanzlei machen, um die Einzelheiten der Verträge aushandeln zu lassen?“
„Nicht nötig. Das habe ich am Wochenende schon selbst in die Wege geleitet.“
„Oder brauchen Sie einen Termin mit der Hausbank?“
„Auch nicht nötig. Die Laurel Enterprises kosten mich keinen Cent. Das habe ich bereits schriftlich.“
Haley glaubte, sich verhört zu haben. „Keinen Cent? Das gibt es doch gar nicht!“
Ihre Blicke trafen sich. Haley wurde jedes Mal ganz merkwürdig zumute, wenn sie in seine blauen Augen sah. „Ich kann es einfach nicht glauben“, fuhr sie verwirrt fort. „Und das mit Emerald Larson. Sie gehört zu den Top Twenty der Wirtschaftskapitäne der Vereinigten Staaten und hat ihren Ruf als hartgesotten nicht umsonst. Die verschenkt doch nicht einfach ein gesundes Unternehmen?“
„Nun“, entgegnete Luke fest, „das war nicht, worüber ich mit Ihnen reden wollte.“ Er lehnte sich in seinem Schreibtischsessel zurück. „Jetzt, da mir seit diesem Wochenende das größte Bauunternehmen im Süden gehört, bin ich ins Nachdenken gekommen. Ich brauche Kontinuität und will auch für die Zeit vorsorgen, wenn ich einmal nicht mehr da bin. Mit anderen Worten: Was ich brauche, ist ein Nachfolger, und das kann in meinen Augen nur ein leiblicher Nachkomme sein.“
Dies war offenbar ein Tag für Überraschungen. Erst hatte keine Geringere als Emerald Larson eine ihrer Firmen verschenkt, dann entdeckte Luke unvermutet seinen Kinderwunsch. „Wie kommen Sie denn auf diese Idee?“ Harley biss sich auf die Zunge, aber die Frage war bereits ausgesprochen.
Luke verzog keine Miene. „Meine Geschwister interessieren sich überhaupt nicht für das Baugewerbe. Sie sind beide glücklich in ihren Jobs, Jake als prominenter Scheidungsanwalt und Arielle mit ihren Vorschulkindern. Ich will aber, dass irgendwann jemand mein Unternehmen übernimmt und mein Lebenswerk weiterführt. Deshalb suche ich eine Leihmutter.“
Haley machte ein ungläubiges Gesicht und gab sich auch keine besondere Mühe, ihr Befremden zu überspielen. „Sie sind um die Nachfolge besorgt und wollen deshalb ein Kind in die Welt setzen? Finden Sie das nicht selbst ein bisschen übertrieben? Ein Kind zu haben ist immerhin eine große Verantwortung.“
Luke ließ sich nicht beirren. „Was soll daran übertrieben sein? Ich halte das für das einzig Sinnvolle. Der Name Garnier soll auch in den kommenden Jahrzehnten für Qualität und Verlässlichkeit in der Baubranche stehen. Das ist ein Markenname, der nicht einfach untergehen darf.“
„Und Sie meinen, wenn Sie ein Kind zeugen, ist es damit getan?“
„Jedenfalls ist damit der Grundstock dessen gelegt, was ich vorhabe.“
„Aber es wird viele Jahre dauern, bevor dieser Mensch sich auch nur annähernd etwas unter dem vorstellen kann, was Sie hier machen.“
...



