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E-Book, Deutsch, Band 2128, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Depalo Küsse, die du nie vergisst!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2613-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2128, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2613-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sein muskulöser Körper, sein sexy Lächeln ... Physiotherapeutin Serafina muss dem umschwärmten Eishockey-Star Jordan Serenghetti unbedingt widerstehen! Schließlich kann er sich nicht mal an sie erinnern, geschweige denn an ihren Kuss von damals. Dafür quält sie ihn mit einem Training, das er nie vergessen wird! Sie genießt diese kleine Rache und wehrt seine Flirt-Attacken schlagfertig ab. Doch als er sich nach einem Unfall um sie kümmert, ist Serafina überwältigt von Jordans Zärtlichkeit - und kurz davor, einen gefährlichen Fehler zu machen ...
Die USA Today-Bestsellerautorin Anna DePalo ist Harvard-Absolventin, ehemalige Anwältin und lebt mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Tochter in ihrer Heimatstadt New York. Sie schreibt sexy und humorvolle Bücher, die in mehr als zwanzig Ländern veröffentlicht wurden. Ihre Romane wurden mit dem RT Book Reviews Reviewers' Choice Award, dem Golden Leaf, dem Book Buyer's Best und dem New England Readers' Choice ausgezeichnet.
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1. KAPITEL
Es gab so einiges, was Sera Perini nicht mochte. Zum Beispiel Frauenhelden, lästige angeheiratete Familienmitglieder und unliebsame Überraschungen. All das traf leider auf Jordan Serenghetti zu. Dass er an diesem sonnigen Frühlingstag plötzlich in der Praxis in Massachusetts auftauchte, trug nicht gerade dazu bei, ihre Laune zu verbessern.
„Du!“ Sie konnte den Ausruf nicht unterdrücken. Eigentlich war es ein ganz normaler Tag in der Physiotherapiepraxis Astra Therapeutics gewesen, bis er erschienen war. Der Star-Eishockeyspieler, der obendrein noch sehr erfolgreich für Unterwäsche-Anzeigen posierte.
Jordan lächelte. „Gut erkannt, ich bin es höchstpersönlich.“
Er wirkte entspannt und lässig wie immer, attraktiv und fotogen, selbst jetzt, wo er an Krücken ging. Er trug Jeans und ein schlichtes olivfarbenes T-Shirt, das seinen muskulösen Oberkörper betonte. Ja, er war ein richtiger Hingucker mit enormer Ausstrahlung. Das konnte Sera nicht leugnen. Nicht, dass er sie irgendwie interessiert hätte! Denn sie war mehr als misstrauisch gegenüber Männern, die einfach zu gut waren, um wahr zu sein. Männer, denen alles zuflog. Dazu gehörte Jordan nämlich eindeutig. Sein kurzes dunkles Haar, seine grünen Augen, sein markantes Gesicht – er kam einfach überall gut an.
Oh ja, Sera kannte auch die Unterwäschewerbung, für die er posiert hatte. Man konnte kaum eine Zeitschrift aufschlagen, ohne sie zu sehen, zudem prangten die Bilder an allen Plakatwänden. Der Stoff, aus dem die Träume waren, für Heerscharen von Bewunderinnen. Aber nicht für Sera. Sie war keine Träumerin, sie war Realistin. Und ihre schlechten Erfahrungen hatte sie schon hinter sich.
„Was willst du denn hier?“, stieß sie hervor. Obwohl sie es ahnte. Die Sprechstundenhilfe hatte ihr gesagt, ihr nächster Termin warte in Kabine sechs auf sie – aber da hatte sie nicht damit gerechnet, dass es sich um Jordan handeln könnte.
Sie hatte schon gehört, dass er sich beim Spiel verletzt hatte, aber sie war davon ausgegangen, dass sich die medizinische Abteilung seines Eishockeyteams, der New England Razors, darum kümmern würde. Tja, aber jetzt sollte ganz offensichtlich sie ihn versorgen.
Sera seufzte. Jordan sollte nur nicht glauben, dass er ihr wegen seiner Verletzung leidtat! Schließlich war er ihr zweitgrößter Fehler, was die Männerwelt anging. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass er neuerdings mit ihr verschwägert war, denn ihre Cousine hatte Jordans Bruder geheiratet. Obwohl sie sich seitdem öfter gesehen hatten, konnte sich Jordan offenbar nicht an ihr früheres, nicht ganz unbedeutendes Zusammentreffen erinnerte.
Sie schaute auf sein bandagiertes linkes Knie. Ein ungewohnter Anblick, Jordan Serenghetti einmal so zu sehen, nicht gerade hilflos, aber doch sichtlich lädiert …
„Na, das nenne ich mal eine Begrüßung“, kommentierte er schmunzelnd. „Meistens rufen die Fans laut meinen Namen, wenn sie mich sehen. Aber ich wusste schon immer, du schwimmst gegen den Strom, Engelchen.“
Sera verdrehte die Augen. Fans? Wahrscheinlich waren es eher die Frauen, die seinen Namen schrien. Fehlgeleitete Frauen, die nicht wussten, was gut für sie war. „Nenn mich nicht Engelchen.“
„Du bist nun mal nach einem Himmelswesen benannt, dafür kann ich doch nichts.“
Ja, ihr voller Name war Serafina, und das kam von den Seraphim, einer Art von Engeln. Insofern hatte Jordan recht. Trotzdem mochte sie es nicht, wenn man sie Engelchen nannte. Vor allem nicht, wenn Jordan es tat.
„Die Seraphim sind besonders feurige Engel, wenn ich mich recht an meinen Religionsunterricht erinnere“, fuhr Jordan ungerührt fort. „Ich finde, deine Eltern haben die perfekte Namenswahl getroffen. Denn das bist du: himmlisch, schön und feurig-temperamentvoll.“
Sera stöhnte auf. „Womit willst du mich jetzt beeindrucken? Mit deinem Bibelwissen oder mit deinen zweifelhaften Komplimenten?“ Sie knallte ihr Klemmbrett auf die Ablage. „Du bist also wegen der Physiotherapie hier …“
„So ist es und nicht anders.“
Nur mühsam konnte sie ihre Verärgerung unterdrücken. „Und ich soll wirklich glauben, dass du rein zufällig mir zugeteilt worden bist?“
Er hob die Hände. „Ich schwöre, ich werde dir nichts vorlügen.“
„Oh, sehr gut.“
„Ich will immer nur das Beste …“
Das galt mit Sicherheit auch für Frauen. Unter seinen zahlreichen weiblichen Fans konnte er sich immer die Attraktivste aussuchen.
„… und du hast einen fantastischen Ruf. Die Leiterin der Physiotherapie-Praxis hat dich in den höchsten Tönen gelobt.“
Sera kam wieder das Gespräch in den Sinn, das sie am Anfang der Woche mit der Praxisleiterin Bernice geführt hatte. „Mit ein bisschen Glück können wir einen Vertrag mit den New England Razors abschließen“, hatte Bernice gesagt. „Das Management will einen Teil der Physiotherapiearbeit abgeben, um das eigene medizinische Team zu entlasten. Sie haben drei Praxen in der engeren Wahl, darunter unsere. Wenn wir diesen Auftrag an Land ziehen, können wir vielleicht auch noch andere Sportmannschaften an uns binden …“
Zu diesem Zeitpunkt hätte Sera eigentlich schon Böses ahnen können, aber sie hatte es einfach nicht wahrhaben wollen. Sie hatte gedacht, als Testpatienten würden sie jemanden mit einer leichten, unkomplizierten Verletzung schicken.
„Und du wolltest genau mich für die Behandlung haben?“
Jordan nickte grinsend. „Ja, einerseits natürlich wegen der Empfehlung deiner Chefin. Und dann ist noch ein Punkt dazugekommen, als ich mir bei eurer Sprechstundenhilfe den Termin habe geben lassen. Sie hat deine hervorragenden Kochkünste erwähnt. Da wusste ich, dass ich bei dir hundertprozentig richtig bin.“
„Sie hat was? Sie hat meine Kochkünste erwähnt?“
„Und deine Backkünste“, ergänzte er. „Offenbar stehst du ganz oben in der Gunst des Personals, weil du öfter mal was Leckeres zu essen mit in die Praxis bringst. Na ja, und bei so vielen Pluspunkten …“
„Vielleicht darf ich dich daran erinnern, dass wir uns beide nicht besonders mögen.“
„Das stimmt nicht ganz“, korrigierte Jordan. „Du magst mich nicht besonders. Ich dagegen habe absolut nichts gegen attraktive und heißblütige Frauen. Die Abneigung, wenn man es denn so nennen will, ist also nur einseitig.“
„Na gut, dann ist sie eben einseitig. Aber sie ist vorhanden.“ Sie musterte ihn aus schmalen Augen.
„Keine Sorge, du bist vor mir sicher“, sagte Jordan leichthin. „Wir sind ja praktisch verwandt. Also … nicht verwandt, aber verschwägert.“
Ja, so war es, ob es ihr gefiel oder nicht. Jordans älterer Bruder Cole hatte vor Kurzem Seras Cousine Marisa Danieli geheiratet. Das machte Jordan und sie zu Schwiegercousins oder was auch immer. Sera wusste nicht, ob es überhaupt eine Bezeichnung dafür gab. Und es war ihr auch egal.
„Glaub ja nicht, dass ich es dir leicht machen werde, Serenghetti“, drohte sie. „Physiotherapie bei mir ist kein Zuckerschlecken, ich bin eine harte Trainerin. Du wirst schwitzen und leiden wie vielleicht noch nie in deinem Leben.“
Diese Drohung war sogar ernst gemeint, denn sie erwartete viel von ihren Patienten. Sie war gut in ihrem Job, hatte auch Mitgefühl – aber sie konnte auch sehr streng sein, wenn nötig.
Jordan ließ sich nicht einschüchtern; er lächelte immer noch. „Nimm mich hart ran, Engelchen. Das ist dein Job, und ich würde es auch nicht anders erwarten.“
„Kann dir denn gar nichts die gute Laune vermiesen?“, grummelte sie. „Ziehen im Serenghetti-Land nie dunkle Wolken auf?“
Er lachte. „Ich ziehe dich nur ein bisschen auf, Sera Perini. Und mit dunklen Wolken kann ich vielleicht nicht dienen, aber ich bin sicher, ich könnte mit Donner und Blitz deine Welt erschüttern.“
Immer diese sexuellen Anspielungen, das war typisch für ihn. Aber das Schlimmste war: Er hatte tatsächlich schon einmal ihre Welt erschüttert. Und er erinnerte sich nicht einmal mehr daran. Das war demütigend, sogar beleidigend. „Versuch gar nicht erst, mit mir was anzufangen“, drohte sie. „Denn du könntest dich anschließend nicht einfach aus dem Staub machen, weil ich nämlich die Cousine deiner Schwägerin bin.“
Er zog eine Augenbraue hoch. „Ist das alles, was dich davon abhält, mit mir etwas anzufangen?“
Sie seufzte vernehmlich. „Du bist ein hoffnungsvoller Fall, Jordan.“ Ganz sicher würde sie ihn nicht an das erinnern, was früher einmal zwischen ihnen vorgefallen war.
Er zuckte nur mit den Schultern und sah sich im Behandlungsraum um. „Na ja, eines wird uns wenigstens bleiben: die Erinnerung an ein paar großartige Physiotherapie-Sitzungen.“
„Oh, an die wirst du dich wirklich noch lange erinnern“, erwiderte sie drohend. „Und zwar vor allem an den Schmerz.“
„Den nehme ich gerne auf mich, wenn er für die Behandlung nötig ist“, erwiderte er. „Und ansonsten gilt: Ich bin ein guter Zuhörer. Für den Fall, dass du dich mal aussprechen möchtest, statt dich mit mir zu streiten.“
Sie musterte ihn misstrauisch. Meinte er das ernst – oder war das wieder nur einer seiner Scherze? „Warum sollte ich gerade einem Weiberhelden wie dir mein Herz ausschütten?“, fragte sie barsch. „Vergiss es.“
„Vielleicht ja nach Dienstschluss?“, bohrte er weiter. „Es hätte vielleicht eine therapeutische, heilsame Wirkung …“
...



