Derbitz / Wagner | Der Grüne Planet | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 672 Seiten

Derbitz / Wagner Der Grüne Planet

Eine utopisch-technische und abenteuerliche Erzählung
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7448-5922-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine utopisch-technische und abenteuerliche Erzählung

E-Book, Deutsch, 672 Seiten

ISBN: 978-3-7448-5922-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der grüne Planet ist eine Erzählung von Gerhard Derbitz. Die Trilogie umfasst eine Utopie rund ab dem Jahr 2167. Dabei steht technische Innovation, der Umgang mit der Natur - aber auch das Erleben von Abenteuern mit Kriminalfällen im Vordergrund. Entdecken Sie auf Raumflügen und risikoreichen Expeditionen die fantastische Welt des grünen Planeten. Im ersten Teil geht es um die Beseitigung des Ozonlochs, der Beendigung des Raubbaus an den Regenwäldern, um die Aufforstung von Wüsten, um die Bewässerung des trockenen Erdteils Australien, um die Einführung neuer, umweltschonender Energien und Treibstoffe, um die Überwindung der Rückständigkeit der Länder der dritten Welt, um den weiteren Konzentrationsprozess der Länder, Staaten, Nationen, Völker und Rassen. Er zeigt die Auseinandersetzung mit solchen Kräften, die an der althergebrachten Energieversorgung Milliarden verdient haben und sich jetzt dem Fortschritt mit legalen aber auch mit illegalen, verbrecherischen Methoden in den Weg stellen. Der zweite Teil befasst sich mit den schon anspruchsvoller gewordenen Raumflügen in unserem Sonnensystem, zeigt aber auch Kräfte, die sich dagegen verschworen haben. Einerseits sind es demokratisch legitimierte, aber den Sinn der Zeit nicht verstehende, legale Kräfte, andererseits aber auch Kriminelle, Saboteure und Mörder. Besonders bemerkenswert in diesem zweiten Teil ist der Bau einer riesigen Weltraumstation. Diese Station im Orbit der Erde und ihre Inbetriebnahme als "Werft" steht für den Bau großer Raumschiffe, die kaum von der Erde starten könnten. Eines dieser Raumschiffe hat den Auftrag, in der Bahn des Pluto, einen unbekannten Flugkörper aufzuspüren und zu untersuchen. Eine Katastrophe droht dabei das, das nun völlig steuerlose Raumschiff zu vernichten. Im dritten Teil starten 56 Menschen zu einer langen Reise ins Weltall. In der über zwanzig Jahre dauernden Reisezeit erleben sie manche Abenteuer. Depressionen gefährden die Reise. Ein schwarzes Loch droht sie mit unheimlicher Gravitation einzusaugen und zu vernichten. Es gibt Tote und Verletzte. Kinder werden geboren. Ein Attentäter versucht den Kommandanten zu ermorden und sie erleben den Durchbruch durch die Lichtgeschwindigkeit. Sie entdecken einen Planeten mit zwei Sonnen, werden herzlich von den menschenähnlichen Wesen aufgenommen.

Gerhard Derbitz (1924 -2004) war Berufsschuldirektor der Rostocker Neptun Werft und ein Deutscher Schriftsteller. Als Schriftsteller verfasste er u.a. Kriminalliteratur und Science-Fiction Literatur. Derbitz's Schaffen als Autor wurde auch in Hörbüchern (Kultur und Freizeit/Hörmagazin) und Anthologien umgesetzt.
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2. Abschnitt: Die Stadt Alikanbar - Stadt im Wald der Wüste Sahara


Als die Weltorganisation im Jahre 2073 - also vor 90 Jahren - auf der ganzen Erde den Beschluß faßte, den Kampf um die Klimaverbesserung, den Umweltschutz und für den technologischen Fortschritt aufzunehmen, ahnte noch niemand welche gravierenden Initiativen, welche menschliche Schöpferkraft, welche Genialität, welchen Erfindungsgeist und welches persönliches Engagement von zig Tausenden Menschen aller Rassen und Nationen ausgelöst werden wird! Auch im Norden Afrikas, an der Küste zum Mittelmeer, am Rande der Wüste „Sahara“ galt es, ein K.K.U.T., also ein „Konsortium zur Klimaverbesserung, Umweltschutz und technologischen Fortschritt“ ins Leben zu rufen!

Der gefaßte Beschluß, zwar von großer Bedeutung, war aber nur ein ganz bescheidener Anfang. Jetzt galt es zunächst überall auf der Welt entsprechende Projekte zu erarbeiten. Da waren Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit die kühnen Ideen der Weltorganisation ihre praktische Realisierung finden konnte. Galt es doch, den ganzen Planeten bzw. seine Oberfläche, die Weltmeere aber auch die Atmosphäre positiv zu beeinflussen. Das Hauptziel bei der Bildung der K.K.U.T.'s bestand darin, spezifische Maßnahmen zu konzipieren und in der Praxis zu verwirklichen. In Nordafrika stand das schier unmögliche Unterfangen, große Teile der Wüste Sahara aufzuforsten bzw. zu kultivieren! Drei Hauptmomente standen dieser Aufgabe im Wege.

Da war einmal die große tropische Hitze, in der normalerweise alles verdorrte, zum anderen der unfruchtbare Wüstensand und drittens die große Trockenheit, also das fehlende Süßwasser. Ohne Wasser zur Bewässerung der anzubauenden Bäume und Pflanzen wäre das ganze Projekt von vornherein ein totgeborenes Kind. Es ging aber darum, den Planeten zu retten! Die Pioniere, die sich dieser Aufgabe als erste stellten, hatten dabei zwar die Unterstützung der Weltorganisation und der arabischen Länder, aber hier galt es erst einmal tiefschürfend zu denken, Projektideen zu entwerfen, zu diskutieren, wieder zu verwerfen und neue Ideen zu entwickeln. Die Kühnsten und besten Wissenschaftler, Forscher, Chemiker und Biologen, Techniker und Ingenieure, aber auch die besten Facharbeiter und Monteure, die bereits auf vielen Baustellen der Welt ihren Mann gestanden hatten, stellten zur Verfügung. Nach einer dreijährigen Projektierungszeit konnte man dann endlich in der Praxis beginnen. Zunächst waren es nur bescheidene Unterkünfte, zwar bereits mit Klimaanlagen und sanitären Einrichtungen, aber ansonsten nicht gleichwertig mit den komfortablen Wohn- und Arbeitsstätten in der zivilisierten Welt.

Der Hauptinitiator jener Jahre war der bedeutende Ökologe und Organisator Robert Wagner aus Deutschland. Er hatte dann auch bis zu seinem 60. Lebensjahr, also bis zum Jahre 2105, das arabischafrikanische Unternehmen geleitet und sich dabei weltweite Anerkennung erworben. In seinen späteren Lebensjahren, er war immerhin 92 Jahre alt geworden, hatte er es sich nicht nehmen lassen, jährlich etwa vier Wochen seine nordafrikanische Wirkungsstätte zu besuchen und sich hier zu erholen. Er konnte seinen Nachfolgern mit seinen immer noch wachen Augen und seinem wachen Geist so manche Hinweise und Ratschläge erteilen. Völlig verdient hing daher sein großes in Öl gemaltes Porträt im Arbeitszimmer des jetzigen Leiters. Zunächst waren es nur einige hundert, die zur notwenigen Errichtung der erforderlichen Anlagen, für Dienstleistungen und für die Versorgung benötigt wurden. Schon damals war der Stand der Technik sehr hoch, so daß viele Arbeitsgänge voll oder halbautomatisch ausgeführt werden konnten. Bei allen Vorhaben hatte die Errichtung des großen chemischen Mischwerkes Priorität. Ohne dieses chemische Misch- und Aufbereitungswerk wäre keine Kultivierung und Aufforstung der Wüste möglich gewesen. Von der Küste führte zunächst ein breiter Kanal, er mochte wohl an die 300 Meter breit sein, mit einem Kilometer Gesamtlänge in das Landesinnere. Es war ein Schiffahrtskanal und Hafen zugleich. Seine Tiefe betrug durchschnittlich 20 Meter, war also auch für große Seeschiffe passierbar. Die Uferböschungen waren mit abertausenden, bis zu 40 Meter langen Betonpfeilern, befestigt. Das hatte zwei Vorteile: Erstens wurde dadurch verhindert, daß loser Sand den Kanal in kürze versandete und zweitens konnten die den Kanal befahrenden Schiffe unmittelbar an dem steilen Uferrand festmachen und ihre Ladung löschen. Die Einfahrt zu diesem Kanal war durch zwei 800 Meter weit ins Mittelmeer reichende Molen geschlitzt. Eine große Flotte sogenannter Schüttgutfrachter gehörte zu diesem künstlich angelegten Hafen. Sie waren nach einem Zeitzyklogramm so eingeteilt, daß ständig drei Frachter ihre Ladung im Hafen löschten, während sich die anderen auf Reise befanden. Die Schiffe waren erforderlich, damit der Antransport der riesigen Mengen notwendiger Zuschlagstoffe, aber auch von stets neuen Baumsetzlingen aus den Ländern West- und Ostafrikas, gesichert werden konnte. Der Hafen, mit seinen Umschlagplätzen, Entladeeinrichtungen und Förderbändern, lag am Ostufer des Kanals.

In unmittelbarer Nähe, also ebenfalls am östlichen Ufer, lag das zwar nur 180 Meter breite, aber fast einen Kilometer lange chemische Aufbereitungs- und Mischwerk. Die Zuschlagstoffe waren chemische Düngemittel, Kali, Stickstoff, Phosphor, aber auch natürlicher Dünger wie Guano, dem Vogelmist steiler Felseninseln der Südsee, Kamelmist und mit anderen tierischen Exkrementen angereicherten Streustroh und, soweit es möglich war, künstlich erzeugtem Humus aus der Biomasse von Pflanzen und sonstigen verrottbaren Abfällen. Mit moderner Technik wurden diese Zuschlagstoffe aus den Bäuchen der Schiffe herausgeholt und auf riesigen Fördereinrichtungen zum Aufbereitungswerk transportiert. Dort erfolgte ihre, immer noch getrennte Aufbewahrung in riesigen Vorratssilos. Über sogenannte Schüttelwerke wurde dann der Weitertransport in das Werk vorgenommen. Dabei hatten die Förderbänder entsprechend der vorgesehenen prozentualen Mischung bereits unterschiedliche Geschwindigkeiten; elektronisch gesteuert erfolgte dann ihre genaue Proportionierung, mit der sie in das Innere des ersten Blocks verschwanden.

Der „Moloch“ der Anlage, der also am meisten „verschluckte“, befand sich an der östlichen Seite des Werkes. Dort befand sich eine breite, mit Schienen versehene Trasse, auf der sich in nicht endender Reihenfolge die Züge mit ihrem abkippbaren Inhalt drängten. Die Züge, die hier ankamen, entluden, man höre und staune, simplen Wüstensand, der, weitab von den aufzuforstenden Flächen, auf den mehr als genug vorhandenen Sanddünen gewonnen und mit modernster Technik auf die offenen Waggons verladen wurde. Dieser Sand verschwand in Unmengen in einer riesigen Öffnung auf der Seite des Chemie- und Mischwerkes. Es wurde vom „Moloch“ verschluckt. Über eine längere Bearbeitungsstraße mit speziellen Vorrichtungen wurde dann der Sand zu Staub zermahlen, da die Korngröße des Sandes für die Produktion einer fruchtbaren Kunsterde zu groß war. Nach einer genauen Rezeptur fand dann die Mischung mit den bereits erwähnten Zuschlagstoffen statt. Das Ganze wurde dann zu einem wasserlöslichen Granulat verarbeitet und verließ in großen Mengen am Ende des Werkes die Mischanlagen. Dieses Granulat stellte eine äußerst fruchtbare künstliche Erde dar. Man konnte kaum glauben, daß sie zu 80 Prozent aus Wüstensand bestand. Die vorher vom Sand entleerten Züge übernahmen hier die wertvolle Kunsterde und brachten sie zu den vorgesehenen Flächen, wobei die Gleisanlagen durch moderne Gleisverschiebungseinrichtungen laufend neu verlegt werden mußten. Da das Volumen der Kunsterde die Menge des antransportierten Wüstensandes übertraf, mußten nach einem genauen Programm nach sieben Zügen, die mit Wüstensand beim Werk ankamen, drei weitere Züge, die als Leerzüge bereitgestellt waren, den Transport der erzeugten Erde unterstützen. Die anderen Züge wurden nach Entladung der Kunsterde wieder zu den Sanddünen geleitet und brachten neue Sandmengen heran. Es waren wirklich bedeutende Mengen, die erforderlich waren. Man bedenke, für einen Quadratkilometer aufgetragener Kunsterde wurden immerhin 350 000 Kubikmeter Erde benötigt. Davon waren 320 000 Kubikmeter Wüstensand, der bewegt werden mußte und 50 000 Tonnen Zuschlagstoffe, die die Frachter herbeischaffen mußten. Die gesamte Arbeit in diesem gigantischen Mischwerk erfolgte vollautomatisch. Nur an bestimmten Schaltstellen saßen einzelne Kontrolleure, die den bereits von Computern überwachten Prozeß zusätzlich beobachteten. Weiter ostwärts, unmittelbar an der Mittelmeerküste, befanden sich kilometerweite neben- und hintereinander angeordnete Becken in den Ausmaßen 20 mal 50 Meter. Sie waren tiefer als...



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