E-Book, Deutsch, Band 1, 354 Seiten
Reihe: Schattenschleier
Desiderium Gretchenfrage
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-5476-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 354 Seiten
Reihe: Schattenschleier
ISBN: 978-3-7583-5476-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
S. Desiderium ist 1997 in der Nordostschweiz geboren und verbrachte seine gesamte Kindheit in dem Kanton St. Gallen. Mit vierzehn Jahren begann er Drehbücher zu verfassen, in der Hoffnung, dass diese irgendwann verfilmt werden würden. Vier Jahre später schrieb er sein erstes Drehbuch in einen historischen Roman um und fand den Weg zu den Prosatexten. Durch den Einfluss von Novalis und Goethe wendete er sich den Gedichten zu und durch deren Einfluss arbeitete S. Desiderium nach dem Gymnasium Abschluss an seinem Fantasy Mehrteiler, Schattenschleier. Sechs Jahre später veröffentlichte er im Jahre 2024 den ersten Teil der Reihe, die Gretchenfrage.
Autoren/Hrsg.
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Das Mädchen
Die Sterne funkelten in der Nacht
Schon bald erwachte des Tages Pracht
Die Geschichte begann mit dem Sonnenaufgang
Und dem Sonnenstrahl, der in die Welt eindrang
Langsam erstrahlte die Natur
Der rauschende Fluss folgte seiner Spur
Die Quelle lag in den Bergen
Welche hohe Hügel, weite Wälder und die
Natur verbargen
Niemand wollte so hoch in den Bergen sein
Alle Dorfbewohner sagten dazu nein
Es war Frühling, doch dort oben noch so kalt
Viele Gefahren lauerten und da war auch der unheimliche Wald
Zumindest dachten die Bewohner das
Als man von einigen Knochenfunden in der
Zeitung las
So suchten die Dorfbewohner zu Beginn den
Wald ab
Es gingen mehr Einheimische hinauf als hinab
Aus diesem Grund und der Gefahr sperrte man den Wald
Der von diesem Zeitpunkt als sicherer Tod galt
Für einige Zeit herrschte im Dorf Ruhe
Jeder einzelne hatte eine volle Truhe
Sie war gefüllt mit Nahrungsmittel
In Kürze verringerte sich der Vorrat um zwei Drittel
Es herrschten miserable Zustände
Jeder hatte schmutzige Hände
Tote, Kranke, Verletzte, Hungernde, Waise und die Qual
Die Leute hatten keine andere Wahl
Sie raubten und kämpften fürs Überleben
Eigensinnig wollte der einzelne Bewohner alles an sich nehmen
Es herrschte grosse Not
Als sicher galt im Dorf jetzt auch der Tod
Kaum Vieh und nur wenig angepflanztes
Getreide
Auf der braunen, übriggebliebenen Weide
In dieser Zeit wurde das Gretchen geboren
Und sie hatte schon im jungen Alter ihre
Mutter an die Seuche verloren
Das Gretchen beweinte jeden Tag ihren schwersten Verlust
Ihr war das gesamte Chaos im Dorf bewusst
So wuchs Gretchen als Waise auf
Jeden Tag schaute sie in den grauen, finsteren Himmel hinauf
Sie hatte in der Kindheit eine schwere Zeit
Gretchen hatte keine Freunde, Familie und erfuhr jeden Tag neues Leid
Das kleine Mädchen fühlte sich sehr oft betrübt
Und hatte das Überleben geübt
Gretchen brauchte nur wenig
Ihr Mitleid war gegenüber den anderen
Schwachen sehr selig
Drei Mal am Tag teilte sie ihr Essen
Das gute Gefühl liess sie ihre Traurigkeit vergessen
Sie verhielt sich in der Kindheit wie eine funkelnde Blume oder eine Fee
Die erwachte aus einer schwarzen, verstreuten, bedeckten Asche aus Schnee
Am liebsten verbrachte Gretchen ihre Zeit in der Natur
Ausserhalb des Dorfes trat sie auf wie eine ganz andere Figur
Statt traurig und verzweifelt war sie glücklich
Ihr Lachen und ihre Augen zeigten dies ausdrücklich
Dort war sie der Verfasser
Sie sah saftiges Gras, kalte Steine, Blumen,
Tiere und Wasser
Wenn einmal die Sonne hervorkam
Hatte sie stets einen Plan
Sie spazierte jedes Mal ins Tal
An diesem Ort waren ein Fluss und ein Wasserfall
Sie faszinierte sich für die Farben, den
Schaum, die Steine und das Rauschen
Für Nichts ausser ihrer Mutter würde sie den
Anblick tauschen
Ihr Gesicht streifte jedes Mal hauchdünne
Wassertröpfchen
Das freute das Gretchen
Das Dorf erholte sich langsam vom harten
Schicksalsschlag
Sodass wieder eine gute Zeit vor ihnen lag
Die Tage vergingen und Gretchen wurde erwachsen
Der Aufschwung liess Gretchens Herz wachsen
Doch sie wusste jeden Tag
Dass ihr Glück nicht hier lag
So traf sie ihre Entscheidung
Und packte ihre Kleidung
Ihr Haus verschenkte sie
Auch ihre Felder, Getreide und ihr Vieh
Gretchen spendete alles, was sie einst als
Dank für die schwere Zeit bekam
Nichts von dem entsprach Gretchens
Charme
Was wollte sie mit einem Goldring
Die Leute wollten nicht, dass sie ging, da
Gretchen die Leute in der Dunkelheit auffing
Ihnen Mut machte
Und sie jeden Tag über Lebende, Kranke und Tote wachte
Gretchen flehte die Bewohner an
Sie wusste, was auf das Dorf zu kam
Wegen dem zukünftigen Chaos allein
Behielt sie ihre Bedenken geheim
Ihre Hilfe in der Vergangenheit war wahr
Weshalb man ihr ihren Wunsch gewahr
Sie sagte, sie würde zurückkommen
Und dann wird sich das Dorf in der Sonne sonnen
Beim ersten Punkt blieb sie unsicher
Doch beim zweiten Satz war sie ganz sicher
Vielleicht entsprach dies der einzigen Lüge, die Gretchen sagte
Da eine unheilbare Krankheit Gretchen jagte
Ihr Weg ging hinaus
Weit und breit kein Landhaus
Sie lief immer dem Weg entlang
Die Füsse waren bedeckt mit Dreck und
Schlamm
Gretchen lachte, endlich konnte sie die Welt begutachten
Wodurch ihre Freude und ihre Freiheit erwachten
Sie blieb zufrieden mit allem
So tat sie sich selbst einen Gefallen
Trotzdem nahm Gretchen eine grosse Last auf sich
Die Bewohner waren jetzt alle so glücklich
Das Leid hatte sie sich abgeschworen
Niemand sollte mehr hilflos sein oder verloren
Und Gretchen wollte dafür sorgen
Dass es für alle gab einen Morgen
Ihr Weg führte sie zum Waldrand
Überall standen Warnungen, sie hingen aneinandergereiht an einem Band
Es gab keine Lücke
Doch ihr Weg verlief über eine Brücke
Trotz den Warnungen, die Gretchen sah
Ihrem Ziel war sie schon ganz nah
Und dennoch so weit entfernt
Vertrau deinem Gespür, hatte sie einst gelernt
Vor dem Wald blieb Gretchen stehen
Ihre Beinchen wollten nicht weiter gehen
Sie hatte vor dem Wald Angst
Da sich der Tod dort drinnen verschanzte
Das Mädchen kannte die unheimlichen Geschichten
Die ganzen Leute mussten davon berichten
Die Erzählungen waren es nicht
Sondern die Vergangenheit, die sie fast jeden Tag bricht
Gretchen sah in den Wald hinein
Und fühlte sich plötzlich so allein
Allerdings führte kein Weg vorbei
Sie schloss die Augen und zählte bis drei
Und sie sagte sich: «Für die Mitmenschen, für das Land!
Für ihr Fortbestand!»
So trat Gretchen in den verbotenen Wald ein
Und fühlte sich gut, als wäre sie daheim
Immer weiter schritt sie in den Wald
Sie bekam urplötzlich kalt
Gretchen sah Bäume, Rehe, Laub, Steine,
Äste und Moos
Und kam sich vor als Teil eines geschossenen Fotos
Doch der Duft der Tannen
Liess Gretchen immer tiefer entspannen
Es war das Parfüm der Nadeln, das auf Gretchens Haupt fiel
Ein Duft, so unscheinbar, so subtil
Gretchen gähnte, sie wurde schwach und müde
Ihr kam das so vor wie eine Lüge
Doch schon bald entschlief sie
Und tankte zugedeckt unter den fallenden
Blättern und Nadeln neue Energie
Als sie am nächsten Tag erholt erwachte Konnte das Mädchen sehen, wie die Sonne lachte
Sie lag in einem Bettchen
Verwirrt war das Gretchen
Schliesslich lag über ihr eine Wolldecke
Gretchen erkannte: Sie befand sich in einer fremden Zimmerecke
Sie stand auf und ging durch die offene Tür
Das junge Mädchen vertraute ihrem Gespür
Vieles ging Gretchen durch den Kopf, doch dies nicht
Vom Himmel schien das Licht
Und sie fand vor ihren Augen eine Zivilisation
All die erzählte Information
War also falsch
Von damals
Alle verschwundenen Leute kamen hier hin
Und blieben im Wald drin
Gretchen sah die Farben der Natur und ver stand auch
Hier herrschte kein Missbrauch
Genau wie die anderen Leute wurde sie magisch angezogen
Und all ihre Sorgen verflogen
Der Wald gab ihnen alles, was sie brauchten
Die verschollenen Bewohner suchten Beeren, pflanzten Getreide und errichteten Bauten
Sie konstruierten unzählige Holzhütten
Gretchen beobachtete, wie die Leute Laub aufs Dach schütteten
Die Leute lebten mit dem, was sie hatten
Waren dies auch nur dünne, unbequeme
Matten
Hier herrschte eine andere Philosophie als im Dorf
Hier gab es kaum Torf
Sie lebten alle glücklich und zufrieden
Alle Bewohner hatten für sich selbst entschieden
Auch wenn der Ort Zufriedenheit und Glück versprühte
Eine Blume war mehr als nur eine Blüte
Der Ort wirkte wie ein wunderschöner
Traum
Jeder genoss seinen Freiraum
Zum einen wollte sie in der Schönheit bleiben
Zum anderen wollte Gretchen weiter treiben
Schliesslich brach sie auf wegen einer Mission
Es gab nur eine Option
Zwar fühlte sich Gretchen plötzlich sehr schwach
Und war nicht gerade hellwach
Doch sie musste weiter
Für den Berg besass sie keine Leiter
Es war noch ein langer Weg und sie musste deswegen los
Was gerade geschah, war für alle Bewohner kurios
Da sie als erste Person weiterging
Und ihr Leben jetzt am seidenen Faden hing
Gretchen verliess das Paradies auf Erden
Jetzt konnte...




