E-Book, Deutsch, 730 Seiten
Dethloff / Wagner Die französische Grammatik
4. neu bearbeitete Aufl 2023
ISBN: 978-3-8463-8797-9
Verlag: UTB GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
inklusive eLearning-Kurs mit über 7.000 Aufgaben. Regeln, Anwendung, Training
E-Book, Deutsch, 730 Seiten
ISBN: 978-3-8463-8797-9
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Dr. Uwe Dethloff lehrte als Professor für Französische Philologie an der Fachrichtung Romanistik der Universität des Saarlandes.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1: Gesprochenes und geschriebenes Französisch, Norm,
Register (
| 001 | Das Französische und die Norm |
| 002 | Register des Französischen |
| 003 | Grammatische Differenzierung des gesprochenen und des geschriebenen Französischen |
Sprachliche Kommunikation findet in mündlicher und schriftlicher Form statt. Das Französische ist durch eine ausgeprägte Differenzierung von gesprochener und geschriebener Sprache gekennzeichnet, die sich insbesondere auch in Unterschieden in der Morphosyntax z.T. deutlich bemerkbar macht. Festzuhalten ist allerdings, dass dem geschriebenen Französisch traditionell eine stark normierende Rolle zukommt und dieses für die französischen Grammatiker seit dem 17. Jahrhundert die Richtschnur für das korrekte Sprechen und Schreiben darstellt. Dementsprechend gilt auch heute, wenngleich mit abnehmender Tendenz, das geschriebene Französisch als die Form des Französischen, dessen grammatische Strukturen und Regeln von der Sprechergemeinschaft als verbindlich angesehen werden.
001 Das Französische und die Norm
Das Französische unterliegt der Sprachnormierung, für die charakteristisch ist, dass sie überindividuell, überregional, national / international ist und sich an der geschriebenen Sprache orientiert. Es lassen sich verschiedene Subnormen unterscheiden, die in einem wechselseitigen Verhältnis zueinanderstehen. Sie können punktuell deckungsgleich sein; häufig weichen die Subnormen jedoch voneinander ab.
Subnormen:
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die individuelle Norm
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die soziale Norm
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die statistische Norm oder Gebrauchsnorm
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die präskriptive Norm
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Die individuelle Norm stellt eine eigensprachliche Subnorm dar, die insbesondere für Autoren literarischer Werke charakteristisch ist. Im ausgeprägtesten Fall können Autoren sogar einen eigenen Sprach- oder Werkstil pflegen.
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Die soziale Norm bestimmt die spezifische Verwendung des Französischen durch ein Kollektiv von Sprechern, die einer bestimmten sozialen Gruppe oder Gemeinschaft angehören. Die soziale Norm ist auch für Berufsgruppen von Bedeutung. (? Fachsprachen)
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Die statistische Norm entspricht dem tatsächlichen Gebrauch der Sprache durch die Sprechergemeinschaft. Sie ist also die Gebrauchsnorm, die von der überwiegenden Mehrheit der Sprecher als „normal“ / adäquat / korrekt angesehen und dementsprechend angewendet wird. Die Gebrauchsnorm kennzeichnet zu einem großen Teil das Standardfranzösisch (), wie es mehrheitlich von den Sprechern in den bevölkerungsreichen urbanen Ballungsgebieten Frankreichs sowie in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und den Medien verwendet und als verbindlich angesehen wird.
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Die präskriptive Norm ist eine Anweisungsnorm für den guten Gebrauch, für das „gute Französisch“, welches Grundlage des französischen Bildungssystems ist. Die präskriptive Norm kann sowohl mit der individuellen Norm (je nach Bildungsgrad der Sprecher) zusammenfallen als auch weitgehend der Gebrauchsnorm entsprechen. Andererseits können der statistisch darstellbare, tatsächliche Sprachgebrauch und die präskriptive Norm punktuell erheblich voneinander abweichen. Im Fremdsprachenunterricht Französisch wird in der Regel die präskriptive Norm zur didaktischen Norm erhoben, insofern
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das Bewusstsein der Lernenden für die Unterschiede zwischen dem und dem im Französischen geschärft werden soll;
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der „gute Gebrauch“ als Richtschnur für den Französischerwerb dient;
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die Beachtung dieser Norm eine authentische Kommunikation mit Frankophonen gewährleistet.
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002 Register des Französischen (
Beim Gebrauch des Französischen wird zwischen unterschiedlichen Registern differenziert. Dabei handelt es sich um Varietäten des Sprachgebrauchs, die anhand bestimmter Parameter definiert werden können, wie Kommunikationssituation (z. B. öffentlich vs. privat, förmlich vs. informell), Gesprächspartner (z. B. fremd vs. vertraut, identischer vs. unterschiedlicher Hierarchiestatus), Zugehörigkeit der Sprecher zu einer bestimmten sozialen Schicht (z. B. elaborierter vs. restringierter Code) oder Gruppe (z. B. allgemeinsprachliche vs. fachsprachliche Kommunikation). Die meisten Sprecher sind in der Lage, in mehr als einem Register jeweils kontextadäquat zu kommunizieren.
Man unterscheidet im Französischen folgende qualitative Register:
| / / ( + ) | ? das gehobene Französisch ( + das literarische Französisch) |
| / | ? das (nicht markierte) Standardfranzösisch |
| ? das familiäre Französisch / das Umgangsfranzösisch |
| ? das Populärfranzösisch |
| ? das Vulgärfranzösisch |
Anmerkung:
Das ist eine besondere Ausprägung des , das insbesondere in der (hohen) Literatur gepflegt wird. Das Standardfranzösisch entspricht der Gebrauchsnorm. Gemessen an dieser stellen das gehobene und das literarische Französisch eine Art Supernorm dar. Dem kommt hier eine Sonderstellung zu, insofern der Argot als ein spezifischer Soziolekt, d. h. als eine Sondersprache (mit Sonderwortschatz) einer bestimmten sozialen Gruppe zu gelten hat.
Die qualitativen Register lassen sich gemäß der Gliederung des Französischen in gesprochene und geschriebene Sprache wie folgt zuordnen:
| gesprochen | geschrieben |
| / |
Anmerkung:
Das gehobene und das literarische Französisch können, je nach Situation oder Sprecher, auch in der gesprochenen Sprache verwendet werden (); dagegen gilt die Verwendung des Umgangs- / Populär- / oder Vulgärfranzösischen in der geschriebenen Sprache in der Regel als Normverstoß. In der Literatur werden diese gesprochenen Formen des Französischen allerdings häufig zur Erzielung stilistischer Effekte eingesetzt.
003 Grammatische Differenzierung des gesprochenen und des geschriebenen Französischen
1. Lautbild und Schriftbild:
Der Unterschied zwischen Laut- und Schriftbild ist im Französischen sehr groß. Dies führt dazu, dass bestimmte grammatische Merkmale im Schriftbild vorhanden, beim Sprechen aber nicht hörbar sind. Dieses Phänomen bezeichnet man als .
Beispiel 1:
| Singular | . Der Zug, der Verspätung hatte, war dazu noch vollbesetzt. |
| Plural | . |
Die Singular- / Pluraldifferenzierung wird im Lautbild nur durch eine Opposition realisiert: [l?tr?~] : [letr?~]
Im Schriftbild wird dagegen die Singular- / Pluraldifferenzierung in fünf Positionen markiert. Die Determinierung des geschriebenen Französisch ist also häufig...




