Deveraux | Clarissa und der zärtliche Rebell | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 289 Seiten

Reihe: Liebe und Schicksal der Ascott-Frauen

Deveraux Clarissa und der zärtliche Rebell

Die Ascott-Saga
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-8109-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Die Ascott-Saga

E-Book, Deutsch, Band 3, 289 Seiten

Reihe: Liebe und Schicksal der Ascott-Frauen

ISBN: 978-3-7325-8109-2
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In höchster Bedrängnis gibt eine mutige junge Frau ihr Geheimnis preis

England zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Auf der Flucht vor den Mördern ihres Vaters gelangt Clarissa Blackett in das Lager von Raine Ascott, der sich, vom König geächtet, in den Wäldern verbirgt. Clarissa hat ihren knabenhaften Körper in Männerkleider gehüllt, und Raine macht sie zu seinem Knappen. Doch während einer blutigen Fehde kommt er hinter das Geheimnis seines Knappen, und die beiden entdecken ihre Liebe zueinander ...

Nächster Teil der Familiensaga über die Ascotts und ihre Fehde mit den Chatworths: 'Fiona und der betörende Ritter'.

Dieser historische Liebesroman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Die Ascotts - Clarissa' erschienen.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Jude Deveraux wurde in Kentucky geboren, studierte Kunst und arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Mittlerweile hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, davon 43 New-York-Times-Bestseller. Ihre Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 60 Millionen Exemplaren. 2013 erhielt sie den Romantic-Times-Pioneer-Award für ihre beeindruckende Karriere. Bei beHEARTBEAT sind ihre Reihen über die Chandler-Zwillinge ("Herz aus Eis" und "Herz aus Feuer") und über die Ascotts lieferbar (Band 1: "Judith und der treulose Gemahl").

Nachdem sie in verschiedenen Staaten wie England und Ägypten gelebt hat, wohnt Jude Deveraux derzeit in Florida, USA.

Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer Homepage: https://judedeveraux.com/.

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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Die kleine Ortschaft Moreton war von einer hohen Steinmauer umgeben. Der graue Wall warf einen langen Schatten über die vielen Häuser, die sich in der Umfriedung zusammendrängten. Ausgetretene Pfade verbanden die Gebäude und liefen zu einem zentralen Punkt zusammen, der von einer hohen Kirche und dem weißgetünchten imposanten Rathaus beherrscht wurde. Im trüben Dämmerlicht des Morgens begannen ein paar Hunde sich zu strecken, gingen einige noch schlaftrunkene Frauen zum Stadtbrunnen und warteten vier Männer, Äxte über der Schulter, dass die Torwächter die schweren Eichenflügel in der steinernen Stadtmauer öffneten.

In einem schlichten, schmalbrüstigen, gekalkten Haus horchte Clarissa Blackett mit jeder Faser ihres Körpers auf das Knarren der Torflügel. Als sie das erwartete Geräusch vernahm, hob sie ihre weichen Lederschuhe auf und ging auf Zehenspitzen zur Treppe, die unglücklicherweise im Schlafzimmer ihres Vaters mündete. Sie war schon seit Stunden angezogen, hatte sich noch vor Sonnenaufgang ein einfaches Kleid aus grober Wolle übergestreift. Ausnahmsweise war sie heute nicht so streng mit ihrer eigenen Figur ins Gericht gegangen wie sonst. Sie schien zwar ihr Leben lang vergeblich darauf warten zu müssen, dass sie endlich erwachsen wurde, an Höhe zulegte oder wenigstens an Kurven. Doch mit zwanzig musste sie sich wohl sagen, dass sie für immer auf die fraulichen Reize wohlgerundeter Hüften oder ausladender Brüste verzichten musste. Wenigstens, dachte sie seufzend, brauchte sie kein Korsett.

Sie warf einen raschen Blick auf ihren Vater, um sich zu vergewissern, dass er auch schlief, legte den langen Wollrock über den Arm und machte einen großen Schritt über die vierte Stufe hinweg, weil diese, wie sie wusste, besonders knarzte.

Unten wagte sie nicht, einen Fensterladen zu öffnen, da das Geräusch ihren Vater wecken konnte, der dringend der Ruhe bedurfte. Sie wich einem Tisch aus, der mit Papieren, Tintenfass, Schreibgeräten und einem halbfertigen Testament, das ihr Vater entwerfen wollte, bedeckt war. Sie ging zu der entfernten Wand und sah sehnsüchtig zu zwei Instrumenten hoch, die dort hingen. Alle wehleidigen Gedanken, ihre mangelhafte Figur betreffend, verflogen sofort, wenn sie an ihre Musik dachte. Schon begann sich eine neue Melodie in ihrem Kopf zu formen. Eine zarte Melodie, die sich natürlich für ein Liebeslied eignete.

»Kannst du dich nicht entschließen?«, kam die Stimme ihres Vaters vom Fuß der Treppe her.

Sogleich lief sie zu ihm, schlang die Arme um seine Taille und half ihm zum Tisch. Selbst im dunklen Zimmer vermochte sie die Ringe unter seinen Augen zu erkennen. »Du hättest im Bett bleiben sollen. Du musst nicht schon mit der Arbeit beginnen, wenn es noch gar nicht richtig Tag ist.«

Er fasste ihre Hand und lächelte zu ihrem hübschen Gesicht hinauf. Er wusste genau, was seine Tochter von ihren elfenartigen feinen Zügen hielt, ihren leicht schräg stehenden violetten Augen, der winzigen Nase und dem schön geschwungenen kleinen Mund – er hatte ihre Klagen darüber oft genug gehört. Doch für ihn war alles an ihr lieb und teuer. »Komm«, sagte er, sie sacht zur Wand schiebend, »such dir dein Instrument aus und geh aus dem Haus, ehe jemand kommt und dir in den Ohren liegt, er bräuchte unbedingt ein neues Lied für seinen neuesten Schwarm.«

»Vielleicht sollte ich heute Morgen bei dir bleiben«, flüsterte sie, während ihr Gesicht die Sorge für ihn widerspiegelte. Im vergangenen Jahr hatte er dreimal schreckliche Herzschmerzen gehabt.

»Clarissa«, warnte er sie, »sei nicht ungehorsam! Nimm deine Sachen und geh!«

»Ja, mein Lord.« Sie lachte und schenkte ihm ein in seinen Augen herzzerschmelzendes Lächeln, wobei sich ihre Augen in den Winkeln in die Höhe zogen und ihr Mund sich zu einem perfekten Cupidobogen formte. Mit einer raschen, geübten Bewegung holte sie die lange, mit Stahlsaiten versehene Zither von der Wand herunter und ließ den Psalter an seinem Ort. Sie drehte sich um und sah auf ihren Vater. »Bist du sicher, dass es dir gut geht? Ich muss heute Morgen das Haus nicht verlassen.«

Er achtete nicht auf ihre Worte, sondern reichte ihr das Scholarengepäck, ein kleines Pult, das man auf den Schoß nehmen konnte, mit Feder, Tinte und Papier. »Mir ist es lieber, du komponierst, statt die Zeit mit einem alten kranken Mann zu vertrödeln. Komm noch einmal her, Clarissa!« Mit geübten Händen fing er an, ihre langen Haare zu einem dicken Zopf zu flechten. Ihre Haare waren dick und üppig, völlig glatt und von einer Farbe, die selbst ihrem Vater Rätsel aufgab. Ihm war, als hätte ein Kind auf dem sehr kleinen Kopf einer jungen Frau alle erdenklichen Haarfarben unterbringen wollen. Da waren Strähnen aus schimmerndem Gold, hellem Flachs, tiefem Kastanienrot, güldenem Rot, Mausbraun und sogar – so behauptete Clarissa jedenfalls – aus etwas Grau.

Als ihr Haar zu einem Zopf geflochten war, holte er einen Umhang von der Wand, legte ihn ihr um die Schultern und band die Kapuze unter ihrem Kinn fest. »Vergiss dich nicht so sehr, dass du dich erkältest«, sagte er mit gespielter väterlicher Strenge und drehte sie herum. »Nun geh, und wenn du wiederkommst, möchte ich etwas besonders Schönes von dir hören.«

»Ich werde mein Bestes tun«, sagte sie und zog lachend die Haustür hinter sich zu.

Von ihrem Anwesen, das sich direkt an die Stadtmauer lehnte und dem Stadttor gegenüberlag, konnte Clarissa fast die ganze Gemeinde übersehen und das Erwachen der Stadt verfolgen. Die Hausdächer waren nur wenige Zoll voneinander entfernt, und die am Innenkreis der Mauer entlangführende Allee war auch nicht viel weiter davon. Aus Fachwerk und Feldsteinen, Ziegeln und Stuck lehnten sich die Gebäude aneinander, manche so stattlich wie das Haus des Bürgermeisters, andere wieder so winzig wie die Wohnungen der Handwerker oder wie die Behausung ihres Vaters, des Stadtadvokaten. Eine leichte Brise strich über die Dächer und brachte die Ladenschilder zum Klappern.

»Guten Morgen!«, rief eine Frau, die den Kies vor dem Haus fegte, zu Clarissa hinüber. »Arbeitest du an einem Kirchenlied für die heutige Vesper?«

Während Clarissa die Zither an ihrem Band über die Schulter schob, winkte sie der Nachbarin zu. »Ja … und nein. Alles zugleich!«, sagte sie lachend, winkte noch einmal und eilte dann zum Stadttor.

Sie blieb abrupt stehen, weil sie um ein Haar in einen Karrengaul hineingelaufen wäre. Ein Blick nach oben zeigte ihr, dass John Thorpe ihr absichtlich den Weg verlegt hatte.

»Hoha, hallo, kleine Clarissa – hast du kein freundliches Wort für mich?«, sagte er grinsend, während sie dem alten Klepper auswich.

»Clarissa!«, rief eine Stimme vom Ende des Wagens her. Mistress Burbage leerte ihre Nachtgeschirre über dem hochbordigen Jauchenwagen aus, auf dessen Kutschbock John Thorpe saß. »Könntest du einen Moment zu mir ins Haus kommen? Meine jüngste Tochter leidet an gebrochenem Herzen. Ich dachte mir, vielleicht könnte sie ein neues Liebeslied wieder gesund machen.«

»Ja«, rief John lachend von seinem Bock herunter, »und ich brauche ebenfalls dringend eine neue Liebesweise!« Dabei rieb er sich anzüglich die Kehrseite, in die ihn vor zwei Tagen Clarissa gezwickt hatte, als er versuchte, ihr einen Kuss zu stehlen.

»Für dich, John«, sagte sie honigsüß, »werde ich ein Lied komponieren, das so lieblich ist wie der Duft deiner Ladung.« Sein schepperndes Gelächter übertönte fast ihre Antwort an Mistress Burbage, dass sie heute Abend nach der Messe zu ihr kommen wolle.

Und dann, mit einem leisen Stöhnen, begann Clarissa zum Tor zu rennen. Wenn sie noch ein paar Sekunden länger in den Mauern blieb, würden die Leute sie mit ihren Wünschen so bestürmen, dass sie keine Zeit mehr fand, außerhalb der Mauern ungestört an ihrer Musik zu arbeiten.

»Du bist spät dran heute, Clarissa«, grüßte der Torwächter. »Und vergiss nicht, mir eine schöne Musik für mein krankes Kind zu machen!«, rief er ihr nach, als sie auf die Obstgärten vor der Mauer zulief.

Endlich erreichte sie ihren Lieblingsapfelbaum und öffnete mit einem Lachen, das pures Glück verriet, ihr kleines Pult, um die Musik niederzuschreiben, die sie in ihrem Kopf hörte. Sie setzte sich, lehnte sich an den Stamm zurück und spielte auf der Zither die Weise, die ihr schon seit dem frühen Morgen im Ohr lag. Völlig in ihre Arbeit versunken, Lyrik und Noten auf ihrem Blatt zu einer Weise zu verbinden, merkte sie gar nicht, wie die Stunden vergingen. Als sie mit steifen Schultern und wunden Fingern aufstand, um Luft zu schöpfen, hatte sie zwei Lieder verfasst, und nun begann sie mit einem neuen Psalm für die Kirche.

Sie streckte sich mit einer fast übertriebenen Ausdauer, stellte ihre Zither beiseite, stützte die Hand auf einen niedrigen kahlen Ast und blickte über die bestellten Felder bis zu den umfriedeten Schafweiden des Grafen hin.

Nein! Sie wollte nicht...


Deveraux, Jude
Jude Deveraux wurde in Kentucky geboren, studierte Kunst und arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Mittlerweile hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, davon 43 New-York-Times-Bestseller. Ihre Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 60 Millionen Exemplaren. 2013 erhielt sie den Romantic-Times-Pioneer-Award für ihre beeindruckende Karriere. Bei beHEARTBEAT sind ihre Reihen über die Chandler-Zwillinge ("Herz aus Eis" und "Herz aus Feuer") und über die Ascotts lieferbar (Band 1: "Judith und der treulose Gemahl").
Nachdem sie in verschiedenen Staaten wie England und Ägypten gelebt hat, wohnt Jude Deveraux derzeit in Florida, USA.
Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer Homepage: https://judedeveraux.com/.

Jude Deveraux wurde in Kentucky geboren, studierte Kunst und arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Mittlerweile hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, davon 43 New-York-Times -Bestseller. Ihre Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 60 Millionen Exemplaren. 2013 erhielt sie den Romantic-Times-Pioneer-Award für ihre beeindruckende Karriere. Bei beHEARTBEAT sind ihre Reihen über die Chandler-Zwillinge ("Herz aus Eis" und "Herz aus Feuer") und über die Ascotts lieferbar (Band 1: "Judith und der treulose Gemahl").

Nachdem sie in verschiedenen Staaten wie England und Ägypten gelebt hat, wohnt Jude Deveraux derzeit in Florida, USA.

Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer Homepage: https://judedeveraux.com/.



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