E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Deveraux Fiona und der betörende Ritter
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-8110-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Ascott-Saga
E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7325-8110-8
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein mitreißender Roman um Liebe und Hass, Leidenschaft und Intrigen
In Fesseln wird Fiona Chatworth vor Miles Ascott geschleppt. Bei dieser Gelegenheit sieht er zum ersten Mal die Frau vor sich, die ihm zum Schicksal wird: nackt, hasserfüllt, abweisend. Bisher hat Miles jede Frau bekommen, die er haben wollte. Doch Fiona tut einen Schwur: Nie will sie sich ihrem Todfeind ergeben ...
Ebenfalls von Jude Deveraux bei beHEARTBEAT erschienen: Die Reihe um die Chandler-Zwillinge: 'Herz aus Eis' und 'Herz aus Feuer'.
Dieser historische Liebesroman ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Die Ascotts - Fiona' erschienen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Jude Deveraux wurde in Kentucky geboren, studierte Kunst und arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Mittlerweile hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, davon 43 New-York-Times-Bestseller. Ihre Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt und erreichen eine Gesamtauflage von mehr als 60 Millionen Exemplaren. 2013 erhielt sie den Romantic-Times-Pioneer-Award für ihre beeindruckende Karriere. Bei beHEARTBEAT sind ihre Reihen über die Chandler-Zwillinge ("Herz aus Eis" und "Herz aus Feuer") und über die Ascotts lieferbar (Band 1: "Judith und der treulose Gemahl").
Nachdem sie in verschiedenen Staaten wie England und Ägypten gelebt hat, wohnt Jude Deveraux derzeit in Florida, USA.
Mehr über die Autorin erfahren Sie auf ihrer Homepage: https://judedeveraux.com/.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
DER SÜDEN VON ENGLAND
August 1502
Fiona Chatworth stand am Rand der steilen Klippe und sah hinunter auf das wogende Meer hoher Gerstengräser. In der Tiefe bewegten sich winzige Männer mit Sicheln auf der Schulter. Ein paar von ihnen ritten auf Pferden, und einer kutschierte ein Ochsengespann.
Doch Fiona sah diese Männer nicht wirklich, weil sie ihr Kinn zu hoch hielt. Eine Bö heißen Sommerwindes versuchte sie vom Rand der Klippe wegzudrücken, doch sie stemmte sich mit den Beinen dagegen und weigerte sich, von der Stelle zu rücken. Wenn das, was ihr heute schon widerfahren war und was ihr nun bevorstand, sie nicht zu erschüttern vermochte, würde so ein Windstoß sie schon gar nicht aus der Fassung bringen.
Ihre grünen Augen waren trocken, doch ihr Hals war wie zugedrückt. Ein Kloß aus Ärger und unvergossenen Tränen steckte darin. Ein Muskel zuckte in ihrer Wange, als sie tief Atem holte und ihr klopfendes Herz zu beruhigen versuchte.
Wieder kam ein Windstoß und hob die strähnige Masse aus honigblonden Haaren von ihrem Rücken, und dabei löste sich, ohne dass sie es merkte, eine letzte Perle und rollte über die zerrissene, schmutzige rote Seide ihres Kleides. Die Kette, die sie zur Hochzeit ihrer Freundin getragen hatte, war zerrissen, ihr Haar zerzaust und aufgelöst, ihr Gesicht voll Schmutzflecken – und ihre Hände brutal auf ihrem Rücken zusammengebunden.
Fiona hob die Augen zum Himmel, und sie blinzelte nicht, als das grelle Tageslicht vor ihren Augen flimmerte. Ihr Leben lang hatte man ihr engelgleiches Aussehen gerühmt. Und doch hatte sie noch nie so zart, so heiter, so ätherisch ausgesehen wie jetzt, als ihr schweres, schimmerndes Haar um ihre Schultern spielte wie ein seidener Umhang und ihr das zerrissene Gewand das Aussehen einer Märtyrerin gab.
Doch in Gedanken war Fiona weit entfernt von engelhaften Vorstellungen – oder von Vergebung.
»Ich werde bis zum Tode kämpfen«, murmelte sie himmelwärts, während ihre Augen sich verdunkelten und die Farbe eines Smaragds im Mondlicht annahmen. »Kein Mann wird mich unterkriegen. Kein Mann wird mich seinem Willen unterwerfen.«
»Bittest du Gott um Hilfe?«, kam die Stimme des Mannes zu ihr, der sie gefesselt hatte.
Langsam, als stünde ihr die Ewigkeit zur Verfügung, drehte sich Fiona zu dem Mann um, und die Kälte in ihren Augen ließ ihn einen Schritt zurückweichen. Er war ein Prahlhans wie der scheußliche Mann, dem er diente – Pagnell von Waldenham –, doch dieser Lakai wurde zum Feigling, wenn ihm sein Meister nicht den Rücken stärkte.
John hustete nervös, kam dann wieder kühn näher und packte Fiona am Oberarm. »Vielleicht hältst du dich für eine große Lady, doch im Augenblick bin ich dein Meister.«
Sie sah ihm fest in die Augen, verriet nichts von dem Schmerz, den er ihr zufügte; schließlich hatte sie in ihrem Leben mehr als genug physische und seelische Qualen ausstehen müssen. »Du wirst nie ein Meister sein«, sagte sie gelassen.
Einen Moment lockerte John seinen Griff, doch im nächsten Augenblick zog er sie heftig nach vorn und gab ihr einen Stoß.
Fiona hätte fast das Gleichgewicht verloren, doch es gelang ihr mit fast übermenschlicher Konzentration, sich aufrechtzuhalten und geradeaus zu gehen.
»Jeder Mann ist der Meister einer Frau«, sagte John hinter ihr. »Frauen wie du wollen das nur nicht begreifen. Es braucht nur einen tüchtigen Mann, der dich besteigt und zu reiten versteht, und du wirst deinen Meister kennenlernen. Nach allem, was ich über diesen Miles Ascott gehört habe, ist er der Mann, der dir gibt, was du brauchst.«
Als Fiona den Namen Ascott hörte, stolperte sie und fiel auf die Knie.
Johns Lachen war unverhältnismäßig laut, als hätte er soeben eine großartige Tat vollbracht. Er blieb stehen und sah unverschämt zu, wie Fiona sich ungeschickt wieder aufrappelte, da ihr die Hände gefesselt waren und sich ihre Füße im Rocksaum verfangen hatten.
»Der Name Ascott bringt dein Blut in Wallung, nicht wahr?«, höhnte er, als er sie auf die Beine riss. Einen Moment berührte er mit der Hand ihre Wange, strich mit schmutzigen Fingerkuppen über die weiche elfenbeinfarbene Haut, über ihre samtenen Lippen. »Wie kann eine so herrliche Frau wie du so widerborstig sein? Wir beide könnten uns herrlich die Zeit vertreiben, und Lord Pagnell würde nie etwas davon erfahren. Was bedeutet es schon, wer der Erste ist? Der junge Ascott wird dir sowieso die Jungfrauenschaft nehmen. Was macht also ein Tag für einen Unterschied?«
Fiona sammelte den Speichel in ihrem Mund und spuckte ihn dann in sein Gesicht. Als er die Hand hob, um sie ins Gesicht zu schlagen, stach der Schmerz wie mit tausend Nadeln in ihren wunden Körper, während sie dem Schlag geschickt auswich und zu laufen begann. Doch mit gebundenen Händen kam sie nicht schnell voran, und John holte sie spielend leicht ein. Er packte, was noch von ihrem Rock übrig geblieben war, sodass sie wieder stürzte und mit dem Gesicht auf den Boden schlug.
»Du hinterhältige kleine Schlampe!«, rief er keuchend, drehte sie um und setzte sich mit gespreizten Beinen auf ihren Leib. »Dafür wirst du mir büßen. Ich habe versucht, dich fair zu behandeln, doch jetzt hast du eine Tracht Prügel verdient.«
Fionas Hände und Arme waren unter ihrem Körper festgeklemmt, und obwohl sie sich mit all ihrer Kraft zu beherrschen versuchte, trieb ihr der Schmerz die Tränen in die Augen. »Du wirst es nicht wagen, mich zu schlagen, nicht wahr?«, sagte sie mit zuversichtlicher Stimme. »Pagnell würde es nämlich erfahren, und dann bekämst du deine Prügel. Männer wie du riskieren nie, ihr kostbares Selbst einer Gefahr auszusetzen.«
John legte die Hände auf ihre Brüste und presste seine Lippen auf ihren Mund; doch Fiona zeigte nicht die geringste Reaktion. Enttäuscht löste er sich endlich von ihr und ging wütend zurück zu den Pferden.
Fiona setzte sich auf und versuchte, ihre Ruhe wiederzugewinnen. Sie verstand es meisterhaft, ihre Gefühle zu verschleiern, und nun wollte sie ihre ganze Kraft für die Heimsuchung aufsparen, die ihr bevorstand.
Ascott! Der Name dröhnte in ihrem Kopf. Über allen Schrecken, allen Angstvorstellungen ihres Lebens schien der Name Ascott als Ursache zu stehen. Ein Ascott war schuld, dass ihre Schwägerin ihre Schönheit und fast ihren ganzen Verstand verloren hatte. Ein Ascott hatte über ihren älteren Bruder Schande gebracht und das Verschwinden ihres Bruders Brian ausgelöst. Und indirekt war auch ein Ascott schuld daran gewesen, dass sie nun eine Gefangene war.
Fiona war Gast bei der Hochzeit einer Freundin gewesen und hatte zufällig mitgehört, wie ein berüchtigter Verführer, den sie ihr ganzes Leben gekannt hatte, Pagnell, von seinem Vorhaben sprach, eine hübsche kleine Sängerin einem seiner korrupten Verwandten auszuliefern, damit sie als Hexe verurteilt werden sollte. Als Fiona dieses Mädchen zu retten versuchte, hatte Pagnell sie beide überwältigt und beschlossen, Fiona ihrem Feind auszuliefern, einem Ascott. Pagnell hielt das für einen großartigen Spaß, und vielleicht wäre die Sache nicht so schlimm gewesen, wenn die Sängerin nicht mit einer großmütigen, aber absolut törichten Geste kundgetan hätte, dass sie irgendwie mit einem Ascott verbunden war.
Pagnell hatte Fiona gefesselt und geknebelt, sie in eine schmutzige Zeltplane eingewickelt und seinem Lakaien, John, befohlen, sie diesem heißblütigen Miles Ascott auszuliefern, der berüchtigt war für seine ausschweifende, satyrhafte Lebensweise. Fiona wusste, dass der jüngste, ein Jüngling von erst zwanzig Jahren, gerade zwei Jahre älter als sie selbst, der schlimmste der vier Ascott-Brüder war. Sogar in dem Frauenstift, in dem sie die letzten Jahre lebte, hatte sie Geschichten von Miles Ascotts Liebesabenteuern gehört.
Man hatte ihr erzählt, dass er mit sechzehn Jahren seine Seele an den Teufel verkauft habe und seither eine unheimliche Gewalt über Frauen besäße. Fiona hatte über diese Geschichte gelacht, jedoch niemandem den Grund ihrer Heiterkeit verraten. Sie glaubte, dass dieser Miles Ascott sich eher wie ihr toter Bruder Edmund verhalten und den Mädchen einfach befohlen hatte, ihm zu Willen zu sein. Es war eine Schande, dass dieser Ascott-Samen offenbar sehr fruchtbar war, denn es ging das Gerücht, er habe hundert uneheliche Kinder gezeugt.
Vor drei Jahren hatte ein junges Mädchen, Bridget, das Stift verlassen, wo Fiona sich häufig aufhielt, um in der alten Burg der Ascotts als Magd zu arbeiten. Sie war ein hübsches Mädchen mit großen dunklen Augen und schwingenden Hüften. Zu Fionas Verdruss benahmen sich die anderen Bewohner des Stiftes abwechselnd so, als wäre das Mädchen eine angehende Braut oder ein Menschenopfer. Am Tag vor ihrer Abreise verweilte Bridget zwei Stunden in der Zelle der Priorin, und bei der Abendandacht hatte das Mädchen rot geweinte Augen.
Elf Monate später brachte ihnen...




