DeWeese | Star Trek: Die Kolonie der Abtrünnigen | E-Book | www.sack.de
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DeWeese Star Trek: Die Kolonie der Abtrünnigen

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11717-7
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11717-7
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spock und Dr. McCoy geraten in eine tödliche Falle

Seit zweihundert Jahren leben die Bewohner des Planeten Chyrellka in Frieden. Die Kolonie auf dem Planeten Vancadia soll demnächst in die politische Unabhängigkeit entlassen werden. Doch dann entsteht auf Vancadia plötzlich eine Rebellen-Bewegung, die die sofortige Autonomie fordert. Auf Bitten des chyrellkanischen Premierministers wird die Enterprise in das Gebiet entsandt, um zwischen Kolonie und Mutterwelt zu vermitteln. Regierung wie Rebellen versuchen, Captain Kirk auf ihre Seite zu ziehen. Als Spock und Dr. McCoy auf Vancadia beamen, um mit dem Rebellenführer zu verhandeln, tappen sie geradewegs in eine Falle. Die Enterprise-Crew kann keine Lebenszeichen der beiden Offiziere mehr orten. Das lässt nur einen Schluss zu: Pille und Spock sind tot.

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Kapitel 1


CAPTAINS LOGBUCH, NACHTRAG:

Wir sind zum Planeten Chyrellka unterwegs, um – wie Dr. McCoy es ausdrücken würde – ein Feuerchen zu löschen.

Wir haben erst vor zehn Jahren Kontakt mit den Chyrellkanern aufgenommen. Sie haben eine Mitgliedschaft in der Föderation abgelehnt, aber damals, bei der ersten Begegnung, fiel Captain Brittany Mendez von der Exeter auf, dass sie und ihre Kolonie auf Vancadia geradezu ein Lehrbuchbeispiel dafür sind, wie man Kolonien friedlich aufbaut und verwaltet. Im Gegensatz zu den meisten technischen Zivilisationen, auf die wir treffen, verfügten die Chyrellkaner, bevor sie ihre Welt verließen, schon über eine funktionierende Weltregierung. Als sie von ihren Sonden erfuhren, dass die Biosphäre Vancadias – wenn man einmal davon absieht, dass dort keine höheren Lebensformen als baumbewohnende Primaten leben – fast mit der Chyrellkas identisch war, fingen sie an, die Kolonie mit beinahe vulkanischer Logik und Zielstrebigkeit aufzubauen.

Ohne Impulstriebwerke war es früher unmöglich, von Vancadia nach Chyrellka zurückzukehren. Die Chyrellkaner ließen sich von Raumfähren in eine Umlaufbahn um ihren Planeten bringen, stiegen dann auf in der Kreisbahn gebaute interplanetare Schiffe um und ließen sich von Landefähren auf Vancadia absetzen. Es hat fast vierzig Jahre gedauert, bis die Kolonisten ein Stadium erreichten, in dem sie Trägerraketen entwickelten, die es ihnen erlaubten, in die Kreisbahn zurückzukehren.

Die Chyrellkaner hatten von Anfang an geplant, den vancadischen Kolonisten irgendwann, sobald sie völlige Autarkie erlangten, die Unabhängigkeit zu schenken. Vor einem Jahrzehnt hat Captain Mendez gemeldet, die Unabhängigkeit sei nun, da die Bevölkerung Vancadias acht Millionen betrage, nicht mehr fern.

Trotz alledem hat die Föderation nun einen dringenden Hilferuf erhalten, um in einer Angelegenheit zu vermitteln, die die chyrellkanische Nachricht als »zunehmend giftiger werdenden Disput zwischen Chyrellka und der rebellierenden Kolonie« beschreibt.

Das Gesicht des chyrellkanischen Führers war groß auf dem Bildschirm der Enterprise zu sehen. Seine blasse Haut wurde von einer enganliegenden pechschwarzen Kappe lockigen Haars und einem sauber gestutzten Bart betont. Im Hintergrund waren etwas unscharf weitere Gesichter auszumachen.

»Willkommen im chyrellkanischen Machtbereich«, sagte der Führer. »Ich bin Kaulidren. Mein Volk und ich wissen die Schnelligkeit, mit der Ihre Föderation auf unser Ersuchen reagiert hat, sehr zu schätzen.«

»Vielen Dank, Kaulidren«, sagte Kirk. »Sie sind der Premier, nicht wahr?«

Kaulidrens Kopf neigte sich bestätigend in einem kaum merklichen Nicken. »Sie sind Captain James Kirk, der Kommandant der U.S.S. Enterprise, nehme ich an?«

»Ganz recht, Premier. Wir erreichen in wenigen Minuten die Kreisbahn. Dann können wir Sie an Bord beamen.«

»Das ist zwar sehr freundlich von Ihnen, Captain«, sagte Kaulidren und hob abwehrend eine Hand, »aber nein, danke. Halten Sie mich meinetwegen für abergläubisch, aber die Vorstellung, dass die Atome meines Körpers aufgelöst und schutzlos durch das All transportiert werden, während ich mich in der Hoffnung üben soll, dass man sie später wieder zusammensetzen kann, bereitet mir Unbehagen.«

»Ich halte Sie keineswegs für abergläubisch, Premier«, sagte Kirk und unterdrückte ein Lächeln, denn er sah, dass der außerhalb des Aufnahmebereichs der Kamera stehende Dr. McCoy das Gesicht ebenso verzog wie Kaulidren. »Ich kann Ihnen freilich versichern, dass der Transporter absolut sicher ist. Wenn Sie aber lieber …«

»Mir ist alles andere lieber, Captain – speziell seitdem ich weiß, dass Ihr Schiff das meine ganz in sich aufnehmen kann. Ich hoffe doch nicht, man hat mich falsch informiert?«

»Nicht im geringsten, Premier. Ihr Schiff ist zwar etwas größer als unsere Beiboote, aber es kann problemlos auf dem Hangardeck landen. Unsere Traktorstrahlen werden leicht damit fer…«

»Ich würde lieber unseren eigenen Antrieb benutzen, wenn es möglich ist.«

Kirk unterdrückte ein Stirnrunzeln. »Möglich ist es schon, aber soweit ich weiß, wird Ihr Schiff von konventionellen Raketen angetrieben. Es ist gefährlich, wenn man sie in geschlossener Umgebung einsetzt – auch dann, wenn diese so groß ist wie unser Hangardeck.«

»Mein Schiff ist mit Steuerdüsen ausgerüstet, die ganz sicher keine Bedrohung darstellen. Sie können problemlos Andockmanöver im Weltraum ausführen.«

»Ja, bei Nullgravitation. Aber auf dem Hangardeck halten wir, wie in allen anderen Sektionen der Enterprise, konstant 1 G aufrecht.«

Premier Kaulidren schwieg einen Augenblick. »Künstliche Schwerkraft«, sagte er schließlich. »Ich hatte es vergessen. Ist es denn nicht möglich, die Schwerkraft in bestimmten Gebieten teilweise aufzuheben?«

»Es wäre einfacher, den Traktorstrahl zu nehmen.« Oder das Transportersystem, fügte Kirk stumm hinzu.

»Aber die Möglichkeit besteht? Ohne, dass Sie allzu viele Unannehmlichkeiten auf Ihrem Schiff bekommen?«

»Ja, es ist möglich.« Die Diskussion ist sinnlos, dachte Kirk. Spar dir deinen Atem für die Dinge, die wirklich zählen … Zum Beispiel, dass es dir gelingt, den Premier und seinen Kolonisten-Gegenspieler an einen Tisch zu bringen, damit sie miteinander reden.

»Vielen Dank, Captain. Ich freue mich darauf, Sie mit eigenen Augen zu sehen, damit wir unser Problem besprechen können.«

Der Bildschirm wurde schlagartig leer.

»Sie haben die Sendung abgebrochen, Sir«, meldete Lieutenant Uhura. »Soll ich's noch einmal versuchen?«

»Im Moment nicht, Lieutenant. Mr. Sulu, wie lange noch bis zum Rendezvous?«

»Knapp fünf Minuten, Captain.«

Kirk drückte einen Knopf in der Lehne des Kommandosessels. »Mr. Scott? Haben Sie mitgehört?«

»Aye, Captain, hab' ich. Kann zwar nicht sagen, dass ich mich drüber freue, aber gehört hab' ich's.«

»Ganz meine Meinung, Scotty. Aber lassen wir dem Premier bei diesen Kleinigkeiten sein Späßchen. Wenn ich mich nicht sehr irre, stehen uns bald größere Problemen bevor.«

»Aye, Captain. Ich weiß, was Sie meinen. Wenn das Hangartor aufgeht, schalten wir auf Nullgravitation. Ich geh' davon aus, dass Sie die Leute warnen, die's angeht. Zwei von meinen Jungs sind in der Fährengarage und prüfen …«

»Diese Ehre überlasse ich Ihnen, Mr. Scott«, sagte Kirk. Er stand auf und ging zum Turbolift. »Mr. Spock? Dr. McCoy? So, wie der Premier klang, rechnet er wohl mit nichts geringerem als einer Begrüßung durch die Stabsoffiziere.«

Zehn Minuten später – es war Scotty gelungen, im hinteren Drittel des Decks die Schwerkraft beizubehalten – standen die drei auf der hinteren Beobachtungsgalerie, blickten in den Hangar hinunter und schauten zu, als das chyrellkanische Schiff langsam durch das offene Tor hereinschwebte. Das von den präzisen Stößen der Steuerdüsen manövrierte Schiff erinnerte Kirk an nichts geringeres als die kleinen und schlanken Versionen der alten NASA-Raumfähren, die noch heute gewienert und blitzend im Raumfahrtmuseum standen. Sogar die Hoheitszeichen – sieben siebenzackige Sterne auf einem diagonal gestreiften rotgrünen Hintergrund – erinnerten irgendwie an die Frühzeit der Raumfahrt auf der Erde.

Als das Schiff das mattschimmernde atmosphärische Eindämmungsfeld hinter sich ließ, glitten die Torhälften langsam aufeinander zu.

Das Schiff jedoch schwebte weiter. Der Pilot hatte die auf den Boden aufgemalte Landemarkierung entweder verfehlt oder ignoriert.

»Was hat er vor, verdammt?«, murmelte McCoy, als das Schiff zwischen die Deckoperationskontrolltürme trieb und sich dem Raumfährenlift näherte. »Wenn er bis zu uns herüberkommt, wo noch Schwerkraft herrscht …«

»Keine Sorge, Pille«, sagte Kirk und warf einen Blick auf die beiden Fähnriche, die an der Steuerung des Traktorstrahls standen. »Falls das passiert, sind wir darauf vorbereitet.«

Aber es kam nicht – ganz – dazu. Sekunden bevor Kirk entschied, dass es an der Zeit war, den Fähnrichen zu signalisieren, dass sie die Landung übernehmen sollten, erwachten die Frontsteuerdüsen endlich zum Leben und brachen den Vorwärtsflug ab.

Allerdings, wurde Kirk kurz darauf klar, bewegte sich das Schiff nun zur Seite. Er wollte den Fähnrichen gerade stirnrunzelnd den Einsatzbefehl geben, als eine letzte Reihe von Schnaufern das Schiff anhalten ließ und eine scharfkantige Finne beinahe die Wand unter dem Laufgang der vorderen Beobachtungsgalerie berührte. Mit einem leisen Rumsen und Knirschen setzten seine Landestützen auf. Die Reifen quollen leicht auf, als Scotty kurz nach der Bodenberührung die Schwerkraft wieder einschaltete.

Im gleichen Augenblick, in dem Kirk und die anderen sich die Treppe vom Laufgang hinunter zum Hangarboden aufmachten, glitt eine der Schiffsluken nach innen. Eine Treppe klappte aus der Öffnung nach unten, und Kaulidren trat aus dem dunklen Inneren des Schiffes. Er trug eine dunkelgraue, nicht unbedingt militärisch aussehende Uniform und blieb schweigend stehen, als die drei Offiziere sich ihm näherten. Als sie in Position standen, kam er schnell die Treppe herunter. Er vermied es, das Geländer zu berühren, um sein Gleichgewicht zu stabilisieren, als wolle er ihnen beweisen, dass er den abrupten Wechsel von Null auf 1 G in Null Komma nichts hinter sich gebracht hatte. Die vier glattrasierten Männer, die...



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