DeWeese | Star Trek - The Next Generation: Im Staubnebel verschwunden | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

DeWeese Star Trek - The Next Generation: Im Staubnebel verschwunden

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11702-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11702-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine gigantische Staubwolke bedroht Krantin

Der Planet Krantin und sein gesamtes Sonnensystem ersticken in einem Staubnebel. Die wenigen überlebenden Bewohner haben sich in eine überkuppelte Stadt zurückgezogen. Captain Jean-Luc Picard bietet die Hilfe der Föderation an, stößt aber zunächst auf Unglauben und Misstrauen. Als die Enterprise fremde Raumschiffe im System entdeckt, die urplötzlich auftauchen und wieder verschwinden, vermutet Picard, dass die Katastrophe von Aliens herbeigeführt wurde, und beginnt mit seiner Crew, dem Geheimnis nachzuspüren. Doch als er der Lösung schon sehr nahe gekommen ist, wird er verhaftet.

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Kapitel 1


Das Kartographieren nimmt nie ein Ende. Solange das Computersystem eines Raumschiffs funktionsfähig ist und Sensordaten verarbeiten kann, analysiert irgendein Teil des Systems diese Eingaben, vergleicht die Ergebnisse mit dem inneren Bild, das es sich vom äußeren Universum gemacht hat, und korrigiert dieses Bild, falls es Differenzen entdeckt. Selbst unter Kampfbedingungen – besonders unter Kampfbedingungen –, bei denen schon die kleinste Diskrepanz zwischen dem Bild und der Wirklichkeit eine Katastrophe heraufbeschwören könnte, werden die Karten noch von einer Nanosekunde zur anderen auf den neuesten Stand gebracht.

Diese Aktualisierung wird nur unterbrochen, wenn die Sensoren auf eine Anomalie stoßen, auf etwas, das einfach außerhalb der Parameter dessen liegt, was der Computer aufgrund seiner Programmierung und seiner Erfahrungswerte als ›normal‹ definiert. Natürlich werden auch diese eingehenden anomalen Daten gespeichert, damit sie noch zur Verfügung stehen, falls sie sich als korrekt erweisen sollten.

Wenn ein Computer solch eine Anomalie entdeckt, führt er zuerst eine vollständige Diagnose der beteiligten Sensoren durch, dann eine Selbstdiagnose. Wenn er keine Funktionsstörung oder Fehlkalibrierungen entdeckt, macht er die Besatzung darauf aufmerksam und erwartet Anweisungen.

»Herein.«

Lieutenant Commander Data schaute nicht vom Tricorder auf, als die Tür seines Quartiers sich zischend öffnete und Commander Geordi LaForge hereinkam. Seine Katze, Spot, hingegen jagte unter das Bett.

»Data, kann diese Katze niemanden ausstehen? Oder nur mich nicht?« Geordi schüttelte den Kopf. »Auch egal. Verraten Sie mir einfach, warum Sie mich sprechen wollten. Und was ist so faszinierend an Ihrem Tricorder?«

»Ich glaube nicht, dass sie niemanden ausstehen kann«, sagte Data, schaute aber noch immer nicht auf. »Der Großteil der Unterlagen, auf die ich mir Zugriff verschaffen konnte, lässt den Schluss zu, dass Katzen sich im Prinzip gar nicht für Menschen interessieren, wenn sie nicht gerade von ihnen bedroht werden.«

»Ich würde nicht gerade sagen, dass sie sich desinteressiert verhält«, erwiderte Geordi und sah zum Bett hinüber, unter dem Spots hohe Körpertemperatur noch immer eine deutlich auszumachende Infrarotsignatur in seinem VISOR erzeugte, obwohl die Katze sich mittlerweile auf die andere Seite zurückgezogen hatte.

»Vielleicht nicht«, sagte Data und blickte endlich von dem Tricorder hoch. »Aber offene Feindseligkeit ist das auch nicht.«

»Ich will Ihnen das einfach mal so glauben«, sagte Geordi seufzend und fragte sich, ob es zu Datas unablässigen Bemühungen gehörte, menschlicher zu werden, so lange um den heißen Brei herumzureden, »aber Sie haben mir noch immer nicht gesagt, warum Sie mich sprechen wollten.«

»Wie Sie wissen, beobachte ich Spots Verhalten nun schon seit geraumer Zeit, und mir kommt es sehr oft überaus faszinierend vor. Zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass Spot gelegentlich einfach so von einer Stelle zur anderen jagt. Ich konnte keinen visuellen, akustischen oder olfaktorischen Stimulus ausmachen, auf den sie vielleicht reagiert, und habe daher versucht …«

»Sie benutzen einen Tricorder, um herauszufinden, wieso sie plötzlich losläuft? Data, das ist ganz typisch für eine Katze! Ich bin kein Experte für das Verhalten dieser Tiere, aber so viel weiß sogar ich. Irgend etwas in ihrem winzig kleinen Katzengehirn kommt zum Schluss, dass sie – sofort – irgendwo hinlaufen muss. Und sie läuft los.«

»Wenn Sie damit andeuten wollen, dass ihre Handlungsweise das Ergebnis zufälliger synaptischer Entladungen oder ähnlicher Phänomene sind, muss ich widersprechen.«

Geordi schüttelte kichernd den Kopf. Data nahm nicht mehr jede Bemerkung so wörtlich, wie es früher der Fall gewesen war, fiel aber gelegentlich in diese schlechte Angewohnheit zurück. »Das habe ich nicht gemeint, Data. Ich wollte damit sagen … eigentlich weiß ich gar nicht, was ich damit sagen wollte. Aber niemand weiß, was im Kopf einer Katze vor sich geht, falls sie überhaupt denkt. Vielleicht ist ihr einfach nur plötzlich eingefallen, dass es ihr anderswo viel besser gefiel, und will dort mal nachsehen. Vielleicht sollten Sie mal Counselor Troi zu sich bitten. Falls Spot sich in ihrer Gegenwart auch so verhält, könnte sie Ihnen unter Umständen zumindest sagen, ob Spot Angst hat oder glücklich ist, oder was auch immer eine Katze empfinden mag.«

Data schien kurz über den Rat nachzudenken. »Das ist ein ausgezeichneter Vorschlag, Geordi«, sagte er dann. »Ich werde die Counselor darum bitten.«

»Dann brauchen Sie mich ja nicht mehr.« Geordi wandte sich zur Tür.

»Ich möchte Sie trotzdem um Ihre Hilfe bitten, Geordi.«

Der Ingenieur seufzte erneut und drehte sich wieder zu Data um. »Na schön. Aber Sie haben mir noch immer nicht gesagt, worum genau es geht.«

»Ich möchte, dass Sie Spot beobachten.«

Geordi schüttelte den Kopf. »Kommt nicht in Frage, Data. Ich habe schon mal auf sie aufgepasst. Wir sind einfach nicht miteinander ausgekommen. Vielleicht könnte Worf …«

»Ich meine damit nicht, dass Sie sich um sie kümmern sollen. Sie sollen Sie nur beobachten. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie mit Ihrem VISOR vielleicht etwas entdecken, das weder ich noch ein Tricorder wahrnehmen kann.«

»Wenn Sie unbedingt ganz schnell irgendwo hin muss?«

»Das ist korrekt, Geordi. Mir ist klar, es könnte eine Weile dauern, bis solch ein Ereignis eintritt, aber …«

»Augenblick mal. Sie wollen, dass ich einfach hier herumsitze und Ihre Katze anstarre? Stundenlang? Das ist doch nicht zu fassen. Hören Sie, Data, ich will Ihrer wissenschaftlichen Neugier keinen Dämpfer versetzen, aber ich glaube wirklich, Sie verschwenden Ihre Zeit. Katzen gab es schon, als die Pyramiden erbaut wurden, und bislang hat niemand herausfinden können, was in ihnen vorgeht. Und ehrlich gesagt … versteh mich bitte nicht falsch, Spot … liegt das wohl daran, weil es gar nichts zu ergründen gibt.«

»Vielleicht haben Sie recht, Geordi, aber sehr viele Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Katzen und andere Tiere Phänomene spüren, die Menschen nicht wahrnehmen können. Zum Beispiel gibt es statistische Beweise dafür, dass sowohl Katzen als auch Hunde unmittelbar bevorstehende Erdbeben wahrnehmen.«

»Statistische Beweise?« Geordi runzelte skeptisch die Stirn. »Klar, jede Menge Leute erzählen, dass ihre Katze oder ihr Hund vor einem Erdbeben verrückt gespielt hat, aber das sind doch nur Anekdoten, keine statistischen Werte.«

»Das ist mir klar, Geordi, und auf dieses Phänomen habe ich mich auch gar nicht bezogen. Es gab eine Reihe statistischer Studien, die über Kleinanzeigen in Zeitungen in Gegenden erstellt wurden, in denen Erdbeben auftraten. Bei einem bedeutenden Prozentsatz aller Fälle schnellte die Zahl der Anzeigen, in denen nach vermissten und davongelaufenen Haustieren gesucht wurde – sowohl Katzen als auch Hunden –, in der Woche unmittelbar vor einem schweren Erdbeben um fünfzig Prozent oder noch mehr in die Höhe.«

Geordi grinste. »Data, wenn ich nicht gerade ein Bulletin von Starfleet verpasst habe, sind Erdbeben einige der wenigen Gefahren, um die ein Raumschiff sich keine Sorgen machen muss. Daher bezweifle ich ernsthaft, dass Spot deshalb nervös sein könnte.«

»Natürlich nicht, Geordi. Ich habe das lediglich als ein Beispiel für eine tierische Verhaltensweise zitiert, die niemals hinreichend erklärt wurde. Doch wir verstehen sehr viele der natürlichen Fähigkeiten nicht nur von Katzen, sondern auch von anderen Tieren noch nicht. Zugvögel zum Beispiel …«

»Data, jetzt kommen Sie mir bloß nicht mystisch daher. Vögel haben einen Orientierungssinn. Ich weiß nicht mehr genau, wie er funktioniert, aber ich erinnere mich noch, dass bereits im zwanzigsten Jahrhundert wissenschaftliche Erklärungen dafür gefunden wurden.«

»Genau darauf will ich ja hinaus, Geordi. Um das Verhalten gewisser Zugvögel erklären zu können, ging man davon aus, dass sie sowohl das Magnetfeld der Erde als auch polarisiertes Licht wahrnehmen können. Man stellte fest, dass sogar niedrigere Lebensformen eine ähnliche Empfindlichkeit aufweisen. Gewisse Würmer zum Beispiel entscheiden aufgrund des Magnetfelds, wo ›oben‹ und ›unten‹ ist.«

Geordi lachte. »Das soll ein Witz sein, oder? Würmer?«

»Ich mache keine Witze, Geordi. Man hat eine Reihe von Experimenten mit Würmern durchgeführt, die man aus der südlichen Hemisphäre der Erde in die nördliche brachte, in der die Richtung der vertikalen Komponente des Magnetfelds im Prinzip umgekehrt ist. Die Würmer verhielten sich weiterhin auf eine Art und Weise, die darauf hindeutete, sie glaubten, oben sei unten und umgekehrt.«

»Wie kann man das bei einem Wurm sagen?«

»Das weiß ich nicht, Geordi. Doch wenn es Sie interessiert, ich habe Zugriff auf den vollständigen Text des Berichts. Die rationale Erklärung der Experimente …«

»Nein, danke, Data. Wirklich nicht. Vielen Dank.«

Als wolle Spot ebenfalls einen Kommentar hinzufügen, schoss sie just in diesem Augenblick unter dem Bett hervor, jagte quer durch den Raum und verschwand hinter Datas Schreibtisch.

»Ich habe nicht das geringste gesehen«, sagte Geordi schnell, während er sich zur Tür wandte, »und ich werde wahrscheinlich in der technischen Abteilung gebraucht.«

Einen Augenblick später bestätigte die Stimme des Computers zu seiner Überraschung, dass er tatsächlich im Maschinenraum benötigt wurde, um anomale Sensordaten zu...


Anton, Uwe
Uwe Anton wurde 1956 in Remscheid geboren und arbeitet seit 1980 als freiberuflicher Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer (unter anderem für "Star Trek"). Seit 1995 gehört er dem PERRY RHODAN-Team an.



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