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E-Book, Deutsch, 516 Seiten

Dichtungen


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-0377-9
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 516 Seiten

ISBN: 978-3-8496-0377-9
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
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Die wichtigsten Werke des großen griechischen Lyrikers in einem Band: Die Perser Die Sieben gegen Theben Die Schutzflehenden Prometheus in Fesseln Agamemnon Die Spenderinnen am Grabe Die Wohlwollenden

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Die Perser


Personen

 Chor betagter persischer Fürsten

  Atossa

  Ein Bote

  Der Schatten des Dareios

  Xerxes

  Gefolge

 Ort der Handlung: Susa

 Vor dem Palast des persischen Königs in Susa. Seitlich im Vordergrunde das Grabmal des Dareios.

 CHOR zieht ein.

  Wir heißen die Treuen im Volke der Perser,

   das in den Kampf gegen Griechenland zog,

   und heißen die Wächter des reichen,

   goldglänzenden Schlosses; uns hat der Großkönig Xerxes,

   der Sohn des Dareios, persönlich

   auf Grund unsrer Würde erwählt,

   damit wir das Vaterland hüten.

   Doch um die Heimkehr des Königs

   und seines von Goldschmuck prangenden Heeres

   klopft unruhig schon, banger Ahnungen voll,

   unser Herz in der Brust – die gesamte

   Macht Asiens zog ja zu Felde –,

   es bedauert die jungen Soldaten;

   und weder zu Fuß noch zu Roß

   erreicht ein Bote die Hauptstadt der Perser.

   Von Susa und Ekbatana

   und Kissiens uralten Burgen

   zogen sie aus in den Krieg,

   zu Pferde, zu Schiff; und das Fußvolk, das langsam

   nur vorrückt, bildet die Masse der Streitmacht.

   So stürmen zur Schlacht Amistres und

   Artaphrenes, Megabates und Astaspes,

   Hauptleute der Perser, selbst Könige,

   doch lehenspflichtig dem Großkönig,

   Gebieter eines riesigen Heeres,

   mit ihnen Meister im Bogenschießen

   und tüchtige Reiter, schrecklich zu schauen

   und furchtbar im Kampf

   durch ihres Herzens kühne Entschlußkraft.

   Artembares auch, der Kämpfer zu Roß,

   und Masistres, dazu der treffliche Schütze,

   der edle Imaios, und Pharandakes und

   der Lenker der Rosse, Sosthanes.

   Der gewaltige, nahrungspendende Nil auch

   entsandte seine Männer: Susiskanes;

   Pegastagon, den Ägypter;

   den Gebieter des heiligen Memphis,

   den großen Arsames; dazu den Herrn

   des uralten Theben, Ariomardos;

   und schließlich die Mannschaft der Flotte,

   Bewohner des Deltas, tüchtige Leute,

   unermeßlich an Zahl.

   Ihnen folgt die Schar der üppig lebenden Lyder,

   die über alle Stämme des Festlandes herrschen;

   Metrogathes und Arkteus, der Tapfere,

   die Sachwalter des Großkönigs,

   und das goldene Sardes

   entbieten sie in den Kampf

   auf zahlreichen Wagen,

   vier- und sechsspännig die Schwadronen,

   ein furchterregender Anblick.

   Die das Land am heiligen Tmolos bewohnen,

   versichern prahlend, sie wollten Hellas

   das Joch der Knechtschaft aufzwingen,

   Mardon, Tharybis, nicht zu erschüttern

   im Schwirren der Lanzen,

   und die Myser, die Speerschützen; Babylon auch,

   das goldstrotzende, schickt sein Völkergemisch

   in langen Kolonnen, Matrosen zu Schiff

   und Kämpfer, die auf ihre Freude am Spannen

   des Bogens vertrauen. Die mit dem Kurzschwert

   bewaffneten Völker ganz Asiens schließen

   sich an, dem harten Befehle des Großkönigs fügsam.

   Solch blühende Mannschaft

   zog fort aus dem Perserland;

   um sie seufzen alle Gebiete Asiens,

   die ihnen Nahrung geboten, voll

   verzehrender Sehnsucht, und Eltern und Gattinnen

   zählen die Tage und zittern vor

   der Zeit, die in die Länge sich zieht.

   Eingedrungen ist schon das städtezerstörende Heer

   des Großkönigs in das benachbarte Land,

   das jenseits der Meerenge liegt, überquerte

   auf wohlvertäuter Schiffsbrücke schon den Sund

   der Helle, der Tochter des Athamas;

   es legte den fest mit Pflöcken verbundenen Marschweg

   als Joch dem Nacken des Meeres auf.

   Der angriffslüsterne Herrscher des volkreichen Asiens

   treibt seine übermenschliche Herde von Kämpfern

   zur Eroberung der Welt auf zwei Wegen:

   zur See und zu Lande vertraut

   er zuverlässigen, strengen Gebietern,

   er, von goldentsproßnem Geschlecht,

   ein Mensch, den Göttern gleich.

   Er schleudert mit seinen Augen den finsteren Blick

   eines blutgierigen Drachens,

   reckt viele Arme, schickt viele Schiffe,

   treibt vorwärts den syrischen Wagen,

   führt gegen die speerberühmten Helden

   den bogengewaltigen Ares.

   Imstande ist niemand, die Spitze zu bieten

   dem reißenden Strome der Helden

   und durch feste Deiche zu hemmen

   den unbezwingbaren Meeresschwall;

   unwiderstehlich ist ja das Perserheer

   und sein streitbares Volk.

   Dem listensinnenden Trug der Gottheit aber –

   wer kann, als Sterblicher, ihm entrinnen?

   Wer ist, mit flüchtigem Fuße,

   des leichten Schwunges mächtig?

   Denn mag auch wohlwollend schmeicheln

   zuerst die Göttin des Unheils –

   sie lockt den Menschen ins Netz,

   dem nie ein Sterblicher mehr entschlüpft

   und das Weite gewinnt.

   Das von den Göttern verhängte Schicksal errang

   den Sieg von alters her, es legte den Persern

   die Pflicht auf, türmezertrümmernde Kriege

   zu führen, Rosse zu tummeln im Kampf

   und Städte zu entvölkern.

   Doch nunmehr haben sie gelernt,

   das Heiligtum des Meeres zu schauen,

   der weithin befahrenen See,

   die unter dem scharfen Winde aufschäumt;

   sie vertrauen dünngeflochtenen Seilen

   und kunstvoll gezimmerten Schiffen,

   auf denen Völker dahinfahren.

   Darum härmt sich in Trauer

   mein Herz, aus Furcht, den Schrei

   »Wehe über dies persische Heer!«

   müsse hören die Stadt,

   der Männer...



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