E-Book, Deutsch, 867 Seiten
Dichtungen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-0382-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 867 Seiten
ISBN: 978-3-8496-0382-3
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seine bedeutendsten Werke in einem Band: Die Acharner Die Ritter Die Wolken Die Wespen Der Frieden Die Vögel Lysistrate Die Weiber am Thesmophorenfest Die Frösche Die Weibervolksversammlung Plutos
Weitere Infos & Material
Die Acharner
Personen
Dikaiopolis
Herold
Amphitheos
Gesandter
Pseudartabas
Theoros
Der Chor, alte Kohlenbrenner aus Acharnai
Dikaiopolis' Frau
Seine Tochter
Kephisophon
Euripides
Lamachos
Ein Megarer
Seine zwei Töchterchen
Ein Sykophant
Ein Böotier
Nikarchos, ein Sykophant
Lamachos' Sklave
Ein Bauer
Ein Brautführer
Boten
Stumme Personen
Erste Szene
Öffentlicher Platz: die Pnyx. Leere Bänke
Dikaiopolis allein. Später: ein Herold, Amphitheos, Gesandte, Pseudartabas, Theoros, der Chor.
DIKAIOPOLIS.
Was nagt mir all Verdrießliches am Herzen!
Wie wenig Freuden zähl ich – kein halb Dutzend;
Doch Ärger – sternmillionenmal so viel!
Laß sehn, wo hatt' ich 'mal ein Hauptvergnügen? –
Ja, damals, als der Kleon seine fünf
Talente wieder von sich geben mußte.
Da lachte mir das Herz; die wackren Ritter,
Ich muß sie loben – echte Hellassöhne!
Dann aber ging mir's tragisch – im Theater.
Ich sitze da mit offnem Maul, erwarte
Ein Stück von Aischylos, da heißt es: Theognis!
Ihr könnt euch denken, wie mein Herz erbebte!
Doch lustig war's, Dexitheos zu hören,
Der die Böotierhymne sang ums Kalb.
Dann hab ich fast den Hals mir krumm geguckt,
Als Chairis jüngst gebückt sein Schlachtlied quiekte.
Nie aber, seit ich selbst mich schneuze, tat
Vom Staub so weh mein Auge mir wie heut
Am Morgen, wo das souveräne Volk
Versammlung hat – so leer den Platz zu sehn.
Dort auf dem Markt, da plaudern sie; und schlendern
Sie endlich spät genug heran, dann sollt
Ihr sehn, wie sie sich drängen, stoßen um
Die erste Bank und übereinanderpurzeln;
Das wogt und wühlt! – Doch um den lieben Frieden
Da reißt sich niemand! – O du arme Stadt! –
Ich, in der Volksversammlung stets der erste,
Ich nehme Platz; in meiner Einsamkeit
Dann seufz ich, gähne, strecke, lüfte mich,
Sinniere, schreibe, kratz im Haar mich, schau
Ins Feld hinaus und bet um Frieden, fluche
Der Stadt und denke: wär ich nur daheim,
Auf meinem Dorf; dort hör ich niemals: kauft,
Kauft Kohlen, Essig, Öl! Da wächst in Fülle
Das alles! – Hol der Henker das Geplärr!
Nun, weil ich einmal hier bin, will ich auch,
Verlaßt euch drauf, eins poltern, schrein, die Redner
Aushunzen, die nicht für den Frieden sprechen. –
Ha, die Prytanen endlich! – Mittag ist's,
Und seht ihr, hab ich's nicht vorausgesagt?
Wie sie sich um die ersten Plätze balgen?
Das Volk versammelt sich, die Prytanen haben ihre Plätze eingenommen, ein Herold tritt auf.
HEROLD.
Nur vorwärts, Bürger, weiter vorwärts!
Herein, in den geweihten Kreis herein.
Amphitheos tritt ein.
AMPHITHEOS zu einem der Umstehenden.
Hat einer schon gesprochen?
HEROLD.
Wer will reden?
AMPHITHEOS.
Ich!
EINER DER PRYTANEN.
Wer?
AMPHITHEOS.
Amphitheos.
PRYTANE.
Sonach kein Mensch!
AMPHITHEOS.
Nein! Ein Unsterblicher, Amphitheos,
Demeters Sohn von Triptolemos – der zeugte
Den Keleos, den Vater meiner Ahnfrau,
Ihr Sohn Lykinos war's, der mich gezeugt;
Ich, der Unsterbliche, bin von den Göttern
Ermächtigt, ich nur, Frieden abzuschließen
Mit Sparta! – Bürger, ich Unsterblicher –
Ich hab kein Reisegeld: die Prytanen –
EIN PRYTANE.
Wache!
AMPHITHEOS.
Triptolemos, Keleos, so verlaßt ihr mich?
DIKAIOPOLIS vortretend.
Ihr Herrn Prytanen, respektiert das Volk!
Wie? Ihn verhaften, der dem Schildgerasse!
Ein End und Frieden für uns machen will?
Amphitheos verliert sich unterm Volk.
PRYTANE.
Setz dich und schweig!
DIKAIOPOLIS.
Nein, beim Apollon, nein,
Ich schweige nicht, bis ihr für Frieden stimmt.
HEROLD.
Die Gesandten zurück vom König!
DIKAIOPOLIS.
Von welchem König? – Ist mir doch zuwider
Das Großtun mit Gesandten, Pfauen, Affen.
Die Gesandten treten ein.
HEROLD.
Still!
DIKAIOPOLIS.
Potz Ekbatana, was für ein Staat!
EIN GESANDTER.
Ihr habt zum großen König uns gesandt,
Mit einem Taggeld von zwei Drachmen, unter
Dem Archon Euthymenes
DIKAIOPOLIS.
Haha, die Drachmen!
GESANDTER.
Entlang die Ebnen des Kaystros fuhren
Wir kreuz und quer, in Reisewagen liegend
Auf weichen Polstern, nachts in Zelten – ach,
's war zum Verzweifeln.
DIKAIOPOLIS.
Nun, da hatt' ich's besser:
Auf einem Strohbund lag ich an der Brustwehr.
GESANDTER.
Und die Bewirtung! – Trinken mußten wir,
Gern oder nicht, aus goldnen Humpen und
Kristallnen Bechern süßen, puren Wein,
Kein Tropfen Wasser –
DIKAIOPOLIS.
Ehrenwerte Bürger,
Merkt ihr, wie die Gesandten euer spotten?
GESANDTER.
Denn den Barbaren gilt als Mann nur der,
Der eine gute Klinge schlägt – beim Schmaus.
DIKAIOPOLIS.
Bei uns – Schandbuben nur und Hurenjäger.
GESANDTER.
Im vierten Jahr erreichten wir das Schloß,
Doch Hof und König war – zu Stuhl gegangen,
Und hielt acht Monat' auf den goldnen Bergen
Schon Sitzung –
DIKAIOPOLIS.
Und wie lang braucht' er zum Abschluß?
GESANDTER.
Nur einen Monat; dann verfügt' er sich nach Haus,
Zog uns zur Tafel, setzt' uns ganze Ochsen
Gebraten vor –
DIKAIOPOLIS.
Da hör ein Mensch, wie der
Aufschneidet; ein gebratner ganzer Ochse!
GESANDTER.
Jawohl, bei Zeus! Ein Vogel kam einmal –
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