E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Reihe: Thieme
Die optometrische Untersuchung
3. unveränderte Auflage 2024
ISBN: 978-3-13-245644-0
Verlag: Thieme
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Reihe: Thieme
ISBN: 978-3-13-245644-0
Verlag: Thieme
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Alle relevanten Verfahren der optometrischen Untersuchung
- Konkrete Anleitungen zur praktischen Methodendurchführung inkl. Dokumentation
- Moderne Gestaltung mit Merksätzen, Praxistipps, Infoboxen, Flussdiagrammen, zahlreichen Fallbeispielen und vielen anschaulichen Abbildungen
- Hilfreich für die Weiterbildung in der Augenheilkunde
- Abgestimmt auf die Lehrpläne für das Studium der Augenoptik/Optometrie
- Alle Kapitel mit abschließender Zusammenfassung und Multiple-Choice-Fragen
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Zielgruppe
Ärzte
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1 Grundsätzliches zur optometrischen Untersuchung
H. Dietze
Die optometrische Untersuchung beinhaltet neben der Refraktionsbestimmung die Prüfung verschiedener Sehfunktionen und die Beurteilung der Augengesundheit. Die Vorgehensweise sollte den im jeweiligen Land geltenden rechtlichen Vorgaben für die Berufsausübung und den Richt- oder Leitlinien der Berufsverbände entsprechen. Es sind Tests und Verfahren zu bevorzugen, die der Untersucher bei größtmöglicher Sicherheit für den Patienten ausführen und interpretieren kann. Zudem sollten diese über eine hohe Aussagekraft verfügen und möglichst effizient sein, denn nur so kann das Ergebnis tatsächlich zu einer klinischen Entscheidung beitragen und unnütze Kosten vermieden werden. Wenn möglich, sollten nur solche Tests, Verfahren und Geräte eingesetzt werden, deren Sicherheit und Wirksamkeit im wissenschaftlichen Sinne bestätigt worden ist.
1.1 Bestandteile der optometrischen Untersuchung
Die optometrische Untersuchung setzt sich aus einigen Grundbestandteilen und ausgewählten Verfahren zusammen. ( ? Tab. 1.1 ).
Tab. 1.1 Wichtige Bestandteile der optometrischen Untersuchung. Anordnung nach Themengebieten; die halbfett gesetzten Verfahren sollten in jeder Routineuntersuchung enthalten sein.| Allgemein | Anamnese |
| Sehfunktionen |
|
| Refraktion |
|
| Binokularsehen |
|
| Augengesundheit |
|
1.2 Reihenfolge der Tests in der Routineuntersuchung
Die Reihenfolge wird vom Untersucher individuell nach einem möglichst zweckmäßigen Schema oder nach einer bestimmten Strategie festgelegt, wobei die Anamnese stets am Anfang steht. Tests und Verfahren, die mit einer starken Blendung des Auges einhergehen (z. B. Ophthalmoskopie), sollten nicht unmittelbar vor der Beurteilung von Sehfunktionen (z. B. Visus, Kontrastsehen) ausgeführt werden. Jede Untersuchung schließt ab mit einer Beratung oder Empfehlung, die sowohl zur Verordnung einer Sehhilfe als auch zur Überweisung an den (Fach-)Arzt führen kann. ( ? Abb. 1.1).
Der Ablauf einer optometrischen Untersuchung (Grobeinteilung).
Abb. 1.1
1.3 Strategien der optometrischen Untersuchung
Für den Ablauf einer Untersuchung gibt es mehrere Strategien:
-
Die erste, hier als schematische Untersuchung bezeichnete Strategie legt Anzahl und Reihenfolge der Tests genau fest. Wie beim Erklimmen einer Leiter von Sprosse zu Sprosse hangelt sich der Untersucher von Test zu Test. Die Tests können alle auf einer speziellen Karteikarte vorgemerkt sein oder aber der Untersucher erlernt die Reihenfolge z. B. während der Praxis oder während des Studiums. Der Vorteil dieser Verfahrensweise besteht darin, dass aus einer jeden Untersuchung ein gleicher Datensatz für eine hohe Vergleichbarkeit der Ergebnisse entsteht. Die Strategie eignet sich für das Erlernen der Untersuchungstechniken während des Studiums sowie für Routineuntersuchungen bei symptomlosen Patienten, weil so kein ausschlaggebender Test versehentlich ausgelassen und die zu erbringende Dienstleistung transparenter und kalkulierbarer wird. Das Festlegen auf eine ganz bestimmte Testroutine bringt aber auch wesentliche Nachteile mit sich: Der Untersucher kann oft weniger auf bestimmte Sehstörungen oder Beschwerden eingehen oder verkennt sogar das eigentliche Problem, weil er zu stark auf die Durchführung allgemeiner Tests fixiert und zeitlich zu eingeengt ist. Oft genug sind einige Routinetests für einen speziellen Fall überflüssig und erzeugen unnötige Kosten, während andere fehlen. Ein einfaches Beispiel ist die routinemäßige...




