Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 368 Seiten

Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-95803-396-2
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

ISBN: 978-3-95803-396-2
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was können wir als Einzelne tun, um unsere Welt zu einem besseren Ort zu machen? Charles Eisenstein stellt dem allgegenwärtigen Zynismus eine kraftvolle und ermutigende These entgegen: Wir alle sind miteinander verbunden. Schon kleine, persönliche Gesten von Mut, Freundschaft und Selbstvertrauen bergen eine ungeahnte transformatorische Kraft. Wenn wir dieses Prinzip des Interbeing anwenden, können wir zur Überwindung der Separation und einem positiven Wandel beitragen - damit die schönere Welt möglich wird, die wir in unseren Herzen längst erahnen.

Charles Eisenstein, Jahrgang 1967, graduierte an der renommierten Yale University in Philosophie und Mathematik. Vertiefte Studien in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte sowie spiritueller Philosophie schlossen sich an. Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit der kompetitiven Struktur der Arbeitswelt in den USA und in Taiwan entschied Charles Eisenstein sich für eine berufliche Existenz als freier Schriftsteller und Vortragsredner. Als solcher ist er heute in aller Welt gefragt. Charles Eisenstein, Jahrgang 1967, graduierte an der renommierten Yale University in Philosophie und Mathematik. Vertiefte Studien in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte sowie spiritueller Philosophie schlossen sich an. Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit der kompetitiven Struktur der Arbeitswelt in den USA und in Taiwan entschied Charles Eisenstein sich für eine berufliche Existenz als freier Schriftsteller und Vortragsredner. Als solcher ist er heute in aller Welt gefragt.
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Separation


Manchmal ergreift mich eine nostalgische Sehnsucht nach der Märchenwelt meiner Jugendzeit, als an Limonade noch nichts falsch und der Super Bowl wichtig war, als Amerika der Welt die Demokratie brachte, als der Arzt einen wieder flottkriegte und die Wissenschaft das Leben immer weiter verbesserte – gerade hatten sie den ersten Menschen auf den Mond geschossen.

Das Leben hatte einen Sinn. Wenn man hart genug arbeitete, bekam man gute Noten und konnte auf eine gute höhere Schule gehen, anschließend studieren oder eine andere Ausbildung machen; und man war damit zufrieden. Abgesehen von ein paar unglücklichen Ausnahmefällen hatte man Erfolg, wenn man sich an die Regeln unserer Gesellschaft hielt: Man musste nur die aktuellsten medizinischen Ratschläge befolgen, informiert bleiben, indem man die »New York Times« las, eine gute Ausbildung abschließen, sich an die Gesetze halten und bösen Dingen wie Drogen aus dem Weg gehen. Natürlich gab es Probleme, aber die Wissenschaftler und Experten arbeiteten hart daran, sie zu lösen. Schon bald würde ein neuer medizinischer Durchbruch, ein neues Gesetz oder eine neue Erziehungsmethode die Lebensumstände weiter verbessern. Meine Kindheitsvorstellungen entstammten einem Narrativ, das ich die nenne. In ihr ist es die Bestimmung der Menschheit, mithilfe von Wissenschaft, Vernunft und Technologie eine perfekte Welt zu schaffen: die Natur zu erobern, unsere animalischen Ursprünge zu überwinden und eine rationale Gesellschaft zu entwickeln.

Aus meinem damaligen Blickwinkel schienen die Grundvoraussetzungen dieser Geschichte unerschütterlich. Meine Erziehung, die Medien und der Großteil des täglichen Lebens um mich herum ergaben zusammen den Eindruck: »Alles ist in Ordnung.« Heute wird immer offensichtlicher, dass es eine Scheinwelt auf der Basis von immensem menschlichem Leid und massiver Umweltzerstörung war, allerdings konnte man zu der Zeit in dieser Scheinwelt ohne allzu viel Selbsttäuschung leben. Die uns umgebende Geschichte war solide. Was nicht ins Bild passte, konnte leicht verdrängt werden.

Trotzdem fühlte ich (wie viele andere auch), dass in der Welt etwas verkehrt lief – die Verkehrtheit sickerte durch die Ritzen meiner privilegierten, geschützten Kindheit. Was man mir als normal verkaufte, glaubte ich nie ganz. Das Leben, das wusste ich, sollte eigentlich viel freudvoller, viel wirklicher, viel bedeutsamer sein als dieses, und die Welt sollte viel schöner sein. Es war nicht richtig, dass wir die Montage hassten und nur für das Wochenende lebten. Wir sollten uns nicht melden müssen, damit man uns erlaubte, auf die Toilette zu gehen. Wir sollten an einem schönen Tag nicht drinnen gehalten werden, und das tagaus, tagein.

Und als sich mein Horizont erweiterte, wusste ich, dass es nicht vorgesehen war, dass Millionen hungerten, dass über unseren Köpfen das Damoklesschwert der Atomwaffen hing, dass die Regenwälder schrumpften, die Fische starben oder die Kondore und Adler verschwanden. Ich konnte nicht akzeptieren, wie das herrschende Narrativ meiner Kultur diese Dinge behandelte: als bruchstückhafte Probleme, die zu lösen, als unglückliche Fügungen des Lebens, die zu bedauern waren, oder als Tabuthemen, über die man nicht sprach, die man einfach ignorierte.

Wir alle wissen es auf einer bestimmten Ebene besser. Dieses Wissen findet nur selten eine Möglichkeit, sich klar zu artikulieren, daher bringen wir es eher indirekt in Form von verstecktem oder offenem Protest zum Ausdruck. Mit Süchten, Selbstsabotage, Aufschieben, Faulheit, Wutanfällen, chronischer Müdigkeit und Depressionen hindern wir uns selbst, am vollen Leben teilzuhaben, das uns zur Verfügung steht. Wenn das Bewusstsein keinen Grund findet, Nein zu sagen, sagt das Unbewusste auf seine eigene Art Nein. Immer mehr von uns ertragen es nicht länger, in der »alten Normalität« zu verharren.

Dieses Narrativ von Normalität befindet sich auch auf systemischer Ebene inmitten eines Zusammenbruchs. Wir leben heute in einer Übergangsphase zwischen den Welten. Die Institutionen, die uns durch die Jahrhunderte trugen, haben ihre Kraft verloren. Nur mit zunehmender Selbsttäuschung können wir uns vormachen, sie wären noch aufrechtzuerhalten. Unsere Systeme wie Geld, Politik, Energie, Medizin, Erziehung und andere bringen uns nicht mehr den einstigen Nutzen (den sie zumindest zu bringen schienen). Ihr utopisches Versprechen, das noch vor einem Jahrhundert so verlockend war, verliert jedes Jahr zunehmend an Glanz. So viele von uns wissen das, und wir geben uns immer weniger Mühe, das zu leugnen. Trotzdem scheint es, als könnten wir nichts daran ändern; als könnten wir nicht einmal selbst aufhören, uns am Sturz der industriellen Gesellschaft in den Abgrund zu beteiligen.

In meinen früheren Büchern habe ich den Vorschlag für eine Umdeutung dieses Prozesses gemacht. Man könnte die kulturelle Evolution der Menschen auffassen als eine Geschichte von Wachstum, gefolgt von einer Krise, gefolgt von einer Wiedergeburt: der Entstehung einer neuen Art von Zivilisation, einem , das auf das folgt. Vielleicht passiert tief greifende Veränderung nur durch einen Zusammenbruch. Sicher stimmt das für viele im persönlichen Bereich. Man mag auf intellektueller Ebene wissen, dass der eigene Lebensstil nicht vernünftig ist und dass man sein Verhalten ändern sollte. »Ja, ja, ich weiß, ich sollte mit dem Rauchen aufhören; anfangen, Sport zu treiben; nicht mehr auf Kredit kaufen.«

Aber wie oft ändert sich denn jemand ohne einen Weckruf – oder noch öfter: eine Serie von Weckrufen? Schließlich sind unsere Gewohnheiten in eine Lebensweise eingebettet, die alle Aspekte des Lebens umfasst. Daher das Sprichwort: »Du kannst nicht eine Sache verändern, ohne alles andere auch zu verändern.«

Auf kollektiver Ebene ist das nicht anders. Sobald uns die wechselseitige Verbundenheit all unserer Systeme bewusst wird, sehen wir, dass wir zum Beispiel unsere Energietechnologien nicht ändern können, ohne das ihnen zugrunde liegende Wirtschaftssystem zu verändern. Genauso lernen wir, dass alle äußeren Institutionen unsere grundlegende Wahrnehmung der Welt und unsere versteckten Ideologien und Glaubenssysteme widerspiegeln. So betrachtet können wir sagen, dass die ökologische Krise (wie alle unsere Krisen) eine spirituelle Krise ist. Damit meine ich, dass sie ganz bis auf den Grund hinunterreicht und alle Aspekte unseres Menschseins berührt.

Und was genau liegt auf diesem Grund? Was meine ich mit einer »Übergangsphase zwischen den Welten«? Am Grund unserer Zivilisation liegt eine Geschichte, ein Mythos. Ich nenne sie die oder die – ein Geflecht aus Narrativen, Übereinkünften und symbolischen Systemen, das die Antworten unserer Kultur auf die grundlegenden Fragen des Lebens bietet:

Wer bin ich?

Warum geschehen Dinge?

Was ist der Sinn des Lebens?

Was ist die Natur des Menschen?

Was ist heilig?

Wer sind wir als Menschheit?

Woher kommen wir und wohin gehen wir?

Unsere Kultur beantwortet sie mehr oder weniger wie im Folgenden beschrieben. Ich werde diese Antworten ganz so liefern, wie sie uns diese gibt, obwohl sie in Wahrheit nie ausschließliche Gültigkeit besaß, nicht einmal dann, als sie im vergangenen Jahrhundert ihren absoluten Höhepunkt erreichte. Sie werden vielleicht feststellen, dass manche dieser Antworten wissenschaftlich veraltet sind, aber diese veraltete Wissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts speist immer noch unsere Vorstellung von dem, was real, möglich und zweckmäßig ist. Die neue Physik, die neue Biologie und die neue Psychologie haben gerade erst begonnen, in unsere vorherrschenden Ansichten einzusickern. Hier sind also die alten Antworten:

WER BIST DU? Du bist ein unabhängiges Individuum unter anderen unabhängigen Individuen in einem Universum, das von dir unabhängig ist. Du bist ein kartesianisches Bewusstseinsstäubchen, das hinausschaut durch die Augen eines Roboters aus Fleisch, der von seinen Genen darauf programmiert ist, sein reproduktives Eigeninteresse zu maximieren. Du bist eine psychologische Seifenblase, ein Geist (ob nun gehirnbasiert oder nicht), der getrennt ist von anderen Geistern und getrennt von der Materie. Du bist eine im Fleisch gefangene Seele, abgetrennt von der Welt und abgetrennt von allen anderen Seelen. Oder du bist eine Masse, ein Konglomerat aus Partikeln, die nach unpersönlichen physikalischen Kräften funktionieren.

WARUM GESCHEHEN DINGE? Noch einmal, es wirken die unpersönlichen physikalischen Kräfte auf ein beliebiges materielles Substrat aus Elementarteilchen. Alle Phänomene sind das Resultat dieser mathematisch determinierten Interaktionen. Intelligenz, Ordnung, Sinn und Plan sind Illusionen; allem...


Charles Eisenstein, Jahrgang
1967, graduierte an der
renommierten Yale University
in Philosophie und Mathematik.
Vertiefte Studien in Wirtschaftstheorie
und Wirtschaftsgeschichte
sowie spiritueller Philosophie
schlossen sich an. Aufgrund
persönlicher Erfahrungen
mit der kompetitiven Struktur
der Arbeitswelt in den USA und
in Taiwan entschied Charles
Eisenstein sich für eine berufliche
Existenz als freier Schriftsteller
und Vortragsredner. Als solcher
ist er heute in aller Welt gefragt.

Charles Eisenstein, Jahrgang 1967, graduierte an der renommierten Yale University in Philosophie und Mathematik. Vertiefte Studien in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte sowie spiritueller Philosophie schlossen sich an. Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit der kompetitiven Struktur der Arbeitswelt in den USA und in Taiwan entschied Charles Eisenstein sich für eine berufliche Existenz als freier Schriftsteller und Vortragsredner. Als solcher ist er heute in aller Welt gefragt.



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