Dieckmann Bodybuilding für die Seele
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-05231-7
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Training unserer spirituellen und emotionalen Fähigkeiten
E-Book, Deutsch, 320 Seiten
Reihe: Arkana
ISBN: 978-3-641-05231-7
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Muskeln verkümmern, wenn wir sie nicht beanspruchen. Das gilt aus Sicht des Reiki-Meisters Peter-Michael Dieckmann in einem ganzheitlichen Sinn auch für die Kräfte unserer Seele. Mitreißend und humorvoll schildert Dieckmann, wie wir unsere seelischen Kräfte achten, pflegen und trainieren können und wie Dankbarkeit, Zuversicht und Liebe daraus erwachsen. Anhand von Alltagsbeispielen zeigt der Autor, wie man seelische Energie aufbaut. Und dank seiner Glaubwürdigkeit überträgt sich diese positive Haltung unmittelbar auf den Leser. Meditationstexte und Übungsvorschläge verstärken den Praxisnutzen.
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" (S. 85-86)
Wolfgang von Goethe
Ich habe den Schlüssel. Den Schlüssel der katholischen Kirche St. Marien in Schillig. Ich erhielt ihn vor fast zehn Jahren von Jens, dem Priester der Gemeinde. Er war offen für die Inhalte meiner Seminare und ließ es all die Jahre zu, dass ich mit meinen Gruppen in der Kirche meditiere und tanze.
Der Schlüssel ist für mich das Symbol der Erlaubnis, in dem katholischen Gotteshaus Reiki-Einweihungen durchzuführen. Im Jahr 2006 erfuhr ich, dass Jens in eine andere Gemeinde innerhalb des Bistums Münster versetzt werden und ein neuer Priester kommen sollte. Als ich die Mitteilung erhielt, überfiel mich sofort die Sorge, ob ich »meinen« Kirchenschlüssel behalten dürfte. »Wie wird der Nachfolger darüber denken?«,fragte ich mich. »Wie viele katholische Priester mag es geben, die in ihrer Kirche Reiki-Einweihungen zulassen?« Es war Juli, und der neue Priester sollte im Oktober seinen Dienst antreten.
Ich hatte also noch etwas Zeit. Als alter Kriminalbeamter beschloss ich, in der Sache weiter zu ermitteln. Ich fuhr nach Schillig in der Hoffnung, vor Ort Informationen über den zukünftigen Priester zu erhalten. »Was ist das für ein Typ? Wie ist er drauf?« Die Antworten auf diese Fragen sollten mir einen Weg aufzeigen, wie ich den Schlüssel der Kirche behalten könnte. Mein erster »Zeuge« war Jens. Doch er konnte mir nichts Wesentliches über seinen Nachfolger sagen.
Nur so viel: Er heißt Lars und war früher evangelischer Pfarrer, bevor er zum katholischen Glauben konvertierte. Diese Information beeindruckte mich. Auch ein evangelischer Pfarrer muss wieder die Schulbank drücken, wenn er katholischer Priester werden will. Zudem nimmt er in Kauf, dass nicht all seine evangelischen Freunde diesen Schritt gutheißen. Dazu gehören Entschlossenheit, Mut und Leidenschaft. Mein erstes Ermittlungsergebnis verhieß demnach nichts Gutes.
Nach meiner Erfahrung sind viele Konvertiten Fundamentalisten. Der Glaube an eine neue Wahrheit muss groß sein, bevor man die alte aufgibt. Der neue Glaube braucht ein tragendes Fundament. Auch der Apostel Paulus war ein Konvertit. Allein ihm ist es zu verdanken, dass sich das Christentum über den ganzen Erdball ausbreiten konnte. Vor seiner »Umschulung« vom Saulus zum Paulus hatte er"




