Dillard | Star Trek - Die Anfänge: Die verlorenen Jahre | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Dillard Star Trek - Die Anfänge: Die verlorenen Jahre

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11475-6
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11475-6
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine neue Ära des romulanischen Terrors steht kurz bevor!

Nach einer fünfjährigen Mission soll die Enterprise generalüberholt werden, die Crew wird in alle Winde zerstreut. Dr. McCoy und Spock nehmen ihren Abschied vom aktiven Dienst, Kirk wird zum Admiral befördert. Seine erste Mission führt ihn zum Planeten Djana. Dort herrscht Bürgerkrieg, und Kirk soll für Frieden sorgen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die tranditionsbewussten Djani zwei Geiseln genommen, darunter Spocks Vater Sarek.

Unterdessen geschieht auf Vulkan ein beispielloses Verbrechen: Der Adept Sekar entwendet das "Katra" eines Meisters der Urzeit. Und wenn diese Essenz der alten, grausamen Magie Vulkans in die Hände der Romulaner fällt, beginnt eine neue neue Ära des Terrors in der Galaxis.

Die Autorin schrieb mehrere sehr erfolgreiche STAR TREK-Romane, darunter "Die verlorenen Jahre" und die Romanfassungen der beiden Kinofilme "Star Trek V - Am Rande des Universums" und "Star Trek VI - Das unentdeckte Land", sowie die Romanfassung des Pilotfilms "Der Botschafter" von DEEP SPACE NINE. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kalifornischen Kleinstadt.

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Prolog


Die erste Hälfte der Nacht verbrachte Zakal damit, grünschwarzes Blut zu husten und dem Wind zu lauschen, der Sand an die Flanken der alten Bergfestung schleuderte. Es war dunkel in der großen, fensterlosen Kammer, abgesehen von dem matten Licht, das aus dem Zimmer der Eingeweihten filterte. Aber Zakal hatte genug Stürme gesehen, um sich diesen vorzustellen: eine gewaltige, vibrierende Säule aus rotem Sand, die alles umfasste, bis nur noch eine sich ständig bewegende Wüste blieb. Wer den törichten Fehler beging, sich bei solchem Wetter ohne Schutz nach draußen zu wagen, wurde am nächsten Tag als Mumie gefunden – vollkommen ausgetrocknet, die Haut wie Pergament, das bei der geringsten Berührung brach.

Gegen Mitternacht veränderte sich die Farbe der Flecken auf dem Tuch. Dunkles Grün ging in helles über, gewann die Tönung einer D'mallu-Rebe nach einem der seltenen Regenfälle.

Kurz darauf verließ ihn die Heilerin, deutliches Zeichen dafür, dass sie ihm keine Hilfe mehr gewähren, die Schmerzen nicht weiter lindern konnte. Und dass er noch vor dem Sonnenaufgang sterben würde. Der Kranke spürte ihre Erleichterung. Sie gehörte nicht zu den Kolinahru und hatte sich mit einer Mischung aus Verachtung und Entsetzen um ihren Patienten gekümmert. Denn er war Zakal der Schreckliche, der größte aller Kolinahr-Meister, ausgestattet mit einem mächtigen Geist, der zweimal die Haut seiner Feinde geschmolzen hatte, auf dass sie brodelnde Pfützen zu ihren Füßen bildete.

Er sprach kein Wort, um die Heilerin zurückzuhalten, schloss nur die Augen und lächelte dünn. Es erschien angemessen, hier zu liegen und in der letzten Nacht seines Lebens das Heulen des Sturms zu hören. Vor achthundertsiebenundachtzig Phasen war er während eines solchen Sturms geboren worden, und seine Mutter hatte ihn Zakal genannt: Zorn, Wüstensturm.

Nach einer Weile döste er ein, doch ein Bild weckte ihn plötzlich: Khoteth, hager und jung und stark; er zog den schwarzen Reisemantel enger um die Schultern und wirkte sehr ernst. Zakal sah Brauen, die unter dem Gewicht einer bestimmten Absicht nachzugeben schienen, sich dicht über den Augen wölbten. Khoteth durchquerte die Wüste. Khoteth kam zu ihm. Zakal wusste dies mit unerschütterlicher Sicherheit, trotz der drei Eingeweihten, die im Nebenzimmer wachten, nicht über seinen alten, sterbenden Körper, sondern über eine weitaus gefährlichere Waffe: sein Bewusstsein. Selbst ihre gemeinsamen Bemühungen, ihn von der Wahrheit abzuschirmen, konnte nicht vollständig die Verbindung zu dem Mann unterbrechen, den er wie einen Sohn aufgezogen hatte. Khoteth spürte den bevorstehenden Tod seines Meisters und würde eintreffen, bevor die Sonne aufging.

Der neue Hohemeister riskierte sein Leben, indem er während eines Sandsturms durch die Wüste wanderte. Einmal mehr lauschte Zakal dem Wind. Möge er Khoteth verschlingen! Er versuchte, die alte Kraft zu sammeln, aber Fieber und die festen mentalen Schilde der Eingeweihten hinderten ihn daran. Zakal begnügte sich damit, den Sturm so zu bejubeln, als habe er ihn selbst beschworen. Trotzdem zweifelte er nicht daran, dass es Khoteth gelingen würde, das Ziel seiner Reise zu erreichen.

Deshalb war er keineswegs überrascht, als einige Stunden später Khoteths Stimme das Gespinst seiner Fieberträume durchdrang.

»Meister? Ich bin gekommen.«

Draußen heulte der Wind nicht mehr, sondern stöhnte nur noch. Zakal wandte das Gesicht der schwarzen Steinwand zu und verzichtete darauf, den Kopf zu heben. Die Präsenz seines früheren Schülers erfüllte ihn einerseits mit Zuneigung und andererseits mit bitterem Hass.

»Geh fort.« Er wollte diesen Worten den donnernden Tonfall der Autorität geben, doch sie klangen brüchig und schwach – das kraftlose Schnaufen eines alten Mannes. Zakal fühlte sich beschämt. Konnte dies die Stimme des Herrschers von ShanaiKahr sein, des mächtigsten und gefürchtetsten Gedankenlords von Vulkan? Er kannte mehr Geheimnisse der Macht als alle Kolinahru zusammen, aber dummerweise hatte er zu viele von ihnen dem Mann anvertraut, der nun vor ihm stand. Zakal drehte den Kopf – ganz langsam, denn jede Bewegung ließ ihn schwindelig werden und verstärkte den Hustenreiz –, öffnete vom Fieber gezeichnete Augen und sah jenen an, den er als Sohn geliebt, als Nachfolger erwählt hatte. Jetzt hasste er ihn als Feind. »Verlass mich, Khoteth. Ich bin dein Gefangener, aber du kannst nicht bestimmen, wann ich sterbe. Ich habe noch etwas Zeit.«

»Ich heiße Sotek«, lautete die Antwort. Khoteth strich die Kapuze seines Umhangs zurück, und rostfarbener Sand rieselte zu Boden. Ein sehr junger Mann – zu jung für einen Hohemeister, dachte Zakal missbilligend –, aber die Verantwortung hatte bereits erste frühe Falten des Alters zwischen den Brauen entstehen lassen. Der Ernst in Khoteths Gesicht wich nun sorgfältiger Neutralität, doch Zakal bemerkte schwelende Emotion in den Augen, einziger Hinweis auf das Temperament, das Khoteth von Geburt an begleitet hatte. Als Kind war er ein echtes Wunder gewesen, soweit es die geheimen Künste betraf: Er saugte Zakals Wissen regelrecht auf und offenbarte dabei eine schier unersättliche Neugier. Zakal hing an der Macht, aber gleichzeitig stellte er sich einer unangenehmen Erkenntnis: Dieser Knabe würde zu einem Mann heranwachsen, der seinen Lehrer – den größten aller Lehrer – übertreffen konnte. Wenn man nicht in der Lage ist, den Feind zu besiegen, so gewinne man ihn als Freund. Zakal bestimmte den Jungen zu seinem Nachfolger, denn eines Tages mochten ihm Khoteths Fähigkeiten die Möglichkeit geben, nicht nur über eine Stadt zu herrschen. Damals sah er sich bereits als Herr über alle westlichen Städte, und vielleicht wurde er sogar zum Meister des Kontinents. Zakal, der weise Lehrer und Berater, musste sich damit zufrieden geben, ein Bündnis mit dieser enormen Macht einzugehen, wenn er ihre Quelle nicht kontrollieren konnte.

Es mangelte Zakal gewiss nicht an Vorstellungskraft, doch er hätte nie gedacht, dass man die unglaublichen Talente seines Protegés missbrauchen, verschwenden und irreleiten würde. Und die Verantwortung dafür trug die einfältige Philosophie eines Feiglings.

»Sotek«, zischte Zakal und hob den Kopf weit genug, um vor Khoteth auf den Boden zu spucken. Der junge Meister wich nicht zurück, starrte wortlos auf den grünen Fleck vor seinen Stiefeln. In seinen Augen blitzte es kurz, und Zakals dünne Lippen deuteten ein ironisches Lächeln an. Also fürchtete sich Khoteth erneut vor seinem Lehrer – so wie vor einigen Jahren, als er Zakal an diesem Ort unter Arrest gestellt hatte. Doch diesmal galt sein Unbehagen nicht etwa mentaler Zauberei. Die Lungenfäule verwandelte alle in Feiglinge.

Es gelang Zakal, tief Luft zu holen, ohne zu husten. »Was für ein seltsamer Name für einen Vulkanier. Und wie heißen deine Gefolgsleute? Sarak? Serak? Sirak? Sorak? Und wie viele Suraks gibt es inzwischen? Sag mir: Wie lange glaubt ihr, damit fortfahren zu können, bis euch keine Namen mehr für eure Kinder einfallen?« Er lachte heiser, und sofort folgte ein Hustenanfall.

Zakal war viel zu schwach, um sich aufzusetzen. Er blieb liegen, die Hände an schmerzende Rippen gepresst. Blut und Schleim füllten seine Lungen, und eine Zeitlang keuchte er hilflos. Khoteth beobachtete ihn ruhig, die Arme noch immer in den Falten des Umhangs verborgen. Zakal wusste, dass er seinen Mantel verbrennen würde, sobald er die Bergfestung verließ.

»Wie kannst du es ertragen, deinen alten Lehrer so zu sehen?«, brachte der Sterbende mühsam hervor. »Du weißt doch, dass es nicht erlaubt ist, meine Pein zu lindern, oder?«

»Ich bedauere, dass deine Schmerzen eine unvermeidliche Konsequenz sind.« Khoteth trat nicht näher. »Es wäre sehr dumm, dir Zugang zu den Gedankenregeln zu erlauben.«

»Dumm!«, krächzte Zakal. »Wo ist dein Mitleid?«

Es glühte in Khoteths Augen, doch sein Tonfall blieb kühl. »Ich lasse mich nicht von Mitleid leiten, sondern achte die Prinzipien der Logik.« Er versuchte, ein schiefes Lächeln zu unterdrücken. Es gelang ihm nicht ganz. »Und ich kenne dich, Meister. Du verdienst kein Mitgefühl. Ich habe gesehen, wie du gnadenlos getötet hast, ohne so etwas wie Schuld zu empfinden. Wenn du eine Chance dazu hättest, würdest du mich jetzt ohne zu zögern umbringen.«

Zakals Züge verhärteten sich: Aus der mitleiderweckenden Grimasse wurde eine Fratze des Zorns. »Ja, du hast recht. Und aus dem gleichen Grund bist du hier – du willst mich töten.«

Khoteth hob verwirrt eine Braue.

»Vielleicht hast du es nicht auf den Körper abgesehen«, fuhr Zakal fort. »Aber auf meinen Geist. Du bist hier, um mir das zweite Leben zu verweigern.«

»Du irrst dich, Meister.« Die Falten in Khoteths Umhang teilten sich. Beide Hände kamen zum Vorschein und hielten eine glänzende Kugel. »Ich bin gekommen, um ein Versprechen einzulösen, das ich dir vor langer Zeit gab.«

Zakals trübe Pupillen weiteten sich, als er die Vrekatra sah, jenen Behälter, in dem seine Selbstsphäre eine Ewigkeit lang ruhen konnte. »Aber Nortakh …«, begann er, bis ihm die Lungenschwere erneut den Atem raubte. Nortakh gehörte zu Zakals Eingeweihten – ihm fehlten nennenswerte Talente in Hinsicht auf mentale Zauberei – und war einer der erbittertsten Rivalen Khoteths, seit der neue Hohemeister Suraks Lehren folgte. Zakals Gefangennahme sollte verhindern, dass sich Nortakh und seine Getreuen geheimes Wissen aneigneten. Zakal hatte damit gerechnet, dass ihm der Hohemeister die Vrekatra vorenthielt; nur auf diese Weise konnte er...


Dillard, J. M.
Die Autorin schrieb mehrere sehr erfolgreiche STAR TREK-Romane, darunter "Die verlorenen Jahre" und die Romanfassungen der beiden Kinofilme "Star Trek V - Am Rande des Universums" und "Star Trek VI - Das unentdeckte Land", sowie die Romanfassung des Pilotfilms "Der Botschafter" von DEEP SPACE NINE. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kalifornischen Kleinstadt.

Brandhorst, Andreas
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit Romanen wie »Äon«, »Das Erwachen« oder »Das Schiff« die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thriller-Plot sind zu seinem Markenzeichen geworden und verschaffen ihm regelmäßig Bestsellerplatzierungen. Zuletzt sind bei Heyne seine Thriller »Der Riss« und »Messias« erschienen. Andreas Brandhorst lebt im Emsland.



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