Dillard | Star Trek V: Am Rande des Universums | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Dillard Star Trek V: Am Rande des Universums

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11464-0
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11464-0
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Rebell bedroht den Frieden in der Galaxis

Der Planet Nimbus III ist Schauplatz einmes einzigartigen Experiments: Die drei Mächte der Galaxis, die Klingonen, Vulkanier und Menschen, besiedeln den Planeten gemeinsam. Doch eine Klimakatastrophe droht, das friedliche Experiment zum Scheitern zu verurteilen. Der vulkanische Renegat Sybok schart eine Armee von Aufständischen um sich und nimmt drei Diplomaten als Geiseln. Captain Kirk erhält den Befehl, mit seinem neuen, noch nicht ausgereiften Raumschiff die Geiseln zu befreien. Niemand auf der Enterprise ahnt, welche Beziehung zwischen Spock und Sybok besteht. Außerdem betrachten die Klingonen die Geiselnahme als willkommenen Anlass, endlich ihren Erzfeind zu erledigen.

Die Autorin schrieb mehrere sehr erfolgreiche STAR TREK-Romane, darunter "Die verlorenen Jahre" und die Romanfassungen der beiden Kinofilme "Star Trek V - Am Rande des Universums" und "Star Trek VI - Das unentdeckte Land", sowie die Romanfassung des Pilotfilms "Der Botschafter" von DEEP SPACE NINE. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kalifornischen Kleinstadt.
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Prolog


Leise sprach der Beobachter an der Tür des steinernen Gemachs vor.

T'Rea erhob sich von ihrer Ruhestätte – nicht mehr als eine doppelte Lage handgewobenen Stoffes, den man auf dem harten Boden ausgebreitet hatte. Seit einiger Zeit hatte sie schon wach dagelegen, den Ruf erwartet. Auf dem Boden neben ihr schlief ihr junger Sohn. Als T'Rea aufstand und ihren säuberlich gefalteten Umhang von dem nahegelegenen Sims holte, regte er sich kurz, wachte jedoch nicht auf.

Durch die Öffnung, die man in den schwarzen Fels gehauen hatte, drang hell das Sternenlicht. T'Rea legte sich den Umhang über die Schultern, bewegte sich um die schattenhafte, reglose Gestalt ihres Sohnes herum und ging mit lautlosen Schritten auf die Türe zu. Diese war nur angelehnt, und T'Rea stieß sie weiter auf, bis sie sich in die höhlengleiche Vorhalle öffnete.

Der Beobachter wartete im flackernden Licht der Fackel, hager und dunkelhaarig. Neben ihm stand T'Sai, die Adeptin, jene Frau, in der T'Rea schon seit langem ihre Nachfolgerin vermutete. Die Kapuze von T'Sais Robe war hochgezogen und verhüllte ihr Gesicht, doch T'Rea erkannte ihre Körperhaltung wieder.

T'Rea wusste, was als nächstes kommen würde. Sie fühlte einen stechenden, beinahe körperlichen Schmerz über ihren Verrat, doch ihre Unterweisung als Adeptin des Kolinahr war vollkommen gewesen. Nicht einmal der Schatten eines Gefühls huschte über ihr Gesicht. Sie konnte die Worte beinahe hören, noch bevor der Beobachter sie ausgesprochen hatte; doch nun gab es nichts mehr zu tun, als ihnen zuzuhören und sie zu erdulden.

»Die Kolinahru sind zu einer Übereinstimmung gekommen«, sagte der Beobachter. Seine Augen waren matt, so kalt wie der Nachtwind in der Wüste. »Eine Entscheidung ist getroffen worden.«

Ohne mich, beendete T'Rea stumm den Satz. Die Gesichter von T'Sai und des Beobachters, Storel, sagten ihr, dass die Entscheidung nicht zu ihren Gunsten ausgefallen war. Ihres Titels und ihrer Macht hatte man sie bereits beraubt, und deshalb empfand sie Schmerz. Was ihr Herz ergriff, war jedoch die Furcht, dass man ihr das Kind wegnehmen würde. Erstaunlicherweise blieb ihr Gesichtsausdruck jedoch gelassen.

T'Sai nahm ihre Kapuze ab und enthüllte ihr bleiches, von silberschwarzem Haar eingerahmtes Gesicht. »Ich bin jetzt Hochmeisterin der Kolinahru«, verkündete T'Sai mit einer Stimme, die stark und frei war von der Schande T'Reas. »Du bist nicht länger Hochmeisterin. Aber wir werden dir folgendes zugestehen: Nach deinem Tod wird dein Geist in der großen Halle des Alten Denkens eingeschlossen werden.« Ihre Stimme senkte sich, als sie in die vertraute Form der Anrede überwechselte. »Es genügt, dass Ihr im Leben entehrt seid. Wir werden Euch nicht auch im Tode noch entehren.«

»Was noch?«, fragte T'Rea. T'Sai würde verstehen, was sie meinte. Immerhin gab es noch die Frage der Verbannung aus ihrem Zufluchtsort in den Wüstenbergen von Gol.

Die neue Hochmeisterin kehrte zu der formelleren Anrede zurück, jener, die die Kolinahru für Fremde, Außenweltler und Ketzer vorbehalten hatten. »Falls du es wünschst, darfst du in Gol bleiben. Doch du kannst nicht als eine von uns leben, du musst dich von uns fernhalten.«

»Und mein Sohn?« T'Rea kämpfte darum, die Angst in ihrer Stimme zu verbergen.

»Er darf bei dir bleiben.«

T'Rea schloss die Augen.

»Unter einer Bedingung. Der Junge ist außerordentlich begabt in den mentalen Künsten. Derart ungeschulte Macht ist … gefährlich. Er muss von den Kolinahru in der angemessenen Anwendung seiner Macht geschult werden … und in der angemessenen Philosophie Vulkans.«

Auf gewisse Art war dies ein Schlag ins Gesicht T'Reas, eine Andeutung, dass ihre Art der Ausbildung suspekt, ihre Philosophie unschicklich war. Und doch: Wäre sie in diesem Moment allein gewesen, hätte sie gelächelt. Sollten die Kolinahru doch tun, was sie für richtig hielten, um dem Jungen die ›angemessene‹ Philosophie einzuimpfen. Dazu war er schon zu sehr ihr Sohn. Er war kaum elf Jahreszeiten alt – nicht ganz fünf Jahre nach terranischer Zeitrechnung –, und doch beherrschte er bereits die grundlegenden Geistesregeln, die man normalerweise erst jenen Kindern beibrachte, die dreimal so alt waren wie er. Der Junge war ein Wunderkind, intellektuell so begabt wie sein Vater, telepathisch so geschickt wie seine Mutter, und T'Rea hatte seine Begabungen voll ausgenutzt, ihr Wissen so bereitwillig mit ihm geteilt, als handle es sich bei ihm um einen erwachsenen Eingeweihten.

Denn der Junge würde der Retter seines Volkes werden.

Er war das einzige Kind seiner Mutter – und von ihr sehr geliebt. T'Rea hatte ihn in aller Heimlichkeit geboren und die Existenz des Kindes vor seinem Vater geheim gehalten. Sie hatte den Jungen Sybok getauft, ein altertümliches Wort, das sich zwar an den Mustern männlicher Vornamen orientierte, aber nurmehr selten gebraucht wurde. Es bedeutete ›Seher‹, ›Prophet‹. Privat nannte sie in oft shiav, ein Begriff aus einer längst vergessenen Religion, der keine Entsprechung im modernen Vulkanisch hatte: ›Messias‹.

Er war gerade drei Jahreszeiten alt, als T'Rea, die Hochmeisterin und Adeptin des höchsten Grades, die Erleuchtung überkam und sie sich gegen das Ungleichgewicht in Suraks Lehre der Nichtbewegung zu wenden begann. In ihrer Aufgabe als Hochmeisterin hatte T'Rea des Öfteren die Hallen des Alten Denkens betreten und sich mit den katras, den Geistern der bewahrten Meister beraten. So war die Erleuchtung über sie gekommen, und mit ihr die Erkenntnis, dass man zum Erreichen spirituellen Wissens die Logik hinter sich lassen musste. Um wirklich frei zu sein, musste der Adept ein Gleichgewicht zwischen Vernunft und Gefühl finden.

Von den ältesten der Meister hatte sie zudem von der Existenz Sha Ka Rees erfahren.

Die Gelehrten hatten sie in Geschichte unterwiesen, insbesondere der Vorgeschichte mit besonderem Augenmerk auf die frühesten vulkanischen Religionen. Der Junge war brillant, und sie teilte soviel ihres Wissen mit ihm wie nur irgend möglich. Sie erzählte ihm vom alten Glauben, von den vulkanischen Kriegsgöttern, die, ganz ihren Launen gehorchend, grimmig oder liebevoll sein konnten, und mit nichts geringerem als einem Blutopfer zu besänftigen waren. Sie erzählte ihm von der alten Legende des Sha Ka Ree, dem Ursprung allen Seins, dem Paradies, wo alle Götter und Göttinnen des vulkanischen und nichtvulkanischen Pantheons zu dem Einen verschmolzen.

Und sie erzählte ihm vom shiav, der kommen, alle Religionen und Rassen vereinen und sie zum Ursprung, zu Sha Ka Ree führen würde.

Sha Ka Ree ist keine Legende, hatte T'Rea ihm gesagt. Sie hatte einen akademischen Text zum Thema verfasst und ihn aufgehoben, damit Sybok ihn lesen konnte, wenn er etwas älter war. Der Artikel hatte sie zur Zielscheibe zahlreicher Spötter gemacht; auch war er einer der Hauptgründe für ihren Niedergang als Hochmeisterin. Ich sage dir, Kind, dass es ihn gibt, hatte sie gesagt. Und du bist der shiav, der Erwählte. Eines Tages wirst du andere zu Sha Ka Ree führen, doch jetzt ist es noch zu früh, um diese Gedanken mit anderen zu teilen.

Wo ist er?, hatte das Kind geweint, völlig verzaubert. Sag es mir, und ich werde dich mit mir nehmen.

T'Rea hatte nur geheimnisvoll gelächelt. Wenn die Zeit gekommen ist, mein shiav. Wenn die Zeit gekommen ist.

Nach ihrer Erleuchtung hatte sich T'Rea bei ihren Beratungen auf jene Meister beschränkt, die gelebt hatten, bevor der Pazifismus Suraks den Planeten Vulkan ergriffen und verwandelt hatte. Kurz nach der Veröffentlichung ihres Artikels über Sha Ka Ree war unter den Adepten das Gerücht umgegangen, dass T'Rea alle Ethik vergessen hätte und nun aktiv dem Studium der Gedankenkontrolle nachhinge – nicht der eigenen Gedanken, sondern der der anderen.

Sie glaubte, sie sei vorsichtig gewesen. Weder sie noch der Junge hatten in der Öffentlichkeit ein Gefühl zur Schau gestellt. Und doch war diese Konfrontation im Rückblick nur eine Frage der Zeit gewesen.

In der düsteren, schattendurchwirkten Vorhalle gab T'Rea T'Sai ihre Antwort.

»Ich nehme an«, sagte sie. Die neue Hochmeisterin nickte und zog sich zusammen mit dem Beobachter in die Schatten zurück.

T'Rea trat zurück in ihr Gemach und schloss leise die Tür. Sie hatte gewusst, dass es unvermeidlich war, und doch vermochte dieses Wissen ihren Schmerz nicht zu vermindern. Sie ließ es geschehen, dass er ihre Seele füllte, legte dann ihre Stirn gegen den warmen Stein der Tür und weinte stumm und bitterlich.

Als sie sich umwandte, sah sie ihren Sohn, der sich aufgerichtet hatte und sie eulengleich im Licht der Sterne anstarrte.

»Was ist los, Mutter?«

Sie seufzte. Er war zu brillant, zu mitfühlend, zu telepathisch begabt, um sich von der bloßen Behauptung, dass nichts geschehen sei, irreführen zu lassen. Besser war es wohl, jetzt die Wahrheit zu sagen.

»Man hat mich für meine Ketzerei zum Schweigen gebracht, shiav. Ich bin nicht länger Hochmeisterin.«

»Das können sie nicht machen!«, rief der Junge.

»Sie haben es bereits getan.« T'Rea ging zu ihm hinüber und setzte sich. »Shiav, sie wollen dich zu einem Kolinahru ausbilden.«

»Ich werde mich weigern!« Die Augen des Jungen schienen vor Hass zu glitzern.

»Nein, das wirst du nicht. Aber du wirst ihnen nicht erlauben, das zu verändern, was tief in deiner Seele verborgen ist. Und du darfst niemals deine Bestimmung vergessen.«

»Niemals!«,...


Dillard, J. M.
Die Autorin schrieb mehrere sehr erfolgreiche STAR TREK-Romane, darunter "Die verlorenen Jahre" und die Romanfassungen der beiden Kinofilme "Star Trek V - Am Rande des Universums" und "Star Trek VI - Das unentdeckte Land", sowie die Romanfassung des Pilotfilms "Der Botschafter" von DEEP SPACE NINE. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kalifornischen Kleinstadt.



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