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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 1008 Seiten
Dörge / H. Courtier / Mayo APEX KRIMI-HERBST 2021
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7487-9659-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Fünf Kriminal-Romane in einem Band!
E-Book, Deutsch, 1008 Seiten
ISBN: 978-3-7487-9659-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Herbst - die Tage werden kürzer... Herbst - die beste Zeit, innezuhalten und zu lesen... Dieses Buch enthält fünf spannende und ausgewählte Top-Krimis aus den Krimi-Reihen des Apex-Verlags, geschrieben von internationalen Bestseller-Autoren - perfekter Lesestoff für lange Abende, für ein ruhiges Plätzchen im Schein der Herbstsonne, für die Reise: Die Dame in Schwarz von Richard Vincent, Der Mitternachtsengel von Frank Harper, Gefallen wie Luzifer von Sidney H. Courtier, Ein Mädchen spielt falsch von James Mayo und Die unheimlichen Fälle des Edgar Wallace - Die Frau im Dunkel von Christian Dörge. Nervenkitzel und Unterhaltung pur!
Autoren/Hrsg.
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Dieses Mal kam Cob zu spät zum Briefkasten. Er war leer. Cob runzelte die Stirn und sah sich suchend um. Seit Tagen war es ihm diesmal zum ersten Mal passiert, dass er die Post nicht rechtzeitig hatte abfangen können. Er war sicher, dass in der fraglichen Zeit niemand anderer als der neunjährige Peter das Haus verlassen hatte. Niemand anderer als Peter... Er ging um die Hausecke herum und wurde beinahe von einem Flugzeugmodell enthauptet, das mit seiner Tragfläche haarscharf an seinem Ohr vorbeiflitzte. Unversehrt landete es ein paar Meter weiter auf dem Boden, und gleich darauf kam Peter hinterhergestürzt. Cob blieb keine andere Wahl. »Pssst! Peter! Komm doch mal eine Sekunde her.« »Tag, Cob«, sagte Peter. Er konnte Cob gut leiden. »Wann erzählst du mir die Geschichte zu Ende; die von dem Rennen in Indianapolis?« »Oh«, sagte Cob. »Wart' einmal. Welches Rennen war denn das?« »Aber das weißt du doch«, sagte Peter ungeduldig. »Wo du den anderen um eine ganze Runde voraus warst und wie du dich zweimal überschlagen hattest, weil du ein Rad verlorst.« »Ah, ja, jetzt weiß ich's wieder. Hier, komm, setz dich mal zu mir.« Sie setzten sich nebeneinander auf das niedrige Geländer der Seitenveranda. »Du, hör mal«, sagte Cob, bevor Peter erneut auf das nie gefahrene Rennen von Indianapolis zu sprechen kommen konnte, »da ist mir doch ganz was Komisches passiert. Ich bin da in meinem Zimmer und krame in meinen Sachen herum, als ich den Briefträger Vorbeigehen sehe. Kaum drei Minuten ist das her. Natürlich gehe ich sofort raus und will die Briefe aus dem Kasten holen. Und was glaubst du wohl, was ich finde?« »Was?« »Nichts! Die Post ist verschwunden!« »Gestohlen?«, fragte Peter, mit einem kleinen Schalk in den Augen. »So muss es wohl sein«, sagte Cob ernsthaft. »Oje!«, sagte Peter. »Das wird doch ganz schwer bestraft.« »Und ob!«, sagte Cob. »Nun sag mal, hast du einen Verdacht, wer die Unverschämtheit haben könnte, sich an der Post zu vergreifen?« Peter konnte es nicht länger für sich behalten. »Ich!«, sagte er glückstrahlend. »Du?« Cob starrte ihn in gespieltem Erstaunen an. »Oh, wenn das so ist, dann können wir wohl nicht zur Polizei gehen.« »Ich hab' die ganze Post zu Mami raufgebracht. Diesmal hab' ich dich reingelegt, nicht wahr, Cob?« Cob lachte. »Du bist mir ein ganz Schlauer! Und nun sag mir mal - hast du vielleicht - ähm - deiner Mutter die Briefe vorgelesen, wie du es manchmal tust?« »Nein«, sagte Peter. »Heute hat sie alle selbst gelesen.« »Hat sie sich dabei - ähm - über irgendetwas aufgeregt?«, fragte Cob so gleichgültig wie möglich. Peter war an dieser Frage nicht weiter interessiert. »Ich glaube nicht«, sagte er leichthin. Die Tür zur Seitenveranda öffnete sich, und Tani streckte den Kopf heraus. »Peter! Das Essen ist fertig!« »Ooch!«, sagte Peter. »Jetzt schon?« »Nun komm schon, ja?«, sagte Tani bestimmt. »Tu lieber, was die Himmelsprinzessin dir sagt«, stichelte Cob. Tani verzog keine Miene, noch würdigte sie Cob einer Antwort. Peter seufzte und setzte sich missmutig auf die Tür zu in Bewegung. Tani legte den Arm um seine Schulter, und sie betraten die Halle. »Was hat Cob denn da draußen von dir gewollt?«, fragte Tani. »Ooch, nichts«, sagte Peter. »Er hat mich nur gefragt, wo die Post geblieben ist.« Sheila, die in diesem Augenblick die Halle durchquerte, hörte, was Peter sagte. Sie stutzte und blieb stehen. »He, Mami«, sagte Peter. »Wo gehst du hin?« »Zum Doktor in die Sprechstunde. Aber ich bin bald wieder zurück. Und du wirst jetzt schön essen, ja?« »Oh, Mami«, sagte Peter. »Mein Bauch ist ja noch ganz voll vom Frühstück.« Sheila lachte unwillkürlich auf, während Peter mit hängendem Kopf auf die Küche zutrabte. Die beiden Frauen sahen sich kurz an. Tani senkte aber sofort den Blick und wollte dem Jungen in die Küche folgen. »Oh, Tani«, sagte Sheila. »Ja, Mrs. Cabot?« Tanis Gesicht blieb völlig ausdruckslos. »Sagen Sie, Tani...« - Sheila zögerte einen Moment - »...bedrückt Sie irgendetwas?« »Was sollte mich bedrücken, Madam?« »Ich weiß nicht, ich hab' seit ein paar Tagen das Gefühl, dass Sie anders zu mir sind«, sagte Sheila unsicher. »Inwiefern, Madam?«, fragte Tani. »Ich habe den Eindruck«, sagte Sheila, »Sie gehen mir irgendwie aus dem Weg.« »In keiner Weise, Mrs. Cabot«, sagte Tani, ohne sich auch nur eine Sekunde zu besinnen. »Es war niemals meine Absicht, und ich bitte vielmals um Verzeihung, wenn ich diesen Eindruck erweckt habe.« Sie wandte sich ab und folgte Peter die Halle hinunter. Sheila sah ihr gedankenvoll nach und öffnete dann die Tür zur Seitenveranda. Sie blieb auf der Stelle stehen und erstarrte. Cob stand unmittelbar neben der Tür, und Sheila fragte sich, ob er gehorcht hatte. Er lächelte breit und zeigte das Flugzeugmodell vor. »Ähm - Madam, Peter lässt seine Spielsachen überall herumliegen. Ich wollte dies nur hereinbringen, damit es keinen Regen kriegt.« Er stellte das Flugmodell in eine Ecke und eilte dann die Stufen hinunter, um Sheila den Wagenschlag der Limousine aufzuhalten. Auf der Fahrt in die Stadt schien es Sheila ganz deutlich, dass Cob etwas auf dem Herzen hatte. Immer wieder versuchte er ihren Blick im Rückspiegel einzufangen, doch er brauchte eine ganze Weile, ehe er genug Mut fand zu sprechen. »Ähm, Mrs. Cabot?« »Ja?« »Würden Sie mir wohl erlauben, Ihnen eine persönliche Frage zu stellen?« Sie sah ihn im Rückspiegel an. »Eine persönliche Frage?« Er lächelte entwaffnend. »Persönlich - das heißt, mich betreffend.« »Und um was handelt es sich, Cob?« »Nun, um es ohne Umschweife zu sagen, Madam - ich wollte Sie fragen, ob Sie mir vielleicht einen - ähm - Vorschuss auf mein Gehalt geben könnten.« Sheila runzelte die Stirn. »Aber ich habe es Ihnen doch schon bereits für Monate im Voraus gezahlt!« »Gewiss, Madam«, sagte Cob gedehnt, als handele es sich um eine Angelegenheit, die längst abgetan sei. »Ich kann mich keineswegs beklagen. Sie waren sehr großzügig. Aber vielleicht lässt es sich doch machen, dass Sie mir - äh - das Gehalt für die nächsten Monate anweisen. Für - äh - das wäre dann bis einschließlich März, sagen wir.« »Wofür brauchen Sie denn all das Geld, Cob?« »Für...« Cob lächelte wieder. »Frauen, Pferderennen und Champagner. Seien Sie unbesorgt, Madam, es wird bestens angelegt.« Sheila musste wider Willen lächeln. Cob konnte, wenn er wollte, ein verflixt charmanter Bursche sein. Er sah ihr Lächeln im Rückspiegel und nutzte seinen augenblicklichen Vorteil sofort aus. »Im Vertrauen gesagt, Madam, mir sind ein paar Gläubiger auf den Fersen. Und, um es rundheraus zu sagen, sie wollen mich hochgehen lassen, wenn ich nicht zahle.« »Tut mir leid, das von Ihnen zu hören«, sagte Sheila. »Ich werde mir die Sache überlegen.« »Vielen Dank, Madam«, sagte er. »Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn ständig eine Drohung über einem schwebt; wenn Sie verstehen, Madam, was ich damit meine.« Im Rückspiegel trafen sich ihre Augenpaare und starrten sich an. »Was wollen Sie damit sagen, Cob?«, fragte sie. Er zuckte die Achseln. »Nun, niemand hat es gern, wenn jemand hinter einem her ist.« Sie wollte etwas erwidern, überlegte es sich dann aber anders, und bis sie das Haus erreichten, in dem sich Davids Praxis befand, fiel kein weiteres Wort. »Warten Sie hier auf mich, Cob«, sagte sie. »Es wird nicht lange dauern.« »Gewiss, Madam.« Oben im Sprechzimmer erzählte sie David, worum Cob sie angegangen hatte. »Hast du ihm zugesagt, du würdest ihm das Geld geben?«, fragte David. »Ich sagte, ich würde es mir überlegen.« David schüttelte den Kopf. »Das hättest du nicht tun dürfen. Das nächste Mal verlangt er vielleicht mehr als einen Vorschuss auf sein Gehalt.« »Oh, nein, David. Nicht Cob«, sagte sie. Er blieb bei seinem Zweifel. »Denk daran, welch gute Gelegenheit er hatte, uns nachzuspionieren, wenn er dich zwei- oder dreimal in der Woche in die Stadt fuhr.« »David, Liebling, bist du nicht ein wenig allzu argwöhnisch...« Er unterbrach sie mit einer schroffen Geste. »Halt mir jetzt ja nicht vor, ich mache mir zu viele Gedanken, wer jenen Drohbrief geschrieben hat. Wir müssen es einfach herausfinden. Unser beider Leben hängt davon ab! Und es könnte Cob gewesen sein!« »Er hat Schulden, das ist alles. Er verspielt jeden Cent, den er verdient.« »Dann ist er auch der Typ, Erpresserbriefe zu schreiben«, sagte David und dachte einen Augenblick nach. »Hatte er am 21. frei?« »Das war ein Montag, nicht wahr?«, sagte Sheila nachdenklich. »Nein, da war er im Dienst.« »Besteht irgendwie die Möglichkeit, dass er an jenem Abend nach Carmel gefahren ist?« »Nein, ohne mein Wissen hätte er das nicht tun können«, sagte Sheila. David trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. »Es hat keinen Zweck«, sagte Sheila und beobachtete ihn. »Alles, was ich sehe, scheint mir verdächtig. Jeder Mensch, jeder Blick, jede Handlung, jedes Wort.« Er wollte etwas erwidern, wurde aber von dem Schnarren des Tischsprechgerätes unterbrochen. Er drückte die Taste. »Ja?« »Entschuldigen Sie, Doktor«, klang die Stimme seiner Sprechstundenhilfe durch den Raum. »Ich habe Ihnen doch ausdrücklich gesagt, ich will jetzt nicht...




