Dötter | Wandel aus der Kraft des Herzens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Reihe: tredition GmbH

Dötter Wandel aus der Kraft des Herzens

Ein Wegbegleiter in Krisenzeiten
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-61078-1
Verlag: tredition GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Wegbegleiter in Krisenzeiten

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Reihe: tredition GmbH

ISBN: 978-3-347-61078-1
Verlag: tredition GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Krisen können uns jederzeit ereilen. Welchen Inhalt sie haben mögen, aus welchen Schicksalserfahrungen sie resultieren - wir haben nur zwei Möglichkeiten des Umgangs. Wir zerbrechen oder finden zu einem 'Kurswechsel', zu Prozessen der Transformation, zu einer grundlegenden Neuorientierung. Modelle existenzieller Krisenbewältigung sind rar und nicht immer fu?r die eigene Situation zutreffend. Mit diesem 'Krisenbegleiter' will ich Sie, liebe Leserinnen und Leser an meinem eigenen Prozess und dessen Themen teilhaben lassen. Ich freue mich, wenn Sie fu?r Ihre eigene Lebenssituation Ein-Sichten, Licht-Blicke und vielleicht sogar neue Aus-Richtungen finden und Ihren ganz persönlichen 'Wandel aus der Kraft des Herzens' erleben.

Waltraud Dötter, Jahrgang 1952, war schon in jungen Jahren spirituell ausgerichtet und längere Zeit Schülerin einiger geistiger LehrerInnen. Sie arbeitet seit 1986 als Heilpraktikerin in eigener Praxis. Auf der Grundlage psychotherapeutischer Ausbildungen u.a. Gestalttherapie, Traumatherapie, Psychokinesiologie, Aufstellungsarbeit und mehrerer Heilerausbildungen entwickelte sie eine eigene Therapiemethode, die energetisch/spirituell fundiert ist. Seit über 30 Jahren leitet sie Meditationsgruppen und Aufstellungen und gibt Seminare und Workshops. Die Herzensgebete, die sie intuitiv empfängt und praktiziert integriert sie in ihre Arbeit, vor allem in ihre spirituellen Seminare. In ihrem ersten Buch Wenn Herzen beten veröffentlicht sie diese.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Meine Geschichte


Liebe Leserinnen und Leser,

wenn ich Ihnen nachfolgend meine Geschichte in groben Zügen berichte, dann hat dies im Hinblick auf das Thema dieses Buches seine Bedeutung.

Wie bereits gesagt, geht es mir nicht um Selbstdarstellung. Ich kenne Schicksale, dagegen ist meines sehr klein. Es geht mir vielmehr darum, Ihnen zu verdeutlichen, aus welcher „Quelle“ mein Anliegen kommt, dieses Buch zu schreiben. Es sind:

  • mehr als zwei Jahre geschenktes Leben
  • mehr als zwei Jahre Grenzerfahrungen im Innen und im Außen
  • mehr als zwei Jahre „Wandel aus der Kraft des Herzens“ (dieser dauert an).

Kennen Sie das? In einem einzigen Moment verändert sich Ihr Leben – nachhaltig.

So geschehen bei mir (nicht zum ersten Mal) am 12.10.2019 in der Arztpraxis von Dr. H. mit dem Ausspruch: „… ein Unglück kommt selten allein“ präsentierte er mir den Ausdruck des Ergebnisses der soeben durchgeführten Darmspiegelung: zwei Tumore.

Erst einmal läuft bei mir alles ab wie in einem Film, den ich gerade anschaue – was heißt das jetzt, wie sehen die weiteren Schritte aus, bei wem welche Termine machen, wie damit weiterleben? Ich selbst kann die Angst, die Angst um mein Leben nicht spüren, stattdessen kommt der Gedanke auf: Das ist jetzt eine Prüfung.

Eine Prüfung, ob die jahrzehntelange Arbeit an dir selbst, auch deine spirituelle Grundhaltung, dieses Geschehen trägt und zur „Haltestange“ wird beim Anblick der Realität: Krebs und was das heißt.

Der nächste Gedanke ist: Wie sage ich es meinen Angehörigen. Das ist am schwierigsten. Ich versuche mich in sachlicher Information und bagatellisiere: Darmkrebs ist ja nicht der schlimmste Krebs, man kann operieren und es hat ja wohl auch keine Metastasen. Beruhigen kann ich offensichtlich niemanden von ihnen. Es ist nicht leicht, ihre Angst um mich auszuhalten, nicht leicht, ihnen ihre Sorge um mich nicht abnehmen zu können.

Mir nahestehende Menschen, vor allem meine beste Freundin, sind von meiner Situation betroffen und ich kann nichts daran ändern. Es wird mir wie selten zuvor bewusst, mit wie vielen Menschen ich verbunden – herzensverbunden – bin, wie viele Anteil nehmen, wie viele gerne helfen und unterstützen wollen.

Mein Leben teilt sich wie selten davor in ein Außen und in ein Innen.

Im Folgenden beschreibe ich Ihnen in groben Zügen das Außen. Im Außen funktioniere ich (und bin froh darum). Meine Arbeit, die ich liebe, mache ich erst einmal weiter wie zuvor. Das hilft mir, den Fokus von mir weg auf andere Menschen zu richten, die meine Hilfe suchen. Daneben Arzttermine, Untersuchungen, Strahlentherapie. Krankenhaus und die OP stehen an. Meine Praxis muss ich vorübergehend schließen. Die Betroffenheit und das Mitgefühl meiner PatientInnen berühren mich sehr. Ich versuche zu beruhigen, so gut ich kann.

Dann die OP – 9.11.2019 – 10 Stunden. Als ich abends aufwache, ist ein geliebter Mensch da – ein stiller Glücksmoment. Sie konnten nicht fertig operieren, am nächsten Tag nochmals zwei Stunden. Ab jetzt habe ich einen künstlichen Darmausgang, ein sogenanntes Stoma. Was das bedeutet, kann ich noch nicht realisieren. Intensivstation, ich glaube zehn Tage, dann Station im Dreibettzimmer. Ich bekomme das Bett nahe am Fenster, schaue in die Krone einer mächtigen Kiefer. Wie bin ich dankbar dafür.

Viele wollen mich besuchen, es berührt mich, ist mir aber oft zu anstrengend. Nach gefühlt langer Zeit komme ich nach Hause – so schwach wie noch nie in meinem Leben. Aber ich lebe. Unterstützung kommt mir von allen Seiten im Übermaß zu – alle wollen helfen, ich bin so berührt. Irgendwann kann ich wieder aufstehen und mich selbst versorgen – Glücksmomente, Auferstehungsgefühle.

Jetzt bin ich Krebspatientin in einer onkologischen Praxis. „Mein“ Arzt rät mir zu einer anschließenden Chemotherapie, das möchte ich aber nicht. Er respektiert meine Entscheidung, auch, dass ich naturheilkundlich ausgerichtet bin. Ich achte ihn sehr für seinen Respekt und für seine menschliche Anteilnahme. Stundenweise beginne ich wieder mit meiner Arbeit, bin so dankbar, wie gut es geht. Ich beschäftige mich mit alternativen Krebstherapien, lese etliche Bücher, bekomme zahlreiche Informationen über Heilmittel aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Erstaunlich viele haben Angehörige oder Bekannte, die auch diese Krankheit hatten oder noch haben.

Dann beginne ich eine Misteltherapie, spritze dreimal die Woche ein entsprechendes Präparat, mache eine Infusionskur mit Amygdalin und hochdosiertem Vitamin C, später dann eine Hyperthermiebehandlung. Das erste CT sieht gut aus, auch die Tumormarker.

Inzwischen hat sich mein Alltag fast normalisiert. Ich arbeite mit reduzierter Stundenzahl, daneben bin ich mit Therapien beschäftigt. Das nächste CT zeigt Metastasen auf und erhöhte Tumormarker – noch nicht im Alarmbereich. Ich mache mit allem weiter wie zuvor. Dann im folgenden CT Metastasenwachstum und noch höhere Tumorwerte. Chemotherapie wird wieder Thema. Die Entscheidung ist nicht leicht für mich. Ich denke an erster Stelle an meine Angehörigen und will alles tun – jetzt auch Chemotherapie, um so lange wie möglich dazubleiben. In der Zwischenzeit bin ich Großmutter geworden und will meine Enkelin beim Aufwachsen erleben dürfen.

Es ist eine milde Chemotherapie, alle zwei Wochen. Die Symptome sind mehr oder weniger erträglich.

Es gilt, alles zu koordinieren: Praxisarbeit, Chemotherapie, dreimal die Woche Hyperthermie, den einen oder anderen Arzttermin – ein enormer Kraft- und Zeitaufwand.

Das CT zeigt ein leichtes Wachstum der Lebermetastase, auch erhöhte Tumormarker – alles noch im Toleranzbereich. Dann im Frühsommer 2020 ein weiteres Ansteigen – jetzt über den Toleranzbereich hinaus. Eine zusätzliche, jetzt stärkere Chemotherapie wird angeraten. Ich stimme zu.

Zum ersten Mal verspüre ich Angst vor der Behandlung – wie sich herausstellt, sehr wohl berechtigt.

Ich kann es nicht in Worte fassen, welche Wirkung diese Chemotherapie hatte – es war, als wäre jegliches Leben aus mir gewichen, meine Schritte fanden keinen Boden unter den Füßen mehr. Die Übelkeit war unerträglich. Ich war nicht mehr in meinem Körper, wollte nicht mehr leben. Als es mir nach etwa zehn Tagen etwas besser ging, war meine Entscheidung gefallen: Ich höre auf. Keine, auch keine milde Chemotherapie mehr. Es muss andere Möglichkeiten geben und wenn nicht, dann geht es eben dem Ende entgegen.

Über eine Bekannte erfahre ich von einem Arzt in Augsburg, der mit einer individuell ausgerichteten Immuntherapie Krebs behandelt. Für mich der absolute Glücksfall – es geht mir mit dieser Behandlung gut, vor allem erlebe ich eine Vitalität, wie ich sie schon lange nicht mehr kenne. Meine Dankbarkeit ist grenzenlos.

Dezember 2021 wieder ein CT – die Lebermetastase ist gewachsen. Es nimmt mich ziemlich mit – ob dies mein letztes Weihnachten ist? Körperlich geht es mir gut.

Soweit der aktuelle Stand. Gute zwei Jahre geschenktes Leben und so Gott will, darf ich noch eine Weile bleiben. Ich tue dafür, was ich kann.

Dies ist stark verkürzt die Geschichte im Außen. Und nun zum inneren Prozess.

Seit Jahrzehnten arbeite ich an mir selbst – an der Transformation traumatischer Erfahrungen von Kindheit an und am Verarbeiten von Schicksalsthemen. Körperliche Krankheiten begleiten mich seit früher Zeit. Ich bin schon einiges gewohnt und auch unerschrocken, „heiße Eisen“ anzugehen. An mir selbst zu arbeiten bin ich auch meiner Arbeit als Therapeutin schuldig – es wirkt sich positiv aus. Wenig ist mir fremd. Und nun Krebs.

Die Konfrontation damit ist existenziell – es heißt, der eigenen Endlichkeit, dem möglichen physischen Tod ins Auge zu schauen. Dies wirklich zu tun, und zwar immer wieder, stellt alles, wirklich alles auf den Prüfstand, was das eigene Leben ausmacht. Der Schlüssel hierfür ist, diese Krankheit und alles, was sie mit sich bringt, anzunehmen, ausnahmslos. Radikales Annehmen nenne ich dies.

Ich sage nicht, dass es leicht ist. Leicht ist es wirklich nicht, aber wirksam. Es hat mir von Anfang an geholfen und tut es noch, mich keinen Moment als Opfer zu fühlen und so geht es mir abgesehen von wenigen und immer sehr kurzen Momenten richtig gut.

Für meine spirituelle Weiterentwicklung war diese Krankheit bisher der größte Lehrmeister und ist es immer noch – jeden Tag. Von nichts kommt nichts – es braucht für mich die tägliche Ausrichtung am frühen Morgen, die Verbundenheit mit der Göttlichen Ebene in mir zu erfahren, zu wissen, dass ich begleitet, gehalten und all – verbunden bin, was immer auch geschehen möge. Dass ich nicht tiefer fallen kann als in Gottes Herz. Was ich seitdem erlebe? Eine Lebens-Freude, wie ich sie zuvor nicht kannte, eine Kraft, wie ich sie zuvor nicht kannte, grenzenlose Dankbarkeit, Schaffensfreude, die unter anderem auch dieses Buch hervorbringt.

In den folgenden Kapiteln geht es um die Themen, mit denen ich mich in Bezug auf meine Krankheit befasst habe. Im Grunde nichts Neues, nun aber „hautnah“ – Themen, die den „Wandel aus der Kraft des Herzens“ begleitet haben und ihn auch weiter in Bewegung halten. Es geht um den „Wandlungsfaktor“, um Erkenntnisse, Sichtweisen und Verhaltensweisen, die zu neuen Ausrichtungen und auch Entscheidungen führen können, die das eigene Leben umgestalten – im Innen und im Außen.

Bitte seien Sie sich bewusst,...



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